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Evolution

Als Evolution bezeichnet man die Entwicklungsgeschichte der Erde. Dabei spielen unterschiedliche Gesichtspunkte eine Rolle. Die Wissenschaft glaubt an eine Art Zufallsprinzip, während die Kirche mehr für eine Art gezielte Rezeptur plädiert. Wie auch immer, die Evolution steht vor großen, neuen Aufgaben, am besten unterstützt durch die Biotechnologie. Doch bevor wir darüber nachdenken, sollten wir die Theorien dazu etwas genauer betrachten. Dabei soll natürlich nicht die gesamte Geschichte der Erde, sondern nur der Abschnitt Mensch genauer betrachtet werden.

Die wissenschaftliche Theorie

Aus Sicht der Wissenschaft ist die Evolution eine Folge von Ungenauigkeiten. Um das zu erläutern, zunächst die Grundtheorie. Eine Population (hier die des Menschen) entsteht durch Replikation. Sie wissen, was ein Replikat ist? Es ist die Nachbildung eines Originals. Diese Nachbildungen weisen aber immer minimale, manchmal auch größere Abweichungen auf. Bei Lebewesen spricht die Wissenschaft dabei von Mutationen.
Sie können das mit einem Backrezept vergleichen. Wenn Sie einen Kuchen backen und wollen, dass der Kuchen immer gleich wird, nehmen Sie eine genau abgewogene Menge der erforderlichen Zutaten. Dennoch sind geringe Abweichungen unvermeidbar. So sind die Eier für den Kuchen nicht immer absolut gleich groß und selbst wenn, ist das Verhältnis des Eiweiß zum Eigelb nicht immer exakt gleich. Auch bei den übrigen Zutaten sind geringfügige Abweichungen unvermeidbar. Wenn Sie allerdings immer genau nach Rezept arbeiten, ist das Ergebnis auch immer relativ gleich.

Nun stellen Sie sich vor, Sie haben alle Zutaten in die Rührschüssel gegeben, da klingelt es an der Haustüre. Während Sie öffnen, geht Ihre kleine Tochter hin und gibt zusätzlichen Zucker in die Masse, weil sie den Kuchen lieber süßer möchte. Das Ergebnis weicht dann von den sonst erzielten Ergebnissen gravierend ab. So können Sie sich eine Mutation in der Evolution vorstellen.

Nun kann es sein, dass auch Ihnen der süßere Kuchen besser schmeckt, aber Sie wissen nicht, woher die Veränderung gekommen ist, denn Sie haben ja die Aktion Ihrer kleinen Tochter nicht beobachtet. Also experimentieren Sie, bis der Kuchen am Ende ungefähr so herauskommt, wie bei der ersten Veränderung, hervorgerufen durch Ihre kleine Tochter. In der Evolution wäre das eine positive Mutation, wie z. B. beim Menschen die Entwicklung der Sprache (natürlich kann man geteilter Meinung darüber sein, ob diese Entwicklung wirklich als positive Mutation angesehen werden kann. Man denke nur an keifende Ehefrauen oder die Reden von Politikern.).

Jetzt stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter hätte Salz mit Zucker verwechselt. Der Kuchen würde ungenießbar und sie müssten ihn wegwerfen. Das führt in der Evolution zu einer negativen Mutation und die Entsorgung wird in der Evolution als Selektion bezeichnet. Nur der gelungene Kuchen wird Bestand haben, der Misslungene wird nicht weiter produziert.

Angeregt durch den Erfolg mit dem süßeren Kuchen experimentieren Sie weiter, versuchen ein neues Rezept herzustellen, indem Sie beispielsweise Rosinen hinzufügen. In der Evolution wäre der am besten passende Vergleich der Rosinen mit der Intelligenz. Sie erhöhen die Zutat der Rosinen so lange, bis die Mischung ausgewogen ist. Beim fertig gebackenen Kuchen landen die Rosinen immer auf dem Boden des Kuchens, bis Sie irgendwann auf die Idee kommen, die Rosinen nach dem Waschen zu bemehlen und damit eine wesentlich gleichmäßigere Verteilung erreichen. So weit scheint die Evolution noch nicht zu sein, denn offensichtlich streut sie die Rosinen nur auf die Oberfläche, weshalb die Rosinen nur wenig einsinken und im Kopf landen (natürlich rein bildlich gesprochen).

