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Terrorismus

Ein erschreckendes Phänomen unserer Zeit ist der Terrorismus. Kein neues Phänomen, aber in der derzeitigen Ausprägung erschreckend. Da kommen vorwiegend junge Menschen, suchen einen belebten Platz, ein Gebäude oder einen Bus und dann stellt sich heraus, dass sie Bomben sind, lebende Bomben, die ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben sich in die Luft sprengen und zahllose Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung mit in den Tod reißen, andere verstümmeln und schwer verletzen. Oder sie fahren mit einem Auto unmittelbar an belebte Gebäude und sprengen sich da in die Luft, mit dem gleichen Ergebnis. Wieder werden zahlreiche Menschen getötet, oder verletzt und die Gebäude zerstört.

Fast täglich kann man darüber in der Presse lesen oder Berichte im Fernsehen sehen. Eines ist verwunderlich. Während sonst immer und überall versucht wird, Vorkommnisse zu analysieren, fehlt das bei Terror-Anschlagen völlig. Sicher, es werden Mutmaßungen angestellt. Warum gab es den verheerenden Anschlag in Madrid? Warum in Bali? warum in London? In Israel oder dem Irak stellt sich diese Frage erst gar nicht mehr. Und die Erklärungen sind simpel. Islamische Fundamentalisten wollen den Dschihad, den heiligen Krieg gegen die westliche Welt, wollen Unruhe und Zerstörung gegen alles, was pro westlich ist.

Die Erklärungen sind simpel, zu simpel, finde ich. Deshalb sollten man sich zunächst mal fragen, was junge Menschen bewegt, so entschlossen ihr eigenes Leben einfach weg zu werfen, für ein fragwürdiges Ziel. Mit religiösem Fanatismus alleine ist das nicht zu erklären, denn dann gäbe es immer wieder welche, die im letzten Moment vor diesem Schritt zurückschrecken. Doch das passiert nicht, Warum? Nun, ich glaube, sie sind Opfer, genau so wie die Menschen, die sie mit in den Tod reißen oder schwer verletzen. Opfer von skrupellosen Führern, die sie manipulieren, einer Gehirnwäsche unterziehen.

Menschen (alle) manipulieren und werden manipuliert. Das beginnt in der Familie und endet beim Staatswesen. Je höher jemand in der Hierarchischen Struktur angesiedelt ist, desto stärker der Drang, andere zu manipulieren und umso geringer die eigene Angriffsfläche für Manipulation. Also muss man zunächst das Wesen der Manipulation ein wenig näher betrachten. Die einfachste und am meisten genutzte Variante ist ein Versprechen. Nehmen wir als Beispiel Weihnachten. "Wenn Du schön brav bist, bringt Dir das Christkind auch das Geschenk, das Du Dir wünschst". Damit manipulieren Eltern ihre Kinder in der Vorweihnachtszeit, um ein wenig weniger Quirligkeit und Widerborstigkeit bei den Kindern zu erreichen.

Doch Papa und Mama werden in gleichem Maße manipuliert. Im Prinzip ist ihnen das auch klar, denn wenn die Werbung bei der Nutzung eines Deos Riesenerfolge bei den Menschen des anderen Geschlechts verspricht, weiß man, dass das eigentlich Quatsch ist. Aber man kauft es dennoch, denn möglicherweise steckt ja ein Funken Wahrheit darin. Genau auf dieser Basis funktioniert Werbung, ein Appell an geheime Wünsche und das Versprechen, sie zu erfüllen.

Millionen Menschen geben jede Woche ihren Lottoschein ab, nur auf das Versprechen hin, mit ein wenig Glück steinreich zu werden. Aber ein wenig Glück ist dabei nicht richtig, denn es gehört schon eine Menge Glück dazu. Es ist das Gleiche, als wolle man aus einem großen Glas, gefüllt mit mehr als 13 Millionen Erbsen, eine bestimmte Erbse herausfischen, die sich äußerlich nicht von den anderen unterscheidet. Natürlich könne Sie gleich eine Handvoll Erbsen herausnehmen müssen aber für jede herausgenommene Erbse zahlen, leider auch dann, wenn die ersehnte Erbse nicht dabei ist. Es ist das vage Versprechen auf Reichtum, das ausreicht, dass Menschen mehr oder weniger regelmäßig einen unterschiedlich großen Teil ihres Geldes dafür ausgeben, ab und zu mit einem Kleingewinn belohnt. Und natürlich die Hoffnung des Manipulierten, dass sich das Versprechen für ihn erfüllt.

