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Erstelldatum: 10.12.2009

Experten, der Versuch einer Analyse

Kaum ein Artikel in der Presse über politische, wirtschaftliche oder soziale Belange, in welchem nicht Experten zu Wort kommen. Das wirft natürlich die Frage auf, was ein Experte ist und wie man Experte wird.

Im allgemeinen Verständnis ist ein Experte ein Mensch, der zu einem bestimmten Thema, auch Fachgebiet genannt, alles weiß und deshalb analytisch das Für und Wider in seinem Fachgebiet allgemeinverständlich zu erklären weiß. Ein unverzichtbares Instrument der Experten ist dabei die Statistik.

Derzeit ist ein mediales Schwerpunktthema die amerikanische Grippe, im Volksmund als Schweinegrippe bezeichnet. Die Experten für dieses Thema sitzen im Paul Ehrlich Institut (PEI) und im Robert Koch Institut (RKI). Weil aber diese Grippe über die Landesgrenzen hinweg eine große Rolle spielt, muss auch das global dominierende Institut in die Analyse einbezogen werden, die WHO (World Health Organization oder Weltgesundheitsorganisation). Der Erreger der Schweinegrippe wird in der wissenschaftlichen Welt als A/H1N1 klassifiziert und soll, so die offizielle Verlautbarung, dem Typus der 1918 grassierenden Welle der spanischen Grippe entsprechen. Das Besondere der spanischen Grippe war, dass sie im Gegensatz zu den "normalen" Grippewellen, die in der Regel mit dem einsetzenden Winter beginnen und deren schlimmste Wirkungen vor allem Ältere oder sonst gesundheitlich Geschwächte besonders schwer erkranken lässt, oftmals mit Todesfolge, von der spanischen Grippe vor allem Jüngere betroffen waren und von überproportional vielen Todesfällen begleitet wurde. Experten sahen darin einen besonders aggressiven Erreger als Ursache an. Nur hinter vorgehaltener Hand gab es einige wenige Menschen (vermutlich keine Experten), welche die eigentliche Ursache für die massenhaften Todesfälle darin gesehen haben, dass in Europa Krieg herrschte (1. Weltkrieg), und die Todesfälle besonders bei Soldaten und Kindern auftraten, deren Immunsystem durch Mangelernährung geschwächt war (Kinder) oder fehlende Behandlungsmöglichkeiten und mangelnde medizinische Betreuung in den Schützengräben als Ursache für die überproportionalen Opfer unter den Soldaten verantwortlich waren. Der Hinweis auf das Immunsystem kam allerdings erst viele Jahre später, denn 1918 sprach noch kein Mensch von der normalen Körperabwehr der Menschen als Immunsystem.

Der Virustyp A/H1N1 war bei der spanischen Grippe ebenfalls noch völlig unbekannt, denn die heute als Virologie bekannte Beschäftigung mit den kleinsten bekannten Krankheitserregern war 1918 noch nicht Bestandteil der medizinischen Forschung. Man hatte durch Filtration allerdings schon erkannt, dass es kleinere Arten Erreger bzw. Gifte geben musste, die nicht gefiltert werden konnten. 1930 bzw. 1931 isolierte Richard Shope am Rockefeller-Institut in Princeton zum ersten Mal ein Influenzavirus aus Schweinen und daher der Name Schweinegrippe. Wie er das gemacht hat, ist mir nicht ganz klar, denn noch gab es keine Elektronenmikroskope und mit den üblichen Lichtmikroskopen konnten Objekte im Bereich von Nanometern noch nicht sichtbar gemacht werden. Doch das ist auch nicht so wichtig. Interessanter finde ich einen Artikel einer deutschsprachigen polnischnen Zeitschrift, nach deren Aussagen in Holland ein Untersuchungsausschuss festgestellt hat, dass ein holländischer Virologe, der einer führenden Gruppe von Virologen angehört und auch die WHO berät, gleichzeitig für führende Pharmahersteller tätig ist und von diesen hohe Geldbeträge überwiesen bekommen hat. Doch auch das ist nur ein Schmankerl, dessen Wahrheitsgehalt ich zwar nicht beurteilen kann, es aber nicht nur für möglich, sondern für sehr wahrscheinlich halte.

