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Glücksforschung??!!

Bericht der Finanzial Times über Glückforschung

Ja, es gibt sie jetzt, die Glücksforscher. Meine Meinung dazu ist, sie sind so nötig wie ein Kropf. Im Gegenteil, ich halte sie eher für gefährlich, weil ihre "Einflüsterungen" manipulative Wirkung haben.

Was ist das überhaupt? Glück? Ich behaupte, dass das individuell sehr verschieden ist. Außerdem glaube ich, dass Glück mit den eigenen Vorstellungen über bestimmte Lebenssituationen eine enge Symbiose verbindet. Glück ist ein Großteil Phantasie und das möchte ich anhand von ein paar Beispielen verdeutlichen.

  • Macht Geld glücklich? Ja und nein.

    Derjenige, der keines hat, würde einen möglichst hohen Lottogewinn als großes Glück betrachten und hat er dann das "Glück", dass diese Wunschvorstellung eintrifft, wird er zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit ein großes Glücksempfinden haben. Aber Glück ist ein flüchtiges Gefühl. Schon nach kurzer Zeit wird unser glücklicher Gewinner wieder von der Realität eingeholt und er stellt erstaunt fest, hat man erst mal Geld, stellen sich auch damit verbundene Sorgen ein.

    Nur wenige der Gewinner von großen Beträgen haben sich zuvor ernsthafte Gedanken gemacht, was sie denn nun mit dem Geld anfangen sollen. Zumeist beginnt die "ich bin reich"-Phase mit einem Kaufrausch. Bar jeglicher finanzieller Sorgen wird alles gekauft, was man sich so lange schon wünscht und auch dabei werden Glücksgefühle entwickelt und verschwinden wieder.

    Dann beginnen die Sorgen. Menschen, die von dem Gewinn erfahren haben, schicken plötzlich Bettelbriefe, andere machen Geschäftsvorschläge, wieder andere drohen vielleicht sogar mit Repressalien, wenn man nichts abgibt. Plötzlich macht der unverhoffte Reichtum Sorgen. Angst stellt sich ein, jemand könnte einem was wegnehmen. Hinzu kommen die Sorgen, wie man das Geld zusammenhält oder gar vermehrt. Es kommt die Erkenntnis, dass der Kaufrausch der ersten Tage verflogen ist und man nun beim Kauf eines neuen Autos, eines neuen Kleides oder was immer man jetzt kauft, kein Glücksgefühl mehr entwickelt. Man geht einfach in ein Geschäft uns stellt einen Scheck aus und schon ist man im Besitz dessen, was man haben will. Es hat aufgehört, ein Erfolgserlebnis zu sein. Der Kleinwagen, den man sich früher zusammengespart hat oder über einen Kredit finanziert hat, hat dann, wenn er vor der Tür stand, ein größeres Glücksgefühl ausgelöst, als jetzt der Ferrari, den man "mal eben" gekauft hat.

  • Machen Kinder glücklich? Ja und nein.

    Für manche Menschen sind Kinder ein fortwährendes Glück. Dieses Glück basiert auf einem weiterentwickelten Urinstinkt, der die Erhaltung der Art sichern soll. Jeder Mensch, der Kinder hat, weiß, dass Kinder nicht nur Freude, sondern auch Ärger, Angst und Sorge verursachen. Trotzdem sind sie für viele Menschen eine stetige Quelle des Glücks. Dieses Gefühl ist zumeist bei Frauen noch ausgeprägter als bei Männern, oder, genauer gesagt, anders ausgeprägt. Dieser Vorgang ist nicht nur als ein Bestandteil der Tradition zu betrachten. Es ist ein Urinstinkt und eine beibehaltene Tradition. Die ersten Jahre ist die Mutter der Dreh- und Angelpunkt eines Kindes. Sie sorgt sich um die direkten Bedürfnisse des Kindes, während der Vater die Rolle der Respektperson einnimmt, der "Starke" und manchmal auch der "Bestrafende". Kinder erfassen intuitiv, wie das Rollenspiel in der Familie wirklich ist und loten ihre Grenzen aus, unter anderem auch damit, dass sie geschickt die Eltern gegeneinander ausspielen, wenn sie unterschiedliche Auffassungen über die Kindererziehung in der Familie erkannt haben. Bleiben wir aber beim traditionellen Familienbild. Die Liebe eines Kindes zu den Eltern ist ebenfalls Teil einer evolutionären Bindung und diese Liebe wird im Prinzip gleich verteilt. Aber mit der Mutter ist ein Kind mehr zusammen, folglich ergibt sich daraus häufiger eine Situation, die Differenzen zwischen Kind Und Mutter zur Folge haben. Der Vater ist seltener präsent und so werden die Liebesbeweise des Vaters vom Kind anders aufgenommen, weil sie seltener stattfinden. Viele Mütter fühlen sich dadurch verletzt, was aber im Prinzip unbegründet ist und nur mit dem unterschiedlich langen "Zusammensein" zu begründen ist. Auf das Glücksempfinden der Eltern hat das wenig Einfluss. Sie erleben das Heranwachsen des Kindes, die unterschiedlichen altersbedingten Eigenschaften ihres Kindes als ein immer neues Glücksempfinden, welches zumeist erst nach der Pubertät allmählich nachlässt.

