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Schreiben an die Abgeordnete Uta Zapf

und noch ein zweites Schreiben an den Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Horst Seehofer
Schreiben an Seehofer

Sehr geehrte Frau Zapf,

ich spreche Sie als die für meinen Wahlkreis in Offenbach zuständige SPD-Abgeordnete an und bitte Sie, gegen das von Horst Seehofer demnächst zur Abstimmung gelangende Gentechnik-Gesetz zu stimmen.
Die Gentechnik enthält unkalkulierbare Risiken und dient aus meiner Sicht nicht dem Ziel, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, denn das wäre auch mit konventionellen Mitteln möglich, sondern den Hunger in der Welt zu kontrollieren. Diese Absicht wird auch erkennbar, wenn man das erst 1990 veröffentlichte Strategiepapier von Henry Kissinger unter dem Namen NSSM 200 liest. Aus diesem Papier wird die Strategie der USA deutlich, über die Nahrungsressourcen die aus Energie- und Rohstoffpolitischen Länder der 3. Welt in einer ständigen Abhängigkeit zu halten, um jederzeit Zugriff auf die begehrten Ressourcen zu haben.
Die aus meiner Sicht widerliche und unrechtmäßige Patentierung von Pflanzengenen bzw. aller Gene von Leben jedweder Art (Flora und Fauna), wenn es nach den großen Pharmakonzernen geht, welche die Patente auf Gene erworben haben, sollen mit dem so genannten Terminator-Gen dazu führen, dass die Bauern dieser Welt nicht mehr in der Lage sind, ohne den Ankauf neuen Saatgutes Aussaat zu betreiben. Damit werden sie direkt abhängig von den wenigen Konzernen, welche die entsprechenden Patente halten (unter anderem die deutsche Firma Bayer Crop Science).
Wenn die Deutsche Regierung, wie im Koalitionspapier angekündigt, künftig verstärkt in Gentechnologie forschen und investieren will, steht zu befürchten, dass Kanada, Australien und Neuseeland mit ihrem Vorstoß, das Moratorium für die Kommerzialisierung von Terminator-Technologie auf der kommenden Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die Biologische Vielfalt im März 2006 zu kippen, erfolgreich sein werden, weil Deutschland seine Einstellung zur Gentechnik über Bord geworfen hat. Rund 80 % der Saaten wird aus eigenem Anbau gewonnen, auch in Deutschland. Dringen die Kartelle der wenigen Pharma-Konzerne mit Patenten auf Saatgut-Gene (Hybride und Terminator-Gen) durch, wird die Weltbevölkerung in eine direkte Abhängigkeit der Versorgung mit den Grundnahrungsmitteln Korn, Mais, Hirse, Reis, Kartoffeln etc. getrieben und die im Strategiepapier von Kissinger (NSSM 200) verfolgte Kontrolle wird böse Wirklichkeit.

Wenn sich der Vorstoß Seehofers nicht verhindern lässt, dann sollte die Regierung zumindest auf eine weltweite und dauerhafte Ächtung der GURT's (Genetic Use Restriction Technologies) hinwirken.

Zahlreiche Organisationen warnen davor, der von den Konzernen verfolgten neuen Strategie, das Terminator Gen als Schutz vor Auskreuzung von gentechnisch behandelten Pflanzen (GVO) zu verkaufen, Glauben zu schenken. Die Komplexität der künstlichen Mutationen bewirkt unter anderem Änderungen der Proteine, die wiederum durch Pollenflug auf andere Pflanzen, auch auf Wildpflanzen, überspringen können. Gerade die zurzeit grassierende Vogelgrippe zeigt, dass die Natur nicht so funktioniert, wie wir Menschen das gerne hätten.

Aus den vorgenannten Gründen bitte ich Sie, gegen jede Ausweitung der so genannten "grünen Gentechnik" zu stimmen und auch auf Ihre Kollegen in diesem Sinne einzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen
Gert Flegelskamp
Rhönstr. 17
63071 Offenbach

Antwort von Uta Zapf:

Sehr geehrter Herr Flegeskamp,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben zum Gentechnik-Gesetz. Es war ursprünglich für den 19.01. auf die Tagesordnung des Bundestages gesetzt, wurde dann aber kurzfristig wieder abgesetzt und auf voraussichtlich Februar oder März verschoben.

