Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 27.08.2010

Folgen der Technik

Nicht nur die derzeitige Diskussion um den Google-Dienst Streetview (SV) veranlasst mich, über die Technik, ihre Möglichkeiten und das Pro und Contra zu sinnieren.

Schon erstaunlich, wie manche Leute in den Foren der Presse für Google kämpfen. Da könnte man fast schon meinen, Google hätte ein paar Leute als Forenschreiber abgestellt, um eine positive Resonanz für diesen Dienst zu erzeugen.

Da sind z. B. die Vergleiche mit Bildbänden, in denen Häuserzeilen abgebildet sind bis hin zu den privat geschossenen Fotos von Häusern, um zu erklären, dass es das doch schon alles gibt. Doch wer würde alle Bildbände der Welt durchsuchen wollen, um eine bestimmte Ansicht eines Hauses zu bekommen? Folglich ein irrelevanter Vergleich. Welchen Nutzen hat SV eigentlich? Die gute alte Landkarte hat mir früher den Weg gewiesen, wenn ich zu einem bestimmten Ziel wollte. Heute bekomme ich mit einem GPS-fähigen Instrument (GPS ist ein militärisches Projekt) im Auto den Weg zu meinem Ziel punktgenau angezeigt. Die Frage ist, wen interessieren eigentlich die Häuserzeilen auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel? Würde SV mit GPS verknüpft, würden Kraftfahrer dann mehr auf den GPS-Monitor statt auf die Straße sehen?

Also bleibt die Frage, welchen praktischen Nutzen hat SV? Und welche Möglichkeiten bringt es für Google? Irgendetwas muss sich Google doch von diesem Dienst versprechen, sonst würde es nicht Millionen investieren. Dabei fällt mir Google Earth ein, das einen Blick von oben auf beliebige Objekte ermöglicht, zeitnah. Anders gesagt, Google hat zwei "Dienste", einmal vertikal und einmal horizontal. Das wiederum ermöglicht, wenn beide Dienste miteinander verknüpft werden, eine Kreuzpeilung und die zeitnahe und direkte Beobachtung eines jeglichen Objekts, Personen eingeschlossen, durch den vertikalen Dienst, wenn mit Hilfe des horizontalen Dienstes (SV) die Positionsbestimmung eindeutig ist. An die Adressen heranzukommen, wenn man bei bestimmten Personen ein wie auch immer geartetes Interesse hat, sie zu beobachten, ist in der digitalen Welt das geringste Problem. Die grundlegende Frage muss also lauten, welche Möglichkeiten durch Verknüpfungen und welche Interessen Google und evtl. auch andere Stellen noch haben könnten, außerhalb der öffentlichen Verlautbarungen.

Technik, das ist Fortschritt, so denken wir alle (mit sehr wenigen Ausnahmen) darüber. Aber Technik ist auch etwas, das nur von einigen Wenigen bis ins Detail beherrscht wird (wenn überhaupt). Ein Teil der breiten Masse hat nur beschränkte Kenntnisse, der größte Teil aber nur das Wissen, das er über die verschiedenen Quellen bekommt.Bei selbstgenutzter Technik über die Bedienungsanleitung, eigene Erfahrungen, Tipps von Freunden etc., in anderen Fällen über das Internet, die Presse oder Herstellerangeben. Aber man verlässt sich darauf, dass die verwendete Technik hält, was Medien, Hersteller, Werbung, Politik usw. versprechen. In den meisten Fällen reicht das auch und selbst, wenn nicht jedes Versprechen eingelöst wird, bleibt das folgenlos. In anderen Fällen wird aber die Leistungsfähigkeit der Technik auch überschätzt (z. B. ABS beim Auto oder Motorrad) und kann deshalb zu gravierenden Problemen führen.

