Vernunft

"Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen." Eine Verleumdung, die man immer wieder zu hören bekommt. "Der Mensch ist ein gieriges Wesen" Ja dem kann man beipflichten, Aber Vernunft?? In seiner Geschichte beweist der Mensch immer wieder, dass das nicht stimmt. Seit Urzeiten ist es eines seiner grössten Vergnügen, sich gegenseitig abzuschlachten (Vernunft?). Immer wieder glaubt er, er wäre besser als Mutter Natur und wird immer wieder eines Besseren belehrt (Vernunft?)

Gierig? Ja. Wenn er hat, was er braucht, will er mehr und wenn er das MEHR einem anderen wegnehmen muss. Hat er es, will er noch mehr und das geht immer weiter so.

Jetzt hat er was Neues. Gentechnik, Klone, Genomforschung, dass sind die neuen Schlagworte. Die, die damit rumspielen (Wissenschaftler) sagen: "Damit können wir Krankheiten verhindern, können das Leben verlängern, selbst Unsterblichkeit ist nicht unmöglich. Pflanzen können grösser, gegen Schädlinge resistent und länger haltbar gemacht werden, um dem Hunger auf der Welt vorzubeugen". Das ist nur eine kleine Auswahl der Begründungen.

Die, die das ganze finanzieren (Industrie) stossen in das gleiche Horn, während ihre Augen die Form von Dollar- oder Eurozeichen annehmen und einige von ihnen schon Patente auf Gene erwerben. In ihren Hirnen ist nur noch Platz für den möglichen Profit, den diese Techniken abwerfen können.

Tatsache ist, dass Wissenschaft und Forschung heute zielgerichtet ist. Die Zeit, in der Genies versuchten das Wesen der Dinge zu erkunden, ist vorbei. Heute wird nur in Richtungen geforscht, wo ein entsprechender Markt gesehen und entsprechender Profit erwartet wird. Forscher und Wissenschaftler sind abhängig von der Industrie und müssen Klauseln unterschreiben, die ihnen negative Äußerungen über ein Produkt ihres Brötchengebers untersagen. Wer sich nicht daran hält, hat schlimmste Repressalien zu erwarten.

Die Industrie vermittelt bei der Bekanntgabe eines Forschungsziels all die Emotionen erzeugenden, dem Wunschdenken der Verbraucher entsprechen Zielvorgaben. Welcher Schelm denkt da noch an Profit?

Natürlich gibt es auch Vorstellungen idealistischer Art bei dem Gedanken an die Gentechnik. Einigen schwebt sicher vor, mit der Klon- und Gentechnik den idealen Menschen für die Industrie formen zu können, anspruchslos, unermüdlich, zielgerichtet auf eine bestimmte Handlung programmiert. Ja, das wäre wahrer Fortschritt. Militärs träumen von Soldaten, absolut gehorsam, ohne Selbsterhaltungstrieb, Befehle bedingungslos ausführend, dabei anspruchslos und immer einsatzbereit.

Nahrungsmittel dahingehend verändern, dass sie resistent gegen Schädlinge sind, mehr Erträge bringen und länger halten. Ein wirklich herer Gedanke. doch sollte man dabei nicht vergessen, dass Gene heute patentiert werden. Hat man das Patent, sorgt man zuerst dafür, dass die unbehandelten Saaten verschwinden und dann hat man ein Monopol mit weitreichenden dirigistischen Möglichkeiten. Sollte sich Mutter Natur gegen die Vergewaltigung wehren, kann das schon einige Zeit dauern, denn auf künstliche Mutationen ist die Natur nicht eingerichtet. Doch dafür können die Reaktionen äußerst heftig sein, man denke nur an die Genspielerei, mit der man die Killerbienen gezüchtet hat, die jetzt in Teilen der USA die Gegend unsicher machen.

In der Masse (Bevölkerung) sind die Meinungen geteilt. Die einen sind begeistert und schreien laut Hurra. In Diskussionen können sie zwar nicht mit wirklichen Argumenten aufwarten, aber man muss ja nur nachbeten, was Wissenschaft, Industrie und Politik einem erzählt haben, gemischt mit ein wenig Polemik macht das jeden Kritiker mundtot.

