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Erstelldatum: 22.10.2008

Schlagzeilen

Was beherrscht derzeit die Presse? Natürlich die Finanzkrise und das "Rettungspaket". Zu diesem Thema kann ich nur Emotionales beitragen. Die fachlichen Aussagen überlasse ich lieber Leuten wie Egon W. Kreutzer, den Nachdenkseiten oder Dr. Wo (Meudalismus).

Eine Aussage kann ich allerdings sicher machen, ohne dabei falsch zu liegen. Das Rettungspaket werden wir bezahlen, um die zu retten, die zwar die Suppe eingebrockt haben, aber nicht bereit sind, sie auszulöffeln. Sicherlich auch nicht falsch ist die Frage: "Woher zaubern Steinbrück und Merkel die vielen Milliarden?" In den letzten Jahren habe ich aus dieser Ecke nur immer wieder vernommen, dass kein Geld da ist. Definitiv weiß ich, dass der Staat 1,5 Billionen Schulden hat. Hat Steinbrück noch irgendwo eine Privatschatulle mit ein paar hundert Milliarden? Am besten, so finde ich, erklärt das der Kaberettist Hans Günter Butzko.

Richtig peinlich wurde es, als Merkel den Ex-Bundesbankpräsidenten Tietmeyer ins Krisenteam holen wollte. Wen hätte es schon gestört, dass der Mann Botschafter der INSM ist, wissen wir doch alle, dass die INSM nur das Beste will, nämlich das Geld des "kleinen Mannes" dorthin zu schaffen, wo man mit Geld was anfangen kann (Luxusyachten, Luxusvillen, ausreichend Koks etc.). Aber das Tietmeyer auch noch im Aufsichtsrat der HRE (Hypo Real Estate) sitzt, kann schon als Groteske bezeichnet werden. Überhaupt erstaunlich, dss man zur Bewältigung der Krise nur die Krisenverursacher heranholt. Den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen, scheint demnach doch das adäquateste Mittel zu sein.

Ich habe nachgedacht, weil ich zu den Leuten gehöre, die ziemlich pleite sind. Was also, wenn ich mein Konto bis ans Kreditlimit plündere, damit nach Bad Homburg in die Spielbank fahre? Ob am Roulette oder an den einarmigen Banditen, ich könnte ja gewinnen und wäre vielleicht mit einem Schlag aus dem Schneider. Verliere ich alles (ist ja auch möglich), schreibe ich an Steinbrück und Merkel, dass Sie mich in Ihr Rettungspaket einbeziehen. Werden Sie sicherlich tun, denn sie haben ja ein besonders großes Herz für Zocker, wie sie derzeit massiv beweisen.

Sie meinen, das wäre etwas anderes? Ja, vielleicht haben Sie recht, denn die Spielbank in Bad Homburg ist ja eine seriöse Einrichtung in Staatsbesitz. Der Kapitalmarkt erinnert da mehr an die Casinos in verschlossenen Hinterzimmern schmuddeliger Kneipen, wo mit gezinkten Karten und magnetisch ausgestatteten Roulette-Tischen gespielt wird, wo man auf Ratten wettet, die durch enge Röhren laufen, wo in einer kleinen Arena zwei Hähne mit Stahlklingen an den Klauen gegeneinander kämpfen. Das, was auf dem Kapitalmarkt unter Derivaten läuft, was als Optionsgeschäfte bezeichnet wird, ist nichts anderes. Es ist kriminelle Zockerei, vorwiegend mit dem Geld anderer. Und unsere ach so seriösen Banken gründen Töchter, die weniger seriös sind, die, bildlich gesprochen, auf den Strich gehen, um Geld für die Mütter anzuschaffen. Die Töchter haben ja den Vorteil, dass sie nicht von der BaFin kontrolliert werden, was aber auch nicht viel ändern würde, denn diese Behörde scheint sich ohnehin im Tiefschlaf zu befinden. Nein, die Gelder zur Rettung des Finanzmarktes werden wieder in die Taschen derer fließen, die von unseren Finanzexperten des Staates in den letzten Jahren schon so reichlich gefüllt wurden. Wir, das meist lästige Volk, werden wieder das machen, was unsere Bestimmung zu sein scheint. Wir werden zahlen, solange sich noch ein Cent in unseren Taschen befindet.

Aber ich wollte mich ja nicht über die Finanzblase auslassen, sondern über die Schlagzeilen. Haider beherrschte natürlich die Presse, weil er mit seinem Kanzlerwagen (ich nenne ihn so, weil auch Schröder so'ne Karre fährt oder fuhr) mit über einhundertvierzig kmh und 1,8 Promille im Blut Suizid beging. Nein, natürlich hat er nicht Suicid begangen, obwohl ein solcher Alkoholspiegel und dieses Tempo schon sehr dafür sprechen. Unvermeidbar tauchten natürlich im Netz wieder Verschwörungstheorien auf, die als wahre Ursache politischen Mord anprangern. Das ist natürlich Unsinn. Es ist einfach eine göttliche Fügung, dass unbequem werdende Politiker der Tod ereilt, bevor sie das sorgsam geschmiedete politische Bild durcheinander bringen können.

Nein, wirklich wichtig erscheint mir, dass Ex-Kanzler Schröder nun wieder aus dem Hintergrund, sitzend auf oder in einer Gasleitung der Gazprom, die Fäden für Deutschland in die Hand nimmt. Seine rechte Hand (Steinmeier) und seine linke Hand (Müntefering) aus den Jahren anno domini 1998 bis 2005 werden nun in seinem Sinne die Geschicke der Arbeiterpartei SPD leiten. Gab es da nicht einmal einen Film: Die rechte und die linke Hand des Teufels? Nur denke ich, mit diesen beiden Herren geht es nicht so heiter her wie mit Bud Spencer und Terence Hill. Ob sie Erfolg haben werden, wird wohl von der nächsten Bilderberg-Konferenz abhängen. Steinmeier ist natürlich der ideale Kanzlerkandidat der SPD. Man traut dem Mann die Wendigkeit gar nicht zu, mit der er sein Fähnlein in den Wind hängt.

Doch ich glaube ja eher, dass der Harakiri der SPD damit in die entscheidende Phase geht. Mit den Männern an der Spitze kann sie nur nach der Wahl 2009 endgültig den Löffel abgeben. Ich finde, das ist das Beste, was Deutschland passieren kann. Diese Partei hat Deutschland nun zum zweiten Mal in die Katastrophe geführt. Es heißt zwar, aller guten Dinge sind drei, aber hier würde ich gerne darauf verzichten, ihr ein drittes Mal eine Chance zu geben. Die Führungsgremien dieser Partei beweisen am laufenden Band, dass sie nicht lernfähig sind und sich offenbar der Fremdsteuerung unterworfen haben. Schreiben wir auf Ihren Grabstein: