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Die Pisa-Studie, was kann man tun?

Das Deutschland einmal in schulischen Belangen das Schlusslicht der westlichen Welt bilden würde, hat sich wohl keiner träumen lassen. Jetzt geht es natürlich darum, wer hat Schuld, was ist zu tun und und und .....

Neben einer Menge unterschiedlicher Aspekte werden auch finanzielle Probleme angeschnitten. Da mag was dran sein. In Ballungsgebieten sind die Klassen mitunter erheblich überfüllt. Auch die Ausfälle von Lehrern durch Krankheit mit der Folge, dass Unterrichtsstunden ausfallen, trägt erheblich zu einer schlechten Erfolgsbilanz im Schulwesen bei. Doch ist das der wirkliche Grund für das miserable Abschneiden?

Nachfolgend meine Überlegungen zu diesem Thema. Diese Überlegungen mögen falsch sein, doch ich denke, sie sind es wert, einmal darüber nachzudenken.

Meine Überzeugung ist, dass unser Schulsystem von Grund auf falsch ist.

Startzeit unseres Schulsystems
Begründung:

Unser Schulsystem wurde in einer Zeit etabliert, in der Bürger Untertanen der unterschiedlichsten Herren waren. Natürlich gab es im Laufe der Zeit einige Reformen im Schulwesen, doch Art und Wesen der Unterrichtsgestaltung haben sich nicht geändert.

Sehen wir uns die Kinder an. Der Lernprozess beginnt schon vor der Geburt und wird, wie man heute weiß, erst mit dem Tod enden. Doch wir betrachten die Kinder. Kinder wollen lernen und es ist eine ungeheure Leistung, was sie bis zur Einschulung alles gelernt haben. Uns ist das, glaube ich, gar nicht bewusst, welche Leistung Kleinkinder vollbringen. Bei Ihrer Geburt sind sie hilflose Wesen, die nicht richtig sehen, nicht laufen, nicht sprechen können (da ist noch mehr, doch diese 3 Beispiele mögen genügen). Dann beginnen sie ihre Welt zu erfassen. Sie lernen, sich auszudrücken, obwohl der Sprache noch nicht mächtig. Freude Ärger, Schmerz, Hunger, das sind alles Begriffe, die sie kennen gelernt haben und schon sehr früh ausdrücken können. Sie lernen Personen zu unterscheiden, sie beginnen zu erfassen, was die Riesen, die sich über ihr Bettchen beugen, eigentlich von ihnen wollen und wie stolz sind die Eltern, wenn sie mit dem Krabbeln beginnen, wenn sie das erste Mal Mama oder Papa sagen, wenn sie ihre ersten Schritte tun. Keiner macht sich Gedanken über den damit verbundenen Lernprozess. Was für eine Leistung, die Bewegungsabläufe für den gesamten Körper koordinieren zu lernen. Wir denken, die Kleinen erfinden ihre eigene Sprache, doch diese müssen nicht nur den Sinn dessen, was sie hören verstehen lernen, sondern auch ihre Sprachwerkzeuge in den Griff bekommen. Niemand zeigt es ihnen, sie müssen es ganz alleine lernen. Dass da am Anfang ganz andere Begriffe entstehen, als wir sie kennen, wen verwundert's. Und dann müssen sie schon wieder dazu lernen, weil die blöden Erwachsenen ihre Aussprache imitieren, ohne zu bedenken, dass bei den Kindern diese Wortgebilde nur entstehen, weil Zunge, Gaumen und Stimmbänder erst richtig abgestimmt werden müssen. (Machen Sie das mal bei einem Erwachsenen, der einen Schlaganfall hatte. Er muss auch erst wieder mühsam diese Koordination zustande bringen und wäre wohl mächtig sauer, wenn Sie ihn nachäffen würden. Unsere Kinder sind da wesentlich toleranter.)

Ihr Lerntrieb ist ungebrochen und was sie in kurzer Zeit alles lernen, ist bemerkenswert.

In den Kindergarten gehen die Kinder gerne, doch irgendwann kommt die Zeit, da müssen sie in die Schule. Fast alle Kinder freuen sich darauf und lassen sich auch nicht beirren, wenn ihre Geschwister sagen, "Schule ist doof". Sie gehen dieses Abenteuer voller Erwartung an. Nach wenigen Wochen oder Monaten stimmen sie in den Chor der Geschwister ein: "Schule ist doof". Woran liegt das? Sehen wir uns jetzt mal die Schule an.

Ein Klassenzimmer, wie es standardmäßig aussieht, besteht aus (meist) 3 Reihen Schulbänken mit 2 Plätzen je Schulbank, davor ein ca. 2 m breiter freier Raum, dann (oft) ein kleines Podium, darauf ein Tisch oder Schreibtisch, Stuhl davor und dahinter an der Wand eine große Tafel. Das die meisten dieser Klassenräume zusätzlich ein tristes bis verwahrlostes Ambiente haben, ist vielleicht ein zusätzlicher Grund für fehlende Begeisterung am Schulbetrieb.