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Wahnsinn mit Methode

Bedingt durch den 60. Jahrestag der Kapitulation von Nazi-Deutschland lebt die Zeit von 1933 bsi 1945 derzeit in den Medien, aber auch in Flimen wieder auf.

Der Wahnsinn Hitlers, eine arische Rasse zu "sichern", führte zur Ermordung von Millionen Menschen, vornehmlich Juden, aber auch Sinti und Roma.

Doch die Idee, eine Selektion bei Menschen vorzunehmen, ist bedauerlicherweise nicht mit diesem Regime gestorben. Arbeitgeber und Versicherungen würden es gerne sehen, wenn sich Menschen vor der Anstellung oder vor der Aufnahme in ein Versicherungsverhältnis genetisch untersuchen lassen würden, um so genannte Risikofaktoren auszuschließen. Das wäre die ultimativer Form eines Ausleseverfahrens: Wer genetisch "rein" ist, bekommt Arbeit und darf sich versichern. Der Rest landet auf dem Müllhaufen?

Sie meinen, ich überzeichne? Anlässlich einer Veranstaltung von Albrecht Müller (Buchautor von Die Reformlüge wurde ich von einem Herrn angesprochen und nach einer kurzen Unterhaltung über die derzeit aktuellen Themen über den Arbeitmarkt und die neoliberalen Wirtschaftsinteressen erbot er sich, mit einiges an Material zukommen zu lassen. Unter anderem gehörte dazu dieser Zeitungsartikel:

MEDI-Report

Noch gibt es keine Gesetze in Deutschland, die einen solchen Wahnsinn sanktionieren würden. Doch ich sage bewusst NOCH. Denn es gab bereits eine Forderung, dass sich Arbeitslose einem Gentest unterziehen sollten. Dazu die PDS-Abgeordnete Petra Pau:


Unglaublicher Eingriff in Persönlichkeits-Rechte

11. 10. 2004 - Per Gesetz sollen Arbeitssuchende einem Gentest unterzogen werden.
Das berichtet der 'Spiegel' unter Berufung auf die Bundesregierung. Dazu erklärt Petra Pau, Mitglied im Innenausschuss:

Dies wäre ein unglaublicher Eingriff in verbriefte Persönlichkeits-Rechte. Noch dazu mit einer dümmlichen Begründung.

Angeblich gehe es um Berufseignungen. So soll geprüft werden, ob künftige Busfahrer farbenblind sind. Früher gab es dafür Augenärzte. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch legitim. Gentest für Jobsuchende sind es jedenfalls nicht. Sie wären grundgesetz-widrig.


Welch ungeheure Möglichkeiten, wenn sich erneut ein Wahnsinniger fände, der die Selektion mittels Chip vornehmen könnte. Eine Selektion nach der Idee Hitlers im Sinne Wertes und Unwertes Leben. In der Wirtschaft und im Finanzwesen gäbe es sicherlich genügend Befürworter dieser Idee. Da wir ja gerade in der Erinnerung an das Nazi-Regime versunken sind, sollte nicht vergessen werden, dass die Situation 1933 ähnlich wie heute war. Und es sollte nicht vergessen werden, dass der Aufstieg Hitlers von einigen Wirtschaftsbossen der damaligen Zeit massiv unterstützt wurde. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden dass es Kreise in der Wirtschaft gibt, welche die NPD auch heute finanziell unterstützen, denn irgend woher muss die durchaus gute Finanzausstattung der NPD ja kommen.

Wir können nur hoffen, dass die "Genostic Pharma" mit ihrem wahnwitzigen Unterfangen Weltweit gebremst und geschnitten wird. Zwar behaupten viele, vor allem US-Wissenschaftler, bestimmte Gene entschlüsselt zu haben. Selbst wenn es stimmt, lässt, so denke ich, die komplexe Genstruktur des menschlichen Körpers von einem isolierten Gen nicht zwangsweise auf die mit diesem Gen verbundenen Folgen schließen. In der genetischen Struktur der Menschen sind Gesundheit und Krankheit, Gut und Böse gleichermaßen verankert. Es liegt immer noch am ehesten am Menschen, welche seiner Gene wirksam werden. Die Natur hat im menschlichen Körper Anlagen gespeichert. Bestimmte Anlagen zu kultivieren, liegt am Menschen durch seine Lebensweise.

Aber auch losgelöst von dieser Betrachtung: Sollen Menschen, die möglicher Weise mal krank werden, vom Leben ausgeschlossen werden? Sollen Menschen, weil ein opportuner Wissenschaftler zu erkennen glaubt, dass die Gene eines Menschen Dummheit diagnostizieren, vom Leben ausgeschlossen werden (dann müssten etliche Personen des öffentlichen Lebens, in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ebenfalls "aussortiert" werden).