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Erstelldatum: 16.07.2009

Gender und Familie

In der modernen Familie kommt es auf den Mann an, tituliert die WELT ihren Artikel zum so genannten Familienmonitor, den Ursula von der Leyen vorstellt. Ein Satz der von der Leyen belegt die manipulative Form dieses Berichts. "Väter spüren die Auswirkungen der Krise stärker als Mütter", behauptet sie. Was für eine schwachsinnige Aussage im Zusammenhang mit der Abhebung auf Männer- bzw. Frauenberufe. Für die Untermauerung wurde eine Studie des Allensbacher Instituts herangezogen, nach welcher 47% der Männer mit minderjährigen Kindern auf Befragung antworteten, dass ihr Betrieb bereits Auswirkungen der Krise zeige, aber nur 25% der Mütter. Der unsinnige Gehalt dieser Aussage ist einfach die Tatsache, dass durch die Krise verursachte Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit immer die gesamte Familie trifft, egal, wer berufstätig ist. Dort, wo beide Elternteile berufstätig sind, ist es oft so, dass beide auch im gleichen Betrieb arbeiten (bei großen Konzernen sehr häufig der Fall) und dann auch beide von Kurzarbeit betroffen sein können. Dass das Familieneinkommen alleine von Frauen erwirtschaftet wird, ist außerdem wesentlich seltener der Fall als umgekehrt. Dass Betriebe mit Schwerpunkt auf dem Export oder Zulieferer-Betriebe für exportabhängige Konzerne (z. B. Automobilindustrie) bereits stärker von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurden, als Unternehmen, die in der Hauptsache für den Binnenmarkt produzieren, ist ebenfalls leicht verständlich und auch ein Beweis für die fehlerhafte, auf den Export fixierte Politik der Vergangenheit.

Allensbach ist aus meiner Sicht ein Meinungsumfrageinstitut, welches gerne Erhebungen so gestaltet, dass sie in das politische Kalkül passen. Und das politische Kalkül ist nach von der Leyen ist die "moderne" Familie. Modern ist eine Familie, wenn beide Elternteile arbeiten. Dass der Arbeitsmarkt dazu keine Möglichkeiten bietet, ignoriert die von der Leyen geflissentlich, denn in ihrem Fokus stehen nicht die Familien in prekären Verhältnissen. Das würde ihr Elite-Bewusstsein nicht gestatten. Dass das, was so gerne als Elite bezeichnet wird, mehrheitlich sozialdarwinistische Züge trägt, wird derzeit eigentlich durch die Krise überdeutlich, aber so etwas entzieht sich der Wahrnehmung der von der Leyen. Sie reflektiert auf populistische Erfolge, so wie beispielsweise die erfolgreichen Zensurbestrebungen im Internet. Wäre es ihr dabei wirklich um die Pornographie gegangen, wäre sie vor allem gegen die bei den privaten Sendern übliche Werbung der Pornoindustrie vorgegangen, die immer dreister, widerwärtiger und nerviger wird. Dass diese Werbung dabei Kindern und Jugendlichen nahezu ungehindert zugänglich ist, scheint sie nicht zu stören. Die Verhinderung des Zugangs zur Pornographie für Kinder und Jugendliche ist auch nicht das politische Ziel der von der Leyen. Das politische Ziel ist die Zerstörung herkömmlicher Familienstrukturen.

Doch das ist nicht völlig neu. Es wurde bereits im so genannten Wirtschaftswunder begonnen, als man die Frauen in die Fabriken holte und damit den Begriff "Schlüsselkinder" gebar. Ein weiteres Element dieser offenbar geplanten gesellschaftlichen Änderung ist die Emanzipation. Ihren Start hatte sie bei dem, was sich als Elite bezeichnet, denn im ausgehenden 19. Jh. und mit Beginn des 20. Jh. hatte der durchschnittliche Bürger bzw. die Bürgerin für so etwas weder Zeit noch Interesse. Hausfrau und Mutter zu sein war ein 24-Std. Job, da konnten sich solche Überlegungen nur Familien leisten, die über Bedienstete verfügten.

