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Erstelldatum: 17.05.2008

Tibet

Ich habe heute meine Unterschrift zu einem Schreiben an die chinesische Botschaft in der Frage um Tibet gegeben. Sicherlich erwarten Sie nun, dass in diesem Schreiben der Empörung über den Konflikt zwischen Tibet und China und die chinesische Haltung Ausdruck verliehen wird, aber das Gegenteil ist richtig. Es ist eine Entschuldigung deutscher Bürger über das politische und mediale Verhalten der Regierung und der Presse in dieser Frage.

Was wissen wir eigentlich über China und über Tibet? Von Einzelnen abgesehen nur das, was wir aus der Presse erfahren und das die Presse ein Instrument politischer Meinungsmache ist und vor allem die US-Politik unterstützt, ist auch nicht unbekannt.

Ein Land wie die USA hat keinerlei Veranlassung, auf ein Land wie China wegen Menschenrechtsverletzungen mit dem Finger zu zeigen und das Gleiche gilt für die Bundesrepublik Deutschland. Menschenrechtsverletzungen der USA sind in der Menge wohl entschieden mehr, als aller anderen Staaten in der Welt. Blickt man auf die Sterne in der Flagge der USA (die die Anzahl der Staaten der USA symbolisieren), dann sind nicht wenige Staaten darunter, die durch kriegerische Okkupation der USA einverleibt wurden.

Das Gleiche gilt für die Bundesrepublik Deutschland, die sich seit Angela Merkel allen Forderungen der USA bedingungslos unterwirft, einschließlich der völkerrechtswidrigen Kriegsführung in den Interessengebieten politischer Agitation der amerikanischen und israelischen Regierung. Auch der EU-Vertrag ist eine Menschenrechtsverletzung für alle Deutschen, mit dem die deutsche Regierung die Bevölkerung Deutschlands den puren Kapital- und Machtinteressen einer internationalen Hochfinanz ausliefert.

Wir alle kennen das ewig lächelnde Gesicht des Dalai Lama und das von der Presse so gerne gezeichnete Bild einer friedlichen Mönchskultur in Tibet. Aber damit ist auch das Wissen der meisten Deutschen bereits erschöpft. Wer weiß schon, dass das autonome Tibet Jahrhunderte lang Protektorat erst der Mongolen und anschließend der Chinesen war? Wer weiß schon, dass Tibet eine Theokratie mit drei Kasten ist, der Mönche, des Adels und der abhängigen Bevölkerung? Der größte Teil der bewirtschafteten Landflächen gehört den Klöstern und dem Adel.

Tibet hat ohne Zweifel von der Protektoratszugehörigkeit zu China profitiert. Aufgrund seiner teils schwer zugänglichen Landgebiete waren sie vor den Überfällen benachbarter Stämme geschützt, die sich nicht mit einer Großmacht wie China anlegen wollten, wurden aber von China als autonomes Gebiet behandelt.

Erst die Kolonialbestrebungen des britischen Empire führten letztendlich zur Abspaltung Tibets von China, das zu dieser Zeit sehr damit beschäftigt war, sich gegen Japan zu wehren. Wen wundert es, dass sich China Tibet als Protektorat zurückgeholt hat? Kein Staat der Welt erklärt offiziell, das Tibet kein Teil Chinas ist.

Das ganze Spektakel in der Presse und Politik um Tibet ist aus meiner Sicht nichts als ein politisches Ränkespiel der USA. Der Ausgangspunkt, die Exil-Tibeter, sind vor allem junge Tibeter, die Tibet gar nicht kennen, weil sie im Exil geboren wurden. Im Exil Geborene werden zumeist mit einem zielgerichteten Bild der Verklärung über ihr Mutterland aufgezogen, während sie kulturell eher den Bedingungen des Gastlandes zugeneigt sind. Die Beeinflussung dieser jungen Leute ist nicht sonderlich schwer und der Umstand, dass China eine aufstrebende industrielle Großmacht ist, die inzwischen die USA mit ihren gehorteten Dollars fast kaufen können, stimmt einige Leute in de USA schon bedenklich. Die olympischen Spiele in China sind da eine hervorragende Plattform, ein wenig Verwirrung zu stiften. Und Angela Merkel folgt Bush in allem ohne wenn und aber.

Diese Politik des Westens ist eine Separationspolitik, ähnlich der in Kosovo und soll in der Region für Instabilität sorgen. Dieser Politik möchte ich mich nicht anschließen. Die Frage um Tibet ist eine Frage, die China und Tibet zu lösen haben und ohne die westliche Einmischung wären die Exzesse sicherlich weitaus geringer ausgefallen. Der weise und ewig lächelnde Dalai Lama ist mir mitunter zu weise und zu sehr auf Schmusekurs mit den westlichen Industriestaaten, deren Aggressionspolitik er offenbar völlig ignoriert. Auch ist sein Leben im Exil nicht sonderlich beschwerlich. Er möchte zurück an die Macht, als "Gottvater" der Tibeter.

Mir ist bewusst, dass ich damit bei vielen Besuchern meiner Seite Unwillen hervorrufen werde. Aber wir haben nicht den mindesten Grund, den Moralapostel herauszukehren. Der größte Teil dessen, was wir über die beiden Länder wissen, entstammt Presseberichten und die haben längst aufgehört, zu informieren. Sie versuchen nur noch, Meinungen zu machen. Vielleicht denken Sie darüber einmal nach und fragen sich: "Was weiß ich wirklich über diese Länder?"

Sollten Sie hingegen meine Meinung teilen und sich an dem Schreiben beteiligen wollen wollen, wenden Sie sich bitte an Herrn Volker Bräutigam, eMail: braeutigam-kung@gmx.de