Das war in groben Zügen die wissenschaftliche Evolutionstheorie.

Die kirchliche Theorie.

Die Kirche hat eine andere Vorstellung von der Entwicklung. Nach ihrer Vorstellung war da jemand, der sich einen kleinen gemütlichen Garten anlegte. Da er neben der Gärtnerei auch noch eine kleine Töpferei betrieb, hat er den Garten, des besseren Aussehens wegen, mit kleinen Tonfiguren aufgefüllt, die er Tiere nannte. Er hatte noch einen Rest Ton und kam auf die Idee, eine kleine Figur zu formen, die wie er selbst aussehen sollte. Weil er keinen Spiegel hatte (die gab es damals noch nicht), hat er die Figur nach der Reflektion seines Körpers in einem kleinen Teich geformt und sie "Mann" genannt. Die Kirche sagt nun, dass er von der gelungenen Figur eine Rippe nahm und daraus eine zweite Figur erstellte, aber das glaube ich nicht, denn das hätte einen chirurgischen Eingriff erforderlich gemacht und die menge des Tons hätte nicht ausgereicht. Ich denke, weil er ein Mann war, hat er dabei einen bestimmten Teil seines Körpers in üblicher Selbstüberschätzung überdimensional abgebildet, musste dann aber feststellen, dass die Figur dadurch immer nach vorne kippte. Also hat er schweren Herzens von diesem Körperteil ein Stück entnommen und damit eine zweite Figur geschaffen, wobei sein Ton nicht mehr ausreichte, auch diesen bestimmten Körperteil bei der zweiten Figur anzubringen und so entstand die Frau.

Als er alles fertig hatte, hat er die Figuren ins Gras gesetzt, sein gesamtes Werk betrachtet und war's zufrieden. Kann man der Kirche glauben, hat er nun den Figuren Leben eingehaucht. Ich glaube eher, dass auch hier der Zufall eine Rolle spielte. Er wollte für seinen Garten nur eine Art Gartenzwerge. Weil es aber Abend und damit kühler geworden war, (vielleicht war er auch erkältet oder allergisch) hat er plötzlich niesen müssen und verstreute damit seine Bazillen über den ganzen Garten. Ein Bazillus hatte dabei die fatale Eigenschaft, Tonfiguren mit Leben zu erfüllen und so begannen die Tonfiguren im Garten zu leben. Weil die beiden zuletzt geformten Figuren in unmittelbarer Nähe seiner Nase gestanden hatten und auch noch nicht richtig trocken waren, fiel je ein Tropfen von seiner Nase auf die Köpfe jeder der beiden Figuren und so wurden sie etwas klüger als die anderen Figuren im Garten. Zwar war der Gärtner nicht sonderlich erfreut, hatte aber auch keine Lust, alles in den Müll zu werfen, den er selbst hätte entsorgen müssen (dmals gab es auch noch keine Müllabfuhr), also ließ er alles wie es war und nannte die etwas Klügeren Menschen und die restlichen Figuren Tiere. Ein paar Tage ging das gut, aber als er merkte, dass die Menschen Äpfel klauten, hat er alle Figuren aus seinem Garten rausgeschmissen.

Die Entwicklungsgeschichte

Jäger und Sammler

Zwei Dinge waren maßgeblich für die Entwicklung, das Feuer und die Kommunikation. In der Anfangsphase der Entwicklung wurden die Menschen zu Jägern und Sammlern. Sie jagten alles, was sich bewegte und halbwegs genießbar war. Das war vorwiegend die Aufgabe der Männer. Die Aufgabe der Frauen war das Sammeln von Kräutern, Beeren, Knollen, kurz, alles was an pflanzlichen Produkten genießbar war.

