Navigation aus    Navigation an

In eigener Sache

Tränen sind mir in die Augen geschossen, als ich heute eine Mail an mich (kurz Mam) geöffnet habe. K R I T I K ?? So ungewohnt. Bei der Sache, dass ich noch nicht im neuen Jahrtausend angekommen sei, kann ich mich ja vielleicht noch heraus reden, indem ich behaupte, dass ich weder nach dem gregorianischen noch nach dem julianischen, sondern nach dem chinesischen Kalender lebe, in welchem kein Jahrtausendwechsel stattfand.

Dankbar war ich natürlich für die Aufklärung, dass Bürger eigentlich nur eine Steigerung von Burg ist und ich habe versucht, die Deklaration weiter zu führen:

  • Burg
  • Bürger
  • am Bürgesten?? Nein, besser Bürgerschaft (oder vielleicht kurz Bürgschaft?), denn auch im frühen Mittelalter war es so, dass die Bürger
    1. nicht in der Burg, sondern im Umfeld der Burg lebten
    2. für die Burgherren schaffen mussten (die Rechtschreibung war damals noch ein wenig anders, deshalb -schaft mit nur einem f)
    3. Das Fußvolk für die Raubzüge der Burgherren stellen mussten (Burg = Bewaffnete unersättliche Raubritter-Gesellschaft)
Somit ist auch gleichzeitig mein Staatsverständnis erklärt (was früher die Burg, ist heute Berlin bzw. ein bestimmter Teil von Berlin).

Mit meinem Rechtsverständnis, vor allem bezogen auf das Grundgesetz und hier im Speziellen auf den Artikel 1 Abs. 1 (Die Würde des Menschen ist unantastbar) ist das schon ein wenig komplizierter, denn damit ist ein Menschbild verbunden. Legt man das biblische Menschbild zugrunde, dann ist der Mensch ja die Krone der Schöpfung und damit ergibt sich automatisch eine Verfassungsdefinition wie im GG, Art. 1, Abs. 1, auch bei dieser Ersatzverfassung. Betrachtet man hingegen die Vorgänge auf dieser Welt, dann kommen einem am biblischen Menschbild schon Zweifel. In diesem Fall muss man "die Würde" als eine Charaktereigenschaft begreifen. Ein Charaktereigenschaft, die offensichtlich ein ungeheurer Luxus ist, der Luxus, auf den vor allem Menschen bei stark steigenden Einkommen oder Vermögen zu der Ansicht kommen, sich diesen Luxus nicht leisten zu können, ja, mitunter sogar gänzlich auf Charakter verzichten.

Wie aber ist dieser Artikel überhaupt ins GG geraten? Wirft man einen Blick in die UN-Charta für Menschenrechte, wird man nicht nur Art. 1, Abs. 1, sondern auch Art. 12 dort wieder finden. Im Grunde ist der unter 1 aufgeführte Punkt, die Frage nach der Geschichte falsch, denn das GG war ja ein in die Zukunft gerichtetes Gesetzeswerk, dazu bestimmt, die jüngste Geschichte nicht zu wiederholen. Punkt 3 ist möglicherweise eine falsche Betrachtungsweise, da meine Definitionen des Art. 1 Abs. 1 ja ohne direkte Auswirkungen bleiben. Hier sollte der Blick schon eher auf die jeweilige Rechtsprechung und die Interpretierfreudigkeit unserer Justiz gerichtet werden. Dort haben nämlich die Interpretationen auch direkte Auswirkungen. Die Aussage bzgl. der Überalterung dess GG ist irrelevant. Die Mehrheit der Menschen in diesem Staat hätte keine Einwände, wenn Art. 146 verwirklicht würde, dass nämlich eine vom Volk abgestimmte Verfassung das GG ablöst. Das war ursprünglich schon für den Zeitpunkt der Wiedervereinigung vorgesehen, aber da wollen die Politiker nicht mitspielen. Sie passen lieber das GG dem Unrecht an.

Den Punkt 2 habe ich bewusst nach hinten verlagert, weil die Fragestellung nach der Würde von Massenmördern und Terroristen ja auch in Verbindung mit der Würde der Opfer gestellt wird. Ich finde dabei die Aufzählung ein wenig begrenzt. Wenn die Opfer des World Trade Center angesprochen werden, sollte man auch an die Opfer in Afghanistan und im Irak erinnern, Opfer, die genau so unschuldig waren wie die Opfer des World Trade Center. Aber ihre Zahl war größer und es waren Kinder dabei. Der Zusammenhang von Opfer- und Täterwürde ist sehr weit hergeholt, denn die Würde des Menschen ist eine individuelle Angelegenheit oder anders gesagt, manche Menschen haben ihre Würde anderen, meist einträglicheren Werten geopfert. Mein Hang zur Spekulation (bei Worten) lässt mich darauf schließen, dass hier evtl. auf den Foltervorwurf, international in Abu Graib und Guantanamo, regional an den hohen Polizeibeamten im Fall der Ermordung des Bankierssohnes angespielt wird.

