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Gnus

Wie jedes Jahr stand die riesige Gnu-Herde an der Furt. Kleinere Zebra-Gruppen hatten sich unter die Gnus gemischt. Die Tiere waren unruhig, denn eine äußerst gefährliche Überquerung des Flusses stand ihnen bevor. Auch, wenn die Krokodile nicht zu sehen waren, sie waren da. Das wussten alle Tiere der Herde. Diejenigen, die zum ersten Male den Fluss überquerten, hatten es von ihren Müttern und Tanten erfahren.

Die Böschung zur Furt fiel relativ flach zum Fluss ab. Aber auf der anderen Seite sah das anders aus. Dort, wo die Tiere, falls sie die Überquerung überlebt hatten, den Fluss verließen, stieg die Böschung steil an, im Laufe der Zeit von den Hufen der Herden immer steiler gegraben. Nicht selten, dass ein Tier wieder zurück rutschte, oft direkt in die Fänge eines Krokodils. Stürzte hier eines der Tiere, wurde es gnadenlos zertrampelt.

Ein junges Gnu, kaum entwöhnt, blökte: "Mama, ich hab' Angst." "Ich weiß, mein Kind," antwortete die Mutter, "aber keine Angst, Du schaffst es." Und die umstehenden Tiere nickten zur Bestätigung. "Aber Mama, warum gehen wir nicht an einer anderen Stelle über den Fluß, dort, wo keine Krokodile sind und keine Löwen am anderen Ufer warten?" Ein empörtest Brüllen der umstehenden Tiere und dann wurde das junge Kalb getreten, gebissen und geknufft und im Chor blökten die umstehenden Tiere: "Das ist der geheiligte Weg, den wir Gnus bei unseren Wanderungen gehen. Durch diese Furt sind alle Herden vor uns gezogen und werden alle nachfolgenden Herden wandern. So hat es der heilige Bulle gesagt und wenn wir andere Wege gehen, werden wir keine Weidegründe mehr finden." Voller Zorn starrten die umstehenden Tiere das Kalb an und auch die Mutter war böse über den Ausrutscher ihres Jungen.

Als wäre es der Auslöser gewesen, stürzten sich die Tiere in die Flut, die Zeit der Krokodile. Plötzlich wurden sie sichtbar, ihre riesigen Kiefer schnappten zu und wenn sie ein Tier geschnappt hatten, zogen sie es unter Wasser, drehten sich mehrfach um die eigene Achse und nur selten gelang es einem der Tiere, sich zu befreien und mehr oder minder schwer verletzt doch noch das rettende Ufer zu erreichen. Doch selbst, wenn sie es die steile Böschung hinauf geschafft hatten, waren sie nicht in Sicherheit, denn dort warteten die Löwen und Hyänen, für die die verletzten Tiere eine leichte Beute waren.

Es war wie jedes Jahr. Ein Teil der Tiere fiel den Krokodilen zum Opfer, und wem es gelungen war, trotz einer Verletzung durch ein Krokodil aus dem Fluss zu kommen, hatte großes Glück, wenn er nicht den wartenden Löwen und Hyänen zum Opfer fiel. Einige Tiere waren beim Ausstieg aus dem Fluss gestürzt und zertrampelt worden, ein leichtes Fressen für die Geier.

Nach einem üppigen Mahl war ein Löwenrudel an seinen Lagerplatz zurückgekehrt. Die Bäuche waren voll und sie lagen zufrieden und dösend im spärlichen Schatten des einzelnen Baumes und den ihn umgebenden kleinen Buschwerks. Eine junge Löwin hatte das Spiel mit dem Schwanz der Mutter satt, kuschelte sich an sie und fragte: "Mama, warum sind die Gnus und auch die Zebras so bescheuert, jedes Jahr an der gleichen Stelle den Fluss zu durchqueren, wo es doch nur wenig weiter viel ungefährlicher für sie wäre, ich meine die Stelle, wo wir manchmal über den Fluss ziehen?" Die Mutter schnurrte, ihre raue Zunge fuhr liebevoll über das Gesicht ihrer kleinen Tochter. "Daran merke ich, dass Du meine Tochter bist. Die gleiche Frage habe ich meiner Mutter auch gestellt. Aber keiner weiß es genau und natürlich sind wir alle froh, dass die Gnus und auch die Zebras so blöd sind, immer nur dort den Fluss zu überqueren, denn zu dieser Zeit ist die Jagd für uns ganz einfach und Deine etwas älteren Schwestern haben dann zum ersten Mal die Möglichkeit, alleine zu jagen und trotzdem erfolgreich zu sein."