Dabei hausten sie in Höhlen oder bauten sich Hütten aus den Zähnen von Mammuts, aber auch aus jungen Bäumen, die sie als Gerüst verwendeten und mit den Fellen erlegter Tiere überspannten. Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, dass für die Beschaffung von Nahrung in der Woche ca. 25 Stunden aufgewendet wurden. Aber natürlich mussten Sie auch andere Arbeiten erledigen. Felle präparieren, aus Steinen Messer und Speerspitzen schlagen und natürlich Replikate (Nachwuchs) herstellen. Da sie ja klüger waren als die Tiere, hatten sie auch eine Menge hinterhältige Einfälle, wie man erfolgreich jagen konnte. Manchmal gab es aber Probleme. Weil die Tiere ja dümmer waren als die Menschen, nahmen sie ihr Schicksal, als Spieß über dem Feuer oder als Kleinteile im Suppetopf zu landen, nicht gelassen hin, sondern wehrten sich. Es nützte ihnen meist nichts, aber trotzdem brachte es das Leben der Menschen in Gefahr. Manchmal mussten die Menschen auch hungern, weil die dummen Tiere nicht zur rechten Zeit an den Orten waren, wo man sie problemlos abschlachten konnte.

Alles in allem war aber das Leben in dieser Zeit nicht schlecht. Eine Gruppe, auch Clan genannt, saß am Abend am Feuer, man aß gemeinsam, trank vergorene Beerengetränke (Alkohol herzustellen war eine der ersten und wichtigsten Erfindungen) und erzählte Geschichten, vornehmlich von der Jagd. Bei jeder Wiederholung wurde ein wenig hinzugedichtet und dabei peinliche Einzelheiten ausgespart. Das war der Anfang dessen, womit man heute die Kinder in der Schule plagt: Geschichte.

Bronze und Eisenzeit

Sesshaft

Irgendwann stellte ein solcher Clan fest, dass man nicht unbedingt immer viel umherwandern musste, sondern die nötigsten Pflanzen auch durch Aussaat dort sprießen lassen konnte, wo man sich aufhielt und so wurden einige sesshaft, vornehmlich an Flüssen, weil Wasser ja dringend benötigt wurde. Solche Siedlungen wuchsen dann an bestimmten Punkten schnell zu beachtlicher Größe an. Damit gab es auch neue Wege, alles zu bekommen, was man so zum Leben brauchte. Der Handel war geboren. Man tauschte Waren untereinander aus.

Das war auch der Beginn der Zeit, in welcher sich die Klügeren von den Dümmeren zu unterscheiden begannen. Bei den Händlern bekamen die Klügeren schnell heraus, dass man für seltenere Waren im Tausch viel mehr verlangen konnte, als der wirkliche Wert war und die Dümmeren sahen das auch ein und zahlten.

Von den Klügeren kamen welche auf die Idee, dass man sich das Jagen eigentlich sparen konnte. Statt die Tiere gleich abzuschlachten, trieb man sie in eine Umzäunung und erschlich sich das Vertrauen der Tiere. Brauchte man frisches Fleisch, suchte man ein Tier aus und missbrauchte das einem entgegen gebrachte Vertrauen. So entstand die Viehhaltung.

Als dann einige Menschen auf die Idee kamen, Metalle aus den im Boden vorhandenen Erzen zu gewinnen, war der Siegeszug der Menschen nicht mehr aufzuhalten. Dabei begann auch eine Aufspaltung bei den Menschen. Die Klugen sonderten sich ein wenig ab, bildeten sozusagen eigene Kasten. Klug war zum Beispiel, wer einem Dummen weismachen konnte, dass es für ihn sehr klug und weise wäre, wenn er alle Arbeit für ihn, den Klugen verrichte und dafür ab und zu was zu beißen bekäme. Noch klüger waren die, die alle noch nicht gelösten Geheimnisse imaginären Göttern zuschrieben, die man anbeten müsste, weil einem sonst Schlimmes passieren würde, sich dann bereit erklärten, die schwere Bürde des Priesters zu übernehmen, der ständig um die Gnade der Götter flehte, was natürlich nicht umsonst war. Er konnte ohne wirkliche Arbeit sehr gut leben und weil er mit den Göttern auf Du und Du stand, war er auch noch sehr mächtig.

