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Hurra, wirtschaftliche Kompetenz für junge Politiker
und politische Kompetenz für junge Wirtschaftsmanager

Es ist längst überfällig, das junge, nachstrebende Politiker frühzeitig und effizient lernen, wie man die Bürger erpresst (z. B. Schrempp) oder wie man sich persönliche Vorteile verschafft (z. B. Ackermann, Esser, IGM-Chef Zwickel), ohne direkt mit der Justiz in Konflikt zu kommen.

Umgekehrt werden junge, angehende Wirtschaftsmanager soziale Kompetenz lernen. Für diese Aufgaben sind der Kanzler selbst, Clement und Ulla Schmidt vorgesehen. Schily wird die angehenden Manager darin unterweisen, wie man Speicherchips mit Fingerabdruck und Foto (und natürlich einem Signalgeber) in den Firmenausweis integriert und über diesen Chip jederzeit seine Mitarbeiter überwachen kann. Eichel wird schließlich die jungen Manager schulen, wie man auch den letzten Cent aus den Kunden herauspresst, bevor man sie in die Zwangsarbeit entlässt.

Ob die Idee von Schily allerdings klug ist, bezweifle ich. Bisher konnten Unternehmen mit Interesse an einer bestimmten Gesetzgebung diesbezüglich nur an die Abgeordneten herantreten und für die Überzeugung der Abgeordneten bzw. der Parteien für die Dringlichkeit eines solchen Gesetzesvorhabens war die Dicke des Briefumschlages eine wichtige Argumentationshilfe.

Das ist nun vorbei. Jetzt schreiben Mitarbeiter von DaimlerChrysler, Bertelsmann, Springer, Siemens, Deutsche Bank die wünschenswerten Gesetze für ihre Brötchengeber gleich selbst, ohne noch Briefumschläge zu verteilen. Der einzige Vorteil ist doch, dass man nun im Ministerium und Parlament ein wenig mehr Zeit hat, sich um die Dinge zu kümmern, mit denen man das eigentliche Geld verdient. Aber was verstehe ich schon von Politik? Kaum mehr als ein normaler Abgeordneter.

Wer noch das Geld hat, sollte sich jetzt schon mal die Flyer auf eine Armbinde nähen lassen:

      

Hier die neueste Offerte aus dem Hause Schily (Innenministerium).

Schily: Bundesinnenministerium und Deutsche Bank beginnen mit Personalaustausch zwischen Privatwirtschaft und Öffentlicher Hand. Das Bundesinnenministerium und die Deutsche Bank haben die Initiative zum personellen Austausch zwischen Privatwirtschaft und Öffentlicher Hand ergriffen. Neben der Deutschen Bank beteiligen sich auf Unternehmensseite BASF, DaimlerChrysler und Volkswagen. Auf Seiten der Bundesverwaltung sind mehrere Ministerien einbezogen. Anfangs werden insgesamt zwölf Mitarbeiter ihren mehrmonatigen Einsatz in der Privatwirtschaft bzw. in der Verwaltung antreten. Gleichzeitig läuft die Vorbereitung zum Austausch von weiteren Kandidatinnen und Kandidaten. Das Projekt ist nicht befristet. Eine erste Evaluierung des Projekterfolgs ist nach gut einem Jahr vorgesehen.

„Wir wollen jungen Spitzenkräften die Möglichkeit geben, auf Unternehmens- und Verwaltungsseite Berufserfahrung zu sammeln. Beide Seiten können durch den Personalaustausch viel voneinander lernen. Die Bundesverwaltung hat sich in den zurückliegenden Jahren durch das Programm Moderner Staat stark gewandelt. Diesen Weg zu mehr Leistung, mehr Bürgernähe und mehr Flexibilität werden wir weiter beschreiten. Nun erhalten Nachwuchsführungskräfte aus den Ministerien auch die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in deutschen Spitzenunternehmen zu sammeln. Das ist sehr zu begrüßen“, sagte Bundesinnenminister Otto Schily.

„Mit dieser wegweisenden Initiative werden wir neue und positive Impulse sowohl für die Unternehmen als auch für die Verwaltung setzen. Ein breiter personeller Austausch zwischen Öffentlicher Hand und Privatwirtschaft ist in unserem Land überfällig. Er eröffnet neue Perspektiven und leistet so einen wesentlichen Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis. Wie hilfreich dies ist, belegen gute Beispiele in anderen Ländern“, so Dr. Tessen von Heydebreck, Mitglied des Vorstandes der Deutsche Bank AG.

Aus der Deutschen Bank werden ab Oktober vier hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Personal, Stiftungsmanagement und IT im Außen-, Innen- und Gesundheitsministerium eingesetzt. Im Gegenzug wird die Deutsche Bank zunächst drei ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innen- und des Finanzministeriums aufnehmen. In der projektbezogenen Austauschphase werden die Beamten im Londoner Firmenkundenbereich, im Bereich Unternehmenssicherheit und der Abteilung Compliance der Deutschen Bank eingesetzt.

Derzeit prüfen noch weitere Unternehmen ihre Teilnahme, dabei ist es den Initiatoren wichtig, dass neben Konzernen auch der Mittelstand vertreten sein wird. Ziel ist es auf Unternehmensseite eine „ausgewogene Mischung“ zu erzielen.