Warum erzähle ich die Geschichte? Ich sehe einfach viele Parallelen zu den Menschen. Natürlich gibt es Unterschiede. Bei uns warten die Krokodile nicht mehr im Fluss, diese Aufgabe haben Maschinen übernommen, die ihnen die Opfer gleich filettiert in mundgerechten Stücken liefern.

Eine kleinere Abart haben die großen Krokodile (bei uns nennt man sie Kapitalisten oder Superreiche) abgerichtet, die sich als Gnus oder Zebras verkleidet unter die Herde mischen und sie antreiben oder treten, beißen und knuffen, wenn ein Herdenmitglied fragt, warum nichts geändert wird. Diese verkleideten kleinen Krokodile nennt man Wissenschaftler und eine zweite Art nennt man Politiker und Gewerkschaftsführer. Die Zebras in der Herde sind die Kleinunternehmer, bis hin zum Mittelstand und die Herde der Gnus ist das Vieh, dessen einziger Zweck es ist, da zu sein, wenn die Krokodile, die Löwen oder die Hyänen Hunger bekommen und den haben sie immer. Der Fluss ist Globalisierung und Liberalisierung und Löwen und Hyänen sind stellvertretend für Arbeitsmarkt und Unternehmensvorstände. Nur die Herde, die bleibt gleich, einfach eine Masse Mensch, gewohnt, auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln und gegen alle vorzugehen, die versuchen, diese Pfade zu verlassen. Voller Respekt hören sie auf das gekonnte Geblöke der vermeintlichen Anführer, denn sie wissen ja nicht, dass sie hier abgerichtete Krokodile vor sich haben.

Schauen wir uns mal eine der großen Krokodil-Familien an. Jeder kennt sie: "Bertelsmann". ein Unternehmen, das bereits seit 1835 existiert. Angefangen hat man mit dem Verlegen von "erbaulichen christlichen Liedern und Texten." Nach dem Tod des Firmengründers 1850 übernahm sein Sohn Heinrich Bertelsmann den Verlag und nach dessen Tod sein Schwiegersohn Johannes Mohn. Seither hat dort die Familie Mohn das Sagen.

1921 hatte der Verlag 80 Mitarbeiter und begann 1932 damit, Romane als Volksausgaben zu verlegen. Ab dieser Zeit begann die Expansion. 1939 hatte man bereits 400 Mitarbeiter und entgegen der Selbstdarstellung war man keinesfalls Gegner des Nazi-Regimes. Im Gegenteil, man profitierte vom Regime, indem man im Zweiten Weltkrieg mit den so genannten "Feldausgaben" zum wichtigsten Buchlieferanten der Soldaten an der Front wurde. Dabei wurden Nazi-Autoren wie Vesper oder Grimm verlegt. Dass von den Nazis das Verlagshaus 1944 geschlossen wurde, war nicht, wie man lange darzustellen versuchte, aufgrund von Widerstand gegen das Nazi-Regime, sondern wegen des Vorwurfs von Wirtschaftskriminalität (ob die Schmiergeldzahlungen an die Bonzen zu geizig bemessen waren?).

Mit der Nazi-Vergangenheit hatte Bertelsmann keine Probleme. Der Verlag bekam 1946 eine Verlagslizenz in der britischen Zone erteilt. Während Reinhard Mohn, der seit 1947 das Unternehmen leitete, im Unternehmen durchaus soziale Vorstellungen verwirklichte, wirkte der Verlag mit dem Bertelsmann Lesering weitaus weniger sozial. Drückerkolonnen, die mit oftmals krimineller Energie agierten, verschafften dem Verlag ein sagenhaftes Wachstum. Wie viele der Verträge zustande gekommen waren, störte nicht, dafür fühlte man sich nicht verantwortlich, denn die Drückerkolonnen, die auf der Straße oder von Haus zu Haus tätig waren, wurden von Subunternehmern betrieben.