Ich möchte jedoch mehr auf die Experten des PEI und des RKI eingehen. Diese Experten warnten eindringlich vor möglichen Mutationen des angeblich pandemisch auftretenden neuen Subtypes A/California/7/2009 (H1N1) und rieten dringend zu Impfungen. Besonders geschwächte Menschen sollten vorzugsweise zuerst geimpft werden. Das ganze Jahr 2009 wurden wir mit Schreckensmeldungen über die Schweinegrippe regelrecht bombardiert, auch dann noch, als der Verlauf dieser Grippe sich längst als vergleichbar milde und mit geringer Letalität herausgestellt hatte. Mehr noch, andere Staaten wie China und Australien hatten festgestellt, dass die Schweinegrippe nicht nur milde verlief, sondern offenbar auch die normale Influenza zu verdrängen schien. Auch die Experten des PEI und des RKI mussten zugeben, dass der Verlauf der Schweinegrippe eher glimpflich verlief, warnten aber vor einer noch zu erwartenden Welle und möglichen Mutationen und blieben bei ihrer Impfempfehlung mit gleicher Dringlichkeit. Inzwischen wurde von den gleichen Experten vorsichtig angedeutet, dass der Höhepunkt der Schweinegrippe offenbar überwunden sei, gleichzeitig aber sollen nun alle Bürger geimpft werden, nicht nur, wie zuvor angedacht, die Risikogruppen. Weil die Politik ja viel auf Expertenmeinungen gibt, hat sie Millionen von Impfdosen bei den Pharmaunternehmen bestellt, für sich, die Polizei und die Bundeswehr jedoch einen etwas anderen Impfstoff. Davon unberührt bleibt die Frage, ob im PEI und im RKI nun wirklich Experten sitzen? Oder sind diese Experten, wie im Tagesspiegel schon einmal dargestellt, so mit den Pharmakonzernen verbandelt, dass sie weniger als Experten denn als PR- und Vertriebs-Manager für die Impfsparten der Pharmaindustrie gezählt werden müssen. Fakt ist, dass die Kassandraparolen beider Institute nicht eingetroffen sind, Vermutlich ist auch Fakt, dass die verbreiteten Zahlen über Infektionen mit dieser Grippe ziemlich an den Haaren herbeigezogen wurden, bedenkt man die Schwierigkeiten und Dauer einer eindeutigen Nachweisführung.

In der Beweisführung wurde die Ansteckung vor allem durch Jüngere oft damit begründet, dass die Älteren möglicherweise schon einmal mit H1N1 konfrontiert worden sind und deshalb immunisiert wären. Das wirft für mich die Frage auf, warum jedes Jahr zur Bekämpfung der normalen Grippe Impfaktionen stattfinden und vermutlich mehrheitlich immer die gleichen Leute geimpft werden, wenn unser Immunsystem offenbar nicht so vergesslich ist, wie es sein müsste, um eine jährliche Impfung zu rechtfertigen. Was für mich daran schon länger unverständlich ist, mit was denn eigentlich geimpft wird, wenn man die Impfaktionen einleitet, bevor man den Typus der Grippe kennt, die man erwartet. Steht nicht zu befürchten, dass die Grippeerreger im Laufe der Zeit resistent werden, wie das bei der zu häufig angewendeten Antibiotika schon oft der Fall ist.

Bleiben wir bei der Gesundheit. Der Kabarettist Pelzig hat in einer Sendung gesagt, die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt war 9 Jahre im Amt. Wäre sie ein Auto gewesen, dann hätte man eine Abwrackprämie für sie bekommen. Dieser Spruch hat mir gefallen, denn mit der Gesundheitsreform (einer von vielen) hat es in der Ära der Ulla Schmid begonnen. Sie hat zur Kostenentlastung die Eintrittsgebühr von 10,00 pro Quartal für den Arztbesuch eingeführt und auch die Selbstbeteiligung bei Medikamenten und bei stationären Krankenhausaufenthalten kräftig angehoben. Um die Lohnnebenkosten zu senken, mussten die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherungen ab 2005 0,9% des Beitrags aus eigener Tasche zahlen, ohne dass der Arbeitgeber hälftig beteiligt wurde. Eine verständliche Maßnahme, hatten doch die Experten schon immer auf die viel zu hohen Lohnnebenkosten verwiesen. Dass Deutschland im Verhältnis zu anderen EU-Staaten mit den Lohnnebenkosten eigentlich sehr niedrig lag, muss den Experten wohl entgangen sein. Die Folge der Reform war, dass Leute nicht mehr gleich zum Arzt liefen, wenn ihnen mal die Nase juckte. Durch die Arbeitsmarktreform (Hartz) wurde auch die Angst der Arbeitnehmer größer, ihren Job zu verlieren. Sie ließen sich in der Folge weniger krankschreiben. All diese Maßnahmen wurden von den von der Bundesregierung berufenen Experten nicht nur begrüßt, sondern als zwingend erforderlich und ohne Alternative angeführt. Die Folgen für das Gesundheitssystem? Die Menschen gingen seltener zum Arzt, ließen sich seltener krank schreiben und entlasteten damit das Gesundheitssystem der gesetzlichen Krankenkassen. Aber die "Jahrhundertreform" der Ulla Schmidt hielt nicht einmal ein halbes Jahrzehnt. Eine neue Reform wurde von Ulla Schmidt in Angriff genommen, mit einer im neoliberalen Wirtschaftssystem seltsam anmutenden Variante. Die heilige Kuh der durch Wettbewerb sich selbst regulierenden Märkte wurde von Ulla Schmidt geschlachtet, zumindest für die Krankenkassenbeiträge. Gab es vorher Beitragsunterschiede von bis zu 3,5% zwischen den verschiedenen Krankenkassen, wurde mit der neuerlichen Reform der Beitragssatz auf ein einheitliches Niveau von 15,5% angehoben und zum ersten Juli 2009 auf 14,9% (schließlich standen Wahlen bevor) abgesenkt. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass weitere Steigerungen der Beiträge ausschließlich zu Lasten der Pflichtversicherten gehen, also nicht mehr paritätisch zur Hälfte von den Arbeitgebern (oder der KVdR) mitgetragen werden. Vom derzeitigen Beitragssatz von 14,9% zahlt der Arbeitnehmer 7,9%, der Arbeitgeber 7%. Rentner zahlen den gleichen Beitragssatz wie Arbeitnehmer, obwohl sie nicht mehr krankgeschrieben werden können und somit für die Kassen kein Risiko besteht, dass Krankengeld gezahlt werden müsste. Wettbewerb sollte lt. dieser Reform durch zusätzliche Angebote der Kassen stattfinden. Damit verbunden war auch ein Regelwerk, mit welchem die Leistungen für Ärzte bis ins Detail vorgeschrieben wurden. Das war (und ist noch) eine Gesundheitsreform, die exakt der viel geschmähten Planwirtschaft der ehemals sozialistischen Staaten entspricht. Für fast alle Mitglieder wurde damit eine Kostenerhöhung verursacht. Doch das ist nicht alles. Der Wettbewerb soll von den Kassen durch zusätzliche Leistungen erfolgen, also durch Leistungen, die nicht unbedingt der Gesundheit dienen müssen. Das aber sind Kosten, für welche die Mitglieder zahlen müssen, auch wenn eine Mehrheit diese Ansprüche nicht stellt und nicht will.