Das änderte sich nach dem 2. Weltkrieg. Ein relativer Wohlstand und eine häufige Präsenz in der Presse wirkten wie eine Gehirnwäsche. Das, was Jahrhunderte funktionierte und vermutlich die Menschheit vor der Selbstzerstörung bewahrte, die Aufteilung: "Der Mann arbeitet, die Frau versorgt Haushalt und Kinder", wurde nun nicht nur in Frage gestellt, sondern wurde als Unterdrückung der Frau durch den Mann dargestellt. Wirklich fruchten konnte dieses Geschwätz aber erst, als Frauen nicht mehr 8, 10 oder mehr Kinder gebährten und Hausarbeit echte Schwerstarbeit war. Dazu bedurfte es erst der industriellen Revolution mit immer neuen Haushaltsgeräten, welche die schwere Hausarbeit zu leichten Nebensache werden ließen, der Entwicklung von Verhütungsmitteln, die zu weniger ungewollten Schwangerschaften führten, als deren Folge die Zahl der Geburten dann auch drastisch zurück gingen. Nun hatte die Hausfrau und Mutter mehr Zeit und nicht wenige Frauen erlagen den ständig wiederholten Phrasen, dass diese Form der Familie ein Zwangsinstrument der Männer war, die Frauen zu unterdrücken. Real kann man die plötzlich von den Frauen verspürte Leere mit denen der Neurentner vergleichen. Die Veränderung des Tagesablaufes, weil jahrelang gewohnte Arbeit plötzlich nicht mehr geleistet werden musste und damit mehr ungewohnte Freizeit war der ideale Nährboden für die Einflüsterungen der Emanzipationsbewegung, die Frauen müssten beginnen, sich selbst zu verwirklichen.

Familien waren nie eine problemfreie Zone. Zu allen Zeiten haben Männer, wenn sich die Gelegenheit bot, ihre Frauen betrogen und sind ihrem sexuellen Trieb gefolgt. Doch auch die Frau war nicht das reine, unschuldige Wesen. Auch sie haben ihre Männer betrogen und waren dabei vor der Entdeckung sicherer als die Männer. Manches Kind bekam einen Vater, welcher nicht ihr Erzeuger war. Dennoch waren diese Familienstrukturen belastbare Bande, in denen in Zeiten der Not jeder für jeden einstand. Zeiten, in denen die Alten nicht in Heime abgeschoben wurden, sondern Teil der Familie waren und bei allen Differenzen innerhalb zur wehrhaften Gruppe gegen die Gefahren von außen wurden. In jeder Familie gab es jemanden, der das dominante und damit automatisch das führende Glied der Familie war. Nicht immer war die nach außen vertretene Dominanz intern auch gegeben. Den Begriff "Pantoffelhelden" kennt jeder und er konnte nur entstehen, weil in nicht wenigen Familien die eigentliche Dominanz in der Familie bei der Frau lag, mitunter ganz offen, aber mehrheitlich wohl unterschwellig und verdeckt.

Die Emanzipation hat die Welt nicht wirklich verändert, nicht einmal durch die mit der Entwicklung des Fernsehens gesteigerten Wirkung der Propaganda. Noch immer arbeiten Frauen für weniger Lohn als die Männer und das geht nicht von ihren Ehemännern aus. Dafür verantwortlich sind die mit dem Kapitalismus aufgebauten Strukturen. Selbst dann, wenn eine Frau die Unternehmensspitze stellt, wird sie den Frauen nicht den gleichen Lohn zahlen. Die Selbstverwirklichung der Frau hat vor allem eines hervorgebracht: "Zerbrochene Ehen." Dem kurzen Rausch der absoluten Freiheit, auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, folgt bald eine Leere, die Männlein und Weiblein oftmals mit irgendwelchen Engagements zu füllen suchen. Vergeblich. Warum wohl wird der oder die "Neue" mit den Maßstäben der oder des "Alten" verglichen und kann trotz aller Bemühungen die Leere nicht ausfüllen? Das ist besonders häufig der Fall, wenn es Kinder gibt.

Kinder, das ist das Stichwort. Von der Leyen will, dass Männer nun nach der Geburt eines Kindes Aufgaben übernehmen, die im herkömmlichen Sinne Aufgaben der Frauen waren. Ich glaube, dass dies ein widernatürlicher Weg ist. Die Natur hat zwischen Müttern und Kindern Bande hegestellt, die kein Psychologe wirklich ergründen und die auch ein Vater nicht ersetzen kann. Auch zwischen Vater und Kind gibt es solche Bande, aber sie sind anderer Natur. Kinder sind anpassungsfähig und sie geben ihr Vertrauen demjenigen, der sie betreut und ihnen die erforderliche Aufmerksamkeit schenkt. Aber der die Mutter ersetzende Vater vermag nichts gegen den Knacks zu tun, den eine solche Konstellation erzeugt. Aus meiner Sicht wird das später zur Traumatisierung führen, so wie die Psychologie auch heute bereits Traumata kennt, deren Ursprung in der Kindheit liegt. Und sei es nur das unterschwellige Gefühl, dass ihnen etwas entgangen ist und sich später in nagenden Selbstzweifeln niederschlägt.