Durch ständige Zukäufe wurde Bertelsmann zu einem der größten Medienunternehmen der Welt, dass 2004 einen Umsatz von 17 Milliarden erzielte. 1971 wurde Bertelsmann in eine Aktiengeselschaft umgewandelt, deren Aktien nicht an der Börse gehandelt wurden. Die RTL Group entstand im Jahr 2000 aus der Fusion der CLT-UFA mit der britischen Gesellschaft Pearson TV. Im Februar 2001 übernahm die Bertelsmann AG durch einem Aktientausch (25,1 % der Bertelsmann Aktien) mit der belgischen Group Bruxelles-Lambert (GBL) die Mehrheit von 67 Prozent an der RTL Group. Im Januar 2002 folgte die Übernahme weiterer 22 Prozent von Pearson.

Die Kapitalanteile der Bertelsmann AG verteilen sich Anfang 2004 wie folgt: Bertelsmann Stiftung 57,6%, Groupe Bruxelles Lambert 25% (die belgische Gruppe gehört den Familien Frère und Desmarais), Familie Mohn 17,3%. Die Stiftung verfügt aber nur über stimmrechtlose Aktien. Die Stimmrechtanteile liegen zu 25% bei der Groupe Bruxelles Lambert und zu 75% bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. Letztere wiederum wird von der Familie Mohn kontrolliert. Das stärkste Gewicht fällt dabei auf die zweite Ehefrau Reinhard Mohns, Liz Mohn, die zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG ist. Liz Mohn, die treibende Kraft der Bertelsmann Stiftung, vertritt damit eine Kapitalmacht von ca. 13.8 Milliarden. 2003 wurde die eingesetzte Verwaltungsgemeinschaft für den Konzern in ihrer Entscheidungskompetenz eingeengt auf die zwei Vertreter der Familie Mohn. Im selben Jahr publizierte Reinhard Mohn ein Buch mit dem Titel "Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers", in welchem er die neue Unternehmenspolitik der beiden Familienmitglieder samt ihrer "Managergarde" aufs schärfste angriff.

Ein kurzer Blick auf die Hauptbeteiligungen von Bertelsmann:

  • 100 % Arvato AG, Gütersloh
  • 100 % Direct Group Bertelsmann, Gütersloh
  • 100 % Random House, New York City
  • 100 % BMG Music Publishing, New York City
  • 90,4 % RTL Group SA, Luxemburg
  • 74,9 % Gruner + Jahr AG, Hamburg
  • 50 % Sony BMG Music Entertainment, New York City
Daneben besitzen die Haupt-Beteiligungen ca. 400 weitere Firmen und Firmenbeteiligungen. Die Tatsache, dass Bertelsmann auch 74,9 % von Gruner & Jahr hält, zeit, dass Bertelsmann auch bei Stern, Financial Times Deutschland, Capital und rund 120 anderen Zeitungen in ganz Europa das Sagen hat. Auch am Spiegel ist Gruner und Jahr, und damit Bertelsmann, mit 25,25 % beteiligt.

Zu Bertelsmann stehen 2 interessante Artikel bei Telepolis:

Ohne Bertelsmann geht nichts mehr
Apparat der Selbstverklärung

Zur Bertelsmann-Stiftung ist auch der Beitrag bei Wikipedia interessant:

Kritiker werfen der Stiftung einen neoliberalen Kurs vor. Nach Antritt der Regierung Schröder publizierte die Stiftung in der Zeitschrift Capital Ratschläge für die ersten hundert Tage der Regierung. Deren Inhalte:

Bezüglich der Sozialversicherung sei es nötig, binnen zehn Jahren die Arbeitslosenversicherung abzuschaffen und Sozialhilfe weiter einzuschränken. Die Kürzungen in der Sozialhilfe wiederum mindern automatisch den damit verbundenen Mindestlohn. Sinkt nun der Mindestlohn, dann dient dies der effektiven Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Zugleich diene dies der Sanierung der Staatsfinanzen.
Die Senkung der übrigen Löhne um 15 Prozent und die Reduzierung des Kündigungsschutzes erlaube es Unternehmer, mehr Arbeiter und Angestellte einzustellen und damit die Arbeitslosigkeit zu dämpfen. Im Anschluß erklärte der Arbeitgeberbund, es sei bei einer Lohnkürzung um ein Drittel möglich, die bestehende Arbeitslosigkeit zu halbieren. (Diese Halbierung versprach der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner Antrittserklärung.) Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber versprach, sich in diesem Sinne für ein Viertel Lohnverzicht einsetzen. Die Lohnnebenkosten sollten mittelfristig vom Unternehmer ganz auf den Arbeitnehmer übertragen werden.
Übereinstimmend mit dem ehemaligem Präsidenten von BDI und VDMA, Michael Rogowski, geht die Stiftung davon aus, die Bundesrepublik Deutschland sei ab dem Jahre 2010 nicht mehr dazu in der Lage, für Renten, Krankenkosten oder Arbeitslosigkeit im bis dahin getragenen Maße aufzukommen.