Inzwischen jammern die Experten wieder über eine zu erwartende Kostenexplosion. Wie kann das sein? Immer weniger Menschen gehen zum Arzt, weil es zu teuer ist. Immer weniger Arbeitnehmer lassen sich krank schreiben, weil sie um ihren Job fürchten. Was also verursacht diese erwartete Kostenexplosion? In der Presse werden als Gründe vor allem chronische Erkrankungen angeführt, mit Schwerpunkt auf Diabeteserkrankung. In der politischen Argumentation wird vor allem der demographische Faktor angeführt, weil ja die Menschen immer älter werden. Eigentlich müsste die Verknappung des "Rohstoffes Humankapital" die Arbeitslosenquote senken und damit eine Nivellierung der Versorgung der Älteren bewirken. Aber das Gegenteil ist der Fall. Für 2010 haben schon etliche Firmen weitere Massenentlassungen angekündigt, aber solche Daten bleiben bei den Experten der Demographie unberücksichtigt. Wenn es eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen gibt, dann nicht durch stärkere Inanspruchnahme, sondern durch wegbrechende Beitragseinnahmen durch Ausweitung der Arbeitslosigkeit. Sieht man den obigen Bericht des Spiegel und vergegenwärtigt sich die Hauptursachen der zunehmenden Diabetes, dann dürfte als Ursache an erster Stelle Adipositas (Fettleibigkeit) stehen. Adipositas verbreitet sich vor allem in den Industrieländern. Woran das wohl liegt? Am Wohlstand? Wohl kaum, denn der wird ja kontinuierlich abgebaut. An falscher Ernährung? Ja, wohl eine der Ursachen. An Bewegungsarmut? Ja, denn der Arbeiter, insbesondere der Schwerarbeiter, der die Kalorien mit seiner Arbeit auch wieder abbaut, ist ein Relikt der Vergangenheit. An der Glotze? Mit Sicherheit, denn wer nach 8 Stunden sitzender Tätigkeit sich gleich in den Fernsehsessel schwingt, sich dann mit Chips und Nüssen vollstopft, muss zwangsläufig dick werden. Schlimm ist dabei die Werbung, die gesundheitsschädliche Produkte wie Sauerbier feil bietet und dem Betrachter dabei Märchen vorgaukelt, die mit der Wirklichkeit nichts gemein haben. Aus meiner Sicht ist das industriell gefertigte Lebensmittel in den meisten Fällen ein Produkt, welches einen direkten Angriff auf die Gesundheit ausübt.

Nun könnte sich ja jeder selbst informieren, indem er sich die gesetzlich vorgeschriebene Zutatenliste aller industriell gefertigten Lebensmittel ansieht. Doch um zu verstehen, was dort alles angegeben ist, müsste er/sie schon ein echter Experte sein. Er/sie müsste wissen, was ein Adi-Wert ist, bei den Farbstoffen den Unterschied zwischen Azofarbstoffen und normalen Farbstoffen kennen, muss Begriffe wie PH-Wert oder Nitrosamine nicht nur kennen, sondern auch wissen, welche Bedeutung sie haben. Er/sie müsste wissen, was es mit gehärteten Fetten auf sich hat, welche als Geschmacksverstärker eingesetzte Zusatzstoffe es gibt und welche Nebenwirkungen sie haben bzw. haben können und er müsste die gesamte Palette der E-Stoffe auswendig kennen, oder zumindest diejenigen, die im Verdacht stehen, Krankheiten wie Krebs, Hyperaktivität, Allergien usw. auszulösen. Er/sie müsste auch ein halber Medizinexperte sein, wissen, wie man eine Allergie von einer Pseudoallergie unterscheidet, kurz, über Kenntnisse verfügen, über die nicht einmal jeder Lebensmittelchemiker mit abgeschlossener medizinischer Ausbildung verfügt. Ob überhaupt schon einmal Untersuchungen angestellt wurden, welche Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Zusatzstoffen auftreten können, wenn sie zusammen auf der Zutatenliste stehen, ist fraglich. Wenn ja, dann ist das wohl Verschlusssache.