Eine zweite Gruppe bewies ihre Klugheit, indem sie sich bereit erklärte, die gesamte Organisation einer Ansiedlung zu übernehmen, dafür aber einen Teil des Erwirtschafteten benötige. Die Dummen sahen das ein, gaben dieser Gruppe bereitwillig einen Teil ihrer Güter, die diese Gruppe zum größten Teil für sich selbst beanspruchte und nur zu einem kleinen Teil für wirklich nötige Dinge aufwandte. Der Cleverste dieser Gruppe ließ sich dann zum König machen und suchte sich bei den Dummen ein paar besonders Dumme heraus, die ihn mit den neu erfundenen Waffen wie Stahlschwertern, Bögen und Lanzen beschützen mussten, falls die Dummen irgendwann mal merken sollten, dass sie die Dummen waren. Diese Gruppe der besonders Dummen wurden dann Soldaten genannt. Aus Ihnen suchte der König dann noch einige heraus, die grundsätzlich die von der Evolution im Kopf verteilten Rosinen (Gehirn) nur zum bewegen der Gliedmaßen nutzten und machte daraus seine persönliche Leibwache (heute werden sie Bodyguards genannt). Sie ließen sich bereitwillig abmurksen, nur um ihren König zu schützen.

Weil der Tauschhandel, Ware gegen Ware, zu kompliziert geworden war, wurde das Geld erfunden. Das machte den Handel viel einfacher. Wer eine Kuh verkaufte, bekam Geld dafür und wenn er einen Hammer kaufen wollte, zahlte er mit einem Teil des Geldes, dass er für die Kuh bekommen hatte. Wer nicht selbst arbeiten wollte, zahlte einem anderen einen geringen Betrag dafür, dass er die Arbeiten erledigte. Natürlich beteuerte er diesem gegenüber immer, dass er in den Ruin getrieben würde, weil er ihm so viel Lohn zahlen müsse, aber das kennen wir ja.

Bei den Dummen sonderten sich dann kleine Gruppen ab, die nicht ganz so dumm waren. Oft waren auch ehemalige Soldaten dabei. Die überfielen dann die von Ansiedlung zu Ansiedlung ziehenden Händler, massakrierten sie und kamen so in den Besitz der Waren. Die Händler wiederum erkannten, wie gefährlich ihre Reisen wurden, heuerten auch Soldaten an, die sie auf dem Weg beschützen sollten. Die Könige, die von den Händlern auch einen Teil der Gewinne in Form von Zoll kassierten, waren auch daran interessiert, dass die Überfälle auf Händler unterbunden wurden und jagten ihrerseits die Banditen. Erwischten sie welche lebend, wurden sie öffentlich in Form einer Art Volksfest zum Gaudi der Zuschauer massakriert. Der Begriff Volk war als Sammelbegriff für die Dummen gewahlt worden, während der Sammelbegriff für die Klügeren (Könige, Priester, besonders clevere Händler und deren unmittelbarer Anhang) Elite entstand.

Kriege

Könige lebten ja herrlich und in Freuden von dem, was sie dem Volk abnahmen. Weil die Ansiedlungen immer größer wurden, konnte ein König die Geschäfte nicht mehr alleine erledigen, also suchte er sich ein paar Gleichgesinnte, die als Minister seine Arbeit erledigten, stets darauf achtend, auch die nötige Beflissenheit zu zeigen. Einige gewannen das besondere Vertrauen des Königs, weil sie Vorschläge ausarbeiteten, wie man noch mehr Steuern aus dem Volk heraus pressen konnte. Sie wurden zu persönlichen Beratern des Königs, die Frühform der Unternehmensberatung. Wenn alles nicht reichte, weil der König vielleicht eine neue Burg haben wollte oder für sein Grabmahl die am besten geschützte und größte Pyramide bauen lassen wollte, dann schlugen ihm die Berater vor, doch ein anderes Volk zu überfallen und sich dort die fehlenden Mittel zu holen. Das waren für den König gute Ratschläge, wenn die Berater auch gleich die Argumente lieferten, warum es unbedingt erforderlich war, ein anderes Volk zu überfallen, denn so dumm waren die Dummen auch nicht, dass sie sich bereitwillig in eine Armee rekrutieren ließen, ohne zu wissen, warum.