Hintergrund dieser Verschiebung ist die auch von Ihnen geäußerte Kritik an dem Gesetz, die übrigens von Mitgliedern mehrerer Fraktionen, u.a. auch der SPD-Fraktion vorgebracht wurde. Die SPD-Bundestagsfraktion ist insgesamt eher kritisch gegenüber dem Gesetz und hat das auch bereits in den vorangegangenen Diskussionen deutlich gemacht. Sie können also davon ausgehen, dass die durch den Aufschub gewonnene Zeit dafür genutzt wird, noch einmal sehr intensiv in den Fachgremien der Fraktion und des Bundestages über die verschiedenen Interessenlagen und Folgewirkungen eines Gesetzes zu beraten.

Mit freundlichen Grüßen

Uta Zapf


Hintergründe für dieses Schreiben

Landwirtschaftsminister Horst Seehofer will die bevorzugte Behandlung der Biolandwirtschaft beenden und die grüne Gentechnik fördern. Damit wird der im Koalitionspapier erwähnte Wille der Regierung, in "neue Zukunftstechnologien" zu investieren, eingeleitet. Gleichzeitig wird die wünschenswerte, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Rückkehr zur biologischen Landwirtschaft abgebrochen.

Wenig bekannt ist, dass 1990 ein bereits in den 70ger Jahren erstelltes Strategiepapier von Henry Kissinger mit der Bezeichnung NSSM 200 die Empfehlung ausspricht, vor allem Länder der dritten Welt mittels Nahrung zu kontrollieren (durchaus auch ihre Zahl zu dezimieren), um auf die für die USA wichtigen Rohstoffe jederzeit einen unbehinderten Zugriff zu gewährleisten.
Kissinger soll einmal gesagt haben:

"Beherrsche die Energie, und du beherrschst die Nationen. Beherrsche die Nahrung, und du beherrschst die Menschen". George W. Bush hat 2003, wenige Wochen nach seinem Einmarsch in Bagdad, Die Aufhebung für das Verbot von der Einfuhr genetisch veränderter Pflanzen in der EU als strategische Priorität für die USA erklärt. Der neuerliche Schmusekurs von Angela Merkel zur USA und ihr Wille, Gentechnik auch gegen den Willen der Bevölkerung zu einem strategischen Forschungsziel zu machen, deuten darauf hin dass sie sich auch in der EU dafür stark machen wird, die bisherigen Beschränkungen der EU für Genpflanzen auszuhebeln.

Die "strategische Priorität von Bush deutet aber darauf hin, dass er mittels der Biotechnologie auf eine Kontrolle der Nahrungsmittel abzielt, Nahrungsmittel nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere über das Futter.

Die Versprechungen der Forscher über die zahlreichen Vorteile der Gentechnik haben vor allem einen Haken: Diese Forscher arbeiten fast ausnahmslos für die Pharmakonzerne (mehrheitlich US-Firmen), welche die Genpatente halten. Ich bin auch immer gerührt, wenn ich die Image-Kampagnen der Pharmakonzerne mitbekomme, wie "sie für mich und mein Wohlergehen forschen". Mein und Ihr Wohlergehen ist den Konzernen völlig gleichgültig. Ihr einziger Drang ist es, Kohle zu machen. Erinnern Sie sich an Contergan. Trotzdem der Verdacht schon lange existierte, dass Contergan zu Missbildungen führt, hat der verantwortliche Pharmakonzern das Mittel nicht vom Markt genommen, sondern argumentiert, der Zusammenhang sei "wissenschaftlich nicht erwiesen". Diese immer geübte Praxis, wenn Zweifel an einem einmal etablierten Mittel aufkommen, beweist, dass es "Verantwortung der Konzernlenker" für das Wohlergehen der Menschen nur im Werbespot gibt.

Doch zurück zur Gentechnik. Die Vorstellung, dass man einfach ein Gen in einer Pflanze austauscht, so wie man in seinem Rekorder die Batterien wechselt, ist sehr naiv. Vergleichen Sie es mit einem anderen Vorgang, z. B. mit dem Wechsel einer nicht mehr funktionsfähigen Niere gegen eine Spenderniere. Das geht auch nicht ohne Probleme, denn ein Körper versucht grundsätzlich, fremde Gene abzustoßen. Um bei der Gentechnik das verändernde Gen einzuschleusen, bedient man sich eines so genannten Vektors, mit dem man das Gen in die Zelle schleust. Dazu werden häufig Bakterien oder Viren verwendet. Zusätzlich werden die Aktivität fördernde "Promotoren" hinzugefügt, um eine Abstoßung zu verhindern. Um überprüfen zu können, ob die Manipulation erfolgreich war wird noch ein "Antibiotika resistentes Marker-System" beigefügt und dieser Vorgang so lange wiederholt, bis man glaubt, ein Ergebnis zu haben.

