Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 15.03.2010

Werden die Reichen ärmer?

Bereits im November 2009 habe ich festgestellt, dass sich Deutschland in einer politischen Starre befindet, ausgelöst durch die für die schwarz-gelbe Bundesregierung so wichtige Wahl in NRW. Schon das kleinste Zwacken an der Volksseele könnte zu erdrutschartigen Verschiebungen führen und die schwarz-gelbe Regierung die Mehrheit im Bundesrat kosten. Dabei ist diese Gefahr überhaupt nicht gegeben, weil die Masse der Arbeitslosen und der Rentner offenbar zu feige oder zu dumm ist, entgegen jeglicher Diffamierung ein Experiment zu wagen und alle Parteien, die für den miserablen Zustand in Deutschland verantwortlich zeichnen, abzustrafen und stattdessen mehrheitlich die Linke zu wählen, die derzeit einzige wirkliche Alternative. Da gehen sie doch lieber erst gar nicht zur Wahl und sind noch stolz darauf, obwohl sie damit schwarz-gelb stützen statt zu stürzen. Da nehmen sie doch lieber die ständigen Diffamierungen in Kauf, die in regelmäßigen Abständen ausgelöst werden. Das macht es der FDP leicht, sich über die Diffamierung ihrer Partei zu beschweren. Das geht doch nicht. Diffamieren darf man doch nur die Arbeitslosen und die Rentner. Die einen als faul und die anderen als gierig. Und bei den Wahlen treten sie kaum in Erscheinung, weil sie gewohnheitsmäßig oder gar nicht wählen.

Sicher, ein Teil der Linken ist aus der ehemaligen SED hervorgegangen. Dass die so genannten Blockflöten in der DDR die damalige Politik mitgetragen haben und nun mehrheitlich ihre Zelte in den anderen Parteien aufgeschlagen haben, scheint der Meinung, vor allem im Westen, keinen Abbruch zu tun. Dass eine ehemalige DDR-Funktionärin nun Kanzlerin ist, dazu noch eine, die ganz offen bekundet hat, dass die Deutschen keinen Anspruch auf Demokratie und Freiheit in alle Ewigkeit haben, auch nicht. Die Bösen, die sitzen in der Linken. Die Bösen, das sind offenbar die Leute, die ihre DDR-Vergangenheit nicht leugnen und sich nicht klammheimlich unter einem anderen Deckmäntelchen mit Namen CSU/CSU, FDP, SPD und Grüne verkrochen haben. Merkwürdig finde ich auch, dass die grundlegende Aversion gegen die Linke maßgeblich im Westen vorhanden ist, während der Osten, also die Menschen, die die DDR wesentlich besser beurteilen können als die Wessis, weitaus toleranter mit der Linken verfährt. Doch vermutlich liegt das daran, dass die "Ossis" auch einen wesentlich klareren Blick dafür haben, was an der westlichen Propaganda zu Zeiten der DDR wirklich dran war und was die "Demokratie" der BRD wirklich wert ist. Wir Wessis (ja, auch ich bin einer) haben durch die fast 50 Jahre währende westliche Propaganda gegen die DDR ja auch eine regelrechte Gehirnwäsche verpasst bekommen. Und in Propaganda, da kannten sich die mit vielen Nazis durchsetzten Nachkriegsparteien ja aus. Diese Propaganda schloss die US-Propaganda im kalten Krieg mit ein. Aber in der Erinnerung verblieben ist offenbar nur die russische und DDR-Propaganda, während die westlichen Aussagen als die reine Wahrheit angesehen wurden.

Nein, die DDR war nicht in Ordnung. Sie war unzweifelhaft eine offene Diktatur, so wie die UDSSR auch. Sie hinderte ihre Bürger daran, das Land zu verlassen, mit allen Mitteln, auch durch gezielte Schüsse an der Mauer. Aber diese Mauer ist vor 20 Jahren gefallen und auch die ehemalige PDS existiert nicht mehr, seit sie mit der WASG verschmolzen wurde. Und so wenig, wie die Parteien nach dem Krieg eine neue Nazidiktatur errichtet haben, so wenig ist von der Linken zu erwarten, dass sie einen neuen "sozialistischen" Staat aufbauen will. Viel eher ist zu erwarten, dass sie in einer Zeitspanne von ca. 10 Jahren in das gleiche Fahrwasser abdriftet, wie es seinerzeit die Grünen gemacht haben, als die Realos dort das Sagen bekamen. Heute sammeln die Grünen ihre Stimmen doch nur noch deshalb ein, weil die Mehrheit der Grünen-Wähler es versäumt hat, die Politik der Grünen einmal zu analysieren. Diese Partei ist doch nur in einem Punkt standhaft geblieben und das war die Kernenergie. Doch bevor die Linke abdriftet, sollte sie von allen die Chance bekommen, zu beweisen, dass sie es ehrlich meint. Schlechter als SPD und Grüne wird sie es auch nicht machen und in jedem Fall besser, als schwarz-gelb, schwarz-grün oder schwarz-rosa.

