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Erstelldatum: 08.03.2007

Kein Klimawandel?

Nachdem ich in zwei Berichten auch das Problem mit der globalen Erwärmung angesprochen habe, dabei im ersten Bericht ein wenig ironisch auf die Veröffentlichung eines Professors einging, der das ganze "Theater um den Klimawandel" als ausgemachten Blödsinn beschreibt, bekomme ich von verschiedenen Seiten Zuschriften mit Verweisen auf Internetseiten, welche den Klimabericht ebenfalls als Unsinn definieren. Mehrfach wurde dabei die Seite Der Spatz im Gebälk angeführt, in welcher wissenschaftlich untermauert angeführt wird, dass es keinen Klimawandel gibt.

Was soll ich sagen? Gegen die mit chemischen Erklärungen gespickten Aussagen kann ich mit meinem nicht einmal zum Halbwissen gereichenden Kenntnissen über die Chemie oder Klima-Zusammenhänge eigentlich nichts anführen. Oder doch? Vielleicht. Ich gebe viel auf mein Gefühl und das sagt mir, dass eine Veränderung des Klimas stattfindet. So habe ich mich als Kind jedes Jahr auf den Winter gefreut, den es damals noch gab und der zu Schneeballschlachten und zur Schlittenfahrt einlud. Später als Autofahrer und heute als jemand, der kein Auto mehr hat, sondern das ganze Jahr mit dem Motorrad seine über 100 m vom Hauseingang hinausgehenden Wege erledigt, stimmt mich das Fehlen von Schnee nicht besonders traurig, dennoch registriere ich den Umstand.

Als ich von Wuppertal nach Frankfurt umgezogen bin, habe ich eine Zeitlang in einem Vorort von Frankfurt gewohnt. Im Sommer an einem eigentlich klaren Tag offenbarte mir der Blick am frühen Morgen auf die Stadt Frankfurt dann eine Stadt, die unter einer Dunstglocke lag, einer Käseglocke gleich. Jeder Laternenparker weiß, dass sein Fahrzeug sehr schnell schmutzig wird, auch wenn er es einige Tage nicht bewegt hat. Man bemerkt es heutzutage nur noch nach einem Urlaub, vorausgesetzt, man verbrachte ihn an einem Ort mit wenig Autoverkehr, welch ein Unterschied die klare reine Luft in einem Bergdorf (als Beispiel) im Verhältnis zu der abgestandenen stickigen Luft einer Großstadt ist.

Weltweit werden jedes Jahr Millionen Tonnen Dreck in die Luft geblasen, Millionen Tonnen Schmutz in die Meere geleitet. Aus meiner Sicht ist es verantwortungslos, mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen die Meinung zu verbreiten, dass ein Klimawandel nicht stattfindet. Eigentlich die Aufforderung, macht ruhig weiter so. Es ist genau so unverantwortlich, bei der Energiefrage für die Atomenergie zu werben, weil diese angeblich viel umweltfreundlicher ist. So, wie Atomenergie keineswegs umweltfreundlicher ist, weil die Vorbereitung (Anreicherung von Uran) Unmengen an Energie verbraucht und die Lagerung des Endproduktes (Atommüll) eine tickende Zeitbombe zumindest auf mehrere 100 Jahre in die Zukunft bedeutet. Kein Mensch weiß, welche der heutigen Zivilisationskrankheiten, beispielsweise die sich ausweitenden Allergien, auf die permanente und rücksichtslose Umweltverschmutzung zurückzuführen sind. Kein Mensch kann uns garantieren, dass nicht durch tektonische Verschiebungen auch in Deutschland oder Frankreich wieder Erdbeben entstehen, welche die Endlagerstätten für den Atommüll zurück an die Oberfläche katapultieren und die angeblich sicheren Behälter platzen lassen wie Eierschalen.

Der Mensch weiß über die geophysikalischen Zusammenhänge der Erde so gut wie nichts. Er weiß nichts über die absoluten Zusammenhänge und die Regenerationsfähigkeiten der Erde, der Luft und des Wassers. Er weiß zwar, dass Pflanzen für die Photosynthese Kohlendioxide aufnehmen und in Sauerstoff umwandeln. Nicht umsonst werden die Regenwälder als die "grüne Lunge" des Planeten bezeichnet. Aber mit der Zunahme der Schadstoffbelastung wird gleichzeitig Raubbau bei den Wäldern betrieben. Ob Contergan, Formaldehyd (bei Holzlasierung) oder FCKW, immer gab es schlaue Menschen, welche die schädigende Wirkung weit von sich gewiesen haben. So, wie noch heute die schädigende Wirkung der Anwendung von Pestiziden zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft herunter gespielt wird, oder die Gefahren der Gentechnologie als unsinnige Panikmache bezeichnet wird.

Möglich, dass die gefühlte globale Erwärmung lediglich ein kurzes Zwischenspiel der Natur ist. Es stellt sich aber die Frage, ob wir uns diese Einstellung leisten können. Was, wenn es eben doch einen Klimawandel gibt und wir ihn völlig ignorieren, weil einige Apologeten ihn als Unsinn bezeichnet haben? Doch selbst, wenn wir uns geirrt haben, kommt es den Menschen und ihrer Gesundheit mit Sicherheit zugute, wenn er weniger Dreck in die Luft bläst und weniger Dreck in die Flüsse und damit die Meere leitet.

Auch die angegebene Begründung, dass der Klimabericht nur der Wirtschaft dienen soll, halte ich für unsinnig. Schließlich hat die Wirtschaft keine Vorteile davon, wenn sie zusätzliche Kosten für die Verringerung der Schadstoffeinleitung in die Umwelt aufbringen muss. Sie muss schließlich diese Zusatzkosten an den Verbraucher weiterleiten, ohne zu wissen, ob der das ohne weiteres hinnimmt.

Für die Natur ist ein Klimawandel kein Beinbruch. Sie gleicht das in den nächsten paar hunderttausend Jahren leicht wieder aus, verbunden mit dem Vorteil dass das fehlgeschlagene Projekt "Mensch" als unwichtiges Ereignis in die Annalen der Erdgeschichte eingeht, ein Experiment, dass sich von selbst erledigt hat. Oder sollte ich besser sagen, dass sich selbst erledigt hat?