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Erstelldatum: 21.07.2009

Uran-ummantelte Munition
bzw. DU-Geschosse

Mein Eindruck ist, dass über die im Kosovo, in Afghanistan und in den Golfkriegen, aber auch im letzten Krieg im Gaza-Streifen von Israel eingesetzte Uran-ummantelte Munition falsche Vorstellungen existieren. Eine Mail an mich brachte den 328 des StGB ins Spiel, mit der Frage, ob die Verwendung dieser Munition nicht eine Straftat nach 328 StGB handele. Die Antwort ist ein klares nein, denn Urangeschosse haben nichts mit thermonuklearen Geschossen gemein, ausgenommen, dass der Grundstoff aus den Abfällen von Kernbrennstoffen bestehen.

Uran-ummantelte Geschosse werden auch als DU-Geschosse bezeichnet. DU (depleted uranium) oder abgereichertes Uran ist ein Abfallprodukt, welches bei der Anreicherung von Uran anfällt, das für die Waffenproduktion, aber auch für die Energieerzeugung angereichert wird. Auch das, was wir in den stets mit absolut begründeten Protesten begleiteten Castor-Transporten in unsichere "Endlager" transportieren, ist zum Teil solch abgereichertes Uran.

Was aber hat es dann mit diesen Geschossen auf sich? Welche Gefahren sind damit für die Soldaten, aber auch für Allgemeinheit damit verbunden?
Zunächst der Prozess der Abreicherung, Bei der Anreicherung von natürlichem Uran werden die spaltbaren Isotope 234U und 235U im dabei entstehenden Abfallprodukt geringer. Bei der Anreicherung von Uran für die Energieversorgung oder die Herstellung von thermonuklearen Waffen werden für Anreicherung um 5% für 1 kg angereichertem Uran 11,8 kg natürliches Uran benötigt. 10,8 kg "strahlender Abfall" müssen also irgendwie entsorgt werden. Dieser Abfall besteht zum größten Teil aus dem Isotop 238U, das nicht mit thermischer Energie gespalten werden kann. Ein an sich verschwindend geringer Teil dieses Abfallproduktes wird dabei für die Munitionsherstellung verwendet. Der Rest muss anderweitig entsorgt werden. Gerade erst wusste die Presse zu berichten, dass das Lager für Atommüll in Asse keineswegs so sicher ist, wie von der Politik und der Atomlobby immer behauptet wird. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Die Verwendung von abgereichertem Uran wird vom Militär wegen seiner besonderen Eigenschaften geliebt, natürlich nur von den Strategen, die weitab von den Orten der Verwendung sicher vor den Auswirkungen sind. In der Fachsprache wird von KE-Penetration gesprochen. Verwechseln Sie diese Art der Penetration nicht mit der durchaus vergnüglichen Penetration von Paaren. KE ist die Abkürzung für kinetische Energie (Bewegungsenergie) und die Penetration, also das Eindringen der ummantelten Geschosse verläuft anders, als bei herkömmlicher Munition. Sie alle kennen aus Krimis im Fernsehen die verformte Kugel, die aus dem Körper des Opfers geholt und als Beweismittel für die verwendete Waffe dient. Diese Kugeln heben keine Spitze mehr. Die Wucht des Aufpralls hat die Kugel verformt und die Spitze abgeplattet. Durch die Verformung der Kugel nimmt die kinetische Energie schneller ab, als wenn sie die ursprüngliche Spitze beibehalten hätte. Die Verformung von Uran verläuft anders. Es behält bei der Verformung eine Spitze und damit baut sich die kinetische Energie langsamer ab. Hinzu kommt die hohe Dichte, die dem Geschoss noch eine weitaus größere Wucht verleiht und jede übliche Panzerung mühelos durchdringt. Zusätzlich führt der sich durch den Abrieb bildende heiße Uranstaub zur Selbstentzündung und entwickelt dabei Hitzegrade von bis zu 1.000. Die Insassen eines Panzers verglühen regelrecht und die mitgeführte Munition explodiert. Selbst Streifschüsse haben bereits verheerende Wirkung.

Das kann als Primäreffekt bezeichnet werden. Der Sekundäreffekt ist schlimmer. Den möchte ich nicht schildern, denn die sekundären Auswirkungen erklärt dieser vom WDR ausgestrahlte Film viel besser:
Einsatz von Uran-Munition
Deutschland steht nicht auf der Liste der Staaten, die abgereichertes Uran für ihre Munition und Bomben verwenden. Aber stimmt das auch? Wird als Beispiel in Afghanistan von den deutschen Truppen nur "sauberes" Kriegsmaterial eingesetzt? Oder kommen Waffen und Munition teilweise aus NATO-Beständen und enthalten möglicherweise doch Uran-Munition? Falls das so ist, wissen die Bundeswehrsoldaten dann, welche Gefahren ihre "Friedensmission" für die Bevölkerung in sich birgt und denen auch sie selbst als Folge des Einsatzes dieser Waffen ausgesetzt sind? Und, die wichtigste Frage aus meiner Sicht: Wissen sie, dass sie sich an einem Völkermord beteiligen?

Fest steht, dass der Kampf gegen den Terror nichts als reine Propaganda ist, für die die westliche Welt Milliarden ausgibt, um zu vertuschen, dass der Ausgangspunkt des Terrors die westlichen Geheimdienste und Regierungen sind, einschließlich Israel. Bush hat den Angriff auf den Iran nicht mehr geschafft, aber wenn man dem Artikel in der jungen Welt Glauben schenken kann, bereitet sich Israel auf einen Angriff gegen den Iran vor. Ich halte das für durchaus glaubhaft, denn Israel will diesen Krieg, mit aller Macht. Und Israel wird in diesem Vorhaben von der Propaganda-Maschinerie der westlichen Welt nicht nur unterstützt sondern regelrecht angestachelt. Die Lichtgestalt Obama wird nichts dagegen tun, ganz im Gegenteil, er wird das Vorhaben unterstützen, wenn auch nicht offiziell.

Das Beispiel Irak zeigt, dass der Einsatz von DU-Munition und DU-Bomben Völkermord ist, ein langsamer und quälender Völkermord. Alle Staaten wissen das und eigentlich gehört jede Regierung und jedes Wehrkommando auf die Anklagebank in den Haag, denn der Einsatz solcher Waffen ist ein Kriegsverbrechen. Dass die UN diese Waffen nicht ächtet, ist die logische Folge der Machtverhältnisse. Alle Staaten des ständigen Sicherheitsrates der UN setzen diese Waffen ein und schon ein einziges Mitglied des ständigen Sicherheitsrates kann die Ächtung verhindern. Diese UN ist ein zahnloser Tiger, eine Weltgesellschaft, in der viel geredet wird, aber Handlung nur zulässt, wenn die USA, Großbritannien, Russland, Frankreich und China zusammen zustimmen und das wird in allen Fragen des Krieges nicht passieren. Ob Menschenrechte oder Völkerrecht, es sind nichts als hohle Phrasen, die je nach Bedarf ausgelegt werden.

Es mag sein, dass Deutschland keine Uran-Waffen verwendet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die deutschen Rüstungsbetriebe auf den Bau dieser Waffen verzichten, denn das würde bedeuten, auf ein "Bombengeschäft" zu verzichten, in des Wortes wahrster Bedeutung. Schließlich ist Deutschland einer der größten Rüstungsexporteure der Welt und darauf möchte doch weder die Wirtschaft noch die Regierung verzichten. Manchmal ekelt mich die Menschheit an. Die Krone der Schöpfung ist, was alle Kronen waren und sind, Parasiten.