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Propaganda

Als Hitler die Macht übernahm, richtete er ein Ministerium für Propaganda ein. Ziel dieses Ministeriums war es, Botschaften unters Volk zu bringen, die aus einer Mischung von wenig Wahrem und viel Erfundenem bestand. Und der für dieses Ministerium zuständige Minister, Josef Goebbels, verstand sein Handwerk. Es gelang ihm wie kaum einem Zweiten, Haß zu säen und Kriegshetze zu betreiben.

Heute gibt es dieses Ministerium nicht mehr. Wirklich nicht? Nun, es gibt ein Amt für Öffentlichkeitsarbeit und es gibt Initiativern, mit viel Steuergeldern ins Leben gerufen, die genau das tun, was seinerzeit Goebbels machte: Propaganda. Propaganda für Systeme, die wie damals mit einer Mischung aus ein wenig Wahrem und viel Erfundenem arbeiten.

Für Politik sind heutzutage ja nicht mehr die Politiker, sondern Experten zuständig. Anders gesagt, ist man Politiker, übernimmt man maßgeschneiderte und zielgerichtete Meinungen, lernt das Wesentliche auswendig, um in einem Interview auch standhalten zu können und ansonsten kümmert man sich um die wirklich wichtigen Dinge!??

Voller Bewunderung hat man zugesehen, wie Initiativen wie der Bürgerkonvent, die Bertelsmannstiftung oder die INSM Botschaften unters Volk brachten, die mit eben jener Mischung aus Dichtung und Wahrheit wie eine Gehirnwäsche beim Volk funktionierten. Verbreitet über die Medien und durch so genannte Multiplikatoren, Leute mit klingenden Namen oder Titeln, brachten diese Initiativen es fertig, im Lande eine Untergangsstimmung zu schaffen, dass jeder glaubte, Deutschland ist international nicht konkurrenzfähig und Schusslicht im Europäischen Wettbewerb. Sie brachten es fertig, den Deutschen einzureden, dass die hohen Lohnkosten und vor allem die Lohnnebenkosten Deutschland ausbluten. Das alles, obwohl jederzeit das Gegenteil sichtbar war. Der Export, der eigentliche Indikator für die Wirtschaft, boomte immer stärker. Anfangs redete man den Bürgern ein, das läge an dem schwachen Euro.. Inzwischen hat der Euro den Dollar weit überflügelt und nun wird von den gleichen Leuten behauptet, der Exportboom sei nur durch den schwachen Dollar zu erklären. Die Begründungen sind oftmals wirklich abenteuerlich, aber einer Menge, die wirtschaftliche Zusammenhänge nicht kennt, kann man mit scheinbar gewichtigen Statistiken schon etwas verdeutlichen was blanker Unsinn ist.

Jetzt hat man in der Politik eingesehen, dass man auch ein solches Instrument braucht und hat begonnen, ähnliche Initiativen zu gründen. Das Schnittmuster wurde einfach kopiert. So gründete die Bundesregierung eine Initiative Ich bin Deutschland. Unterstützt wird diese Initiative von zahlreichen Firmen, die ansonsten eher mit dem Abbau von Arbeitsplätzen in Verbindung zu bringen sind. Aufgabe dieser Initiative ist es, der Bevölkerung die liberaisierte Politik schmackhaft zu machen. Dass dabei unterschwellig die alte Goebbels-Doktrin Wer nicht für uns ist, ist gegen uns durchklingt, ist wohl eher rein zufällig.

Das brachte Superminister Clement auf eine Superidee: "Ich mach auch so'n Ding!" Gesagt, getan. Schnell mal ein paar Millionen Euro in die Hand genommen und schon war die Initiative gegründet. Und da das Ich Bei Clement tief verwurzelt ist, sein absolutes Supermodell, die "ICH-AG" zum Überschuldungsrenner des Jahres wurde, gleichzeitig aber auch die Papstwahl in Deutschland für eine Woge religiöser Überzeugung sorgte, wurde aus seiner Initiative eine Mischung aus Glauben und ICH, zu der dieses Symbol sicherlich passend wäre:

Tatsächlich handelt es sich aber dabei um eine Reihe von Webepostern, in denen glücklich strahlende Menschen zeigen, was für ein Glück doch die ICH-AG's sind, wie toll das Konzept der PSA's doch ist, welche sagenhafte Unterstützung diese Projekte durch Kirche (Diakonie) und seitens der Unternehmer finden. Klicken Sie auf die Poster, um sie im Großformat zu sehen:

Was hier passiert, ist Verdummung pur. Die Gründung von ICH-AG's, die am Anfang problemlos bezuschusst wurde, muss heute mit einer Unternehmungsplanung begründet werden, damit der Fallmanager entscheiden kann, ob Erfolgsaussichten bestehen. Sehen wir mal davon ab, dass die Mehrzahl der Fallmanager mit einer solchen Beurteilung sicherlich überfordert sind, ist der reale Hintergrund, dass viele ICH-AG-ler wieder ALG II-Empfänger sind, etliche mit einem Haufen zusätzlicher Schulden.

Dass die PSA's ein Flop sind, hat sich inzwischen schon herum gesprochen, auch, dass etliche sich dabei bereichert haben, ohne wirkliche Vermittlungsarbeit zu leisten. Na ja, bei den Zuschüssen der BA, wen wundert es.

Dass die Diakonie besonders erfolgreich in der Verwendung von Ein Euro Jobbern ist, ist auch hinlänglich bekannt. Ob da eine oder zwei Vermittlungen das aufwiegen?

Dass die angezeigten Unternehmen alle für Jobabbau und wenig bis gar nicht für neue Arbeitsplätze oder Ausbildungsstellen stehen, ist ebenfalls hinlänglich bekannt. Dass die E-ON mehr für überteuerte Energiekosten bekannt ist, dafür hat schon der Vorgänger von Clement (Müller) gesorgt, der als Wirtschaftsminister erst die Voraussetzungen geschaffen hat und heute, zusammen mit seinem damaligen Staatssekretär Tacke dem Vorstandsvorsitz bei der E_ON eigenen Tochter Ruhrgas (Müller) bzw. der mit der Ruhrgas mittels Ministererlaubnis gegen den Willen des Kartellamtes fusionierten Steag (Steinkohle AG = größter Kohleverstromer) für Tacke belohnt wurden, ist zwar nicht so bekannt, aber dennoch Fakt.

Auch, wenn das Kind heute einen anderen Namen hat, das System ist das gleiche wir vor 70 Jahren. Mit falschen Positivmeldungen, mit Botschaften, dass nur ein bestimmtes Vorgehen helfen kann und mit subtiler, unterschwellige Hetze (Arbeitslose sind faul, Rentner sind gierig usw.) werden Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufgehetzt, während sich die wahren Schuldigen mit einem Heiligenschein küren. Aber das ist nur ein Scheinheiligenschein, so unecht, wie die Rolex im Asia-Markt für 20 .

Lasst Euch nicht für dumm verkaufen. Aus der Bundeshauptstadt kommen schon lange keine wahren Worte mehr