Hier ist bereits ein Problem für den Menschen oder für die Tiere. Häufig überträgt sich die Resistenz des Antibiotika-Systems auf den Menschen und er ist dann gegen Antibiotika resistent, was erhebliche Probleme verursacht, wenn er erkrankt. Die British Medical Association hat nach einer Studie über GV-Nahrungsmittel einen eindeutigen Beschluss gefasst: "Die Verwendung von Antibiotika resistenten Marker-Genen in GV-Nahrungsmitteln sollte verboten werden, da das Risiko für die menschliche Gesundheit durch eine in Mikroorganismen entwickelte Antibiotikaresistenz als eine der größten allgemeinen Gefahren für die Gesundheit im 21. Jahrhundert angesehen werden muss."...

Aber das ist noch nicht alles. Hat ein Körper das fremde Gen angenommen, finden in dem Körper Bioenergetische und Biochemische Prozesse statt, eine Folge der Anpassung des Körpers an das fremde Gen. Dabei können übertragbare Stoffe entstehen, die per Pollenflug oder andere Arten der natürlichen Verbreitung auch auf andere Pflanzen, oder auch auf Mensch und Tier übertragen werden können. Dabei können aber auch Giftstoffe entstehen, die vorher nicht in der Pflanze waren. Einer Studie nach hat in den USA die Zahl der durch Lebensmittel verursachten Erkrankungen um 40 % zugenommen, seit GV-Nahrungsmittel auf dem Markt sind. Einmal ausgesetzt, ist eine Rückrufaktion wie beim Auto nicht zu machen. Wie heißt es bei Goethes Zauberlehrling: "Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los."

Uns wird gerne erzählt, man wolle die Pflanzen resistent gegen Schädlinge machen. Aber für die Natur gibt es keine Schädlinge, zum Glück, denn wir Menschen würden sicherlich dazu gehören. Für die Natur gibt es nur Lebewesen und eine Vielzahl von ihnen fügt anderen Lebewesen Schaden zu, ist aber oft, vom Menschen unbemerkt, trotzdem erforderlich für die Gesamtheit, auf die eine oder andere Weise. Die Resistenz gegen von uns spezifizierte Schädlinge wird unzweifelhaft auch bei ihnen zur Anpassung führen und möglicherweise werden sie noch viel schädlicher, als zuvor. Unkraut (auch eine menschliche Spezifikation) im Umfeld der Pflanzen kann zu einem Superunkraut mutieren, dem mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr beizukommen ist (so geschehen in Argentinien).

Bush und Co. wollen nicht den Hunger in der Welt bekämpfen, sondern ihn kontrollieren, sozusagen als Machtinstrument und vermutlich auch, um die Menschheit, vor allem in der Dritten Welt zu dezimieren. Das NSSM 200 (NSSM 200 = National Security Study Memorandum 200) mit dem Titel "Auswirkungen des allgemeinen Bevölkerungswachstums auf die amerikanischen Sicherheits- und Überseeinteressen" entstand vor drei Jahrzehnten unter Leitung des damaligen US-Sicherheitsberaters Henry Kissinger. In diesem Geheimdokument, das erst 1990 freigegeben wurde, wird das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern als strategische Bedrohung der Rohstoffversorgung der USA und Westeuropas bezeichnet. Die angebliche "Bedrohung" besteht vor allem darin, dass die Entwicklungsländer die strategischen Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, aber auch wertvolle Metalle, für ihre eigene Entwicklung einsetzen könnten.

Am 5.11.2004 schreibt die Zeitschrift "Freitag" (hier in Auszügen):

Eine der Folgen von "NSSM-200" bestand darin, dass die USA die Implementierung von Bevölkerungskontrollprogrammen zur Bedingung für Finanzhilfen erhoben - auch dann, wenn Soforthilfe bei Hungersnöten erbeten wurde. Der IWF, die Weltbank und die UNO wurden gleichfalls veranlasst, sich dem Junktim Geburtenkontrolle gegen Hilfsprogramme zu unterwerfen.