Nun, ich halte Folter nicht nur für nicht mit der Würde des Menschen vereinbar, sondern zusätzlich für ein Mittel zur Manipulation und kann das auch begründen. Hier lohnt sich schon ein Blick in die Geschichte, z. B. die Geschichte der Hl. Inquisition mit ihren Hexenverbrennungen. Es war so einfach, Täter bzw. Täterinnen zu finden. Man unterzog die Beschuldigten der strengen Befragung. Gestanden sie, dann waren sie schuldig, denn sie hatten ja alles zugegeben. Gestanden sie nicht, waren sie auch schuldig, denn die Qualen der Folter ohne Geständnis konnten nur Menschen durchhalten, wenn sie mit dem Teufel im Bunde waren. Es war übrigens für die Kirche eine lukrative Zeit, konnte sie doch in dieser Zeit ihren Grundbesitz erheblich vergrößern.

Auf die heutige Zeit bezogen muss man zwischen zwei Arten der Folter unterscheiden: physische und psychische Folter. Wäre Folter erlaubt, würde manch ein Unschuldiger für eine Tat büßen, während der Täter weiter frei herum läuft und unter Umständen weitere Verbrechen begeht. Das hängt mit der unterschiedlichen Belastbarkeit der Menschen zusammen. Wenig belastbare Menschen würden bereits nach kurzer Zeit zusammenbrechen und alles gestehen, was die Verhörenden hören wollen. Dass dabei dem Verhörten im Prinzip die Worte seines Geständnisses in den Mund gelegt werden, liegt in der Natur der Sache. Es gäbe weniger unaufgeklärte Fälle und mehr unschuldig Verurteilte. Abu Graib oder Guantanamo sind probate Beispiele für Folter und Manipulation. In beiden Fällen geht es nicht um Geständnisse der Gefangenen, sondern um die bewusste Erniedrigung der Gefangenen, die es wagen, ein anderes Weltbilt als die Sieger der völkerrechtswiedrigen Kriege in Afghanistan und im Irak zu haben. In Guantanamo wird bestehendes Recht der USA und des Völkerrechts bewusst missachtet, weil die Gefangenen nicht nach der Charta der vereinten Nationen als Kriegsgefangene, aber auch nicht nach amerikanischem Recht behandelt werden. Falls Sie, Herr W., wissen wollen, was Verletzung der Würde ist, so sind das probate Beispiele.

Ich denke, gerade bei Sexualstraftaten stellt sich die Frage nach der Würde nicht, sondern die Frage nach dem "Warum". In der Psychologie, die seit Siegmund Freud glaubt, jede Verhaltensweise erklären zu können, geht man davon aus, dass diese Täter krank sind, ihr Triebverhalten mit einem nicht verarbeiteten Trauma der Vergangenheit zusammenhängt. Ich glaube nicht daran. Für mich sind diese Taten die Folge eines genetischen Defektes. Hier kann man wohl die Erklärung für die Wiederholungstat finden. Die Psychologen sehen zu oft jemanden als geheilt an, weil scheinbar alle Symptome seiner Krankheit verschwunden sind. Das kann an der Intelligenz des Täters liegen, der das Schema der Psychologie durchschaut und die Psychologen austrickst, es kann auch an der fehlenden Versuchung liegen. Der Lusttrieb des Menschen ist eine genetische Veranlagung. Ist diese Veranlagung gestört (genetisch bedingt), kann bei fehlender Versuchung alles wieder ganz normal wirken. Doch sobald die Gelgenheit wieder gegeben ist, werden diese Menschen wieder ihrem Trieb nachgeben.