Der seit 1998 amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ sich, ebenso wie die ihn 2005 ablösende Bundeskanzlerin Angela Merkel, des öfteren von seiten der Stiftung beraten. Viele der Forderungen fanden Eingang in Schröders Agenda 2010 und schlugen sich im ALG II nieder.

In der dadurch erzielten Senkung der Lohnnebenkosten, speziell der Staatsquote um zehn auf vierzig Prozent, welche Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement in Angriff nahm, ergeben sich indirekt Abstriche bei den Gesundheitsleistungen und bei der Rente um 20 Prozent.

In einer Kurzbiographie von Angela Merkel hieß es, sie sein mit Liz Mohn und Friede Springer ein wenig befreundet. Aber das ist natürlich falsch, denn die großen Krokodile haben nur Freundschaft mit großen Krokodilen, wenn überhaupt. Wenn also die Presse meint, dort sei Freundschaft, ist das eine Fehlinterpretation, denn große Krokodile sind nett zu denen, die ihnen nützlich sind. Wenn man dabei bedenkt, dass die Bertelsmann-Stiftung sich im gesamten Europäischen Raum sehr stark politisch betätigt. Sehr aktiv dabei dürfte ihr Prof. Dr. Dr. h.c. Weidenfeld zur Seite stehen, ein Mitglied der von Reinhard Mohn angegriffenen "Managergarde". Von 1990 bis 2004 Mitglied des Kuratoriums und seit 1992 Vorstandsmitglied der Stiftung. Schaut man sich an, wo dieser smarte Professor alles mitmischt, weiß man nicht, ist er noch ein kleines oder schon ein großes Krokodil oder sozusagen der Hermes der Krokodile? Einige Punkte, die mir besonders wesentlich erschienen, habe ich mit gelber Schrift dargestellt.

  • Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung (Gütersloh)
  • Mitglied des Exekutivausschusses und des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Berlin
  • Mitglied der Versammlung der Kuratoren, Institut für Europäische Politik (Berlin)
  • Fellow der Brandeis-Universität (Boston)
  • Mitglied des Boards of Trustees der Al-Akhawayn University, Ifrane / Marokko
  • Mitglied des Advisory Boards für europäische Studien beim Chicago Council on Foreign Relations (Chicago)
  • Mitglied des Advisory Boards des Europa-Zentrums von RAND (Santa Monica)
  • Mitglied des International Research Councils des "Centers for Strategic and International Studies" (Washington)
  • Mitglied des Councils des "Centers for German and European Studies" der Georgetown Universität (Washington)
  • Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften (Salzburg)
  • Assoziiertes Mitglied des "Club of Rome"
  • Honorary Member des Kuratoriums des Aspen Instituts (Berlin; Aspen, Colorado, USA)
  • Mitglied des Präsidiums des Arbeitskreises Europäische Integration e.V. (Berlin)
  • Mitglied des Beirates der Graduate School of International Studies der Yonspi University Seoul, Korea
  • Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Außenpolitik e.V., München
  • Mitglied des Kuratoriums des IFO Instituts für Wirtschaftsforschung, München
  • Mitglied des Beratenden Ausschusses des bulgarischen Instituts für Wirtschaftspolitik, Sofia
  • Mitglied des International Advisory Boards des Beaver College (Glenside, USA)
  • Mitglied des Kuratoriums des Zentrums für interdisziplinare Forschung der Univ. Bielefeld (ZiF)
  • Mitglied des Kuratoriums der Goethe-Gesellschaft in Weimar
  • Mitglied des Vorstands des Ost- und Mitteleuropa Vereins e. V., Hamburg
  • Mitglied des Wissenschaflichen Rats der Katolischen Akademie in Bayern, München
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der "Zeitschrift für Politikwissenschaft"
  • Mitglied des Beirats der Stiftung Zentrum für Türkeistudien an der Universität Essen
  • Mitglied des Aufsichtsrats der Firma SHL Telemedicine Ltd. (Tel Aviv / Düsseldorf)