1971 entstand als Geschöpf von Ford-Stiftung, Weltbank und Rockefeller-Stiftung die Consultative Group on International Agricultural Research (Beratergruppe für Internationale landwirtschaftliche Forschung/ CGIAR) mit 16 Forschungszentren weltweit. Die CGIAR verfügte über ein Jahresbudget von 350 Millionen Dollar, konzentrierte sich auf den Transfer von genetisch veränderten Pflanzen in die Entwicklungsländer und verantwortete in gewisser Weise die aktuelle Spielart von "NSSM 200", wobei sich die US-Regierung im Hintergrund hielt. So trafen sich die Rockefeller-Stiftung, die Weltbank, Monsanto und andere Agrargiganten sowie die US-Regierung stets unter der Schirmherrschaft der CGIAR, die mit dem Credo warb, eine "nachhaltige Landwirtschaft für eine sichere Nahrungsmittelversorgung zu fördern". "NSSM 200" nannte ausdrücklich 13 Staaten, an denen die USA ein "spezielles strategisches Interesse" hatten: Indien, Pakistan, Bangladesch, Indonesien, Thailand, Nigeria, die Philippinen, die Türkei, Ägypten, Äthiopien, Mexiko, Brasilien und Kolumbien. Deren Bevölkerungswachstum galt laut Kissinger als besonders beunruhigend für die Staatssicherheit der USA.

1971 entstand als Geschöpf von Ford-Stiftung, Weltbank und Rockefeller-Stiftung die Consultative Group on International Agricultural Research (Beratergruppe für Internationale landwirtschaftliche Forschung/ CGIAR) mit 16 Forschungszentren weltweit. Die CGIAR verfügte über ein Jahresbudget von 350 Millionen Dollar, konzentrierte sich auf den Transfer von genetisch veränderten Pflanzen in die Entwicklungsländer und verantwortete in gewisser Weise die aktuelle Spielart von "NSSM 200", wobei sich die US-Regierung im Hintergrund hielt. So trafen sich die Rockefeller-Stiftung, die Weltbank, Monsanto und andere Agrargiganten sowie die US-Regierung stets unter der Schirmherrschaft der CGIAR, die mit dem Credo warb, eine "nachhaltige Landwirtschaft für eine sichere Nahrungsmittelversorgung zu fördern".

Zu diesem Zweck verstand es die CGIAR, ihr Kapital und ihren Einfluss auf die Regierung zu nutzen, um die Kontrolle über eines der weltgrößten Spektren von genetischen Pflanzenressourcen zu gewinnen und Firmen wie Monsanto und Syngenta dieses Material zugänglich zu machen, "so dass neue Genkombinationen zur Anwendung kommen, um die Produktivität nachhaltig zu steigern". Im Gegenzug machte sich die CGIAR für die Verbreitung von Biotechnologie in den Entwicklungsländern stark und bildete die talentiertesten nationalen Wissenschaftler aus, um Sorge zu tragen, dass diese Kader die Verbreitung genetisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und der Biotechnologie unterstützen, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehren.

Zusätzlich zu ihrer Rolle bei der Gründung von CGIAR ist die Rockefeller-Stiftung maßgeblicher Geldgeber des International Service For The Acquisition of Agri-Biotech Applications (Internationaler Dienst für die Einführung der Agrarbiotechnologie/ ISAAA). Eine Agentur, die gegründet wurde, um "die Auslieferung der geschützten Biotechnologien aus den Firmenlabors der industrialisierten Welt in die Nahrungs- und Landwirtschaftsysteme des Südens zu erleichtern". Wer davon profitiert, wird klar, zieht man die Sponsoren der ISAAA in Betracht: Neben der Rockefeller-Stiftung sind das Monsanto (USA), Syngenta (Schweiz), Dow AgroSciences (USA), Pionier Hi-Bred (USA), Cargill (USA), Bayer CropScience (Deutschland) sowie die Abteilung US-AID des US-Innenministeriums.

Sie alle argumentieren, dass in den Entwicklungsländern das Wachstum der Bevölkerung den wachsenden Bedarf an Lebensmitteln zum brennenden Problem mache, aber die ökonomischen Ressourcen vor Ort diesem Umstand nicht gerecht würden. Deshalb ermögliche ISAAA als "ehrlicher Vermittler" die Einführung industrieller Gen-Technologien und genetisch veränderten Saatgutes.

