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Erstelldatum: 27.05.2008

Mail an Gottfried Ludewig

Die folgende Mail habe ich an die Adresse der Jungen Union, Landesverband Berlin geschickt:


Wegen fehlender Mailanschrift auf diesem Wege ein Schreiben an Gottfried Ludewig. Ich denke, dem Empfänger ist es ein Leichtes, Herrn Ludewig dieses Schreiben zuzustellen.

Da gibt es in der Jungen Union, im Landesverband Berlin einen jungen Mann mit Namen Gottfried Ludewig. Ein ehrgeiziger junger Mann mit politischen Ambitionen. Ein junger Mann, der bisher in seinem Leben noch nichts Produktives geleistet hat, was ihn aber nicht hindert, Urteile über Leistung und Leistungsträger zu fällen.

Und da gibt es eine Selbstdarstellung der jungen Union Berlin, in der unter der Überschrift "Wir haben Grundsätze" etwas von einem christlich geprägten Menschbild steht, von Aufgeschlossenheit, von der Ablehnung von Intoleranz und ähnliche hehre Leitgedanken.

Um ehrlich zu sein, mir wird schlecht, wenn ich diesen Schmus lese, geschrieben von Leuten, die in ihrem bisherigen Leben nichts anderes geleistet haben, als die Schulbank zu drücken und den Steuerzahler mit den Kosten für ihre Ausbildung zum intoleranten und einseitig gepolten, aber karrieregeilen Politiker zu belasten. Aber die TU Berlin scheint eine Brutstätte von Leuten zu sein, die glauben, mit verhetzenden Verbalattacken ihre Karriereambitionen beschleunigen zu können, denn, wenn ich richtig informiert bin, studiert ja auch der inzwischen zum Bundestagsabgeordneten avancierte Philipp Mißfelder an der TU Berlin, der sich in ähnlicher Form wie besagter Herr Ludewig während der Gesundheitsreform über die "Alten" ausließ. Natürlich sind solche Aussagen als Sprungbrett für eine Karriere in einer Partei, die aus unerfindlichen Gründen ein "C" im Parteinamen führt, besonders fördernd, das beweist das Beispiel Mißfelder. Als Hinweis möchte ich einfügen, dass Christlich nicht an der Zahl der Kirchenbesuche oder der Zahl der gebeteten Rosenkränze gemessen werden kann, sondern ausschließlich am Denken und Handeln. Und da mache ich erhebliche Defizite bei Herrn Ludewig oder auch den christlichen Parteien aus.

Kommen wir einmal zu den freigiebig verwendeten Begriffen wie Elite oder Leistungsträger. Die in der JU Berlin weit verbreitete Ansicht über Eliten und Leistungsträger ist identisch mit den derzeitig in der Politik gedroschenen Phrasen, weitab jeglicher Realität. Leistung kann immer nur an dem gemessen werden, was man für eine Gesellschaft Produktives geleistet hat. In diesem Personenkreis sind nur wenige Politiker, so genannten Experten und wenige der als Führungskräfte der Wirtschaft bezeichnete Personen zu finden. Ein so genannter Wirtschaftsführer, der sich ausschließlich den Bedürfnissen der Großaktionäre des von ihm geleiteten Konzerns, nicht aber seinen Mitarbeitern verpflichtet fühlt, ist kein Leistungsträger, sondern einfach ein Studierter, der glaubt, das Leben mit einem Taschenrechner beurteilen zu können. Ein so genannter Experte, der sich vom Kapital und/oder den vorgenannten Wirtschaftsführern kaufen lässt, indem er verkündet, was eben diese Leute hören wollen, ist kein Leistungsträger, sondern ein Abstauber. Der einfache Schlosser, der in seinem Unternehmen (das mag sich seltsam anhören, aber seitens der Arbeitnehmer besteht noch eine Bindung zum Unternehmen, in dem er tätig ist) täglich seine Arbeit verrichtet, die der Fertigstellung eines Produktes verhaftet ist, das auf dem Markt verkauft wird, damit Steuern ermöglicht, mit denen wiederum Studierenden der Unibesuch ermöglicht wird, das ist ein echter Leistungsträger. Der Ingenieur, der Arzt, der Erfinder, u. a., das ist die echte Elite, denn mit ihrer Arbeit halten sie das System am Laufen. Die gesamte Wirtschaftsleistung wird von Arbeitern, Angestellten, Ingenieuren etc. erbracht. Würden alle auf einen Schlag ihre Arbeit niederlegen, könnte kein Politiker, kein Wirtschaftsführer und kein Experte den steilen Fall des Systems verhindern oder aufhalten. Echte Wirtschaft ist nämlich echte Arbeit und nicht das Absondern von Luftblasen.