Es gibt da ein paar sonderbare Dinge, Zufall oder neue Taktik? Da steht im Programm der Koalition, man wolle mehr auf innovative Forschung setzen und neben Gentechnik steht dabei die Kernforschung. Dabei hat jeder gleich an die Atomkraftwerke gedacht, nicht unverständlich, war doch der Ausstieg aus der Kernkraftenergie den schwarzen stets ein Dorn im Auge. Doch nun kommt da ein ehemaliger Verteidigungsminister mit dem Parteibuch der CDU, nach dem Geblöke von Chirac, gegen Staaten, die den Terrorismus unterstützen, auch Atomwaffen einzusetzen, auf die glorreiche Idee, falls die EU uns nicht volle atomare Unterstützung zusichere, müsse man eben selbst Atomwaffen entwickeln. Offiziell distanziert sich die CDU von dieser Aussage von Rupert Scholz. Doch schon wenige Tage später äußert Schäuble, man habe Angst davor, dass die Terroristen einen Anschlag mit einer "schmutzigen Bombe" (Kobaltbombe [In dieser Bauform wird Kobalt für die Fertigung der Einzelteile verwendet. Dieses Metall wird durch die Explosion in 60Co umgewandelt, ein stark strahlendes Isotop mit relativ langer Halbwertszeit. Dieses regnet als Staub wieder auf den Erdboden herab und kontaminiert das betreffende Gebiet für lange Zeit] oder Bombe mit starkem radioaktiven Fallout) durchführen könnten. Dass die Terror-Hysterie systematisch geschürt wird, dient ja den unterschiedlichsten Zwecken. Sollen die Gnus hierzulande langsam auf den Bau von Atomwaffen vorbereitet werden?

Auch sonst gibt es einige Merkwürdigkeiten. Die Kassen sind leer, heißt es. Aber laut einem Bericht der ARD will die deutsche Bundesregierung an der Lieferung zweier zum Abschuss von Atomraketen geeigneten U-Boote der Dolphin-Klasse an Israel festhalten, und bis zu 333 Millionen Euro der Kosten aus deutschen Steuergeldern bezahlen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (dort treffen sich die kleinen mit den großen Krokodilen und bekommen gesagt, welche Filet-Stückchen die großen Krokodile wünschen) kommt die markante Wortblase aus Angies Mund: "Arbeit braucht Wachstum und Wachstum braucht Freiheit." Eine merkwürdige Ansicht, denn Arbeit ist der Boden von Wachstum. Entzieht man dem Boden die Nährstoffe, kann nur Kümmerliches gedeihen. Die Binnenwirtschaft zeigt das. Die Freiheit, die wohl der Vorstellung von Angie entspricht, ist die der WTO, denn sie hebt besonders hervor, dass man künftig stärker die WTO und ihre Vorstellungen von Freiheit als Maßstab anwenden wolle. Glaubt man das (und das tue ich), heißt das in verstärktem Maße Privatisierung, Genmanipulierte Pflanzen und Tiere und etwas, auf das die zu Bertelsmann gehörende RTL-Gruppe die einfältigen Gemüter schon lange einstimmt. Big Brother, zuerst in einem Container, jetzt in einem Dorf und die einfältigen Typen glauben, das sei Unterhaltung. Mitnichten. Sie werden darauf eingestimmt, dass eine permanente Kontrolle und Überwachung aller Vorgänge lustig ist und in immer stärkerem Maße wird Deutschland zum Big Brother-Dorf. Aber wir sind ja Gnus und Gnus glauben ja, dass sei von Vorteil und zu ihrem Schutz. Wer stellt da schon eine Verbindung zu Orwells 1984 her? Doch von dort kommt der Begriff Big-Brother! Und die von Orwell zitierte Sprache "Neusprech", wird sie nicht seit Jahren bei uns eingeführt? Ein typisches Beispiel für "Neusprech" sind die verharmlosenden Abkürzungen, die den der Abkürzung zugrunde liegenden Sinn nicht mehr bewusst werden lassen.