Leute, die häufig Fertiggerichte in ihrer Ernährung verwenden, laufen Gefahr, dass sich das natürliche Sättigungsverhalten ändert. Durch die verwendeten Geschmacksverstärker wird der Wunsch nach mehr geweckt, selbst wenn man eigentlich satt ist. Die wenigsten Menschen achten auf die Angabe der Zusatzstoffe in den Lebensmitteln und das liegt nicht nur daran, dass sie das Kleingedruckte auf den Etiketten sind, sondern wohl vor allem daran, dass sie mit den Angaben nichts anzufangen wissen. Wenn sie in einem Restaurant essen, haben sie eigentlich nur bei guten Restaurants eine gewisse Gewähr, dass das, was auf dem Teller ist, nicht aus den Laboratorien der Lebensmittelindustrie stammt. Wer in einen der Burger-Läden geht, ahnt im Allgemeinen nicht, wie viel Chemie er dort serviert bekommt.

Wenn also eine enorme Zunahme der Zuckererkrankungen festzustellen ist, dann sollte man sich zuerst Gedanken darüber machen, was man eigentlich gewohnheitsmäßig isst. Die damit im Zusammenhang stehende Zunahme der Fettleibigkeit könnte weniger an einer krankhaften Veranlagung als an falscher Ernährung liegen. Dabei muss man nicht zwangsweise auf die Ratschläge von "Ernährungsexperten" hören, sondern einfach nur wieder mit selbst gekochten Zutaten ohne die in der Fernsehwerbung angepriesenen chemischen Hilfsmittel ein schmackhaftes Mahl zubereiten. Es geht eben nichts über selbst gekochtes Gemüse, selbst Gebratenes oder Gekochtes und mit natürlichen Zutaten Verfeinertes. Das bedeutet nicht, dass man nicht gelegentlich mal z. B. eine Dosensuppe isst. Dann sollte man sich aber die Mühe machen, die Zutatenliste auch zu lesen. Ich habe immer 1 bis 2 Dosensuppen in Reserve, muss aber mitunter aufpassen, dass ich das Haltbarkeitsdatum nicht überschreite, obwohl es meist ca. 2 Jahre in der Zukunft liegt, weil mich die Zutatenliste abschreckt. Aber ein bis zwei Mal im Jahr verkraftet mein Körper auch einen Giftanschlag mit industriell gefertigter Nahrung

Beraten werden die Gesundheitsminister der Länder und im Bund und in der EU von zahlreichen Experten. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppen sich diese Experten meist als Lobbyisten, denen es nicht um die Gesundheit und das Wohl der Allgemeinheit geht, sondern um den Profit der Unternehmen, für die sie wirklich tätig sind. Rösler ist aus meiner Sicht einer dieser profithungrigen Experten: Auf dem Ministersessel!

Ursula von der Leyen: Kinder sollen sich wieder lohnen lautete eine Schlagzeile am 20.11.2009 im Focus. 7 Tage später ist Jung zurückgetreten (worden) und weitere 2 Tage später wechselte von der Leyen vom Familienministerium zum Arbeitsministerium und wir bekamen eine neue Familienministerin: Kristina Köhler. Ich möchte mich hier nicht über Kristina Köhler auslassen, die, 5 Tage nach ihrem Amtseid, Programme gegen den Rechtsextremismus auch auf den Linksextremismus ausweiten will und aus meiner Sicht sich damit als Fehlbesetzung für das Familienministerium erweist, weil Extremismus vielleicht ihr rassistisches Engagement während der Hessenwahl als (erfolgreiche) Anbiederung an den MP Koch für ihre Karriere hilfreich gewesen ist, aber als Familienministerin hat sie andere Prioritäten zu setzen.

Ich habe bewusst den Link auf das Forum des Focus und nicht auf den eigentlichen Artikel gesetzt, denn dort findet man so etwas wie den Spiegel der Gesellschaft. Wenn man der Gesellschaft Neid und Missgunst unterstellt, ist da etwas Wahres dran. Was aber mit erschreckender Klarheit dabei herauskommt, ist nicht der gesteigerte Egoismus alleine, sondern vor allem die Unkenntnis der Faktenlage.

Wie so oft in Foren reduzieren sich die Beiträge schließlich auf wenige Schreiber, die sich untereinander angiften, weil natürlich jeder von Ihnen glaubt, nur seine Meinung wäre die Richtige und so ufert das Ganze dann immer weiter aus. Der eigentliche Kernpunkt, die Anhebung des Kindergeldes, verliert sich und macht Standardfloskeln Platz, wie sie von der Politik und Presse, etwas schwammiger formuliert, in der Regel dargestellt wurden. So werden die Rentner ins Spiel gebracht, in der Art, wie sie von Leuten wie Roman Herzog, Bert Rürup, Meinhard Miegel, Bernd Raffelhüschen, Walter Riester, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, der Bertelsmannstiftung, der INSM und vielen weiteren "Experten bzw. Expertengremien sowie Politikern aller Altparteien" indirekt und direkt in den Raum gestellt werden. Man kann diese Thesen auf kurze Sätze reduzieren:

  • Die Alten beuten die Jungen aus
  • Die Alten leben in Saus und Braus, zu Lasten zukünftiger Generationen
  • Kinderlose bekommen später ihre Rente von den Kindern der Familien bezahlt und sind mit ihrem Egoismus Schuld, dass die Deutschen aussterben

Natürlich kommen auch die Arbeitslosen dran, weil dort die Erhöhung des Kindergeldes nicht den Kindern der Arbeitslosen, sondern den Erwachsenen zugute kommt und natürlich fehlt auch nicht der Hinweis, dass diese Erhöhung dann in Form von Zigaretten und Alkohol sinnentfremdet ausgegeben wird. Lediglich ein Schreiber nimmt die Arbeitslosen in Schutz und fordert die anderen auf, sich einmal mit dem SGB II zu befassen.

Sieht man einmal von der Bösartigkeit dieser Unterstellungen ab, sind sie auch schlichtweg falsch. Hartz IV-Empfänger bekommen kein Kindergeld und haben damit auch keinerlei Vorteile aus der Erhöhung des Kindergeldes zu erwarten. Der Grund ist, dass das Kindergeld voll auf den Regelsatz für jedes einzelne Kind angerechnet wird, weil Kindergeld Einkommen ist, welches nicht aus einer Arbeitsleistung der Arbeitslosen generiert wird. Was ich als besonders bösartig empfinde ist der Umstand, dass man Arbeitslosen unterstellt, sie seien Rabeneltern, die Geld lieber versaufen und verqualmen und ihre Kinder vernachlässigen. Bei mehr als 3 Millionen Haushalten, die von Hartz IV leben müssen und unter denen inzwischen auch viele Haushalte sind, wo Vater oder Mutter zwar halbtags oder sogar voll arbeiten, aber zu ausbeuterischen Löhnen, die auf Hartz IV aufgestockt werden, gibt es sicherlich vereinzelt Fälle, wo das zutrifft. Aber solche Fälle gibt es auch in Familien mit mittleren bis hohen Einkommen. Die Langzeitarbeitslosen, die ich kennengelernt habe, haben jeden Cent in ihre Kinder investiert und selbst dabei erhebliche Opfer gebracht, damit ihre Kinder nicht die ganze Härte der Arbeitslosigkeit oder des auf Hartz IV-Niveau aufgestockten zu geringen Einkommens zu spüren bekommen. Aber solche Missverständnisse werden von so genannten Experten in die Welt gesetzt, nicht immer direkt, aber durch rhetorische Wortwahl, die diesen Verdacht aufkommen lässt, ohne dass es direkt ausgesprochen wird. Dabei sollte man sich stets vor Augen halten, dass diese "Experten" Tausende Euros" netto jeden Monat gezahlt und das Kindergeld obendrauf bekommen, wenn sie Kinder haben und ihr Einkommen oft ganz oder teilweise aus Steuermitteln finanziert wird. Nicht umsonst werden inzwischen die deutschen beamteten Professoren als Kleingeister und als faul bezeichnet, weil sie mehr mit ihren Nebentätigkeiten beschäftigt sind, als mit ihrem grundsätzlichen Lehrauftrag.

Genau so falsch sind die Aussagen über die Kinderlosen, über die Ausbeutung der Jugend durch die Alten zu Lasten der Jugend, über das "Leben in Saus und Braus" der Alten auf Kosten späterer Generationen. Beginnen wir mit dem Märchen, dass Kinder mit Familien die Renten der Kinderlosen mit bezahlen. Diese Mär wurde von den namentlich genannten Experten in die Welt gesetzt und mit Begriffen wie "Generationengerechtigkeit oder Generationenvertrag" untermauert. Hintergrund ist die seit 1957 geltende Umlagenfinanzierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Es gäbe sicherlich ein besseres Rentensystem, würde es auf alle Bundesbürger ausgeweitet in Form einer generellen Bürgerversicherung. Aber das war politisch nicht gewollt. Unter den Bedingungen eines kapitalistischen Finanzsystems (Zins und Zinseszins) und etlicher unterschiedlicher Altersvorsorgesysteme ist aber die Umlagenfinanzierung das beste System überhaupt.

Umlagensystem bedeutet, die Aebeitnehmer zahlen in die GRV Beiträge ein, die in der Höhe abhängig von ihrem Einkommen, aber ab einer als Beitragsbemessungsgrenze bezeichneten Höhe des Einkommens gedeckelt sind. Das über die Beitragsbemessungsgrenze hinausgehendes Einkommen ist beitragsfrei, wirkt sich aber auch nicht steigernd auf die Rentenhöhe aus. Ein jährlich vom Staat ermitteltes Durchschnittseinkommen wird durch die Beitragsleistung des GRV-Versicherten geteilt und das Ergebnis als "Entgeltpunkte" für den Versicherten für das jeweilige Jahr gespeichert. Hat er das Renteneintrittsalter erreicht, werden alle angesammelten Entgeltpunkte addiert, mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert und ergeben damit die Rentenhöhe.

