Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 28.11.2006

Rentner, wollt Ihr ewig leben?

Ob man nicht die aktive Sterbehilfe auch in Deutschland einführen sollte? Das wäre doch besser, als langsam zu verhungern, oder? Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund prognostiziert zwei weitere Nullrunden für Rentner. 2009 soll es dann vielleicht eine geringfügige Erhöhung geben. Er spricht von 0,2 % im Westen und 0,3 %im Osten.

Da gibt es Rentner, die bekommen eine Rente von 700 , manche sogar weniger. 0,2 % macht dann eine Erhöhung von 1,40 (im Osten 2,10 )aus. Selbst bei 1.000 Rente wäre das nach 5 Jahren eine Erhöhung von unglaublichen 2,00 (im Osten von 3,00 ) aus. Liebe Rentner, habt Ihr Euch schon überlegt, was ihr mit diesem Mehreinkommen alles machen wollt?

Da wurde mit der Rentenreform der Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt. Die Anpassung der Renten an die Nettolohnsteigerung hatte ja schon "die Rente is sischer (Norbert Blüm)" eingeführt. Schröder ging mit seiner Agenda 2010 einen Schritt weiter und führte den Nachhaltigkeitsfaktor ein. Zu verdanken haben wir diese Berechnungsart dem Versicherungsvertreter und Wirtschaftsweisen Bernd Rürup. Der gute Mann, der ein hübsches Zubrot damit verdient, dass er Seminare abhält, mit denen die Vorteile der privaten Rentenversicherung angepriesen werden und der auch zeitweise im Aufsichtsrat von Privatversicherungskonzernen saß, hat in seiner tiefen Besorgnis um die demographische Entwicklung und wegen der Generationengerechtigkeit diesen Faktor eingeführt. Er bemisst, vereinfacht ausgedrückt, die Zahl der Beitragszahler an der Zahl der Rentner.

Da aber unsere um unser Wohl besorgte Regierung den Abbau der versicherungspflichtigen Jobs massiv unterstützt, weil bei Löhnen auf China-Niveau und Lebenshaltungskosten auf Germany-Niveau unsere Exporteure besser deutsche Wertarbeit auf dem Weltmarkt zu Schnäppchenpreisen anbieten können, wird sich die Zahl der versicherungspflichtigen Jobs weiter verringern. Weil unsere liebe Regierung statistische Tricks verwendet, nach denen Arbeitslose nicht arbeitslos sind, kann sie der Bevölkerung Ammenmärchen verkaufen, die Zahl der Arbeitslosen wäre erheblich gesunken. So zählt sie Ein Euro Jobs als Arbeitsverhältnisse, genau so die Minijobs auf 400 Basis. Wer in ABM-Maßnahmen steckt, ist statistisch gesehen nicht arbeitslos. Wer Krank ist oder Alleinerziehende mit kleinen Kindern, die nicht nachweisen können, dass sie ihre Kinder während der Arbeitszeit anderweitig unterbringen können und deshalb nicht vermittelt werden, werden statistisch nicht als arbeitslos gezählt. Erst recht nicht die Arbeitslosen, die einen Partner haben, der aus Sicht des Staates ausreichend Geld verdient. Während die BA froh verkündet, im Oktober 2006 sei die Arbeitslosigkeit auf 4 Millionen gesunken, weist sie an anderer Stelle über 5 Millionen ALG II-Empfänger aus. Außerdem weist sie 39 Millionen abhängig Beschäftigte aus, aber nur 26 Millionen versicherungspflichtig Beschäftigte.

