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Erstelldatum: 14.04.2008

Militär

Bush hat einen neuen Scharfmacher. Nachdem der Oberbefehlshabende für den Mittleren Osten, General Fallon, wegen Differenzen mit Bush seinen Hut genommen hat oder besser gesagt "nehmen musste", ist ein neuer Scharfmacher im Amt, General David Petraeus. Er ist geradezu prädestiniert, Bush nach dem Maul zu reden, wie Bush die Erfolge der Militärpräsenz im Irak zu loben, Besorgnis über den Iran zu äußern, kurz, das zu sagen, was Bush hören möchte.

Bush will, wenn eben möglich, noch vor dem Ende seiner Amtszeit den Krieg mit dem Iran anzetteln. Dazu war der Admiral William Fallon, US-Oberkommandeur für den gesamten Mittleren Osten, der falsche Mann. Mit seiner Aussage

    "Diese andauernde Kriegstrommelei ist weder hilfreich noch nützlich. Ich denke es wird keinen Krieg geben, und darum sollten wir uns auch bemühen. Wir sollten unser möglichstes versuchen, andere Bedingungen zu schaffen."

konnte er nur den Unwillen des amerikanischen Präsidenten erregen und so wurde ihm wohl der Rücktritt nahegelegt, für den Kriecher Petraeus die Chance.

Die steigenden Unruhen im Irak und die, vom US Institute of Peace« (USIP) getroffene Feststellung, dass es im Irak in den letzten 15 Monaten so gut wie keine greifbaren Verbesserungen gegeben hat, wusste Petraeus einfach zu erklären. Der Iran ist Schuld. Die FAZ beschreibt das so:

    Besorgt äußerten sich Petraeus und Crocker über die „ziemlich negative Rolle“, die Iran weiterhin spiele, wie es der amerikanische Botschafter formulierte. Im Umfeld von Sadrs Mahdi-Miliz gebe es Gruppen, die mit iranischer Hilfe aufgebaut worden seien, von dort Unterstützung erhielten und eigenständig aktiv seien. Sie seien in Bagdad auch seit Sonntag an den Angriffen auf die sogenannte Grüne Zone beteiligt gewesen; es waren nach Monaten relativer Ruhe die heftigsten Angriffswellen mit Raketen und Mörsergranaten. Nach Petraeus' Worten verwendeten die Extremisten auch Raketen, die in Iran hergestellt worden seien.

Ist doch klar, zuerst hieß es, Saddam Hussein unterstütze die al Qaida. Wenn der es aber nicht war, bleibt ja nur der Iran, oder? Ich frage mich aber allmählich, ob die al Qaida nicht eine CIA-Abteilung ist. Sie ist immer so brav aktiv, wenn Bush sie braucht. Und was den Bericht in der FAZ angeht, muss man sich fragen, ob der Schreiber auf einem anderen Planeten lebt, wenn er von "relativer Ruhe" spricht. Wenn die täglichen Horrormeldungen aus dem Irak ein Zeichen "relativer Ruhe" sind, was ist dann Unruhe?

Das ist ja das Credo der Bush-Politik, beschuldigen, ohne Beweise zu haben. Ihn stört auch nicht, dass inzwischen Hunderttausende von Zivilisten als Folge seines Völkerrechtswidrigen und auf Lügen und Betrug aufgebauten Krieges im Irak zu Tode kamen oder verstümmelt wurden. Krieg ist gut für die Wirtschaft und vor allem für die Banken und damit auch für den Bush-Clan. Und ein Atompilz über Teheran, das wäre sicherlich ein schönes Weihnachtsgeschenk für George W. Bush und seine Freunde, Cheney, Rice, die Bosse von Halliburton oder Standard-Oil, Olmert, Merkel, Schäuble usw. werden alles tun, ihm diesen Wunsch zu erfüllen.