Ein Beispiel ist die Technik der Bahn, speziell der ICE. Einerseits baut man mit ungeheurem Aufwand Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge, mit denen man Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr erreichen will und dann setzt man Züge ein, die diesem Anspruch offenbar nicht gerecht werden. Natürlich fahren die meisten ICE problemlos, aber noch bei keiner Serie der Bahn (abgesehen vielleicht von der Gründerzeit) hat es so viele Pannen gegeben, wie beim ICE und das mit teils erheblichen Folgen für Leib und Leben. Und möchten Sie gerade in einem dieser Züge sitzen, der diese Pannenserie fortsetzt? Dabei sind ausfallende Klimaanlagen noch die harmloseste Variante.

Eines der ehrgeizigsten Bahnprojekte ist Stuttgart 21. Mit immensem Aufwand soll der Stuttgarter Sackbahnhof in einen Durchgangsbahnhof umgebaut und unter die Erde verlegt werden. Neben der Änderung des Bahnhofs soll auch noch eine Hochgeschwindigkeitstrasse nach Ulm gebaut werden. Ein Teil des denkmalgeschützten Bahnhofs wird dafür abgerissen. Denkmalschutz funktioniert offenbar nur bei Otto Normalverbraucher, der, z. B. bei seinem denkmalgeschützten Haus keine Veränderungen vornehmen darf, nicht aber, wenn politische und kommerzielle Interessen dahinter stehen. Veranschlagt ist das Projekt mit ca. 7 Milliarden und sowohl Bahn auch Politik behaupten, dass Mehrkosten nicht zu erwarten wären. Eine unsinnige Aussage, denn bisher hat sich kaum ein Projekt, mit dem sich Politiker ein Denkmal setzen wollten, den veranschlagten Kostenrahmen eingehalten. Für das Projekt wird bereits im Vorfeld intensiv Werbung betrieben und eine gut gemachte Computersimulation zeigt, wie toll das alles werden wird, wenn man in 28 Minuten mit dem ICE von Stuttgart nach Ulm reist. Na ja, in einer Computersimulation ist es leicht, alle unerwünschten Nebeneffekte auszublenden.

Inzwischen hat sich aber gegen das Projekt in Stuttgart und Umgebung handfester Protest der Bürger gebildet. Es ist aber auch zum Haare ausraufen. Wann begreift der dumme Pöbel endlich, dass er außerhalb der Wahltermine nichts zu melden hat?

Ich weiß nicht, was die Demonstranten umtreibt. Sind es die hohen Kosten, die den sparsamen Schwaben gegen den Strich gehen? Ist es die ewig lange Bauzeit und die damit verbundenen Beschränkungen, die stören? Oder ist es wirklich die Erkenntnis, dass Politiker zu oft versprechen, was sie nicht halten können können und immer öfter auch gar nicht halten wollen? Machen sich die Demonstranten vielleicht auch, anders als Politiker, Gedanken darüber, dass die Bahnprivatisierung ja keinesfalls vom Tisch ist und mit dem Projekt Kosten entstehen, die bereits die ungefähre Hälfte dessen ausmachen, was sich Tiefensee (noch 2009) von der Privatisierung an Einnahmen erwartete und dem möglichen Investor nun als zusätzliches Geschenk in Form der von Bund und Ländern zu tragenden Kostenfalle (die Infrastruktur und damit die meisten Kosten sollen im Besitz des Bundes bleiben) geschenkt werden?

Wie auch immer, jetzt bekommen die Demonstranten Auftrieb. Der Stern veröffentlichte einen Artikel, in welchem die Frage aufgeworfen wird, ob das ganze Projekt nicht mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist. Der eigentliche Schöpfer des Projekts, der Architekt Frei Otto, fordert den sofortigen Stopp des Projekts, weil ein bisher verschwiegenes geologisches Gutachten auf die immensen Gefahren hinweist, die durch die geologische Struktur des "Ländle" bedingt werden. Otto wurde bereits wegen seiner Sicherheitsbedenken aus dem Projekt ausgeschlossen und ist nun an die Öffentlichkeit gegangen. Der Stern schreibt:

    Stuttgarts Erde ist tückisch. Voller Wasser und Quellen, Gipsschichten mit hohem Anhydridanteil, also Mineralien, die aufquellen, Hohlräume, unkontrollierbar Krater bilden können. Im badischen Staufen, wo die Erde zwecks Erdwärmegewinnung angepiekst wurde, hoben sich Häuser und bekamen Risse, in der Nähe von Stuttgart selbst muss derzeit ein Autobahntunnel aufwendig repariert werden, weil der Druck aus der Tiefe die Straße verformt. Otto: "Es ist wie bei einer roten Ampel, wenn da einer durchbraust, muss man ihn aufhalten."