Mit dem lauten Geschrei über "Generationengerechtigkeit" streut sie der Jugend Sand in die Augen, einer Jugend, die nicht begreift, dass nicht der augenblickliche Stand bei den Renten das Problem ist, sondern die jetzt vorgenommenen Weichenstellungen für ihre massive Benachteiligung in der Zukunft sorgen. Eine Jugend, die nicht begreift, dass das Gerde über den demographischen Faktor ein aufgelegter Schwindel ist und die Probleme der Rentenversicherung durch Fremdlasten und die extreme Arbeitslosigkeit bedingt wird. Man wird mit Zahlenspielen getäuscht, indem vorgegaukelt wird, dass bis 2050 die Situation entsteht, dass ein Arbeitnehmer einen Rentner unterhalten muss. Man gaukelt den Menschen vor, dass sie immer älter werden, alles auf der Basis von Rechenmodellen, die durch ein einzigen Ereignis in der Zukunft zur Makulatur werden. Die Leute, die diese Modelle am lautesten verkünden, sind gleichzeitig die Leute, die in der privaten Versicherungswirtschaft aktiv tätig sind und sich mit ihren Prophezeiungen eine goldene Nase verdienen. Aber die Leute, die es jetzt betrifft, sind die gleichen Leute, die die derzeitig arbeitende Generation großgezogen haben, ohne Kindergeld zu bekommen und die zwischen 40 und 50 Jahre in die Rentenversicherung Beiträge eingezahlt haben. Wir haben ca. 20 Millionen Rentner. Würde man ihnen 50 Erhöhung zubilligen, wären das 12 Milliarden im Jahr. Alleine die jährlich Verschwendung von Steuergeldern beträgt nach Aussagen des Bundes der Steuerzahler rund 30 Milliarden . Der jährlich durch Steuerhinterziehung und durch Steuersparmodelle entstehende Verlust an Steuereinnahmen des Bundes beträgt jährlich weit über 100 Milliarden (lt. Bundesrechnungshof 2003).

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen wächst das Bundesinlandsprodukt (BIP) kontinuierlich und die Produktionszahlen steigen, während das Nettoeinkommen der übrigen Bevölkerung seit Jahren rückläufig ist. Wären die Worte unserer Politiker wahr, würden Sie nicht so massiver Vergünstigungen für den Export realisieren, sondern den Binnenmarkt stärken, denn die sinkenden Reallöhne, Renten und Transferleistungen für Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger schwächen den Binnenmarkt und führen zu einer steigenden Zahl von Firmenpleiten. Während sich Leute wie Ackermann und Esser gegenseitig mit Abfindungen und Sonderzahlungen in Millionenbeträgen beglücken können, um sich dann mit im Verhältnis zu den Beträgen der Veruntreuung geringen Summen freikaufen, werden Hartz IV-Empfänger gnadenlos verfolgt und landen unweigerlich im Knast, wenn man ihnen wirklich Verfehlungen nachweist. Hartz hingegen kann für seine betrügerischen Machenschaften mit einer Bewährungsstrafe rechnen.

Für die Rentner erneute Nullrunden, für die Wirtschaft, vornehmlich die multinationalen Konzerne, weitere Steuervergünstigungen, obwohl sie kaum noch zum Steueraufkommen des Staates beitragen. Seit der Rentenreform müssen die Rentner ihre Pflegeversicherung komplett alleine tragen, sie müssen, wie die Arbeitnehmer, 0,9 % zusätzliche Krankenkassenbeiträge zahlen, ein Beitrag, der als Anteil für Krankengeld erhoben wird, obwohl kein Rentner Anspruch auf Krankengeld hat. Sie müssen, falls sie ein Zusatzrente (Betriebsrente oder Zusatzversorgungskasse) bekommen, für diese zusätzliche Rente die vollen Krankenkassenbeiträge zahlen Seit 2005 werden ihre Renten versteuert, wenn Sie mit ihren Einnahmen über dem Steuerfreibetrag liegen. Das alles sind faktische Rentenkürzungen, während sie gleichzeitig Nullrunden am laufenden Band verordnet bekommen. 2007 müssen sie die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung mittragen, bei gleichzeitiger Nullrunde. Aber 2009 soll es 0,2 % bzw. 0,3 % mehr geben, Ob es da einen Zusammenhang gibt, dass 2009 Wahljahr ist?

Wann werden die Menschen in diesem Land endlich wach und jagen diese Politiker aus dem Amt? Wann endlich bekommen diese Politiker einen Denkzettel für ihre Politik der Selbstbereicherung bei gleichzeitigen Kürzungen und ständiger Steigerung der Abgaben für die breite Masse?

20 Millionen Rentner könnten bei den Wahlen viel bewegen, aber sie wählen nicht oder mehrheitlich falsch. Wählen sie nicht, ist das gleichbedeutend mit einer Stimmabgabe für die Wirtschaftsparteien, die sich selbst Volksparteien schimpfen. Wählen sie aber eine dieser Volksparteien, sollten sie die Rentenerhöhung 2009 ansparen, damit sie das Fahrgeld und die Kosten für die aktive Sterbehilfe im Ausland Dignitas, Schweiz, mit Zweigstelle in Hannover) zusammen bekommen. Ist doch besser als verhungern und ganz im Sinne unserer Politik, oder? Wenn schon der Stern dafür wirbt!