Aber wir sind ja Gnus, unfähig zu erkennen, dass wir nicht von Gnus, sondern von Krokodilen geführt werden, die uns immer und immer wieder durch die gleiche Furt jagen, ungeachtet der immer stärkeren Zunahme der Opfer. Auch, wenn auf der anderen Seite des Flusses keine neuen Weidegründe zu finden sind, wird das Versprechen reichen, uns durch die Furt zu treiben. Und hat eine Gruppe Gnus ein armseliges Fleckchen mit ein wenig Gras gefunden und in der Nähe steht eine Gruppe, die traurig und hungrig zuschaut, zuschauen muss, weil alles abgegrast ist, dann brauchen die kleinen Krokodile nur zu flüstern: "Die fressen von Eurem Gras" und schon gehen sie auf diese Gruppe Gnus los (Rentner, Arbeitslose, Kranke). Dumme Gnus eben, verhaftet einem jahrtausende alten Glauben, die Führer und die nicht mehr sichtbaren großen Krokodile wollten nur das Beste.

Maschinen ersetzen in der Produktion in immer stärkerem Maße den Menschen. Im Dienstleistungsgewerbe wären sicher noch mannigfaltig Stellen zu besetzen, aber das würde den Profit schmälern, also geschieht auch dort nichts. Die Einführung von Ein Euro Jobs und Kombi-Lohn Modellen mit der stetigen Betonung der vielen "Unqualifizierten" in unserer Gesellschaft dient einzig dem Zweck, Druck auf die Arbeitnehmer auszuüben, mehr zu arbeiten und weniger dafür zu bekommen, ein Mittel, das funktioniert, weil die Gewerkschaftsbosse längst die Seiten gewechselt haben. Da mögen sich die regionalen Gewerkschaftszentren noch so abstrampeln, sie haben zu tun, was die Bosse sagen und sind so gedrillt, dass sie diese Bosse fast einstimmig immer wieder an die Spitze setzen. Ein Volk, das kuscht und über Stammtischparolen nicht hinaus kommt. Die sozialen Systeme sind jetzt an der Reihe. Arbeitgeber sollen von den Abgaben befreit werden und den Anfang macht die Arbeitslosenversicherung. Das heißt nicht ganz, denn mit der Riester-Rente ist der Anfang auch schon bei der Rente gemacht. Die Begründungen dafür werden nicht hinterfragt, obwohl sie eindeutig das Ergebnis plumper Manipulation sind.

Es ist kein Zufall, dass immer mehr Agentenfilme über die Mattscheibe flimmern und den Zuschauern die Schrecken des Terrorismus vor Augen führt, bevor ein heldenmütiger Geheimdienstagent die Welt mal wieder rettet. Ganz selten mal ein kritischer Film, der aufzeigt, dass die eigentliche Keimzelle des Terrorismus in den Geheimdiensten zu suchen ist. Mit Fälschung Folter und Mord wird dort agiert. Wer hat die al Qaida ausgebildet und mit Waffen beliefert? Die CIA! Wer hat bin Laden massiv im Kampf gegen die russische Besetzung von Afghanistan unterstützt? Die CIA! Wer hat Saddam Hussein aufgebaut und stets unterstützt? Die US-Administration. Wer hat alles Mögliche für eine waffentechnische Nutzung an Hussein verkauft? Die gesamte westliche Welt und Russland. Wer hat Hussein massiv unterstützt, als er Krieg gegen den Iran führte? Die USA! Erst als Hussein nicht mehr im Sinne der USA funktionierte, wurde er zum Feind.

Angeblich sind auf bin Laden 27 Millionen Dollar ausgesetzt. Trotzdem wird er nicht gefunden. Unfähigkeit oder Absicht. Manchmal stelle ich mir die Frage, ob die al Qaida nicht nur eine geheime Stabseinheit der CIA ist, denn die Angst vor dem Terrorismus gestattet es allen westlichen Nationen, die angeblich demokratischen Rechte der Bürger immer weiter einzuschränken. Demokratie ist nichts Reales, es ist eine Utopie, die auch den einfachen Menschen glauben machen soll, er habe Rechte. Er hat sie nicht und das wird ihm täglich neu bewiesen, aber er nimmt es nicht wahr. Was im alten Rom Brot und Spiele, sind heute technische Spielereien und Fernsehen. Es ist so leicht, Menschen vom realen Geschehen abzulenken, ihm ständig mehr zu nehmen und ihn dabei glauben lassen, dass sei zu seinem Vorteil.

