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Das Perpetuum Mobile für Hartz IV

Ein Leser meiner Internetseite hat in meinem Gästebuch die ultimative Lösung der Langzeitarbeitslosigkeit mittels Hartt IV eingestellt. Sein Vorschlag:

die SPD hatte recht. wir habens nur falsch vertsanden bisher mit hartz4.!!!?!

ich habe DIE lösung für das arbeitslosenproblem, ganz im sinne von kanzler schröder, von wegen 1-euro job.

wenn JEDER hartz4 bezieher einen 1 euro job bei sich selbst zuhause als hausmeister oder wohnzimmerbeobachter bekommt, gibt es keine arbeitlosen mehr. und das von heut auf morgen.

JEDER würde den 1 euro job sofort machen, da bin ich mir sicher. immerhin gäbs ja zusätzlich zum 1 euro die stunde, noch monatlich den unkostenbeitrag in höhe von bis zu 500,-, den sonst der arbeitgeber bekäme, und dazu noch die normalen hartz4 bezüge.

damit käme dann JEDER weit über 1000,- euro netto. keine arbeitslosen mehr, alles in butter.

Sein Vorschlag ist nicht von der Hand zu weisen. Zwar käme die Hausmeister-Variante nicht in Betracht, weil das ja ein eigenständiges Berufsbild wäre und somit gegen die Voraussetzungen "Zusätzlich und Gemeinnützig" verstößt, aber Wohnzimmerbetrachter oder Fenstergucker oder Himmelsbeobachter wären Jobs, denen das Attribut zusätzlich absolut zugestanden werden könnte. Auch die Gemeinnützigkeit wäre gegeben, weil damit das Arbeitslosenproblem beseitigt würde und was könnte schon gemeinnütziger sein.

Einzig die Variante, dass dann der Staat ja zu dem an ihn ausgezahlten Arbeitgeberzuschuss noch den 1 Euro pro Stunde zahlen müsste, hat er nicht folgerichtig durchdacht. Diese Aufwandsentschädigung müsste er, als sein eigener Arbeitgeber natürlich selbst an sich zahlen.

Unter dieser Prämisse wäre eine Ausweitung der möglichen Wochenarbeitszeit auf über 40 Std. ebenfalls möglich und würde somit den Bestrebungen der Politik nach längeren Arbeitszeiten Genüge tun.

Es wäre definitiv das Perpetuum Mobile der Arbeitslosigkeit. Deutschland stände im Vergleich der Europäischen Länder wieder auf dem absoluten Spitzenplatz in Bezug auf seine Arbeitslosenstatistik, ein weiteres Indiz für die Gemeinnützigkeit.

Der Staat könnte seinen Auftrag an die Telekom-Tochter Vivento zur Telefonabfrage der Hartz IV-Empfänger stornieren und stattdessen die Mitarbeiter von Vivento damit beauftragen, die Auswertung der von den "Wohnzimmerbetrachtern, Himmelsbeobachtern oder Fensterguckern" vornehmen. Gleichzeitig würde eine Entlastung des Bundeshaushaltes ermöglicht, weil die Installation teurer Überwachungsanlagen wie Videokameras und Ähnliches entfallen könnte, weil die als Fenstergucker eingesetzten Ein Euro Jobber ein weitaus größeres Spektrum an Ergebnisdaten liefern würden. Vivento könnte die so ermittelten Daten vorselektieren, bevor sie an das BKA oder den Verfassungsschutz weitergeleitet würden.

Wohnzimmerbetrachter könnten der Möbelindustrie neue und innovative Anregungen für die Raumgestaltung vermitteln und Himmelsbeobachter könnten durch zählen der Sterne Aufschlüsse über die fortschreitende Umweltverschmutzung und Informationen über Abweichungen vom Wetterbericht liefern.

Alle diese Aufgaben erfüllen voll den Anspruch der Zusätzlichkeit. Somit könnte die Bundesagentur für Arbeit oder die zuständige Arbeitsgemeinschaft zukünfitig darauf verzichten, Langzeitarbeitslose in normale Arbeitsstellen für einen Euro zu vermitteln, um dann mit fadenscheinigen Argumenten die Gemeinnützigkeit und die Zusätzlichkeit dieser Verpflichtungen zu begründen.

Die Regierung sollte diesen Vorschlag wohlwollend prüfen und dem Erfinder der Methode die Anerkennung in Form einer angemessenen Prämie zukommen lassen. Gerne bin ich gegen ein angemessenes Honorar bereit, die Vermittlerrolle zum Erfinder der Hartz Lösung zu übernehmen.