Aber auch das scheint gewollt zu sein, denn inzwischen hat ein neues Zauberwort die Runde gemacht. "Gender" heißt es und wird mit einem Wort beschrieben: "Gleichstellung." Sollte ich es beschreiben, würde ich zwei Worte benötigen: "Sexuelle Desorientierung!" Vielen Menschen sagt der Begriff Gender nichts, aber bei Google findet man darunter über 200 Millionen Einträge, vor allem im politischen Bereich und in Stiftungen (Beispiel: Heinrich Böll-Stiftung). Die politische Vertretung nennt sich nicht etwa "Gender-Beauftragte", sondern wird in Funk und Presse immer als Gleichstellungsbeauftragte bezeichnet. Aber Gleichstellung ist nicht die ohnehin gesetzlich verankerte Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern die Gleichmacherei, das geschlechtsspezifische Neutrum.

Die Natur hat zwei Geschlechter hervorgebracht, den Mann und die Frau. was die Ursache gelegentlicher Abweichungen ist, wie Zwitter oder Menschen, die sich aus ihrer Sicht im falschen Körper befinden, hat man nie zu ergründen vermocht bzw. versucht. Auch der gelegentliche Hang zur Homosexualität ist wohl vor allem einer falschen Hormonausschüttung im Chemiewerk Mensch geschuldet, kann aber durchaus auch die Folge gestörter Kind-Eltern-Beziehungen sein. Aber Gender soll diese gelegentliche Desorientierung zum Standard machen. Wie immer finden sich in der Wissenschaft zahlreiche Helfer, die diesen Weg mit den irrwitzigsten Begründungen fördern und sogar als normale Entwicklung darzustellen suchen. Immer, wenn der Mensch in grundlegenden Dingen versucht hat, der Natur ins Handwerk zu pfuschen, hat das katastrophale Folgen gehabt. Eine Gender-Gesellschaft wäre aber wohl die absolute Spitze.

Ich habe unter der korrekten Bezeichnung Gender Mainstreaming schon einmal darüber berichtet und meine Befürchtungen sind mit den Bestrebungen der von der Leyen in der Familienpolitik noch gewachsen. Sexuelle Desorientierung, von klein auf suggestiv vermittelt, führt zwangsweise zur tief verwurzelten psychologischen Unsicherheit und bringt Generationen von orientierungslosen leicht manipulierbaren Zombies hervor, die sich beliebig in jede Richtung lenken lassen. Das Konzept der von der Leyen, dass beide Elternteile arbeiten und Kinder in Kitas betreut werden sollen, kann diesen politisch gewollten Weg der fehlenden geschlechtlichen Orientierung beschleunigen, dazu müssen die Betreuer nur herangebildet werden. Wenn das Prekariat dabei nicht zur Zielgruppe gehört, ist auch das nicht sonderlich verwunderlich. Irgendwann wird man dieses Pack schon entsorgen, z. B. mit einer Zwangsimpfung gegen imaginäre Viren, die man aus den Gen-Laboren in die Freiheit entlässt. Dann lässt sich im Impfstoff ja leicht ein sterilisierendes Mittelchen verstecken, das dem - wie drückte Sarrazin es aus? "Die falschen Leute kriegen die Kinder" endlich ein Ende bereitet. Wie ist das Motto von Gender? "Wir müssen weg vom biologischen Körper, hin zum gesellschaftlichen Körper." Soll Korruption jetzt auch die natürliche sexuelle und geschlechtliche Orientierung ersetzen? Denn eines ist sicher: Unsere Gesellschaft und die der gesamten westlichen Welt ist korrupt bis ins letzte Glied.

Wenn Sie ihren Kindern das antun wollen, dann wählen sie so, wie sie immer gewählt haben. Unserem Planeten tun sie damit einen Gefallen, er würde die Seuche des Menschen-Befalls endlich los.