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Erstelldatum: 13.06.2012

Oswald Metzger

Einige Zeit war es still um ihn, um Oswald Metzger, den ehemaligen Finanzexperten der Bundestagsfraktion der Grünen. Noch gilt er als Finanzexperte, jetzt, nachdem er in der Bundestagsfraktion der Grünen abgesägt wurde, eben in der Landtagsfraktion in Baden Württemberg. Nun hat er sich in der Presse zurückgemeldet. Metzger pöbelt gegen Sozialhilfeempfänger, meint der Spiegel zu seinen neuesten Äußerungen.

Im Zusammenhang mit seinen Äußerungen sollte man mal die Person Oswald Metzger betrachten. Von 1976 bis 1982, also sechs Jahre hat er Rechtswissenschaften studiert, aber keinen Abschluss gemacht. Interessant wäre zu wissen, ob es dafür einfach nicht gereicht hat. Überspringen wir einfach die Zeit, die er Inhaber eines Schreibbüros (1980 bis 1986) war und wenden uns lieber seiner politischen Karriere zu.

Von 1974 bis 1979 war er Mitglied der SPD. Ab 1987 hat er dann bei den Grünen angeheuert. Erste politische Erfahrungen sammelte er im Kreistag von Biberach und von 1980 bis 2002 als Gemeinderat (Unabhängige Liste) von Bad Schussenried. Dort hat er wohl gelernt, dass man auf dem aus Worthülsen bestehendem See der Ignoranz am besten oben schwimmt, wenn man die geläufigsten Worthülsen ins eigene Repertoire übernimmt und bei jeder passenden Gelegenheit absondert. Damit hat er sich wohl auch den Einzug 1994 in den deutschen Bundestag gesichert, dem er so lange angehörte, bis seine Grundanwartschaft für die Renten erfüllt war, nämlich 8 Jahre. Er war Finanzpolitischer Sprecher der Grünen und galt (und gilt noch) als Finanzexperte. nebenher ist er ehrenamtlich als Kurator für die INSM tätig und plädierte als einer der Ersten für ein Schulgeld.

Nun mag so mancher davon beeindruckt sein, dass er als Finanzexperte geführt wird. Doch diese Einschätzung ist leicht zu erreichen. Plappern Sie einfach den ganzen politischen Nonsens nach, der heute in der Finanzpolitik abgesondert wird, betonen Sie, dass der Staat an den Lohnnebenkosten und den Sozialausgaben erstickt, dass man der Wirtschaft Steuererleichterung verschaffen muss, dass die Deutsche Wirtschaft international nicht konkurrenzfähig ist, kurz all das, was die INSM seit dem Jahr 2000 unverdrossen in den verschiedensten Formen permanent wiederholt und Sie gelten als Finanzexperte. Wenn Sie dann noch Kurator bei der INSM sind, macht das die Sache noch einfacher, denn man gibt Ihnen die fertig aufgestellten Reden, unterstützt mit statistischen Halbwahrheiten, vom Institut für Wirtschaft in Köln maßgeschneidert auf den jeweiligen Auftritt zurecht frisiert.

Wie schon gesagt, Metzger war einer der Ersten, der sich über die Wiedereinführung von Schulgeld in epischer Breite ausließ. Er kann da mitreden, gehört er doch zu den Leuten, die ohne Schulgeld 6 Jahre lang studierten, vermutlich alle Förderungen in Anspruch nahm, aber keinen Abschluss vorweisen kann. Um seine Polemik zu schärfen, war er nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag (2003) 2 Jahre lang als "Fellow" der Bertelsmann Stiftung im Projekt Demografischer Wandel und als "Distinguished Fellow" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin tätig. INSM, Bertelsmann Stiftung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sind hervorragende Adressen, den ganzen Müll neoliberaler Inkompetenz von der Pike auf zu lernen.

Ich denke, Metzger ist einer der vielen Abstauber, die mit ihrer Papageienart, alles nachzuplappern, was gerade IN ist, sich die erforderliche Medienpräsenz und damit Honorare für Interviews sichern Die INSM liefert ihm die fertig aufbereiteten Themen und er bringt sie unter die Leute. Ich habe es zwar nicht gelesen (schließlich hat auch mein Masochismus Grenzen), aber ich glaube, dass sein Buch "Einspruch" auch auf dieser Welle reitet. Er lebt davon, wie viele andere außer ihm, einen großen Teil der Bevölkerung zu beschimpfen, zu diskriminieren und scheut sich auch nicht, häufig den Begriff "Eigenverantwortung" zu verwenden, obwohl das für Ihn wohl ein Fremdwort sein dürfte, denn Eigenverantwortung setzt Verantwortung voraus und das ist etwas, was Leute wie wohl nie verstehen werden. Für ihn zählt nur, dass er von sich hell begeistert ist.

Man munkelt, dass er vielleicht bei den Grünen austritt und in die CDU wechselt. Die werden sicherlich überglücklich über einen solchen Zuwachs sein aber mir graust bei der Vorstellung, er könnte sich auch noch zum Klimaexperten mausern. Dann würden wir vielleicht mit der These konfrontiert, dass Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger die eigentlichen Verursacher des Klimawandels sind. Und Angela würde dann wohl ernsthaft versichern, dass man das genauestens untersuchen müsse, denn mit dem Klima sei nicht mehr zu spaßen.