Im nächsten Abschnitt, man beachte die gewählte Ausdrucksweise, bin ich ein erbärmliches Stück Exkrement, weil ich die Richter auf Hartz IV anspreche. Ein Exkrement ist die menschliche oder tierische Ausscheidung dessen, was der Körper aus der Nahrung nicht verwenden konnte. Muss ich nun beleidigt sein, oder ist das gar ein Lob? Was ich auf meiner Seite anprangere, sind die Exkremente der Gesellschaft, besser gesagt der gehobenen Gesellschaft, die glaubt, diese Exkremente seien für den überwiegenden Teil der übrigen Gesellschaft ausreichend. Der Schreiber, den ich nicht unbedingt als Fan meiner Seite bezeichnen möchte, verwendet nun die üblichen Plattitüden, wenn er auf die Straßen von Mogadischu oder die Irrenhäuser von Kalkutta verweist. Das die Verhältnisse dort so sind, liegt an der kolonialistischen Ausbeutung, an der sich bis heute nichts geändert hat und die mit wachsendem Eifer von allen westlichen Ländern betrieben wird. Die Zustände dort sind eine Folge der Vorgehensweise von Menschen, die für den eigenen Vorteil selbst Vater und Mutter verkaufen würden.
Was den Missbrauch bei Transferleistungen von Hartz IV-Empfängern angeht, ist der Schreiber sogar noch großzügiger in seiner Pauschalverdächtigung, als die Herren Clement oder Clever. Seine Verdächtigung zu bestreiten, würde nichts bringen. Ich sollte deshalb diese Meinung lieber mal im Umkehrschluss betrachten. Wenn 30 % bis 50 % der Hartz IV-Empfänger Missbrauch betreiben, kann sich das nur darauf beziehen, dass sie illegal nebenher Einkünfte beziehen: Aus Schwarzarbeit. Nehmen wir an, er hat Recht, dann ist das auch ein Beweis dafür dass ein noch höherer Prozentsatz der Menschen seiner Hemisphäre Betrüger sind, denn der Schwarzarbeiter braucht einen zahlungskräftigen Steuerbetrüger, der ihm einen Arbeitsauftrag gibt, aber die dafür fälligen Steuern und Sozialabgaben nicht leisten will. Steuerbetrug eben, ein gesetzlich definierter Straftatbestand.

Es gibt ohne Zweifel Hartz IV-Empfänger, die mit solchen Nebentätigkeiten ihre Einnahmen aufbessern. Auch eine strafbare Handlung, da Steuerhinterziehung und Leistungserschleichung. Aber sie haben immer einen Auftraggeber und die findet man am ehesten bei den besser Betuchten, die nicht einsehen mögen, warum sie für eine Leistung neben dem Lohn noch Steuern und Sozialabgaben abführen sollen. Es ist ein weiteres Indiz für Ausbeutung. Ausbeutung durch eine Gesellschaftsschicht, die es sich durchaus leisten könnte, statt einem Schwarzarbeiter jemanden mit Steuerkarte für diese Arbeit einzusetzen, ihn anzumelden, selbst wenn es auf 400 -Basis mit pauschalierten Abgaben ist, beispielsweise die Putz- oder Haushaltshilfe, den Gelegenheitsgärtner usw.. Es stellt sich die Frage, wer verwerflicher handelt, Auftraggeber oder Auftragnehmer.

Tja, Herr W., das nenne ich ein Eigentor. Es hat mich gerührt, dass Sie 10-mal soviel Steuern wie der Durchschnitt zahlen müssen. Es muss für Sie entsetzlich sein. Aber vielleicht wäre es sinnvoll, dem Ihr Einkommen gegenüber zu stellen, das sicher leicht über der Armutsgrenze liegt. So wie ich Sie nach Ihrem Schreiben einschätze, wären Sie längst abgedampft, wenn sie hier nicht mehr herauspressen könnten, als in einem anderen Land. Wenn Sie 10 mal soviel Steuern zahlen, muss die Frage gestattet sein, wie viel Steuern müssten Sie denn wirklich zahlen, bei einer korrekten Steuererklärung? Es ist kein Geheimnis, dass Leute Ihres Schlages in der Steuerklärung so manche Privat- als Geschäftsfahrt, so manchen Restaurantbesuch mit der Freundin oder der Frau als Geschäftsessen steuerlich absetzen und jedes vorhandene Steuerschlupfloch, ob legal oder nicht, nutzen. Egomanen eben, nur das eigene Ego befriedigend ohne gesellschaftliches Verantwortungsgefühl. Bei der Frage des Parasitentums sollte Sie sich mal vor den Spiegel stellen und sich fragen, wo die wirklichen Parasiten zu suchen sind.

Ich habe meine Tränen getrocknet, mein Lachen hat einem breiten Grinsen Platz gemacht und ich habe mich hingesetzt und die Antwort geschrieben. Ich bin da wie beim Fußball der Torjäger, der sich auch besonders freut, wenn eine Steilvorlage des Gegners den erwünschten Torerfolg bringt.