Im Sport sieht Manipulation ein wenig anders aus. Dort muss Motivation erzeugt werden, der Wille, zu gewinnen, koste es was es wolle, doch am Ende steht meistens auch ein Versprechen. In der Vergangenheit war es die Ehre, wenn man es an die Spitze gebracht hatte. Heute ist auch dort die Antriebsfeder mehr oder minder stark das Materielle. Aber hier geht es schon ein wenig weiter. Um das Ziel, im Wettkampf zu siegen, zu erreichen, werden teilweise Medikamente eingenommen, mit der die physische Grenze durchbrochen werden soll, meist mit nicht unerheblichen Folgeschäden bei häufiger Wiederholung. Das passiert nicht so freiwillig, wie man denken mag. Von Verein und Trainer, oft aber auch durch die Familie wird ein Leistungsdruck erzeugt und während auf der einen Seite versucht wird, durch Kontrollen dieses Doping zu verhindern, forschen auf der anderen Seite Leute, wie man die Kontrollen austricksen kann.

Bei Militär ist die Manipulation noch ausgeprägter. Hier gilt es, im Kriegsfall die Menschen dahin zu bringen, dass sie fast alle Schweinereien ohne zu fragen ausführen, wenn es ihnen befohlen wird. Das, was mit dem beschönigenden Wort "Drill" bezeichnet wird, ist schon eine tief greifende psychische Gehirnwäsche, bei Tieren als Domestizierung oder Domestikation bezeichnet. Doch das reicht noch nicht Um einen Krieg zu führen, muss ein Feindbild her. Der Feind ist widerlich und muss vernichtet werden. Selten ist dabei die Manipulation so offensichtlich wie im Falle des Irak-Krieges durch die amerikanische Administration. Während in anderen Ländern der Vorgang mehr oder weniger kritisch betrachtet wurde, hatten in den USA die Medien den Auftrag, das Stimmungsbild in den USA für einen Krieg vorzubereiten. Die Regierung konnte das sicher nicht erreichen, wohl aber die finanzstarken Kapitalgruppen, die sich davon erhebliche Profite versprachen. Kapitalgruppen mit den Schwerpunkten Energie, militärischen Gütern und Finanzwesen. Und natürlich haben sie auch die Macht bei den Medien, denn an diesen Maipulationsinstrumenten ist fast jeder beteiligt, der über entsprechendes Kapital verfügt.
Der Drill bei Militär hat in etwa die gleiche Wirkung wie Posthypnose. Kommt es Jahre nach der militärischen Ausbildung zum Krieg, passiert das Gleiche wie bei den berüchtigten Schläfern unter den Agenten. Die Soldaten werden reaktiviert. Handeln ohne zu denken, nie den Befehl eines Vorgesetzten in Frage stellen, das ist die Devise. Perfekte Marionetten, für die der Feind auf der anderen Seite die Wurzel allen Übels ist, nicht der Bäcker, der Metzger oder welchen Beruf er ansonsten im normalen Leben ausübt. Man stürmt vor tötet ohne Mitleid und ohne sich zu fragen, warum und genau so wird man getötet. Ob Mann, Frau oder Kind, das fällt nur beim ersten Mal schwer und der Bomberpilot stellt sich diese Fragen erst überhaupt nicht. Man trägt eine Uniform und hat aufgehört, Mensch zu sein. Man ist ein Instrument, ein Instrument des Staates. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Gruppendynamik. Wenn beim Sturm auf eine Stellung die Soldaten wie die Fliegen im feindlichen Feuer fallen, ist es die Gruppe, die die Übrigen dennoch vorwärts treibt und damit den Selbsterhaltungstrieb überlagert.

Das damit verbundene Zeremoniell ist nichts, als die Glorifizierung und Heroisierung von Vorgängen, die beiden Seiten nur Schäden zufügen, nur, um die Interessen bestimmter Gruppen und bestimmter Politiker zu befriedigen. Auch das Gerede vom Vaterland ist Teil der Manipulation, einer seit tausenden von Jahren wirksamen Manipulation. Dass bei vielen "Veteranen" die Folge bleibende psychische Schäden sind, ist auch kein Geheimnis.

Wenig bekannt ist, dass Geheimdienste und hier wieder in führender Rolle die CIA Unsummen für Forschungen auf dem Gebiet psychischer Manipulation unter Mitwirkung von Psychiatern, Psychologen, Pharmazeuten und Genetikern ausgeben. Das Gebilde des idealen Soldaten ist der Wunschtraum aller hohen Militärs. Und jeder Geheimdienst verfügt über perfekt ausgebildete Attentäter, die ohne zu fragen Befehle ausführen und Attentate ausführen, gleichgültig, wie viele Menschen dabei draufgehen.

