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Erstelldatum: 30.12.2009

Pünktlich

Eines muss man der al-Qaida lassen: Sie ist pünktlich. Sie war pünktlich zur Stelle, als der US-Präsident George W. Bush für seinen "Kampf gegen die Schurkenstaaten" keine Mittel mehr bewilligt bekam. Der Einsatz der al-Qaida ließ die Gelder nach dem 11.9 wieder fließen, so reichlich, wie bei keinem Präsidenten je zuvor. Nun läuft zum 31.12. 2009 der nach dem 11.9. verabschiedete "Patriot Act" aus, der Regierung und Geheimdiensten der USA nahezu unbeschränkte Gewalt verlieh, um im Namen des "Kampfes gegen den Terror" ohne gesetzliche Grundlagen zu überwachen und ohne Gerichtsurteil oder gerichtliche Anhörung zu inhaftieren. Solche Annehmlichkeiten will man ja nun nicht unbedingt aufgeben, auch dann nicht, wenn man Obama heißt und sogar Friedensnobelpreisträger ist. Folglich muss man den Patriot Act verlängern. Um aber Protesten oder Widerstand im Kongress aus dem Weg zu gehen, ist es hilfreich, wenn sich die al-Qaida wieder zurückmeldet und das hat sie ja getan, mit dem missglückten Anschlag des Nigerianers Umar Farouk Abdulmutallab. Das ist wahre Pünktlichkeit. Nun steht einer Verlängerung des Patriot Act wohl nichts mehr im Wege und das, obwohl dieser Anschlag glimpflich verlaufen ist, weil der Zünder nicht funktioniert haben soll.

Ein wenig merkwürdig ist das schon. Da ist dieses weltweit verfolgte Terrornetzwerk der al-Qaida, das aber trotz Höhlenbewohnung offenbar keine Schwierigkeiten hat, seine Mitglieder mit einem Sprengstoff auszustatten, der allen Sicherheitschecks zum Trotz unbehelligt durch alle Kontrollen geht. Aber bei dem Zünder schlampt sie. Und das, obwohl die al-Qaida doch bereits bei den Kofferbombern in Deutschland erkennen musste, wie wichtig ein funktionierender Zünder ist. Interessant wäre auch, woher die al-Qaida eigentlich diesen supermodernen Sprengstoff hat?

Die Presse spielt mit. Für die Masse wird eine große Show geliefert, ein Präsident, der über alle Maßen wütend zu sein scheint, dafür aber dennoch seinen Urlaub nicht unterbricht. Eine CIA, die einmal mehr als ein verschlafener Verein hingestellt wird, was davon ablenkt, dass dieser "verschlafene Verein" es gewesen ist, der die al-Qaida gründete und Osama bin Laden ausgebildet hat. Aber das ist offenbar inzwischen längst vergessen. Wer erinnert sich schon noch daran, dass die UDSSR seinerzeit das versucht hat, was die USA und die NATO heute versuchen: Eine ihren Interessen dienende Regierung zu installieren und die Afghanen zu zwingen, die Regierung anzuerkennen. Vergessen, dass die CIA die al-Qaida als mobile Terrorgruppe aufgebaut hat, mit Waffen und finanziellen Mitteln unterstützte, um den damals noch existierenden Klassenfeind, die UDSSR, empfindlich zu treffen. Wer sagt uns eigentlich, dass die damalige CIA-Operation-Group nicht noch heute zur CIA gehört? Wer sagt uns, dass nicht bestimmte Ereignisse wie Hollywood-Filme a la Schwarzenegger oder Tom Cruise nach regelrechten Drehbüchern ablaufen und so perfekt wie möglich inszeniert werden?

So ganz nebenbei weitet Obama dabei den "Kampf gegen den Terror" weiter aus. Jetzt ist der Jemen sein Ziel, weil dort die al-Qaida still und heimlich ihr neues Domizil aufgebaut hat. Wen wundert, dass auch die CIA mit einem großen Aufgebot im Jemen präsent ist? Ob die USA bei ihrem Bombardement im Jemen auch Uran-Munition einsetzt, um damit mittelfristig die Bevölkerung des Jemen zu dezimieren?

Aber geht man davon aus, dass die al-Qaida wirklich ist, was die Presse über sie berichtet, dann sollte man einen Blick auf die deutsche Vergangenheit werfen. Die französische Resistance, die Partisanen auf dem Balkan und ähnliche Gruppierungen in anderen, von den Deutschen besetzten Ländern galten Hitler auch als Extremisten und Terroristen. Auch diese Gruppierungen waren nicht gerade zimperlich in ihren Methoden, obwohl sie noch nicht die Möglichkeiten hatten, die dem Terrorismus heute zur Verfügung stehen. Waren sie auch Terroristen? Oder hat nur das Unrecht-Regime der Nazis sie als Terroristen angesehen? Gerne verwendet die Presse den Terminus "Islamisten", wenn es um terroristische Anschläge geht. Doch mit dem Islam hat das wenig bis nichts zu tun, sondern eher mit den illegalen uns völkerrechtswidrigen Aktivitäten der USA und der NATO, die sich derzeit auf den mittleren Osten konzentrieren, wo das standardmäßige Glaubensbekenntnis der Islam ist.

Nun sind natürlich auch die Vasallenstaaten gefragt, ihre Sicherheitsmaßnahmen auszuweiten. Sicherheit, das wissen wir ja inzwischen, bedeutet nicht, mit Kriegen aufzuhören, mit denen das als Terrorismus bekannte Phänomen grundsätzlich in Verbindung steht, sondern Maßnahmen einer sich ausweitenden Kontrolle zu beschließen. Da kann sich natürlich auch die FDP nicht ausschließen, wenn seitens der CDU/CSU entsprechende Forderungen erhoben werden. Wie sagte eins Müntefering so treffend? Es ist unfair, Parteien nach der Wahl an dem zu messen, was sie vor der Wahl versprochen haben. Natürlich gilt dieses Credo auch für die FDP.

Ein treu ergebener Vasall der USA wie Deutschland muss natürlich direkt reagieren und das neueste Instrument für eine erweiterte Sicherheit einsetzen und das ist wohl derzeit der Nacktscanner. De Maizière will ihn, die FDP hat nichts dagegen und Otto Normalverbraucher sowie Emma Tütensuppe haben ja nichts zu verbergen und unterziehen sich gerne dieser Prozedur. So ein Strip auf dem Flughafen ist doch geil, oder? Aber kann nicht das scheinbar installierte künstliche Hüftgelenk in Wahrheit eine Bombe sein? Ist nicht möglicherweise, das, was wie ein Herzschrittmacher aussieht, ein versteckter Zünder? Steht da wirklich eine Transvestit vor dem Schirm oder ist das zum Busen nicht passende Teil, das dort unten rumhängt, vielleicht doch eine Bombe? Für die Kontrolleure am Flughafen werden sicher interessante Zeiten anbrechen, wenn sie nicht nur das Gepäck, sondern auch das Innenleben ihrer "Fluggäste" kontrollieren. Und für so manchen "Fluggast" wird es ein kribbelndes Gefühl sein, wenn sich endlich wieder jemand für ihren Körper interessiert. Doch ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fluggesellschaften Zeter und Mordio schreien. Wer will denn noch einen Inlandsflug buchen, wenn er mit dem IC in der Zeit schon fast am Ziel sein kann, die er nun für das Einchecken am Flugschalter aufwenden muss?

Eine Frage wäre noch zu klären. Was hat der Friedensnobelpreis eigentlich noch mit Frieden zu tun?