Am einfachsten war das, wenn das zu überfallende Volk anderen Göttern huldigte. Da Herrscher und Priester Hand in Hand arbeiteten, konnten sie dem Volk leicht klar machen, dass ihre Götter zornig ob der Beleidigung wären und bereitwillig folgten die Dummen dem König in den Krieg, schlachteten ohne Regung Menschen ab, die sie zuvor nie gesehen hatten und die ihnen nie etwas getan hatten. Genau so bereitwillig ließen sie sich abschlachten, für König, Götter und Vaterland. Waren die Götter gleich, erfanden die Berater andere Gründe, mit denen man das Volk aufheizen konnte, damit es bereitwillig mit in den Krieg zog. Das Volk, das einen solchen Krieg verlor, wurde dann ausgeplündert, vergewaltigt, überlebende Männer, Kinder und Frauen wurden als Arbeitkräfte ohne jede Bezahlung (Sklaven) eingesetzt. Damit man die Sklaven leicht erkennen konnte, brannte man ihnen Zeichen ein. Auf Märkten wurden sie dann an die Meistbietenden verkauft. An dieser Vorgehensweise hat sich bis heute kaum etwas geändert.

Revolution

Gelegentlich kam es vor, dass die Dummen bemerkten, dass sie die Dummen waren. Meist schimpften sie dann nur still in ihrem Kämmerlein vor sich hin. Nur, wenn es jemanden gab, der das nicht nur laut zum Ausdruck brachte, sondern es auch noch schaffte, die vorhandene Wut anzuheizen, dann kam es zu einer Revolution. Die Dummen begehrten gegen die Klugen auf. Meist holten sie sich nur blutige Nasen, die Anführer wurden öffentlich massakriert und alles ging wieder seinen gewohnten Gang, nur die Drangsalierung der Dummen wurde verschärft.

Manchmal jedoch gewannen auch die Dummen. Dann massakrierten sie die ehemalige Elite und setzten ihren Führer im Kampf als neue Spitze des Volkes ein. Diese erkannten dann meist schnell, wie einfach und gut man davon leben kann, wenn man das Volk dumm hält und schnell ging alles wieder so zu, wie vor der Revolution, nur manchmal noch viel brutaler.

Die Neuzeit

Industrielle Revolution

Die industrielle Revolution veränderte das in Jahrtausenden gewachsene Gesellschaftsbild. Die zuvor auf Agrarkultur und Handwerk ausgerichtete Gesellschaft mit relativ festen Zuordnungen geriet durcheinander. Fabriken entstanden, Landbevölkerung wanderte ab in die Städte, in der Hoffnung, sich durch einen Arbeitsplatz in einer Fabrik ein wenig besser zu stellen. Eine neue Klasse entstand, die Arbeiterklasse. Doch hatte sich nicht wirklich etwas geändert. Maschinen ermöglichten eine schnellere Produktion von Waren, jedoch wurden die Arbeiter wie eh und je mit Hungerlöhnen abgespeist und wenn sie sich nicht dankbar dafür zeigten, gab es genug andere Dumme, die gerne ihren Platz einnahmen. Die Klugen (Fabrikbesitzer) taten, was sie schon immer taten. Sie jammerten über die hohen Kosten und konnten dabei das Geld kaum so schnell zählen, wie es hereinkam.

