Flugblatt

"Einmal mehr hat sich das deutsche Modell der Sozialpartnerschaft und der Kultur des Miteinander in einer schwierigen Bewährungsprobe als überlegen und erfolgreich erwiesen" waren die Worte des Kanzlers zu dem bei DaimlerChrysler erzielten Kompromiss.

Kompromiss? Es war eine zwischen Betriebsrat und Konzernspitze ausgehandelte Einigung, die auf Nötigung und Erpressung fußt. Die 10% Gehaltsverzicht der Konzernspitze sind eine Geste, möglicherweise eine positive. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass sich Schrempp erst 2001/2002 seine Bezüge selbst um 130,9% erhöht hat (Quelle: manager magazin).

Auszug aus einer Veröffentlichung: Schrempp erhielt nach einer Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young neben einem Grundgehalt von rund 6,47 Millionen Euro Aktienoptionen im Wert von etwa 4,35 Millionen Euro. Dies berichtete das Hamburger manager magazin in seiner Ausgabe 7/2003.
Schließen die 10% Verzicht auch die Aktienoptionen ein? Oder verordnet man sich dann insgeheim weitere Aktienoptionen, welche den Verzicht ausgleichen?

Was hier passiert, ist der Beginn des absoluten Niedergangs. Was ist es, das hier schief läuft und was ist dran an den Aussagen der Politik und Wirtschaft?

Aussage
Richtigstellung
Deutschland ist wegen der hohen Lohnkosten international nicht konkurrenzfähig
Falsch: Der Export ist der Maßstab der internationalen Konkurrenzfähigkeit und Deutschland ist Exportweltmeister.
Deutschland arbeitet viel weniger als die meisten Nachbarländer und ist deshalb nicht konkurrenzfähig!
Falsch: Der Vergleich ist falsch, denn verglichen werden müsste die erfolgte Produktivität in Quantität und Qualität!

Indikator für die Messung der Produktivität sind die Lohnstückkosten und die fallen in Deutschland im Vergleich zu vielen Ländern billiger aus.
Außerdem ist die Aussage falsch, weil die vielfach angeführte 35-Stundenwoche nur für eine Minderheit Gültigkeit hat.
Deutschland belegt bei den Tarifarbeitszeiten mit einem Durchschnitt von 37,7 Stunden einen Mittelplatz in Europa.

Wenn alle wieder mehr arbeiten (ohne Lohnausgleich), werden Arbeitsplätze geschaffen.
Falsch: wenn die zur Zeit ca. 35 Millionen abhängig Beschäftigten nur 2 Stunden in der Woche mehr arbeiten, ergibt das 70 Millionen Mehrabeitsstunden in der Woche, 305 Millionen Arbeitsstunden im Monat und 3.661 Millionen Arbeitsstunden im Jahr. Legen wir einen Durchschnittslohn von 8 zugrunde, ergibt das ein Geschenk an die Wirtschaft von 560 Millionen in der Woche, 2,440 Milliarden im Monat, 29,288 Milliarden im Jahr!
Diese Beträge sind gleichzeitig eine verschenkte Kaufkraft und ohne Kaufkraft kein Konsum. Diese Summen ergeben aber den staatlich subventionierten Abbau von mindestens 1,842 Millionen Arbeitsplätzen.

Die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit fordert und unterstützt die Begrenzung, soziale Gestaltung und Verkürzung der Arbeitszeiten.

Arbeitszeitverkürzung in verschiedenen Formen bringt mehr Menschen in Arbeit und entspricht den Bedürfnissen der Beschäftigten.