Wie die Gnus laufen wir auf ausgetretenen Pfaden. Nur im Gegensatz zu den Gnus sind wir nur Nutzvieh, dass man ausnützt und dann symbolisch schlachtet. Wir zerstören unseren Lebensraum, weil man uns sagt, dass muss sein, ohne zu merken, dass damit kein Nutzen für uns verbunden ist, außer für ein paar große Krokodile. Alle Werte, die der Mensch schafft, sind nicht das Werk Reichen, sondern zu 99 % das Ergebnis der Schaffenskraft und der zumindest im Beruf funktionierenden Innovationskraft der dort Tätigen. Aber nur ein geringer Teil des Erwirtschafteten landet bei denen, die es erwirtschaften. Die, die das Geld haben, zweigen die dicksten Brocken für sich ab, betonen ihr Risiko und ihre Wichtigkeit. Aber sie setzen ihr Geld nur selten ein, wenn nicht von vorneherein der Erfolg garantiert ist (außer auf dem Finanzmarkt). Und ihr Einsatz wurde letztendlich auch nicht von ihnen erwirtschaftet, sondern wiederum von der mit Brosamen abgespeisten Masse.

Die wohl am stärksten dressierte Tiergattung (Domestizierung) ist der Mensch. Was diese Gattung von anderen unterscheidet ist der Umstand, dass sie von der eigenen Art domestiziert wird. Merkmale der Domestikation sind:
Mit der Domestizierung sind meist eine Reihe von typischen Merkmalsänderungen gegenüber der Wildform festzustellen, man bezeichnet dies auch als Domestikationseffekt:

  • Abnahme der Gehirnmasse um 20-30%, Rückgang der Furchung, insbesondere in den für die Verarbeitung der Sinneseindrücke bedeutsamen Gehirnarealen
  • Verstärkung für den Halter nützlicher Eigenschaften (z.B. Arbeitsleistung)
  • Änderung und Verlust einiger Verhaltensweisen (z.B. reduzierte Agressivität)
  • Reduzierung der Wahrnehmungsfähigkeit und von Zusammenhängen
  • auftreten von Resignation
  • Steilere Stirn
  • Reduzierungen im Verdauungstrakt
  • Ausbildung von Rassen mit z.T. gravierenden Unterschieden im Erscheinungsbild
  • Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten
  • Gesteigerte Fortpflanzungsrate
  • Weniger stark ausgeprägtes Brutpflegeverhalten
  • Die Nachkommen domestizierter Menschen plappern nach statt sich zu informieren, oder mit anderen in Kontakt zu treten.

Da derartige Effekte beim Menschen Homo sapiens zu beobachten sind (z. B. im Vergleich zum Homo neanderthalensis), sprechen manche Biologen (u. a. Konrad Lorenz) auch von der Verhaustierung des Menschen im Zuge seiner Entwicklung. Die domestizierte Art bezeichnet sich selbst fehlerhaft als Homo sapiens sapiens, gehört aber der Gattung Homo sapiens domesticatum an. Besondere Erfolge bei der Domestikation hatten in der Vergangenheit Kirche und Monarchie zu verzeichnen, in der Neuzeit wurden die Aufgaben vom Kapital übernommen, die für die weitere Domestikation spezielle Züchtungen wie die so genannten Lobbyisten, Professoren und Politiker sehr erfolgreich einsetzen. Die Besonderheit des Homo sapiens domesticatum ist der fehlende Widerstand bei der Entsorgung. Die relativ teure Haltung des Homo sapiens domesticatum hat dazu geführt, seine Dienste mehr und mehr durch Maschinen zu ersetzen. Deshalb werden derzeit Überlegungen angestellt, wie man eine Entsorgung in großem Stil vornehmen könnte, dass nurmehr kleine Restbestände übrig bleiben. Auch hier wird eine Besonderheit Homo sapiens domesticatum sichtbar, er beteiligt sich freudig an den Vorbereitungen.