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Glücklich mit 1 Euro-Jobs

So hat der Stern einen Bericht tituliert, der den Herrschaften in Berlin Freudentränen entlocken dürfte.
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/index.html?eid=527820&id=532400&nv=ex_L3_ct

So, wie die BILD mit mit Florida-Rolf ein Stimmungsbild erzeugt hat, um den Einstieg in Hartz IV zu erleichtern, so propagiert eine Kolumne wie der Stern jetzt, wie gut und sinnvoll doch die 1 Euro-Jobs sind. Selbst die Uniformierung in einem Fall wird positiv dargestellt.

Es ist ein perfides System, Akzeptanz für Unzumutbarkeiten zu erzeugen. Von BILD kann man nichts anderes erwarten, aber beim Stern sollte man kritischeren Journalismus voraussetzen, statt sich als Erfüllungsgehilfen für Grundgesetzwidrige Machenschaften dieser Regierung zu präsentieren.

Sieht man mal davon ab, dass alle die dokumentierten Arbeiten in der Vergangenheit durch ordnungsgemäß bezahlte Arbeiter ausgeführt wurden, wird durch eine solche Berichterstattung das Fernziel dieser Regierung, auch der Industrie 1 Euro-Jobber als Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, schneller erreicht. Man muss nur positiv berichten, um den Gewöhnungseffekt zu beschleunigen, zu verhindern, dass die Masse der Bevölkerung das Unrecht erkennt.

Es ist immer das gleiche Spiel. Zunächst wird eine kleine Testgruppe verwendet, die im öffentlichen Meinungsbild eine eher negative Position einnimmt, um dann die Maßnahmen nach einer Zeit der Eingewöhnung auf weitere Gruppen auszudehnen. In der Vergangenheit wurden für diese Versuche die Asylanten, die von dem überwiegenden Teil der Bevölkerung ohnehin scheel angesehen wurden, verwendet. Jetzt dehnt man dieses System auf die Opfer der Hartz-Reform aus, so wie man die Asylantentests auf die Sozialhilfeempfänger ausgeweitet hat. Ist die Gewöhnung erst mal eingetreten, werden Ausweitungen in der Presse keine Resonanz mehr finden. Das war deutlich bei der Ausweitung der Zwangsarbeit auf die Sozialhilfeempfänger erkennbar. Wen stört es noch, dass die die ILO schon diese Praktiken als ungesetzlich verurteilt hat, ohne dass die Regierung, die das ILO-Abkommen unterzeichnet hat, darauf Rücksicht genommen hätte.

Für jeden, der jetzt den Kopf schüttelt und meint, das sei doch nicht so schlimm, sei vermerkt: Mit den 1 Euro Jobs werden reguläre Arbeitsplätze vernichtet. Noch wird sich das im Bereich der öffentlichen Hand, also bei den Kommunen abspielen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses System ausweitet. Hat erst einmal die Industrie die Möglichkeit, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, werden Zehntausende und mehr reguläre Arbeitsplätze vernichtet. Und das wird kommen, soviel ist sicher, trotz aller Beteuerungen der Politik die solche Machenschaften immer abstreitet, bis sie sie realisiert. Sind Sie sicher, dass Ihr Arbeitsplatz nicht dazu gehört?