Bedenkt man nun, dass alleine 33 Tunnel für dieses Projekt entstehen sollen, muss klar werden, dass unter diesen Voraussetzungen die Kosten in Uferlose steigen werden. Doch auch das ist nebensächlich, denn der eigentliche Knackpunkt ist die Frage, ob die hier beschriebene Gefährdungslage überhaupt in den Griff zu bekommen ist. Nimmt man dann als Beispiel noch den "Sparzwang", den die Bahn als Grund für die desaströsen Fehler bei den Achsen und bei den Klimaanlagen angeführt hat, stellt sich die Frage, zu welchem Pfusch man bereit sein wird, um die mit Sicherheit anfallenden Mehrkosten beim Projekt Stuttgart 21 wenigstens ein wenig zu drosseln. Betrachte ich mir allerdings das Finanzierungskonzept für dieses Projekt, so ist es aus meiner Sicht bereits auf die Verschleierung der wahren Kosten angelegt.

Natürlich werden die Betreiber vor allem mit dem Argument der "hierdurch geschaffenen Arbeitsplätze" kommen. Aber dieses Argument wäre Verdummung pur, denn es würde schon reichen, die Straßen und Autobahnen endlich mal wieder in Ordnung zu bringen. Damit würden weit mehr Menschen beschäftigt werden können, als mit der hauptsächlich von Maschinen getätigten Tunnelbohrung und Trassenlegung. Und wie viele Kilometer Straße könnten mit diesem Geld saniert werden?

Eine begeistert angenommene Technik ist die digitale Welt, wenn es um Computer, Handys oder die anderen diesen Kreis betreffenden Techniken geht. Was es da nicht alles gibt. Da sind die Computer, die immer leistungsfähiger werden und mir schwirrt der Kopf, wenn ich die ganzen Begriffe lese, mit denen die Möglichkeiten von PCs angepriesen werden. Aber ich will ehrlich sein, die meisten der verwendeten Begriffe sind für mich ohnehin böhmische Dörfer. Ich kann damit nichts anfangen und fraglich ist auch, ob ich sie überhaupt benötige. Wie mir geht es wohl den meisten Leuten, die sich einen PC zulegen, um den Anschluss an die digitale Welt nicht zu verlieren. Natürlich gibt es sie, die Experten, die PCs vor allem nutzen, alle Möglichkeiten auszuprobieren um dann in Foren mit ihrem Wissen glänzen zu können. Aber sie dürften auch eine Minderheit sein. Der größte Teil der Anwender hat schon Probleme, die Suchmaschinen richtig zu nutzen, um beim Surfen gezielt die Ergebnisse zu erhalten, nach denen er sucht. Sie wollen ein wenig surfen, mal eine Mail verschicken, vielleicht auch Briefe mit den entsprechenden Tools schreiben oder mit EXCEL oder den äquivalenten Tools ihr Haushaltsbuch oder was weiß ich zu führen. Ich denke, die Mehrheit wird die vorhandenen Möglichkeiten nur zu einem kleinen Teil nutzen. Das, so denke ich, gilt auch für die heute vertrieben Handys, iPods, iPads und was weiß ich, was da sonst noch auf dem Markt ist.

