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Kommt nun Hartz V bis VIII?

Wenn ich richtig gelesen habe, hat sich Peter Hartz wieder gemeldet und möchte neue Vorschläge zum Abbau von Arbeitslosigkeit unterbreiten. Wenn das kein Grund zum Jubel ist!

Erinnern wir uns, mit Hartz I bis IV hat er bis Stichtag 1. Juni 2005 die Arbeitslosigkeit von damals 4,3 Millionen auf nunmehr 5 Millionen halbiert. Sie mögen mir verzeihen, aber in höher Mathematik bin ich eine Niete und diese Rechnung muss ja wohl mit höherer Mathematik zusammenhängen. Ich verstehe ja kaum, wie es den Statistikern gelingt, aus rund 10 Millionen konkret arbeitslosen Menschen eine bereinigte Statistik mit ca. 5 Millionen Arbeitslosen zu präsentieren.

Jetzt konnte man nachlesen, dass er sich wieder angeboten hat, neue Vorschläge zur Minderung der Arbeitslosigkeit zu machen. Natürlich wird unser aller Kanzler, Gerhard Schröder, annehmen. Welcher Kanzler und welche Regierung vor ihm hätte schon jemals derartig viel Presse gehabt, die er nur Peter Hartz zu verdanken hat.

Weiterhin kann man annehmen, dass Peter Hartz dann wieder die verantwortungsbewussten Leute um sich schart, die begeistert ihre nur auf das Wohl der Arbeitslosen gerichteten Ideen neuerlich in vier Paketen zusammenschnüren, Hartz V, Hartz VI, Hartz VII und Hartz VIII. Wieder werden intelligente und sozial eingestellte Menschen aus den Management-Etagen der Deutschen Bank, von DaimlerChrysler, von BASF, der INSM-nahen Unternehmensberatungen Roland Berger und MacKinsey, von der Market Access for Technology Services, oder der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, einige Wissenschaftler, geprägt vom tiefen sozialen Verständnis des Neoliberalismus und einige, ans Nicken gewohnte Gewerkschafter und Politiker all ihr Know How darauf konzentrieren, die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Einige Wege scheinen ja schon klar zu sein. Wenn alle Arbeitnehmer wieder 48 Stunden, oder vielleicht auch 50 Stunden in der Woche arbeiten und dabei auf Lohnausgleich verzichten, dann werden damit Arbeitsplätze geschaffen. Das hat ja schließlich Angela Merkel und eine Menge anderer Politiker bereits vorgerechnet (Moderner Dreisatz: 1 Arbeiter fertigt in 1 Woche Arbeitszeit bei 35 Std.-Woche 1.000 Stück, wiviel fertigen 10 Arbeiter in einer 50 Std.-Woche). Das könnte Hartz V werden. Mit Hartz VI könnte dann die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes in Angriff genommen werden. 1 Stunde Kündigungsfrist durch die Arbeitgeber reicht doch zum Zusammenpacken der persönlichen Habseligkeiten völlig aus. Dafür sollte dann der Arbeitnehmer nicht mehr kündigen dürfen, damit ein Ausgleich, statistisch gesehen, vorhanden ist. Hartz VII könnte dann sein, die Ein Euro Jobs auf 50 Cent zu minimieren, dafür aber den Passus "gemeinnützig" in "Gemein und nützlich" zu wandeln und jedem Industrieunternehmen die Möglichkeit zu geben, auf den Pool der 50-Cent-Jobber zugreifen zu können. Um die Pool-Bildung besser zu handhaben, sollten die künftigen 50-Cent-Jobber zusammen gefasst werden:

Damit davon Gebrauch gemacht wird, sollte der Staat für die Einbindung der Arbeitslosen in die Industrie den Zuschuss verdoppeln, also 8 bis 10 für jeden Arbeitslosen pro Stunde an die Industrie zahlen. Zusätzlich sollte der Gebrauch einer Peitsche bei offensichtlicher Arbeitsunwilligkeit statthaft sein. Für Hartz VIII fehlen mir die Ideen, aber ich bin ja schließlich nur ein einfacher Mann und kann mit dem Ideenreichtum der vorgenannten Kommissionsmitglieder nicht mithalten.

Rechnen wir nach: Im Herbst 2006 ist Bundestagswahl, dann könnten die ersten Maßnahmen der Kommission direkt nach den Wahlen präsentiert und ab Anfang 2007 realisiert werden. Freuen wir uns also auf die neue Hartz-Kommission und lassen uns überraschen, welche Ideen sie zu unserem Besten diesmal präsentieren. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn es den vereinigten Anstrengungen der Industrie, in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und der Politik nicht gelingen würde, die Arbeitslosenquote von derzeit 10% auf 90% bis 2010 zu senken.