Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 18.11.2006

Ghetto

Dass Wahnsinn Methode hat, wird allgemein behauptet. Im Fall der Stadt Dietzenbach in Hessen ist mir die Methodik allerdings nicht ersichtlich. Nach einem Bericht von Focus soll das dort am Spessartring, ehemals Starkenburgring, existierende Ghetto "entschärft" werden. Dort stehen 5 Hochhäuser, 17 Stockwerke hoch, mit 1.020 Wohnungen und 3.200 Menschen aus 80 Nationen.

Das Viertel ist bekannt für Gewalt, häufige Polizeieinsätze und Vandalismus. Wie hoch der Anteil der Arbeitslosen in diesem Viertel ist, weiß ich nicht, aber er ist extrem hoch.

Nach Ansicht des dortigen Bürgermeisters Stephan Gieseler würde ein Abriss der oberen 5 Stockwerke eine Entschärfung bewirken, möglicher Weise würden die Wohnungen an Wert gewinnen und Interessenten zum Kauf animieren. Gäbe es nur noch 12 Stockwerke, würde die Anonymität verringert. So glaubt die Politik, Probleme lösen zu können, die sie nicht einzuschätzen vermag. Ursache und Wirkung spielen bei diesen Überlegungen keine Rolle. Der Herr Bürgermeister wird wohl seinen Chauffeur angewiesen haben, das Viertel in großem Bogen zu umfahren.

Es scheint Herrn Gieseler nicht klar zu sein, dass dort ein Ghetto entstanden ist, welches durch die multikulturelle Belegung die Problematik eines Ghettos noch in besonderem Maße verschärft. Oben ein wenig abzuschneiden, löst dieses Problem nicht, ganz abgesehen davon, dass die dann auszubürgernden Familien nach der üblichen politischen Vorgehensweise in einem neuen Ghetto angesiedelt werden würden. Würde Herr Gieseler das Problem betrachten, statt mit Blick auf mögliche Geschäfte diesen Wahnsinn in Erwägung zu ziehen, käme er vermutlich auf andere und billigere Lösungsmöglichkeiten. 3.020 Menschen, davon wohl die meisten ohne Perspektive, leben dort, darunter viele Jugendliche. Sie müssen irgendwie den Tag totschlagen und wie das geht, zeigen die Ghettos der USA, z. B. die Bronx. Es bilden sich Banden, vermutlich nach unterschiedlichen Nationalitäten getrennt. Die Tristesse ihres Lebens hat die Gewaltbereitschaft und die Zerstörungswut extrem gesteigert. Wer von draußen kommt, ist automatisch ein Feind. Dies gilt vor allem für die "Bullen". Dieses Leben erzeugt Hass. Sinnvolle Betätigung bleibt ausgeschlossen, weil ihnen alle Möglichkeiten versperrt bleiben.

Statt die Stockwerke abzureißen, sollten sie einem sinnvollen Zweck zugeführt werden. Es wäre sicher einmal ein lohnendes Experiment, dort Räume in Erlebniswelten umzugestalten, indem man ein oder mehrere Fitnessstudios installiert, statt dem Abriss der oberen Stockwerke unten die Decke zwischen zwei Stockwerken einreißt (mit entsprechenden Verstärkungen) und dort Sporthallen einrichtet, Begegnungsräume für Jung und alt ausgestaltet, Schulungsräume und Kindergärten einrichtet und mit entsprechenden Angeboten versieht. Das alles nicht als Geschäftsidee, sondern als Integrationsmaßnahme, mit welcher die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Nationen gefördert und den Menschen sinnvolle Alternativen geboten werden.

Das, Herr Gieseler, wäre eine echte Möglichkeit, den Explosivherd Dietzenbach zu entschärfen und gleichzeitig ein Projekt mit Vorbildcharakter für Europa in Angriff zu nehmen. Ansonsten wird Dietzenbach ein Klein-Paris bleiben und Wut und Hass werden dort wachsen, auch bei gekappten Hochhäusern. Was Sie vorhaben, ist Wahnsinn ohne Methode und nichts als ein Zeichen nicht mehr zu überbietender Inkompetenz.