So wie 1974 Henry Kissingers "NSSM 200" 13 Staaten bezüglich der Verringerung der Bevölkerung anvisierte, hat der ISAAA zwölf Länder für den Konsum genetisch veränderten Getreides im Visier. Sechs davon sind identisch mit denen, die Kissinger 1974 auflistete: Mexiko, Brasilien, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Ägypten. Hinzu gekommen sind Malaysia, Vietnam, Kenia, Simbabwe, Argentinien und Costa Rica.

Der ISAAA lanciert Propagandaoffensiven, um dem Widerstand gegen genetisch verändertes Getreide auszutrocknen. Randy Hautea, Chef des Südostasien-Zentrums der ISAAA, gab vor kurzem zu Protokoll, man konzentriere sich deshalb auf Staaten wie Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam, weil die "den politischen Willen haben, die Anwendungen der Biotechnologie zu übernehmen". Was Hautea nicht sagt - der Gebrauch von genetisch verändertem Saatgut wird auch den Gebrauch von teuren ebenso veränderten Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie Maßnahmen nach sich ziehen, die nur von den globalen Agrarfirmen zu leisten sind.

Die Nahrungsmittelerzeugung der betroffenen Länder wird faktisch für den globalen Agrarmarkt umgeformt und steht nicht mehr für die nationale Versorgung mit Nahrungsmitteln zur Verfügung (s. auch Freitag 28/2004 vom 2.7. 2004). Hautea sagt nicht, wie die Biotechnologie, die durch Syngenta und Monsanto Indonesien oder Malaysia erreicht, den kleinen Landwirten nützt, die das Herz der Nahrungsmittelproduktion dieser Länder sind. Es gibt bis heute keinen Beweis eines möglichen Nutzens von genetisch verändertem Getreide für agrarische Familienbetriebe - das Gegenteil ist der Fall. Landwirte werden häufig von ihren Regierungen genötigt oder gezwungen, Monsanto-Saatgut oder genetisch verändertes Saatgut anderer Firmen zu kaufen.
Dank der Netzwerke von ISAAA steht die Rockefeller-Stiftung im Zentrum der globalen Expansion von Monsanto, DuPont, Cargill und Dow Agri-Sciences und anderer Biotech-Riesen - sie beherrscht die begonnene "neue grüne Revolution", wie Stiftungspräsident Gordon Conway die Eroberung fremder Agrarmärkte nennt.

Bei fast allen Eingriffen in die Natur haben wir gezeigt bekommen, dass die Natur anders funktioniert, als wir es möchten und auf Eingriffe anders reagiert, als wir uns wünschen. Aber wer weiß? Seit Jahrtausenden versuchen wir alles, uns gegenseitig auszurotten. Vielleicht haben wir mit der Gentechnik endlich das ultimative Mittel dazu gefunden.

Auch für das so genannte "Terminator Gen" wurden von den Großen im Gen-Geschäft bereits Patente angemeldet. Mit dem Terminator Gen sollen GV-Pflanzen sterilisiert werden. Damit werden die Keimlinge unfruchtbar, können also für eine Aussaat nicht verwendet werden. Ein Bombengeschäft für die Gen-Riesen, muss doch jegliches Saatgut von Ihnen erworben werden. Weltweit sind aber rund 1,4 Milliarden Menschen darauf angewiesen, das Saatgut aus den eigenen Erträgen ihres Anbaus zu gewinnen. Der größte Teil von ihnen wäre nicht in der Lage, die Kosten für den Ankauf des Saatgutes zu tragen.

Am 05.10. 1999 hatte Monsanto in einer Pressemeldung erklärt, kein sterilen Pflanzensaatgut mehr auf den Markt zu bringen. Das war ein Erfolg der weltweiten Proteste gegen die Terminator-Gentechnik. In diesem Jahr ist das Thema wieder hochaktuell, denn Monsanto und Syngenta unternehmen einen neuerlichen Anlauf und die Staaten Kanada, Australien und Neuseeland möchten das Moratorium für die Kommerzialisierung von Terminator-Technologie auf der kommenden Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die Biologische Vielfalt im März 2006 kippen. Die EU war bisher geschlossen dagegen, aber die ablehnende Haltung innerhalb der EU bröckelt und der Vorstoß der Merkel-Regierung pro Gentechnik lässt nicht gerade Vertrauen aufkommen, dass Deutschland zu den Standhaften in der EU zählt.