Ein Produkt in der digitalen Welt ist der neue Personalausweis mit Chipkarte. Man kann nun auch mit ihm einkaufen (oder müsste ich shoppen sagen?). Ich aber denke, dieser Ausweis ist weniger notwendig als ein Kropf. Die Frage sollte nicht lauten, was man mit dem Ausweis alles machen kann, sondern eher, was andere damit machen können. Auf Heise wird die Frage gestellt, was überwiegt, die Sicherheits- oder die Wissensdefizite. Ich möchte die Frage erweitern: Welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn in späteren Baureihen der Ausweis neuere und modernere Chips hat, über deren Möglichkeiten keine Presseinformationen mehr gegeben werden, weil der Chip im Ausweis inzwischen Standard ist. Und was treibt die Innenminister (Schily, Schäuble, de Maiziére) eigentlich an, diese Ausweise als unverzichtbar für die Terror und Kriminalitätsbekämpfung haben zu müssen? Denke ich so zurück, dann hatte ich zwar den Ausweis ständig bei mir, aber auf Behörden oder für die Polizei habe ich ihn jahrelang nicht benötigt. Anders gesagt, ich hatte ihn bei mir, musste ihn aber so gut wie nie hervorholen, außer bei der Anmeldung eines Fahrzeugs. Aber plötzlich ist er unverzichtbar. Folglich frage ich mich, geht es darum, seitens der Politik der Online-Wirtschaft mehr Aufträge zuzuschanzen oder sollen Polizei und Geheimdiensten verstärkte Überwachungsmethoden für den einzelnen Bürger an die Hand gegeben werden?

Natürlich dient das alles dem Schutz des Bürgers. Nur, wann hat eigentlich jemals ein Staat seine Bürger ernsthaft geschützt? Sicher, wir haben eine Polizei, die uns vor Räubern und Mördern schützt, vorausgesetzt, sie schreibt nicht gerade Parksünder auf oder muss gerade Radarfallen kontrollieren. Nun gut, die Polizei ist wirklich die staatliche Stelle, die einen begrenzten Schutz gewährleistet. Oder habe ich die Gerichte vergessen? Wer kann sich denn heute noch Rechtsstreitigkeiten leisten? Verklagen Sie mal ein großes Unternehmen. Selbst wenn sie eine Rechtsschutzversicherung haben, wird sich die nach der zweiten verlorenen Instanz wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückziehen. Haben sie keine Versicherung, treiben Klagen sie in den finanziellen Ruin und gehen meist zugunsten der besser Betuchten (Vermieter, Unternehmen etc.) aus. Auch die meisten Urteile der oberen Gerichtsinstanzen wie Bundesgerichte und BverfG sind in der Regel so formuliert, dass die eigentlichen Nutznießer dieser Grundsatzurteile die Geldsäcke sind. Auch die Prozesskostenhilfe wird zu oft versagt. Nein, den Glauben an Schutz durch den Staat habe ich schon lange verloren. Er rächt uns gelegentlich, indem er nach der Tat die Schuldigen verfolgt, was aber für die Opfer meist keinen Nutzen mehr aufweist. Hingegen verspricht jedes Staatsorgan den Schutz und das Wohl der Bürger. So, wie z. B. das Projekt 21 natürlich nur dem Wohl des Bürgers dient. Will der Bürger nicht beschützt werden oder wehrt sich gegen das ihm aufgezwungene "Wohl", dann sind schnell Polizeitruppen da, um nicht gewollte "Wohltaten" zu sichern (siehe ebenfalls obiges Projekt).

In Schweden, das so gerne als Musterbeispiel vorgezeigte Land der EU läuft derzeit eine andere Kampagne. Dort will man das Bargeld abschaffen, denn Bargeld ist für die Lobbyisten dieser Kampagne die Wurzel allen Übels. Weniger verwunderlich als die Kampagne an sich fand ich, dass der eigentliche Treiber dieser Idee die Bankgewerkschaft ist. Aber sie steht nicht alleine da, andere Gewerkschaften hauen in die gleiche Kerbe und werden von Unternehmerverbänden und Behörden unterstützt. Spinne ich den Faden nun weiter und stelle mir vor, dass Deutschland diesem Beispiel folgt (warum sollte es nicht, ist doch zum "Wohl der Bürger"), dann braucht der Deutsche nicht einmal die normale Plastikkarte zum bezahlen, denn er hat ja diese Funktion bereits im Ausweis integriert. Damit würden sich auch die Träume ehemaliger und jetziger Innenminister erfüllen, die absolute Kontrolle über alle Zahlungsvorgänge eines jeden Einzelnen. Banken, die natürlich von verantwortungsvollen Managern geleitet werden, würden natürlich niemals Interesse an diesen gewaltigen Möglichkeiten der Kontrolle zeigen, obwohl sie die Kaufgewohnheiten jeden Bürgers bis ins kleinste Detail nachvollziehen könnten. Sicher, an der Kasse bei Aldi würde die Abwicklung ein wenig länger dauern und ein wenig unangenehm kann es auch werden, wenn in einer Bank das System abstürzt. Ob die Discounter und Supermärkte dann Warteräume einrichten, damit die Kunden dort so lange warten können, bis das System wieder funktioniert? Die Kassierer können in dieser Zeit ja helfen, die Regale wieder aufzufüllen. Bettler werden dann wohl in des Wortes wahrster Bedeutung aussterben, es sei denn, sie schaffen sich ein Lesegerät an. Die Oma, die dem Nachbarsjungen einen Euro gibt, weil er für sie einkaufen gegangen ist, muss nun entweder selbst einkaufen oder einen Nachbarsjungen finden, der auch ohne kleine Belohnung geht. Oh Orwell, für deinen Roman 1984 hättest du viel mehr Phantasie aufwenden müssen.