    Doch diese Empfindungen werden nicht von allen "Eltern in dieser Form wahrgenommen. Da gibt es die Männer, die beim Zeugungsprozess alles wollten, nur kein Kind und lieber verschwinden, als die Verantwortung auf sich zu nehmen. Andere gehen dann zwar eine Ehe ein, aber bei Vielen bleibt ein Rest von Schuldzuweisung an das Kind, schuld am Verlust der Freiheit zu haben. Ein wirklich irrelevanter Grund, denn das Kind kann mit Sicherheit nichts dafür. Aber auch für Mütter ist ein Kind nicht unbedingt die wirkliche Erfüllung. Manche Kinder sind ungewollt. Nicht immer, aber auch nicht selten findet hier der gleiche Prozess statt, wie er zuvor beim Vater beschrieben wurde, nur mit dem Unterschied, dass eine Mutter sich wesentlich schlechter aus dem Staub machen kann als ein Vater. Manchmal ist ein Kind gewollt, aber nicht des Kindes wegen, sondern um den Partner einzufangen. Verläuft dann die Partnerschaft nicht so, wie es sich die Mutter vorgestellt hat, ist nicht selten das Kind der Leidtragende. In diesen Fällen ist das Glücksempfinden wesentlich seltener, als im ersten Fall und manchmal stellt es sich gar nicht ein

  • Sind Reiche und Superreiche Glücklich? Ich denke nein.

    Viele Menschen verbinden Glück mit materiellem Wohlstand, aber ich denke, das ist falsch. Am Beispiel des Lottogewinners habe ich aufgezeigt, dass der Besitz von viel Geld eher das Gegenteil bewirkt. Reiche Menschen, und dabei spielt es keine Rolle, ob sie 10, 100 oder tausend Millionen besitzen, haben viel weniger Erfolgserlebnisse, als Otto Normalverbraucher. Für sie ist der Kauf eines Gegenstandes nur selten mit einem Glücksgefühl verbunden, weil es eine Gewohnheit ist, man zahlt und kann fast alles für Geld bekommen. Natürlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise die Erstehung eines Kunstwerkes, dass man haben wollte, aber dass bisher nicht zu erwerben war. Reiche schotten sich ab. Aus Angst, jemand könnte es auf ihren Reichtum abgesehen haben (nicht ganz unbegründet) umgeben sie sich mit einem Schutzwall, der sie vor der Außenwelt schützt und Pflegen überwiegend nur Kontakt mit Ihresgleichen. Ehen werden zumeist "aus Vernunftgründen" mit Ihresgleichen abgeschlossen und viele dieser Ehen stechen durch eine Art distanzierter Langeweile hervor. Dabei muss man sehen, dass viele der heute zum Geldadel gehörenden Familien nie etwas anderes gesehen haben. Sie wurden in diese aus Frustration und Langeweile gebildete Gesellschaft hineingeboren, nicht zuletzt einer der Gründe für die Entwicklung zum "Playboy" oder "Playgirl". Es ist der Versuch, der Langeweile zu entgehen und da ist jeder Exzess willkommen.

Aber was ist Glück wirklich? Ich glaube, dass ist individuell sehrt unterschiedlich und oft auch Situationsbedingt. Ich habe eingangs gesagt, Glück hängt mit der Phantasie, den eigenen Vorstellung zusammen. Ein Glücksfaktor ist eigentlich immer das Ergebnis eines Erfolgserlebnisses. Wird einem Arbeiter oder einem Angestellten wegen einer Arbeit ein besonderes Lob ausgesprochen, ist das Ergebnis ein Glücksgefühl. Er mag es anders interpretieren, als Stolz oder als tiefe Zufriedenheit, die Basis dafür ist ein Glücksempfinden. Hat ein Mensch sich bestimmte Ziele gesetzt und ein Ziel trotz aller Widrigkeiten erreicht, empfinet er Glück und als Folge Zufriedenheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein berufliches Ziel oder ein neuer Wagen, eine Lok für die elektrische Eisenbahn oder was auch immer war. Es ist die Erfüllung einer Phantasie, ein Erfolgserlebnis, das ihm das Glück beschert hat. Das Kind, dass seine Mutter oder seinen Vater unmotiviert in den Arm nimmt und flüstert: "Ich hab Dich lieb", beschert dem Vater oder Mutter ein unbeschreibliches Glücksgefühl, obwohl er oder sie das auch schon vorher wussten. Hier ist es die emotionale Bindung, die dieses Gefühl auslöst. Da ist der Steppke, der sein Zeugnis bekommen hat und das Zeugnis alles andere als zufrieden stellend ist. Er kommt nach Hause, hat Angst vor der Schelte. Und dann kommt der Vater oder die Mutter, schaut ihn an, nimmt ihn in den Arm und sagt: "Ist doch nicht so schlimm. Das kriegen wir schon wieder hin." In diesem Moment hat das Kind ein Glücksempfinden und wird es wohl viel stärker anspornen, als alle Schelte oder Bestrafung es vermöchte, denn das Kind wird versuchen, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zu enttäuschen.

Es gibt aber auch das "vorgegaukelte Glück". Drogen jeglicher Art verändern die Art der Wahrnehmung und erzeugen bei vielen betroffenen Menschen ein scheinbares Glücksgefühl. Viele Menschen flüchten in diese Art der Wahrnehmung aus unterschiedlichen Gründen und erleben in Wirklichkeit den Horror! Um dieses vermeintliche Glücksempfinden zu bekommen, sind sie auf immer stärkere Dosen des Rauschmittels angewiesen und wohin das letztendlich führt, kann man täglich in Zeitungen nachlesen. Es ist kein wirkliches Glück, sondern eine chemische Reaktion des Körpers auf das Rausmittel, vermutlich produziert, um den Körper zu schützen. Aber leider ist es modern!! Und tödlich.

So, meine ich, ist Glück nicht zwangsweise das Ergebnis großartiger Erlebnisse, sondern oft das Ergebnis kleiner, oftmals banal erscheinender Erfolge.

Lese ich dann in dem Bericht die Meinung der "Glücksforscher", was uns glücklich machen soll, halte ich diese Forscher für Römer. Und aus Asterix wissen wir ja: "Die spinnen, die Römer".