Dr. Arpad Pusztais hat in Großbritannien einen Skandal ausgelöst, weil er nachweisen konnte, dass bei Ratten, die mit genmanipulierten Kartoffeln über einen längeren Zeitraum gefüttert wurden, sich eine Veränderung der Magen-Zellstrukturen zeigt. Pusztais wurde entlassen und seine Forschungsergebnisse für nichtig erklärt. Seine Arbeit wurde aber wissenschaftlich rehabilitiert, als sie kürzlich im renommierten medizinischen Journal 'Lancet' veröffentlicht wurde. Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen haben ernsthafte Zweifel an der von den Biotech-Herstellern garantierten Sicherheit von genmanipulierten Lebensmitteln wachgerufen.

2003 gab es eine Protestwelle von Umweltorganisationen, als diese erfuhren, dass Bayer CropScience und Defra in geheimen Experimenten sterilisiertes Raps-Saatgut in einem Freilandversuch in Brasilien ausgebracht hatten. Die Wissenschaftler Mae-Wan Ho und Joe Cummins vom Institute of Science in Society haben vor den Gefahren der neuen Super-Raps-Saat gewarnt. Demnach können Samen der neuen genetisch veränderten Saat auch verwandte Arten wie Broccoli, Senf und Blumenkohl sowie andere wildlebende Pflanzen an den Rand der Ausrottung bringen.

Den Big Brother Award 2005 in der Kategorie "Wirtschaft" erhielt die

Saatgut-Treuhand Verwaltungs GmbH, Bonn
vertreten durch ihren Geschäftsführer Dirk Otten.

Unglaublich aber wahr, auch in Deutschland muss man bereits für den Anbau spezifischer Sorten Lizenzgebühren bezahlen. Auf der Seite http://www.bigbrotherawards.de/2005 kann man dazu nähere Einzelheiten erfahren, auch über die Machenschaften, mit welchen die vorgenannte Treuhand vorgeht.

Es ist bedauerlich, dass in der Standardpresse nur spärliche Informationen über dieses hochbrisante Thema zu finden sind, ausgenommen, wenn einmal eine Sensationsmeldung zu diesem Thema zu vermelden ist. Im Gegenteil, bei Talk-Shows haben die Gentechnik-Befürworter immer ein Übergewicht und Bedenken der Gegner der Gentechnik werden vom Tisch gewischt. Dazu werden die Argumente der Pharma-Riesen verwendet und die übliche Tour aufgetischt, dass Gentechnik ein Segen für die Menschheit bedeutet, man "bald Krankheiten wie Alzheimer, Epilepsie, Demenz, Krebs usw. mittels Gentechnik ausrotten könnte und auch die Lebensalter-Masche wird nie ausgelassen. Dass aber die Heilung dieser Krankheiten den Profit der Pharma-Riesen schmälern würde und deshalb nichts anderes sind, als Illusionen, eine Fata Morgana, um der Bevölkerung die Gentechnik schmackhaft zu machen, das wird nicht einmal andeutungsweise erwähnt. Es wird eine Sicherheit vorgegaukelt, die es nicht gibt. Die Natur hat alles Leben in Jahrmilliarden schritt für Schritt an die herrschen Lebensverhältnisse angepasst und auch in der Natur hat es Fehler gegeben, die letztendlich zur Ausrottung ganzer Spezies führte. Der Mensch, die arroganteste aller Spezies glaubt, er könnte es besser als die Natur? Welche Vermessenheit! Seine Eingriffe zeigen immer wieder, dass er die Komplexität der ökologischen Zusammenhänge nicht begreift und seine Eingriffe in die genetischen Strukturen haben vor allem einen Schwachpunkt:

Einmal freigesetzt, sind sie nicht mehr rückgängig zu machen

Ich finde es wünschenswert, wenn die Campact-Aktion http://www.stoppt-seehofer.de/gentec/home regen Zuspruch findet und möglichst viele Menschen zusätzlich mit Schreiben an die Abgeordneten ihres Wahlkreises verdeutlichen, dass sie gegen die Gentechnik sind und von "Ihren" Abgeordneten erwarten, dass sie Ihren Wunsch respektieren.

Mit freundlichen Grüßen
Gert Flegelskamp