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Erstelldatum: 19.08.2008

Südossetien

Ossetien ist zweigeteilt. Der nördlich Teil von Ossetien ist eine Provinz in Russland, der südliche Teil gehört zu Georgien. Nun ja, nicht so ganz, denn die seperatistische Bewegung in Südossetien hat schon 1990 Südossetien für unabhängig erklärt und bereits seit dieser Zeit gibt es immer wieder Scharmützel zwischen Georgien und den Südosseten.

Mehr als ärgerlich empfinde ich die Berichterstattung der Medien hierzulande. Als Buhmann wird Russland aufgebaut, der westliche Einfluss (und der der USA) auf den Konflikt wird völlig unterschlagen, Russland als Aggressor dargestellt. 1990 hat sich Südossetien für unabhängig erklärt. Als Folge davon marschierten georgische Truppen in Südossetien ein und in den Kämpfen kam es zu über 2.000 toten Zivilisten in Südossetien. Fast 100.000 Osseten flohen nach Russland, ca. 20.000 Georgier nach Georgien, in der Hauptsache nach Tiflis. Am 24. Juni 1992 unterzeichneten der russische Präsident Boris Jelzin und Georgiens Präsident Eduard Schewardnadse in Dagomys ein Waffenstillstandsabkommen und die Aufstellung einer 1.500 Soldaten umfassende Friedenstruppe, die aus Russen, Osseten und Georgiern besteht. Am 15. Mai 1993 unterzeichneten der russische Verteidigungsminister Gratschow und sein georgischer Amtskollege Karkaraschwili ein Abkommen über den vollständigen Abzug der russischen Truppen aus Georgien bis Ende 1995. Allerdings sicherten russische Truppen auf Bitten der georgischen Regierung unter Schewardnadse wichtige Bahn- und Hafenanlagen gegen Aufständische des ehemaligen Präsidenten Gamsachurdia in Westgeorgien und erhielten in einer Vereinbarung vom 3. Februar 1994 die Erlaubnis zur Errichtung von drei Militärstützpunkten in Georgien mit rund 20.000 Soldaten, die auch nach dem auslaufenden Abkommen stationiert bleiben konnten.

Damit erklärt sich, warum russische Truppen in Südossetien stationiert waren. Südossetien hatte sich eine eigene Regierung gegeben, die aber völkerrechtlich von keinem Land anerkannt wurde, auch nicht von Russland. Allerdings machte Russland seine endgültige Entscheidung von der Entscheidung über den Kosovo abhängig und vertrat (und vertritt auch heute noch) den Standpunkt, dass für den Kosovo kein anderes Recht gelten dürfe, als für Südossetien. Noch ein Punkt ist zu betrachten. Die Osseten sind Nachfahren der im 5. Jahrhundert aus Persien (heute Iran) eingewanderten Alanen und sprechen neben der Amtssprache russisch noch persisch. Liest man dann den Bericht der Friedensunion der Uni Kassel mit der Überschrift: Junges Land und alte Waffen, muten die Berichte der westlichen Medien und der Politik noch wesentlich heuchlerischer an, denn der Tod der wiederum über 2.000 Zivilisten in Südossetien bei dem Überfall der Georgischen Armee wird in den westlichen Medien vollständig übergangen und der georgische Präsident als wahrer Friedensengel hingestellt.

Man mag über den Einmarsch der Russen in Georgien geteilter Meinung sein, aber wäre ich Putin oder Medwedjew, würde ich auch nicht tatenlos zusehen, dass die in die NATO strebenden ehemaligen Ostblockstaaten, die NATO-Staaten und die USA mein Land regelrecht einkreisen, Unruheherde mit meinen eigenen ausgemusterten Waffen bewaffnen, die Aufstellung von Raketenstationen der USA zulassen und dabei stillhalten.

Deutschland täte gut daran, sich neutral zu verhalten. Was Merkel und Steinmeier in dieser Sache abziehen, ist ein billiges Ränkespiel. Russland hat in Georgien bzw. Südossetien weitere Massaker verhindert, anders als es Deutschland in Afghanistan tut. Aber Merkel und Steinmeier outen sich einmal mehr als treue Vasallen von George W. Bush. Gibt es irgendwo Krawall in der Welt, hat die USA immer die Hand im Spiel, direkt mit eigenen Truppen, oder indirekt mit Waffenlieferungen oder Finanzspritzen für Waffenkäufe.

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