Vorgenannter Gottfried Ludewig wird zu dieser Gattung Leistungsträger und Elite wohl nie gehören, denn er hat sich einer Laufbahn verschrieben, die vor allem durch ihre Selbstbedienungsmentalität, Inkompetenz und vorausschauende Korruption besticht, der Politik. Der Begriff "vorausschauende Korruption" mag ihnen fremd sein, deshalb erläutere ich ihn. Opportune Aktivitäten mit dem Ausblick auf einen lukrativen Posten nach Beendigung der politischen Aktivitäten wie am Beispiel bei Schröder, Clement, Müller, Tacke, Streibl, Herzog u. v. a.

Herr Ludewig hat wohl bewusst darauf verzichtet, seine Biographie mit einer Mailadresse zu versehen. Verständlich, muss er doch wegen seiner Äußerungen mit vielen Mails empörter Bürger rechnen. Ich glaube, mein Mail wird ihn dennoch erreichen, weil die folgenden Worte denjenigen, der momentan noch amüsiert diese Zeilen liest, möglicherweise doch noch ein wenig Sorge erfasst. Wenn sich plötzlich außerhalb des Medienzirkus andere, negative Konsequenzen abzeichnen.

Ich habe vor wenigen Wochen eine Kampagne zur Anzeige wegen Hochverrat gegen die Regierung organisiert. Da ist ein Strafantrag gegen Herrn Ludewig wegen Volksverhetzung eine wirklich leichte Aufgabe. Natürlich haben die Regierungs- und Parlamentsmitglieder einen recht effizienten Schutz aufgrund ihrer Immunität, ihrer Position und einer nicht immer korrekt arbeitenden Justiz.

Dieser Schutz gilt für aktive Politiker, nicht aber für nach Macht strebende Mitglieder der jungen Union.

130 StGB

Volksverhetzung

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
  1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmassnahmen gegen sie auffordert oder
  2. ie Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
  1. Schriften ( 11 Abs. 3), die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmassnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, dass Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
    1. verbreitet,
    2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
    3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
    4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
  2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.

140 StGB
Belohnung und Billigung von Straftaten

Wer eine der in 138 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 und in 126 Abs. 1 genannten rechtswidrigen Taten oder eine rechtswidrige Tat nach 176 Abs. 3, nach den 176a und 176b, nach den 177 und 178 oder nach 179 Abs. 3, 5 und 6, nachdem sie begangen oder in strafbarer Weise versucht worden ist,
  1. belohnt oder
  2. in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften ( 11 Abs. 3) billigt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Die Forderungen des Herrn Ludewig erfüllen den Straftatbestand der Volksverhetzung und gelegentlich wird man für seine Äußerungen auch zur Rechenschaft gezogen. Obwohl eigentlich nicht nötig, will ich Herrn Ludewig bis einschließlich dem 9.6. Zeit geben, sich über die Medien und mittels eines Schreibens an mich offiziell zu entschuldigen. Beides, dieses Schreiben und seine evtl. geäußerte Entschuldigung werde ich auf meiner Internetseite veröffentlichen. Ist eine Entschuldigung in vorgenannter Form bis zum angegebenen Datum nicht erfolgt, werde ich Strafantrag wegen Volksverhetzung stellen und ich könnte mir gut vorstellen, dass das auch andere Betroffene veranlasst, diese Anzeige einzureichen.

Es ist dringend geboten, dass die angegriffenen Gruppen einmal klarstellen, dass die Zeit der Tolerierung solcher Verbalattacken vorbei ist. Wir werden uns künftig gegen jede Art der Hetze mit juristischen Mitteln wehren und alles Erforderlich dafür tun, dass solche Hetzkampagnen in Zukunft nicht mehr mit einem Abgeordnetensitz wie im Falle Mißfelder belohnt werden. Ich werde über dieses Schreiben auch die Fraktion der CDU im Bundestag informieren und dabei darauf hinweisen, dass solche Aussagen auch parteischädigend sind, schließlich ist die Gruppe der Rentner eine der größten Gruppen der CDU-Wähler.

Gert Flegelskamp
Rhönstr. 17
63071 Offenbach
eMail: gert@flegel-g.de