Eine weitere Änderung brachte die industrielle Revolution noch. Die Alleinherrschaft der Könige wurde in Frage gestellt und schließlich gebrochen. Wahlen brachten Volksvertreter in neue Parlamente. Dabei war der Begriff Volksvertreter eine Irreführung. Sie waren die Vertreter einer neuen Spezies der Klugen, genannt Industrielle. Der Begriff Volksvertreter sollte den Dummen vorgaukeln, diese Leute würden ihre Interessen vertreten. Es war die gleiche Illusion, die zuvor Könige benutzten, indem Sie sich als Väter des Volkes aufspielten (daher der Begriff Vaterland). Wurde es mal eng, dann schlugen die Volksvertreter sich sofort auf die Seite der Klugen und bewiesen damit ihre eigene Klugheit. Die Dummen blieben die Dummen, denn sie glaubten nach wie vor den Beteuerungen über die Unausweichlichkeit herrschender Zustände, waren dankbar, dass man sie für Hungerlöhne arbeiten ließ, ohne sie wirklich am Erfolg ihrer Arbeit zu beteiligen, glaubten den Unsinn, den man ihnen auftischte, wenn man sie in verheerende Kriege trieb und egal, was man ihnen antat, wählten sie immer wieder die gleichen "Volksvertreter", die aber niemals wirklich ihre Interessen vertraten.

Die Klugen wurden immer klüger, die Dummen immer dümmer. Die Dummen erfanden Maschinen, mit denen man fliegen konnte wie ein Vogel. Sie erfanden Maschinen und entwickelten sie weiter, mit denen man 100 mal schneller fahren konnte, als der schnellste Läufer. Sie erfanden Maschinen. mit denen man auch im Dunkeln sehen konnte wie am hellen Tag. Sie erfanden Maschinen, mit denen man mit jemandem sprechen konnte, egal wo er sich gerade aufhielt. Sie erfanden Maschinen, mit denen man Bilder so aneinanderreihen und dann abspielen konnte, dass die Illusion entstand, als würde das, was auf den Bildern war, tatsächlich geschehen. Sie erfanden Maschinen, welche die Arbeiten verrichteten, die zuvor von vielen Dummen geleistet worden war. Sie erfanden Maschinen und neue Waffen für der Krieg, mit denen man die zum Feind erklärten Dummen eines anderen Staates viel schneller und viel effizienter massakrieren und verstümmeln konnte, als in früheren Zeiten. Sie erfanden und entwickelten das Erfundene weiter. Sicher, manchmal wurde ein Dummer, der etwas erfunden hatte, zu einem Klugen, aber die Dummen entwickelten es weiter. So kam es, dass die Klugen immer weniger Dumme benötigten, die für sie arbeiteten, damit sie schneller reicher wurden. Das machten bald die Maschinen.

Die Klugen merkten, dass sie auch mal dumm gewesen waren. Als sie möglichst viele Dumme brauchten, die für sie arbeiteten, hatten sie ihnen versprochen, dass sie bei Krankheit trotzdem Geld bekämen und wenn sie alt würden, weiter versorgt würden. Auch, wenn sie mal eine Zeit nicht arbeiten konnten, weil sie gerade nicht gebraucht wurden, sollten sie Geld bekommen. Dabei hatten die Klugen den Fehler gemacht, sich an dieser Sicherung finanziell zu beteiligen, weil sie damals nicht ahnen konnten, wie schnell und effizient die Dummen sich selbst überflüssig machen würden.

Doch bald war es soweit. Eigentlich brauchte man viel weniger Dumme, um reich zu werden, aber sie waren eben da und verlangten, was man ihnen versprochen hatte. Also setzten sich die Klugen der Wirtschaft mit den klugen Beratern und den klugen Volksvertretern zusammen und beratschlagten, was zu tun sei. Die Lösung war einfach. Man nahm den Dummen das Wenige, dass sie hatten und versprach ihnen dafür im Gegenzug, sie bekämen wieder Arbeit, sie müssten nur für weniger Geld mehr arbeiten. Sie erklärten den Dummen, die Arbeit hatten, dass die Dummen, die man nicht mehr brauchte (folglich nutzlos waren), schuld seien, dass kein Geld da wäre und dass die Klugen in der Wirtschaft einfach nicht mehr in der Lage wären, die Kosten zu tragen, die für die Beteiligung der Klugen an der Sicherung der Dummen bei Alter, Krankheit und Nutzlosigkeit gezahlt wurden.