Ich weiß natürlich, viele Menschen zahlen ja auch heute schon mit Plastik. Das habe auch ich lange Zeit gemacht. Ob Visa, Mastercard oder American Express, ich hatte immer die passende Karte parat. Heute habe ich außer der Eurocard keine mehr und habe dabei bemerkt, dass die Kontrolle über die Finanzen ohne Plastik, also ausschließlich mit dem guten alten Bargeld, weitaus besser gelingt. Ich kann nämlich nicht mehr so einfach in einen Laden gehen und mir kaufen, was etwas meine Begehrlichkeit kurzfristig geweckt hat, wenn mein Bares dazu nicht ausreicht. Sicher, ich könnte immer noch mit der Eurocard zahlen, aber das habe ich mir abgewöhnt. Ich muss also zuerst zur Bank und bis ich dort bin, hat mein inzwischen wieder klar gewordener Verstand erkannt, dass ich das Teil gar nicht benötige, das mir gerade noch so ins Auge stach. Ich habe meine Finanzen inzwischen viel besser im Griff und weiß, dass weder Banken noch Unternehmen meine Kaufgewohnheiten so einfach ausspähen können.

Ich weiß ja, technischer Fortschritt ist etwas Tolles. Aber wohl auch nur dann, wenn man zuvor nachdenkt, welche Folgen sich aus einer zur Verfügung gestellten Technik entwickeln können und wer die größeren Vorteile daraus zieht. Und gerade die digitale Welt zeigt heute immer mehr Facetten, dass sie den Menschen mehr schadet als nutzt. Und auch die Versprechen von mehr Sicherheit sollten abgewogen werden mit der dafür erforderlichen Aufgabe der Freiheit. Und die Einschränkung der Freiheit geschieht heute nicht mehr schlagartig, wie das 1933 der Fall war, sondern scheibchenweise, aber wegen der vorhandenen technischen Möglichkeiten viel effektiver. Vielleicht sollten wir einmal darüber nachdenken, ob wir die Technik heute noch wirklich beherrschen. Oder beherrscht die Technik uns inzwischen? Natürlich nicht die Technik selbst, sondern immer die dahinter stehen Interessengruppen. Dabei sollte auch ein Blick auf die inzwischen in Bau befindlichen Militärroboter nicht fehlen. Gehen Sie einfach mal auf YouTube und geben den Suchbegriff "Militärroboter" ein. Das hilft vielleicht zu erkennen, dass die digitale Welt vor allem der Kriegstechnik dient und wir als Konsumenten in weiten Bereichen nur die zufälligen Nebenprodukte bekommen, deren Verwendung für den Konsum geeignet ist, ohne dabei "militärische Geheimnisse" zu offenbaren.

Technik, das sind die Sirenen der Moderne. Vielleicht sollten wir, wie bei den Schiffern der alten Griechen, uns die Ohren zustopfen, um uns den Verlockungen des Gesangs zu entziehen, bis wir die Klippen umschifft haben.