Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 21.01.2008

Nokia

Nokia will ein Werk in Deutschland schießen und damit ca. 2.000 neue Arbeitslose generieren. Aus diesem Grund hat Struck sofort ein neues Handy geordert, 2 oder 3 Politiker taten es ihm gleich, Rüttgers nutzte die Gelegenheit, sich in der protestierenden Menge zu zeigen, um seiner Entrüstung Ausdruck zu verleihen.

Ich verstehe das offen gesagt nicht und halte es sogar für schädlich, denn was hier passiert, ist ein Teil der Evolution. In weiter Vergangenheit gab es die Völkerwanderungen, in denen Völker aus dem hohen Norden und aus dem Osten die Mitte Europas überfluteten. Aber die Erde ist rund und dreht sich. Heute haben wir die Globalisierung, das ist nur ein anderes Wort für Wirtschaftswanderung. Das Geschehen lässt sich mit Ebbe und Flut vergleichen. In der Flut strömten die Völker aus dem Osten in dieses Land, jetzt ist Ebbe und die Wirtschaft strömt zurück gen Osten. Was bleibt, sind zerstörte Muscheln (Arbeitslose) und Quallen, die nicht zuvor Abstand vom Ufer genommen und sich der Wanderbewegung angeschlossen haben, Als Beispiel Schröder, Clement, Müller, Tacke und viele andere, deren ätzende Nesselfäden aber immer noch bis ans Ufer reichen. Dabei kann auch schon mal die eigene Ypsilanti-Art verätzt werden, wie sich gerade zeigt.

Nun wurden Stimmen laut, man solle grundsätzlich kein Handy mehr von Nokia kaufen. Den Vorschlag halte ich für sehr kurzsichtig, weil man offenbar noch nicht begriffen hat, dass die Deutschen einen Schritt auf der Leiter der Evolution nach oben geklettert sind. Sie sind zum Homo Communicatus mutiert. Dem Homo Communicatus steht für übliche Verrichtungen nur noch ein Arm zur Verfügung. Der zweite Arm hat in der am Ende befindlichen Hand das Nokia, BenQ, Siemens oder wie sie noch heißen mögen und seine Hand hat sich inzwischen ergonomisch diesem Gerät angepasst. Es soll sogar bereits einzelne Fälle geben, in welchen sich der Daumen inzwischen wie beim Fingeräffchen so verformt hat, dass die Tastatur des Gerätes leichter zu bedienen ist. Dem Homo Communicatus nun das gewohnte Instrument zu entziehen, käme einer Amputation gleich und man müsste ihm in einer aufwendigen Operation ein anderes Gerät implantieren, welches aber nie mehr mit der gleichen Effizienz verwendet werden könnte (ein Holzbein ist auch kein vollgültiger Ersatz). Unbestätigten Gerüchten nach soll das auch das Motiv des Konzerns für die Schließung des Werkes gewesen sein, weil man für die Produktion noch den alten Homo Sapiens benötigt (wegen der zweiten Hand zum arbeiten), dieser sich aber aus Deutschland zurückgezogen hat, in Rumänien hingegen noch reichlich anzutreffen ist. Der Homo Communicatus Politikus Struck weist also, wie üblich, den falschen Weg.

Eine weitere, inzwischen weltweit verbreitete Form evolutionärer Veränderung hat eine relativ kleine Gruppe Menschen erfasst. Auch sie gehören inzwischen zur Gattung des Homo Communicatus, bilden aber die Untergruppe Oeconomicus, vergleichbar mit der Ecitoninae, einer Treiberameise. Zu dieser Gattung zählt auch Nokia. Sie wandern wie die Ecitoninae durch ein Gebiet, verzehren alles, was zu ihrem Beuteschema passt, also z. B. Subventionen und ziehen weiter, wenn sie ein Gebiet leer gefressen haben.

Andere Arten des Homo Communicatus Oeconomicus sind zwar sesshaft, haben sich aber wie die roten Raubameisen darauf spezialisiert, Sklaven für alle möglichen Dienste in ihren Bauten einzusetzen. landläufig ist diese Art des Homo Communicatus Oeconomicus als Aktionäre, Vorstände, Arbeitgeberverbände und Politiker bekannt. Wie beim Homo Communicatus haben auch sie nur noch eine Hand für Verrichtungen zur Verfügung. Allerdings haben sie es wesentlich leichter, reicht ihnen doch für notwendige Arbeiten der Zeigefinger der verbliebenen Hand, mit dem sie auf die jeweils zur Verfügung stehenden Sklaven weisen und sie anweisen: "Du machst das und Du machst das."

Sie sehen also, Solidarität zu beweisen hieße, sich der Evolution entgegen zu stellen. Die Menschen in diesem Lande müssen weiterhin ein Nokia-Handy kaufen und verwenden, weil die zum Kommunikationsinstrument gewandelte Hand sich auf die jeweilige Marke spezialisiert hat. Natürlich kann ich mich irren, gehöre ich doch noch zu der vom Aussterben bedrohten Art des Homo Sapiens, die das persönliche Gespräch oder die Schriftform der Kommunikationsform des Homo Communicatus vorziehen.

PS: Gestandene Lateiner werden mir jetzt sicherlich vorwerfen, falsche Endungen verwendet zu haben, aber was soll's? Ob ein Ende falsch oder richtig ist, es bleibt immer ein Ende.