Dass Israel sehr daran interessiert ist, dass der Iran angegriffen wird, ist kein Geheimnis und Angela Merkel hat Olmert ja durchaus kriegerische Unterstützung zugesagt. Was noch fehlt, ist ein spektakuläres Ereignis, dass man dem Iran in die Schuhe schieben kann. Ein solcher Eklat muss nicht unbedingt in den USA oder in Israel passieren. In Europa gibt es doch so viele Skeptiker gegen die Bush-Regierung und gegen die Israel-Politik, da wäre es doch sicher hilfreich, dort einen Vorfall zu inszenieren, der die Stimmung ändert. Auf diesen Gedanken hat mich ein Papier gebracht, dass an die US-Kasernen in Kaiserslautern verteilt wurde. Aber lesen Sie selbst: Giftgas-Warnung. Was wissen die, was wir nicht wissen oder nicht wissen sollen?

Eines steht fest, wenn Bush den Iran angreift, dann muss die NATO ran und dann wird der Bundestag blitzschnell Gesetze beschließen, die den Einsatz deutscher Truppen im Iran ermöglichen. Dann hat Angie endlich ihren Krieg und für die Rentendiskussion ist es auch nützlich, wenn die Jugend als Kanonenfutter für die Interessen von Bush und der FED im Iran verheizt wird. Es ist ja das Schöne an einer großen Koalition, man kann das Grundgesetz ändern, wann und wie man möchte und Gesetze beschließen, wie man möchte, gibt es doch keine Opposition, die das verhindern könnte.

Das es in der Bundeswehr auch Scharfmacher a la Petraeus gibt, ist kein Geheimnis. Das wirft für mich eine Frage auf, über die ich bereits seit Jahren grübele. Was ist so attraktiv am Militär? Sind es die schneidigen Uniformen? Ist es der knappe Kommandoton? Ich verstehe es nicht. Die, die den Mund am weitesten aufreißen, die Spitzenoffiziere, sind selten in vorderster Front zu finden, denn dort ist es ja viel zu gefährlich. Man braucht sie schließlich, ihr strategischen Können, ihre kühle Planung, wenn sie eine Kompanie opfern, um einen kleinen strategischen Vorteil zu erringen. Dafür bekommen sie dann noch Lametta an die Brust geheftet. Was ist so faszinierend an Menschen, deren Beruf es ist, andere Menschen abzuschlachten und zu verstümmeln?

Ich denke immer, die Völker wollen keinen Krieg, nur ihre Regierungen und natürlich die Waffenproduzenten und Banker. Um die Bevölkerung für den Krieg zu gewinnen, werden dann PR-Kampagnen gestartet, ein Feuer entfacht, das mit den dicksten Lügen einen Brandherd erzeugt. Das ist wie bei einem Waldbrand. Jemand legt Feuer, dann soll die Jugend den Brand löschen, losgelöst von der Frage, wie viele dabei draufgehen und selten ist der Brand wirklich unter Kontrolle zu bringen. Zurück bleibt nur verbrannte Erde.

Frauen, so sagt man, seien viel friedlicher als die Männer. Hätten die Frauen die Macht, würde Frieden herrschen, kann man oft in den Frauenzeitschriften lesen. Aber meine Damen. Sie haben die Macht und hatten sie immer. Es ist ganz einfach. Baggert sie jemand an und sie sind auch im Prinzip bereit, sich anbaggern zu lassen und er outet sich dann als Soldat oder gar als Offizier, dann müssen sie nur den Kopf über die Lenden siegen lassen. Vier kleine Worte würden reichen: "Scher Dich zum Teufel!" Stellen sie sich das vor, kein Mann mit militärischen Ambitionen bekommt eine Frau ab. Es gäb keine Kriege mehr, wenn sie diese vier kleinen Worte aussprechen würden. Denn sagen sie nicht auch immer, der Mann wolle immer nur das Eine und er denke mit dem Unterleib? Vielleicht denken sie mal darüber nach.

Nein meine Damen, sie sind nicht friedfertiger als die Männer. Frauen drängen verstärkt dazu, eine militärische Laufbahn einzuschlagen, Frauen wie Condoleezza Rice oder Angela Merkel sind ohne Hemmungen bereit, die halbe Bevölkerung in den Tod zu schicken, wenn es ihren politischen Ambitionen entspricht. Frauen sind an den Folterungen in Abu Graib und in Guantanamo genau so beteiligt, wie Männer. Frauen sind nicht schlechter als die Männer, aber auch keinen Deut besser.