Milliardenabschreibungen von Vodafone rechtens

So zumindest lautet die Aussage von Steuerrechtlern.

"Die geplante Milliardenabschreibungen von Vodafone im Zusammenhang mit der Übernahme des Mannesmann-Konzerns ist nach Ansicht von Steuerexperten rechtens. "Es entspricht der Durchsetzung des objektiven Nettoprinzips, Verluste auch in dieser eklatanten Höhe in den Verlustvorträgen zu berücksichtigen", sagte der Wirtschaftsjurist Alexander Lüdtke-Handjery vom Kölner Institut für Steuerrecht am Montag. Schließlich habe der Staat auch bei Gewinnen aus Aktienverkäufen kräftig abkassiert."

Auch in der Bevölkerung ist die Empörung über diese Vorgehensweise groß. Nur eines stört! Das, was hier passiert, ist ein ganz normaler steuerrechtlicher Vorgang, der seit Jahrzehnten von allen großen Konzernen in schöner Regelmäßigkeit immer wieder praktiziert wird. Wenn jetzt die Presse soviel Tam Tam darum macht, liegt das nicht daran, dass es ein einmaliger Fall ist, sondern an der augenblicklichen Aufmerksamkeit, die der Übernahme des Mannesmann-Unternehmens durch Vodafone gezollt wird. Gäbe es derzeit keinen Prozess um die Millionenabfindung von Esser und die Rolle des Aufsichtsrates in dieser traurigen Angelegenheit, wäre auch die Verlustabschreibung von Vodafone kommentarlos über die Bühne gegangen.

Der Vorfall wird auch keine Konsequenzen im Steuerrecht haben. Die Aussage von Johanna Hey, Professorin für Unternehmenssteuerrecht an der Universität Düsseldorf zu diesem Thema lautet: "Eine unabgestimmte Verlustbeschränkung gefährdet in letzter Instanz die steuerliche Systematik".

Übersetzt man diesen Ausspruch ins Regeldeutsche, dann hat die Dame gesagt, dass man ja nichts ändern solle an den diesen Steuerpraktiken, weil sonst das Steuersystem gefährdet würde. Nun ja, die Dame ist eben Professorin für Unternehmenssteuerrecht und nicht für Steuergerechtigkeit.

Auch unsere Medien widmen dem Vorfall nur Aufmerksamkeit, weil sich damit zur Zeit einige Exemplare der Zeitung mehr verkaufen lassen oder weil damit die Einschaltquote in den TV- und Hörfunkmedien etwas gesteigert werden kann. Man hat einen Stein ins Wasser geworfen, damit wurden Wellen erzeugt, die aber wieder abflachen. Sind die Wellen verebbt, redet kein Mensch mehr davon. Nur das Verfahren bleibt unverändert.

Lediglich Ihr, die Ihr diese Zeilen lest, könnt etwas ändern! Wenn Ihr einen Handy-Vertrag mit Vodafone habt, kündigt ihn, wenn Ihr einen Vertrag abschießen wollt, dann nicht bei Vodafone. Nur das wäre ein probates Mittel, Veränderungen zu bewirken. Manager wie Ackermann, Esser und viele andere ebenso werden immer auf die Legalität ihrer Schweinereien verweisen. Sie haben längst Begriffe wie Ehrlichkeit, Ehre, Anstand und Gerechtigkeit mit Begriffen wie Euro, Dollar, Yen etc. vertauscht und nur dort sind sie angreifbar. Für jeden dieser Herren muss jedes miese Finanzgeschäft in ein finanzielles Desater münden, nur dann werden sie ihre Einstellung ändern bzw. von der Bildfläche verschwinden.