Das ist das Grundprinzip der Rentenzahlung. Ich habe dabei Besonderheiten durch Aufrechnungszeiten wie Ausbildung, Erziehungszeiten für Mütter, Frühverrentung usw. ausgespart, die zwar Auswirkungen auf die Summe der Entgeltpunkte, nicht aber auf die Rentenmathematik haben. Voraussetzung für eine Rentenzahlung ist, dass mindestens 60 Monate Beitragsleistungen erbracht wurden. Umlagenfinanzierung bedeutet, dass die zu zahlenden Renten, also die Rentenansprüche des Einzelnen, direkt wieder aus den laufenden Beitragszahlungen der in der GRV Versicherten bezahlt werden.

Diese Rentenmathematik ist aber der Beweis, dass es Unsinn ist, wenn Familien mit Kindern behaupten, die Renten für Kinderlose würden von den Beiträgen ihrer Kinder finanziert. Sie werden davon bezahlt, aber nicht finanziert. Jeder Beitragszahler finanziert seine Rente selbst immer dann, wenn er in einem beitragspflichtigen Arbeitsverhältnis steht. Dass ein minimaler Beitrag für Arbeitslose von der Arbeitslosenversicherung gezahlt wird, dient nur der politischen Schönfärberei und der Sicherung eines Rentenanspruchs des jeweiligen Arbeitslosen.

Nehmen wir den Idealfall an, eine Familie hat zwei Kinder. Beide Kinder zahlen, wenn sie ins Berufsleben eintreten und in ihrem Job eine Beitragsversicherungspflicht für die GRV besteht, monatlich ihre Beitragsleistung ein, die zur Hälfte vom Arbeitgeber, zur anderen Hälfte von ihrem Einkommen bezahlt wird. Wie hoch ihr Beitrag ist, hängt vom Einkommen ab. Diese Beitragsleistung verwendet der Staat, um die laufenden Renten zu zahlen. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit reicht das Geld allerdings nicht und der Staat muss einen Zuschuss aus Steuermitteln leisten. Dieser Zuschuss ist aber keineswegs ein Steuergeschenk, sondern wird für Leistungen der GRV bezahlt, die eigentlich ohnehin aus Steuermitteln hätten aufgebracht werden müssen, aber dank staatlicher Willkür einseitig der GRV aufgebürdet wurden. So müssten beispielsweise die in der DDR erworbenen Rentenansprüche aus Steuermitteln bezahlt und damit von allen Bundesbürgern finanziert werden. Sich aus Kindererziehungszeiten ergebende Rentenansprüche müssten aus Steuermitteln bezahlt werden, ebenso wie die Rentenansprüche durch Kriegsfolgelasten (Witwen-, Versehrten- und Waisenrenten). Der staatliche Rentenzuschuss ist folglich nur ein ungenügender Ersatz für die der GRV aufgebürdeten Fremdlasten.

Doch zurück zur Familie mit zwei Kindern. Sie (die inzwischen erwachsenen Kinder) zahlen Rentenbeiträge ein, der Staat nimmt das Geld und schüttet es gleich wieder in Form von Rentenzahlungen aus (Umlagenprinzip). Der Vorteil ist, dass die Beiträge nicht dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden, sondern sofort wieder in den Konsum zurückfließen. Davon profitiert der Binnenmarkt, aber auch der Fiskus, weil durch den Konsum ja auch indirekte Steuern und Umsatzsteuern anfallen. Die beiden Kinder unserer Idealfamilie bezahlen damit zwar einen Anteil der aktuell anfallenden Rentenzahlbeträge, aber finanzieren damit ihren eigenen Rentenanspruch, so wie es auch die Kinderlosen tun. Denn diese Beiden werden später selbst mal Rentner und die dann beitragszahlenden GRV-Versicherten bezahlen ihre Renten. Folglich hat unsere Familie nicht nur zwei Beitragszahler in die Welt gesetzt, sondern gleichzeitig zwei künftige Rentner.

Die Argumentation gegen die Kinderlosen ist nicht nur falsch, sie ist auch heuchlerisch. Wer heute (noch nicht erwachsene) Kinder hat, kann noch nicht sagen, ob sie jemals in eine Rentenversicherung einzahlen. Die Frage ist doch, ob sie überhaupt einen Arbeitsplatz bekommen. Ebenso gut kann es sein, dass sie Beamte werden und damit nicht aus dem Umlagensystem, sondern grundsätzlich aus Steuermitteln finanziert werden. Oder sie arbeiten nie richtig, sondern gehen gleich in die Politik, wie unsere neue Familienministerin. Sind die Eltern besser betucht und ihre Kinder werden Rechtsanwälte, Apotheker, Ärzte oder Vorstandsmitglieder von Konzernen, zahlen sie ebenfalls nicht in die GRV ein, sondern werden aus anderen Altersvorsorgesystemen im Alter finanziert (ständische Altersvorsorge).