Doch auch das reicht noch nicht aus, zu erklären, warum die "lebenden Bomben" so bereitwillig in den Tod gehen. Ich glaube, dass man dabei auf Praktiken zurückgegriffen hat, die Jahrhunderte alt sind. Dazu sollte man einen Bericht von Marco Polo hervor kramen, einen Bericht über die Sekte der Assassinen, angeführt von dem Führer Hasan ibn al-Sabbah. Die Assassinen waren in der Zeit von 1008 bis 1270 eine legendenumwobene, militante ismailitische Sekte des Mittelalters im Orient, die durch Berichte von Kreuzfahrern und später durch Reisende wie Marco Polo in Europa bekannt wurde. Hasan ibn al-Sabbah war Perser und wurde im Persischen Hassan-i Sabbah genannt. Er galt auch als "der Alte vom Berg".

Hassan-i Sabbah hat sich nach Überlieferungen schon früh mit religiösen Studien beschäftigt haben und bei den Fatamitiden (Nach der Spaltung der Muslime in Sunniten und Schiiten, wurden letztere von Imamen geführt, die Nachkommen des Ali ibn Abi Talib und der Fatima waren. Die Fatamitiden wurden von Imamen angeführt) einen Treueid auf den Imam abgelegt haben.

1090 soll er mit einer List die als uneinnehmbar geltende Burg und Festung Alamut erobert haben, die dann sein Domizil wurde. Dem Bericht von Marco Polo zufolge betäubte er (sehr) junge Männer mit Opium und brachte sie in eine unzugängliche Gartenanlage, die Alamut angeschlossen war. Dort wurden sie festlich bewirtet und von schönen Jungfrauen betreut, so dass sie sich in dem vom Propheten Mohammed versprochenen Paradies wähnten. Anschließend, erneut betäubt, wurden sie zu dem Burgherrn Hassan-i Sabbah gebracht, der sie zu Fida'i ausbildete. Ihnen wurde verheißen, nur durch den Heldentod würden sie in das ersehnte Paradies zurück gelangen. damit hatte "der Alte vom Berg" Attentäter, die jeden beauftragten (meist politischen) Mord ausführten.
Die Assassinen setzten als hauptsächliches Kampfmittel den politischen Mord an Herrschern ein. Tatwaffe war dabei der Dolch. Die Attentäter sahen sich als Märtyrer und nahmen den eigenen Tod in Kauf. Für ihre Zeitgenossen war es unverständlich, dass sie nach dem Mord keinen Fluchtversuch unternahmen und sich der Rache von Anhängern des Ermordeten aussetzten. Hintergrund war eine starke ideologische Überzeugung mit dem Ziel einen "Gottesstaat" zu errichten.

Betrachtet man die Art des heutigen Vorgehens dieser islamischen Terroristen, fallen die Parallelen ins Auge, nur, dass heute die Möglichkeiten zur Fanatisierung der jungen Menschen weitaus größer sind. Auch sie sehen sich als Märtyrer und glauben an "ihre Mission" und daran, dass sie danach ins Paradies gelangen. Dazu werden sie von klein auf indoktriniert. Sie sind die "Assassinen" der Neuzeit, Instrumente skrupelloser machtgeiler Führer, die ganz andere Ziele verfolgen, als man den Attentätern vorgaukelt. Die Selbstmordattentäter sind nur Opfer, denen man ein Feindbild und den Glauben eingepflanzt hat, damit im Sinne Allahs zu handeln. Mit modernsten Mitteln nach uralten Methoden. Tödliche Instrumente im skrupellosen Kampf um Macht.

Erstaunlich für mich ist, dass keine Analyse der Attentäter erfolgt, ihre Motivation nicht erforscht wird. Aber möglicherweise wären die Ergebnisse einer solchen Analyse unerwünscht. Vielleicht braucht man die Unruhe in der Ölregion und sorgt bewusst dafür, dass sie nicht aufhört, weil es ja für die Verteilung der Ölreserven nützlich ist. Schließlich braucht man einen Beweis, dass die Menschen dort unfähig zur Demokratie sind und unfähig, miteinander statt gegeneinander zu leben. Manipulation eben, nichts Besonderes, gehört sie doch zum täglichen Leben und geschieht unaufhörlich.