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Familienfreundlich

Wie hieß es so schön in der Tagesschau am 17.1. des Jahres anno Hartz IV?

Deutschland soll das familienfreundlichste Land in Europa werden. Dieses Ziel formulierte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt nach einem Treffen bei Bundespräsident Horst Köhler mit Gewerkschaften und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft. "Familienpolitik wird zunehmend zu einem Thema der Nation. Sie wird von allen wichtigen gesellschaftlichen Kräften getragen", betonte Schmidt. Köhler versicherte, er wolle sich für eine Zukunft Deutschlands mit mehr Kindern engagieren.

Es war ein illustrer Kreis, der sich bei Köhler versammelt hatte, aber wen wunderts? Sind es doch immer "illustre Kreise", wenn es um das "Wohl und Wehe der arbeiteten Bevölkerung geht.

"Allianz für Familie", war das Schlagwort.

An dem Gespräch nahmen unter anderen DGB-Chef Michael Sommer, die Verwaltungsratschefin der Bertelsmann AG, Liz Mohn, und der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, teil. Der Bundespräsident habe der "Allianz für Familie" und der Familienpolitik seine Unterstützung zugesichert.

Alles Leute, die für diese Allianz der Familie schon länger offen, im Falle von Michael Sommer etwas weniger offen, halfen, den Grundstein für die Familienfreundlichkeit zu legen: Hartz IV.

Es ist ja so, dass die Deutschen nicht mehr genügend Kinder zeugen. Alle wissen es, aber die Deutschen tun nichts dagegen, bis als Lichtstreif am Horizont Wolfgang Clement auftauchte.

"Wir müssen Fortschritte erzielen"

Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement verwies auf den Nachbesserungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Ich glaube, dass wir Fortschritte erzielen müssen", sagte er am Rande eines Besuchs in Köln. Im internationalen Vergleich hinke Deutschland hinterher, etwa bei der flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit.

Beherzt, wie es seine Art ist, nahm er das Ziel in Angriff. Seine Analyse war messerscharf. Die Deutschen arbeiten zuviel und nach der Arbeit sind sie so ermattet, dass sie außer für das Fernsehen keine Kraft mehr haben. Dem muss Abhilfe geschaffen werden. Und so schuf er Hartz IV, ein Programm, welches den Menschen wieder die Zeit und die Kraft geben würde, Nachwuchs zu zeugen und sich um ihn zu kümmern. Er schuf die Ein Euro Jobs, damit die Unternehmen mehr Menschen die Gelegenheit geben konnten, sich ausschließlich um Nachwuchszeugung und Familie zu kümmern. Er forderte die Unternehmen auf, ihre Produktion in andere Länder zu verlegen, damit nichts das here Ziel negativ beeinflussen konnte.

Jetzt hat er es fast geschafft. Viele Menschen haben bereits ihren Fernseher abgeschafft. Sie behaupten zwar noch, dass sie die Gebühren nicht mehr zahlen könnten, aber das ist nur ein Vorwand, weil sie erkannt haben und sich deshalb schämen, dass es ihre vordringlichste Pflicht ist, Kinder für das Vaterland zu zeugen.

Dank Hartz IV ist es bald soweit. Die Menschen müssen ihre Zeit nicht mehr mit Arbeit vergeuden, oder damit, sich im Fernsehen klassische Stücke wie "Big Brother", "ich bin ein Star, ich will hier raus" oder Dieter Bohlen mit seiner Sendung "Superstar" ansehen. Sicher, Sie werden den klassischen Weltstar "Daniel Kübelbock" schmerzlich vermissen, aber weil sie sich endlich wieder ihrer wahren Aufgabe, Kinder für das Vaterland zu zeugen, bewusst sind, werden sie diesen Schmerz gerne ertragen.

Und da sitzt er dann am Abend, nimmt eines der zwölf Kinder auf seinen Schoß, der Familienvater der Zukunft. Das Kind ist den Schmerz durch die spitzen Kniee des abgemagerten Vaters längs gewöhnt und dankbar lauscht es statt einer Mahlzeit den leisen Worten des Vaters, wenn er das Märchen erzählt, das sie nicht oft genug hören können, weil es ein Happy End hat. Das Märchen

Von einem, der auszog, Arbeit zu finden!