Die anderen sind ängstlich. Viele davon nicht deshalb, weil sie ahnen, welche Gefahren das birgt, sondern weil sie wissen, dass sie immer begaunert werden und das diesmal auch nicht anders erwarten.

Die Medien reagiern gemischt, doch vielfach positiv. Ob da die Werbung kaufenden Unternehmen wohl ein wenig nachgeholfen haben?

Einige wenige denken darüber nach, was es mit den Versprechungen der Wissenschaft auf sich hat. Schutz vor Krankheit durch gentechnische Manipulation der befruchteten Eier bzw. der Föten? Dazu muss man erst einmal die Risikofaktoren der Eltern kennen und dieses Wissen kann wiederum missbraucht werden. Schutz vor Krebs? Dabei weiß die Wissenschaft bis heute doch noch nicht, was Krebs wirklich ist. Vermutungen gibt es viele, aber wirklich wissen tut es keiner. Langlebigkeit bzw. Unsterblichkeit? Eine Horrorvision auf einem jetzt schon völlig überbevölkerten Planeten, dazu dann wohl nur für die Reichen erschwinglich.

Sollte es jemanden interessieren, Greenpeace hat eine Liste der Unternehmen herausgegeben, die nach eigenen Angaben keine gentechnisch veränderten Produkte oder Inhaltsstoffe verwenden oder vertreiben. Wollen Sie die Liste sehen, klicken Sie hier

Bisher haben alle Eingriffe des Menschen in die Natur immer nur zur Zerstörung, nicht zur wirklichen Verbesserung geführt. Die Auswirkungen solcher Eingriffe haben immer wieder deutlich gemacht, dass das Zusammenspiel in der Natur viel komplexer ist als der Mensch es sich vorstellt.

Jetzt konnte man einige Gene entschlüsseln und glaubt, ihre Funktion zu kennen. Doch es ist eine wirklich naive Vorstellung, dass bei der ungeheuren Komplexität der menschlichen Zellen der Austausch von 1 bis 2 Genen reicht, au Dauer den gewünschten Effekt zu erzielen. Auswirkungen negativer Art würden unter Umständen erst viel später, vielleicht erst nach mehreren Generationen auftreten. Aber das sie auftreten, ist fast so sicher wie das Amen in der Kirche.

Bei den bisher durchgeführten Klon-Versuchen hat sich jetzt schon herausgestellt, dass die Lebenserwartung der Klone wesentlich geringer ist. Ich mag mir garnicht ausmalen, was als Folge noch so alles passiert. Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen führen möglicherweise zur Entwicklung von neuen Schädlingen oder Bakterien, gegen die wir keine Abwehr haben (weil bisher nicht existent). Dem Hunger in der Welt entgegentreten? In den westlichen Nationen werden täglich tausende Tonnen Lebensmittel vernichtet, während in der sogenannten "dritten Welt" die Menschen vor Hunger sterben. Doch die westlichen Nationen, allen voran die USA, aber auch Russland, sind nicht daran interessiert, wirklich etwas gegen den Hunger zu tun. Würde man den Hunger der dritten Welt wirklich bekämpfen, würde das Wachstum der Bevölkerung überproportinal an steien. Mit vollem Bauch kommt das Anspruchsdenken und die Ausbeutung dieser Länder würde wesentlich erschwert, wenn nicht unmöglich. Die Zahl der Asylsuchenden würde mächtig wachsen. Nein, das will man nicht. Man verkauft den Machthabern in der dritten Welt lieber die Waffen, die in der westlichen Welt veraltet sind. Da man diese Waffen auch an die Gegner verkauft, schafft man ein (tödliches) Regulativ, die Massen dort wenigstens etwas überschaubar zu halten. Und in den westlichen Medien äußern sich dann die Politiker entsetzt über Greueltaten in diesen Bereichen.

Es lassen sich sicher noch viele Argumente finden, doch hier geht es nur darum, ob der Mensch über Vernunft vefügt und die Spielerei mit den Bausteinen der Natur zeigt eindeutig, NEIN, "der Mensch ist ein venunftbegabtes Wesen" ist eine Verleumdung. Seine hevorstechendste Eigenschaft ist die Gier, nicht die Vernunft.

Die Frage ist, ist Vernunft wünschenswert? Ja, wenn Sie in einer Langzeitstudie nachweisen können, dass sie der Gewinnmaximierung dient.

Können Sie das ?????