Die gesamte Rentendebatte wurde bewusst angezettelt, weil das Kapital (Banken und Versicherungen) am Umlagensystem nichts verdient, aber unbedingt Profite daraus ziehen möchte. Und die WTO lässt in Brüssel die Minister GATS-Verträge unterschreiben, nach denen die Sozialversicherungen (Rente, Arbeit und Gesundheit) privatisiert werden sollen. So kommen Rürup- und Riester-Rente zustande und werden steuerlich subventioniert, obwohl heute niemand zu sagen weiß, ob die später anfallenden Renten überhaupt gezahlt werden können. Diese privaten Rentenversicherungen sind bereits in mehreren Ländern völlig zusammengebrochen, vor allem in den USA und in Großbritannien. Experten wie Rürup und Raffelhüschen arbeiten für die private Versicherungswirtschaft und sind stets bemüht, das Märchen vom nicht funktionierenden und unbezahlbaren Rentensystem in die Welt zu setzen. Politiker und Ex-Politiker wie Herzog und Riester setzen die gleichen Gerüchte in die Welt und haben (leider) Erfolg damit, weil sich zu wenig Bürger die Mühe machen, sich mit dem Rentensystem auseinanderzusetzen. Sie setzen zusätzlich Märchen über die Höhe der Renten in die Welt, die sicher nicht einmal Münchhausen zu behaupten gewagt hätte. Veröffentlichungen in der Presse vermischen dabei immer Renten und Pensionen und kommen so auf Zahlungen von mehr als 2.000   monatlich, Niemand bekommt aber eine so hohe Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, selbst dann nicht, wenn er lange oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze lag. Natürlich gibt es Rentner, die neben der gesetzlichen Rente noch eine Firmenrente oder evtl. eine Rente aus einer privaten Zusatzversicherung erhalten. Doch die machen nicht einmal 10% der Rentner aus. Die Brutto-Durchschnittsrente liegt derzeit bei etwas über 1.200   für Männer und für Frauen in der Regel weit darunter. Die so genannten Rentenexperten sind eindeutig Lobbyisten der privaten Versicherungswirtschaft, zumindest die, die Presse und Politik immer benennt.

Was Experten ebenfalls verschweigen, ist der Umstand, dass die kalkulatorische Berechnung der Renten in der privaten Versicherungswirtschaft von der Erreichung eines Altes von mindestens 90 Jahren ausgeht, was den tatsächlichen Rentenbetrag erheblich schmälert. Wie verlogen die Werbung ist, zeigt die Werbung der DEKA, also der Sparkassen. Sie werben mit einer 100-prozentigen Kapitalgarantie und viele Leute fallen darauf herein, weil es ihnen als besonderer Vorteil präsentiert wird. Dabei bedeutet es lediglich, dass, wenn alles schief läuft, später zumindest das eingezahlte Kapital gesichert ist. Man bekommt also lediglich seine Beiträge zurück, wenn man Glück hat und nicht zu früh abtritt. Was das Geld dann noch wert ist, überlasse ich der Phantasie des Einzelnen.

Arbeitsmarktexperten führen immer die Lohnnebenkosten als Argument an, warum Deutschland international nicht konkurrenzfähig wäre. Auch das sind Lügen, denn Deutschlan lag immer an der Spitze der exportierenden Länder, meist auf dem ersten Platz. Lohnnebenkosten sind in Unternehmen kalkulatorisch Teil der Lohnkosten und im produzierenden Gewerbe sind die gesamten Lohnkosten ein als Lohnstückkosten bezeichneter Teil der Berechnung pro Produktionseinheit. Je höher der Automatisierungsgrad in einem Unternehmen, umso niedriger sind die Lohnstückkosten. In OECD-Studien liegt Deutschland mit den Lohnstückkosten im Mittelfeld in Europa (Platz 12). Aber die Diskussion über die hohen Lohnnebenkosten wird von der Politik genutzt, um den Weg zur Privatisierung der Sozialsysteme frei zu machen. Praktisches Beispiel ist die Krankenversicherung. Auf die bis einschließlich 2004 paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragenen Beiträge wurde ab 2005 ein "Zusatzbeitrag" von 0,9% erhoben, der von den Beitragszahlern alleine zu zahlen ist. Mit dem seit 2009 eingerichteten "Gesundheitsfond" wurde den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben, Erhöhungen der Versicherungsbeiträge einseitig von den Versicherten zu kassieren, während der vom Arbeitgeber zu zahlende Teil der Beiträge eingefroren wurde. Der jetzige Gesundheitsminister aus den Reihen der FDP will und wird das System weiter destabilisieren.

Jeder weiß eigentlich, dass wir in Deutschland eine Verteilungsproblem haben. Investitionen lohnen nur noch, wenn zweistellige Prozentzahlen bei der Rendite dabei herausspringen. In der Finanzkrise hat die Bundesregierung einen "Rettungsschirm" für Arbeitnehmer gespannt, indem sie Kurzarbeit hoch subventioniert hat.

