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Erstelldatum: 26.02.2008

Vorläufiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg

Vorläufiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2008 (Landeslisten-Stimmen) im Vergleich zur Bürgerschaftswahl 2004 - Hamburg insgesamt

 
2008
2004
Veränderung
Anzahl
%
Anzahl
%
Anzahl
% - Punkte
Wahlberechtigte
1.235.834
100
1.214.935
100
20.899
-
Wählerinnen und Wähler / Wahlbeteiligung
785.657
63,6
834.656
<68,7/div>
- 48.999
-5,1
  darunter Briefwähler
194.793
15,8
151.081
12,4
43.712
3,3
Ungültige Stimmen
7.672
1,0
10.528
1,3
- 2 856
- 0,3
Gültige Stimmen
777.985
100
824.128
100
- 46 143
 
Davon für
CDU
331.184
42,6
389.170
47,2
- 57.986
- 4,7
SPD
265.515
34,1
251.441
30,5
14.074
3,6
Grüne/GAL
74.744
9,6
101.227
12,3
- 26 483
- 2,7
FDP
36.995
4,8
23.373
2,8
13.622
1,9
Linke.
50.173
6,4
-
-
-
-

Eines fällt ins Auge. Bei den gültigen Stimmen werden 100% vermeldet, obwohl das unrichtig ist. Bezogen auf die Stimmabgabe sind das nur 99% bzw. 98,7%. Die 100% sind die rechnerische Prozentzahl für die Aufteilung der gültigen Stimmen unter den einzelnen Parteien. Davon sind es wiederum 92,7% gültige Stimmen, die den Parteien vergeben wurden, die in den Bürgerschaftssenat einziehen. Außer der FDP habe ich die kleinen Parteien nicht aufgeführt, die insgesamt 19,373 Stimmen erzielen konnten. Zählt man die Stimmen der FDP hinzu, die ja ebenfalls den Einzug in die Bürgerschaft verpasst hat, ergeben das 56.368 Stimmen für Parteien, die unterhalb der 5%-Hürde geblieben sind.

Wie soll man das Wahlergebnis nun werten? Die CDU hat Stimmen verloren, aber auch gleich eine Erklärung parat, weil Ole von Beust die Schill-Partei wieder abgesagt hat, mit der man zuvor paktierte. Er nennt das den Drachentöter-Effekt. Die SPD hat Stimmen hinzugewonnen, macht aber nun das Theater in Hessen dafür verantwortlich, dass es nicht mehr waren. Die Grünen haben Stimmen verloren. Ich führe das auf den Umstand zurück, dass mit einer schwarz-grünen Koalition kokettiert wurde, die ja nun erheblich an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Wird sie realisiert, werden aus meiner Sicht eine Menge Stammwähler der Grünen der Partei den Rücken kehren. Schwarz-Grün wird wohl von vielen Grün-Wählern als nicht akzeptabel angesehen. Die FDP hat zwar 1,9% zugelegt, doch es hat nicht gereicht, um in die Bürgerschaft einzuziehen. Da sind wohl einige FDP-Wähler, die bei der letzten Wahl die CDU wählten, in den Schoß ihrer Partei zurückgekehrt. Die Linke hat auf Anhieb 6,4% der gültigen Stimmen erhalten. Das sagt etwas darüber aus, wie die steigende Armut im reichen Hamburg auch zu Veränderungen in der politischen Landschaft führt.

Soll man nun das Ergebnis wirklich als Veränderung werten? Die Gewichte haben sich insofern merklich verändert, dass die bisherigen Kräfteverhältnisse durch den Einzug der Linken durcheinander gewirbelt wurden. Doch die Linken sollten auf die Anbiederung an die SPD in Hamburg verzichten und lieber stolz die Rolle der Opposition hinnehmen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Würden sie jetzt bereits mit der SPD paktieren, würde ihre Unerfahrenheit sich letztendlich gegen sie wenden. Sie würden wesentlich leichter über den Tisch gezogen werden können. In Hessen wäre eine Tolerierung der Wahl von Ypsilanti anders zu werten, weil (zumindest für mich) die Entfernung von Koch aus dem Amt des Ministerpräsidenten die oberste Priorität haben muss.

In einer Radio-Meldung am Sonntagvormittag wurde davon gesprochen, dass eine leichte Erhöhung der Wahlbeteiligung zu verzeichnen wäre. Das hat sich dann als unrichtig herausgestellt. Auch in Hamburg hat die Zahl der Nichtwähler zugenommen. Aber nicht zur Wahl zu gehen, ist die falsche Art zu protestieren. Davon Profitieren nur die großen Parteien.

CDU und SPD, aber auch FDP und Grüne treiben die Aufhebung der Souveränität des deutschen Staates zugunsten einer Europäischen Wirtschaftsdiktatur voran. Sieht man dann, wie viele Stimmen diese Parteien bekommen haben, muss man sich fragen, ob die Menschen in diesem Land blind sind oder die Aktivitäten der EU einfach ignorieren. Hoffen wir, dass die Linke gegen diese Politik protestiert, wie z. B. die völlig undemokratische und von Frau Merkel vorangetriebene Einführung der abgelehnten EU-Verfassung durch die Hintertür in Form des EU-Vertrages. Damit wird Deutschland an die global agierenden Konzerne ausgeliefert, das Lohnniveau weiter abgesenkt und eine aggressive Militärpolitik gefördert. Doch das scheint die Mehrheit der Wähler nicht zu berühren. Manchmal frage ich mich, warum ich diese Seite überhaupt betreibe, ist doch die Wirkung gleich NULL.