Doch das war nur eine Begründung und Anmerkung dazu, warum derzeit keine Politik betrieben wird. Man fürchtet bei der CDU und bei der FDP, in gleicher Weise abgewatscht zu werden, wie das derzeit in Frankreich mit Sarkozy und seiner UMP bei der ersten Runde der Regionalwahlen passiert ist. Aber die Wenigen in NRW, die noch zur Wahl gehen und wirklich wechseln wollen, lassen sich von den Luftblasen eines Sigmar Gabriel beeindrucken, obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass Parteiengeschwätz in der Opposition nichts mit dem zu tun hat, was eine Partei und ganz besonders die SPD nach der Wahl wirklich macht. Nicht einmal die Diffamierung der Arbeitslosen durch die Spitzenkandidatin der SPD in NRW Hannelore Kraft scheint am Wahlverhalten etwas zu ändern, wenn man den Wahlprognosen glauben darf. Die Zahl der Masochisten in Deutschland ist einfach viel zu hoch.

Aber eigentlich wollte ich diesen Beitrag ja den Reichen widmen. Schließlich ist die Forbes-Liste 2010 erschienen und erschreckt konstatierte die Presse, dass Bill Gates nicht mehr der reichste Mann der Welt ist. Ist das nicht grauenvoll? Jetzt hat ein Mexikaner die Geldhoheit übernommen. Carlos Slim Helu ist allerdings nur ein Eingewanderter in Mexiko, denn eigentlich ist er Libanese. Aber lt. Presse hat er in über 20% aller großen Unternehmen in Mexiko seine Finger und mehr politische Macht als der mexikanische Staatspräsident, die er offenbar auch nutzt.

Und in Deutschland? Der arme Karl Albrecht erreicht nur noch Platz 10 auf der Forbes-Liste, sein Bruder Theo sogar nur noch Platz 31 und wurde inzwischen von Versandhauskönig Otto (Platz 21) überholt. Überhaupt, die armen Deutschen. Noch 2008 hat das manager magazin eine Liste der 300 reichsten Deutschen veröffentlicht und da waren es noch 109 Leutchen, die zumindest 1 Milliarde als Vermögen auswiesen (ich würde die Liste ja gerne veröffentlichen, wenn ich dürfte, aber ich darf nicht).

Hat Westerwelle Recht? Geht das deutsche Kapital den Bach runter? Ich fürchte eher nein. Woran Forbes und auch das manager magazin die genannten Vermögen festmachen, entzieht sich meiner Kenntnis. Was in jedem Fall unberücksichtigt bleibt, ist das Vermögen, das in Stiftungen verschoben wird, weil sich damit Steuern sparen lassen. Und keiner der Superreichen, die sich eine solche Gelegenheit entgehen lassen. Ein Beispiel mag da Bertelsmann sein. Bertelsmann ist eine nicht an der Börse notierte Aktiengesellschaft. Mit Stand 2007 entfielen dabei 76,9% der Aktien auf die Bertelsmannstiftung und 23,1% der Aktien auf die Familie Mohn. Noch 2008 hat das manager magazin bei Bertelsmann ein Vermögen von 4,15 Milliarden Euro ausgewiesen. Forbes hingegen im gleichen Jahr nur ein Vermögen von 3,5 Milliarden US-Dollar. 2009 bezifferte Forbes das Vermögen von Bertelsmann auf 2,5 Milliarden US-Dollar und nun, 2010 auf 4,4 Milliarden US-Dollar, was nach aktuellem Kurs 3,2 Milliarden Euro sein müssten. Dabei hat Bertelsmann zu keiner Zeit Verluste eingefahren. Für 2008 wurde aufgrund der Rezession "NUR" ein Gewinn (vor Steuern und Zinsen) von 1,6 Milliarden Euro erzielt. Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass das Vermögen bei Forbes und im manager magazin nicht das Vermögen der Familie UND der Stiftung, sondern nur das Familienvermögen beziffert, während der Gewinn auf die AG entfällt, also die Familie Mohn "nur" 23,1% des Gewinns (abzüglich Steuern, sodenn sie welche zahlen) kassierte. Doch mit den Stiftungen machen sich die Superreichen nicht nur zu scheinbar Heiligen (ob daraus das Wort scheinheilig entstanden ist?), sondern sie nutzen diese Stiftungen auch für verdeckte Politik. So haben Bill Gates und Warren Buffett Milliardenbeträge in zweistelliger Höhe in Stiftungen gesteckt, mit denen sie unter anderem auch die Genmanipulation und die diesbezügliche Politik der Rockefeller Stiftung massivst unterstützen. Mit diesen Mitteln wurde auch die Saatgutdatenbank in Norwegen finanziert, zumindest teilweise. Die Lagerstätte wurde von der norwegischen Regierung errichtet in Kooperation mit dem Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt, einer UN-nahen Stiftung, die auch von der Bundesregierung Deutschland und der Bill & Melinda Gates Foundation gesponsert wird. Hauptziel der Initiative ist eine möglichst vollständige Erhaltung der 21 wichtigsten Nutzpflanzenarten wie Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Äpfel, Maniok, Wasserbrotwurzel oder Kokosnuss und deren riesige Sortenvielfalt. Vorrangig werden seltene Kultursorten gebunkert, die für Landwirte in Entwicklungsländern von Bedeutung sind. Der Tresor soll mehrere Millionen Saatgutproben fassen.