Man muss es einmal offen aussprechen! Ginge es nicht darum, die Sozialsysteme zu privatisieren, hätte eine wirkliche Regierung des Volkes längst eine Reduzierung der Arbeitszeit gesetzlich verankert und Überstunden verboten. Das würde zwar (bei Lohnausgleich) die Gewinne der Unternehmen schmälern (was längst überfällig ist), aber gleichzeitig die durch Arbeitslosigkeit bestehenden Probleme auf ein Minimum reduzieren. Aber alle Nachkriegs-Regierungen haben sich nie als Regierung des Volkes, sondern immer als Regierung des Kapitals aufgeführt. Volksregierung waren sie immer nur in Wahlzeiten. Arbeitslosigkeit ist das Mittel, Arbeitnehmer zu erpressen, für weniger Lohn zu arbeiten. Arbeitslosigkeit ruft die Beitragsprobleme der Sozialversicherungen hervor. Arbeitslosigkeit bindet hohe Aufwendungen aus Steuermitteln. Derzeit würde schon eine Verringerung der Arbeitszeit auf 30 Stunden reichen, den größten Teil der Arbeitslosen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Aber Arbeitsmarktexperten, die Politik und die Arbeitgeberverbände behaupten stets, das scheitere an der Qualifikation. Die Unsinnigkeit dieser Behauptung an einem Beispiel. Angeblich haben wir zu wenig Fachkräfte in der IT-Branche und Arbeitgeberverbände fordern Green-Cards für zugewanderte IT-Spezialisten aus anderen Ländern. Diesem Wunsch will offenbar die derzeitige Bundesregierung lt. Koalitionsvertrag nachkommen. Unter den Millionen Arbeitslosen gibt es viele, die früher in der IT-Branche (Großrechner) gearbeitet haben, in den unterschiedlichsten Bereichen (Netzwerk, Programmierung, Operating usw.) Der Aufwand, diese Leute auf die heutigen IT-Belange umzuschulen, ist sicherlich geringer, als ausländische Bewerber, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, einzugliedern. Aber das ist nicht gewollt, denn die ausländischen Bewerber arbeiten billiger und helfen, die Lohndrückerei der Unternehmer fortzusetzen. Unsere Regierung unterstützt das und ich bezweifle sehr, dass sie es aus Unwissenheit unterstützt. Es ist Teil der Globalisierungsstrategie. Die in der Industrie mit dem "Rettungsschirm" erwirkte Verhinderung von Arbeitslosigkeit hat nur einen vorübergehenden Effekt erzeugt, ausreichend, als Wahlkampfthema ausgeschlachtet zu werden. Gleichzeitig hat sie aber bewiesen, dass eine Verringerung der Arbeitszeit machbar ist und, würde sie generell eingeführt, die Arbeitslosigkeit auf ein Minimum senken könnte. Deutschland hatte schon immer mit die fleißigsten und diszipliniertesten Arbeitnehmer mit hoher Qualifikation in der Welt. Daran hat sich nichts geändert. Es wird nur behauptet, um zu erklären, warum man Ausländer ins Land holen will, obwohl die Arbeitslosigkeit überproportional hoch ist. Eine generelle Reduzierung der Arbeitszeit würde darüber hinaus ein gewaltiges Potential neuer Möglichkeiten durch neue Arbeitszeitmodelle eröffnen.

Experten erklären uns die Welt. Nicht wie sie ist, sondern wie das Kapital will das wir sie sehen sollen. Vermutlich haben die meisten Experten ein Parteibuch und ich vermute, mehrheitlich schwarz und gelb. Sie sind Infizierte, infiziert vom Virus der Gier, denn ihre Doppelzüngigkeit beschert Ihnen traumhafte Einkommen. Und für sie gilt ganz besonders der Spruch:

Wess Brot ich ess,
des Lied ich sing!

Natürlich gibt es Experten, auf die das nicht zutrifft. Aber solche Experten werden nicht von der Politik gehört und selten bis gar nicht kommen sie in der Presse zu Wort. Das unsere Politik an diesem System nichts ändern will, hat sie in der Finanzkrise unter Beweis gestellt, denn sie hat die Experten zur Bewältigung ins Boot geholt, die direkt für die Krise verantwortlich waren und sind. Sie hat die Banken, die sich stets jegliche Kontrolle und jegliche staatliche Einmischung verbeten haben, zu "systemischen Banken" erklärt, ihnen Milliarden in den Rachen geworfen, Milliarden, die sie (die Regierung) nicht hat und wirft weitere Milliarden hinterher, indem sie sich als Risikoversicherung betätigt. Sie hat die Anleger der Banken vor Verlusten bewahrt, die diese mit riskanten Spekulationen angelegt hatten. Was inzwischen schon durchgesickert ist; Die Banken machen wieder da weiter, wo sie vor der Krise aufgehört haben, besser, aufhören mussten. Und die Experten der Finanzwirtschaft kassieren Millionen als Prämien, statt angezeigt und eingelocht zu werden.

Unsere Gesellschaft aber, die Leute, die als Bürger oder Otto Normalverbraucher gelten, springt auf alle Negativ-Wortblasen der Experten, der Presse, der Medien und der Politiker an. In Foren und in den Kommentarspalten der Presse zerfleischen sie sich gegenseitig, reden über Themen, über die sie sich nicht einmal annähernd informiert haben. So gesehen haben wir eigentlich unsere Experten verdient, denn Solidarität ist in diesem Land inzwischen zum Fremdwort geworden. Wer heute sagt: "Ich bin Deutschland", gibt eigentlich zu, dass er ein armer und vor allem ein dummer Hund ist.