Ist die Presse nur noch Erfüllungsgehilfe der Politik?

In Form einer Pressemitteilung habe ich an verschiedene Presseorgane die Information versendet, dass sich der Widerstand der Büger formiert, indem sie via Internet auf der Internetadresse
http://www.flegel-g.de/index-verfassungsklage.html Geld für eine Verfassungsbeschwerde sammeln.

In der Vergangenheit, als die Begriffe "unabhängig" und "überparteilich" bei den Presseorganen noch Bedeutung hatten, wäre diese Information den Reportern noch einen möglicherweise kritischen Bericht wert gewesen und man hätte die Entwicklung beobachtet, um evtl. über den Ausgang der Initiative zu berichten. Ein Thema übrigens, an welchem weite Kreise der Bevölkerung interessiert sind. Damit hätten sie die Information über die Initiative verbreitet und damit auch eine Beschleunigung des Verfahres ermöglicht. Aber das waren die Reporter von früher. Die heutigen Reporter scheinen kritische Berichterstattung nur noch daran zu messen, wie man in der Politik schwarz gegen rot und grün gegen gelb gegeneinander ausspielen kann, ohne auf einer inhaltlichen Diskussion zu bestehen.

Wenn hingegen ein von der Politik als Guru hochgejubelter Scharlatan wie Prof. Rürup mit neuen antisozialen Vorschlägen kommt, springt die Pressemaschinerie voll darauf an. Nirgendwo fehlen die Informationen. Lediglich die kritisch Betrachtung fehlt. Das war schon so, als Rürup einen 50-Jahresplan in Sachen Rente als unabänderlich vorstellte und er nirgend als Scharlatan entlarvt wurde, obwohl jeder halbwegs intelligente Mensch klar erkennen muss, dass ein für 50 Jahre entwickeltes Rentenmodell in den Bereich der Science-Fiction, aber nicht als Berechnungsgrundlage für politische Grausamkeiten an dem Teil der Bevölkerung gelten darf, der keine Möglichkeiten mehr hat, Gegenmaßnahmen zu treffen, den Rentnern. Die Presse hat das Modell einmütig übernommen, es wurde nicht angezweifelt, sondern stattdessen sogar eine Hetzjagd Alt gegen Jung gefördert.

Fehlt Ihnen, meine Damen und Herren Reporter, Moderatoren oder was auch immer Sie sein mögen, die Vorstellungskraft, sich Rürup 1 Jh. früher mit einer 50 Jahresprognose vorzustellen und dann in Ihre Überlegungen einzubeziehen, dass in dem Modell dann 2 Weltkriege, das Ende der Kaiserherrschaft und der Börsenkrach von 1929 unberücksichtigt geblieben wäre?

Gab es da nicht von den Wirtschaftsweisen, zu denen ja Herr Rürup gehört, Prognosen vor dem 11. September 2001, die in sich zusammenfielen wie ein Kartenhaus, als die Türme des World-Trade-Center einstürzten? Ein einziges Geschehnis hat weltweit alle Prognosen über den Haufen geworfen, Börseneinbrüche verursacht und einen Sturm in der Weltwirtschaft entfacht. Und da helfen Sie dem Gaunerpärchen Rürup und Schmidt eine 50-Jahresprognose als unabänderliche Größe darzustellen? Es entlastet Sie auch nicht, dass der Gauner der Gegenseite (Seehofer), mitverantwortlich für das Desaster, verbal dieses Gaunerpaar unterstützt.

Jetzt hat sich dieser Hellseher wieder zu Wort gemeldet. Eigentlich hat er nichts Neues gebracht, sondern die abgedroschene Vorstellung von Angela Merkel einer total ungerechten Kopfpauschale als KK-Beiträge aufgenommen. Aber er ist schließlich Professor und als solcher muss man das Modell entsprechend komplizieren, möglichst viel Verwaltungsarbeit integrieren, denn die Bürokratie will schließlich auch leben. Dann nennt man einen Betrag, ist sich aber klar, dass es Menschen gibt, die das nicht zahlen können, also kriegen die was zurück und als mögliche Alternativen zahlen entweder die einen einen weiteren Solidarzuschlag oder man erhöht die Mehrwertsteuer, um die Finanzierung für die Rückzahlung an die bereits Gebeutelten zu sichern. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre für ihn wohl der probate Weg, käme doch damit wesentlich mehr in die Kassen, als man für die Finanzierung braucht und, ein guter Trick, diejenigen, die man so unterstützt, zahlen dann über die Mehrwertsteuer einen großen Teil der Finanzierung zurück.

Gibt es irgendwo einen empörten Bericht eines Presseorgans? Ich habe keinen gefunden. Nein, unsere heutige Presse, das sind zahme Papiertiger, die ungefiltert fressen, was ihnen Politik, Wirtschaft und sogenannte Experten vorwerfen. Nein, das ist nicht mehr die Presse, die es noch vor 50 Jahren gab. Sie sind zu Erfüllungsgehilfen einer politischen Clique geworden, die jedes Gefühl für Anstand und Verantwortlichkeit verloren hat.

Gert Flegelskamp

PS: Wie ich das fast immer praktiziere, werde ich diesen Beitrag auf meiner Internetseite www.flegel-g.de veröffentlichen, zusammen mit der Mailadressen der Presseorgane, die ich angeschrieben habe.

Liste der Presse-Mailadressen