Verschwörungstheoretiker behaupten allerdings, dass dieses Saatgut für die Zeit nach dem angeblich im Georgia-Mahnmal prognostizierten Genozid von 90% der Weltbevölkerung gelagert werden soll, um die für den Genozid mit verwendeten genmanipulierten Pflanzen wieder durch die Originale zu ersetzen, wenn man endlich unter sich ist. Doch wie gesagt, hier gehen die Aussagen von Verschwörungstheoretikern und den Initiatoren dieser pflanzlichen Gendatenbank sehr weit auseinander.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: David Rockefeller. Forbes wies ihn 2008 mit 2,6 Milliarden US-Dollar Vermögen aus, 2009 und 2010 waren es nur noch 2,2 Milliarden. Doch schon sein Großvater galt Anfang des 20. Jahrhunderts als der reichste Mann der Welt und David Rockefeller ist nicht durch Verschwendung oder Fehlspekulationen aufgefallen. Schon das Vermögen seines Großvaters würde, auf heutige Verhältnisse hochgerechnet, bei mehr als 200 Milliarden US-Dollar liegen. Sicher, Rockefeller hat sich mit Spenden und Stiftungen den Ruf eines Philanthropen erkauft, aber diese Spenden und Stiftungen haben nur Bruchteile des vorhandenen Vermögens verschlungen. Auch die von ihm gegründeten oder zumindest mit gegründeten supranationalen Einrichtungen, zu denen auch der Council on Foreign Relations (1929), die Bilderberger (1954) und die trilaterale Kommission (1973) gehören, um nur die wichtigsten und politisch einflussreichsten Organisationen zu nennen. Von den Bilderbergern wissen wir, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangt, was dort wirklich geschieht. Die beiden anderen Organisationen lassen Unwesentliches verlauten, Wesentliches aber behalten sie für sich und man kann getrost behaupten, dass sie im Grunde bereits die geheime Weltregierung sind bzw. vertreten, zumindest in der westlichen Welt. In jedem Fall sind die Angaben über das Vermögen Rockefellers aus meiner Sicht absolut unrealistisch. So wie ich das sehe, beträgt sein wirkliches Vermögen ein Mehrfaches dessen, was Bill Gates besitzt. Schon sein Großvater wusste, wie man sein Vermögen vor der Öffentlichkeit versteckt und sein Enkel hat diese Fähigkeit perfektioniert. Hilfreich dürfte dabei die US-Notenbank FED sein, die bekanntlich im Privatbesitz einiger Großbanken ist zu denen auch Rockefellers Bank gehört. Meiner Recherche zufolge ist auch die Fa. Monsanto ein Unternehmen in welchem Rockefeller mehr als nur einen Finger stecken hat.

Ich habe die Listen der Reichen in den letzten Jahren verfolgt und finde es merkwürdig, dass die Vermögen scheinbar stagnieren, keinen Zuwachs mehr erfahren. Oder sind diese Auflistungen nur Scheingebilde, ungefähr so, wie der Adel in der Regenbogenpresse? Denn eigentlich ist keiner der Superreichen ernsthaft interessiert, dass die Größe seines Vermögens wirklich bekannt wird, nicht einmal die Neureichen, denn dann könnte sich ja auch das Finanzamt intensiver damit befassen. Solange keine massive Zunahme des Vermögens verzeichnet wird, kann man es sehr gut am Finanzamt vorbei "parken", dafür sorgen schon unsere allseits beliebten Finanzexperten und Bankster und selbst so mancher Politiker ist dabei gerne behilflich. Natürlich nicht der Vorteilsnahme wegen, sondern lediglich um Wachstum zu erzeugen. Ich frage mich dabei immer nur, auf welchem Konto und in welchem als Steuerparadies ausgewiesenen Staat dieses Wachstum erfolgt???

Interessieren würde mich allerdings, auf wie viel Blut und Tränen dieses Kapital beruht, wie viel Jahre Knast so mancher der Superreichen verbüßen müsste, würden die illegalen Methoden publik und von der Justiz (mal ausnahmsweise) ohne Ansehen der Person verfolgt würden. Und sicher auch interessant wäre, würden die Finanzbehörden die gekauften CDs nach der Auswertung ins Internet stellen, zumindest die Namen derer, die der Steuerhinterziehung überführt wurden. Ob darunter auch Namen der Superreichen zu finden wären?