Die Dummen glaubten das, weil es ja auch die Volksvertreter behaupteten. Schließlich hatten sie die Volksvertreter ja selbst gewählt und deshalb glaubten die Dummen, dass diese Volksvertreter auch wirklich das Volk vertreten würden. Obwohl die Dummen sahen, wie die Klugen immer schneller reicher wurden, bekämpften sie sich lieber gegenseitig, allerdings noch nicht mit Waffen, sondern mit Worten.

Früher hatten die Klugen solche Probleme immer mit Kriegen gelöst. Doch das war heute nicht mehr so ohne weiteres möglich, denn sie hatten ihre Betriebe nicht mehr nur in dem Staat, in dem sie lebten, sondern in all den Staaten, wo man reichlich Gewinne erwarten konnte und in den Staaten, wo man genug Dumme fand, die so billig und ohne jede Sicherung arbeiteten, dass ihre Gewinne noch schneller und heftiger sprudelten. Würden sie also Kriege führen, um sich von den Nutzlosen zu befreien, würden sie selbst Schäden erleiden.

Die Zukunft

Die Lösung aller Probleme liegt in der Zukunft. Die Dummen hatten ja Verfahren entwickelt, wie man Pflanzen und Tiere verändern konnte. Gentechnologie oder Biotechnologie, kurz Bio-Tech, nannte man das. Also müsste man die Menschen verändern. So hatte man ein Gerät entwickelt, mit dem man über alle Entfernungen Mitteilungen austauschen konnte, als gesprochene Worte, als geschriebene Nachrichten oder in Form von Bildern. Handy nannte man das und es gab kaum noch jemanden, ob klug oder dumm, der glaubte, darauf verzichten zu können. Da die Klugen damit auch viel Geld verdienten, müsste man die Menschen so verändern, dass sie eine dritte Hand mit einem Finger bekämen. Die Hand, groß genug, ein kleines Handy zu halten und der Finger mit der Fähigkeit, in atemberaubender Geschwindigkeit die kleine Tastatur des Handys zu bedienen.

Diese zusätzliche Hand ist wichtig, damit man das Handy immer griffbereit und trotzdem zwei Hände frei für andere Dinge hat. Eine andere Gruppe, die man Yuppies nennt, muss zusätzlich zwei weitere Ohren bekommen und mindestens zwei voneinander unabhängige Hörzentren, zusätzlich mindestens zwei unabhängig voneinander funktionierende Gehirnzentren, welche die über die Ohren eingehenden Nachrichten und Informationen parallel verarbeiten können. Die Ohren braucht der Yuppie, damit er in ein Ohr den Stöpsel für das Handy einstecken kann, ein weiters Ohr für den Stöpsel vom Notebook, ein drittes Ohr, mit welchem er über Funk eingespielte Börsennachrichten sofort und ohne Zeitverzögerung an eine reservierte Gehirnpartie zur Auswertung weiter vermitteln kann und das vierte Ohr für den Walkman. Die zusätzlichen Ohren werden viel Feinmechanik und Nanotechnologie benötigen. Die zusätzlich aktivierten Gehirnpartien sind weniger schwierig, weil es bei den Menschen genug ungenutzte Gehirnkapazität gibt.

Für die Masse des Volkes muss ein Weg gefunden werden, sie bei Eingabe eines bestimmten Impulses in eine Ruhestellung zu versetzen, bei welcher die Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert werden, so wie das bei Tieren funktioniert, die einen Winterschlaf halten. Werden sie für irgendwelche Aktivitäten benötigt, werden sie mit einem Impuls eingeschaltet, begeben sich dorthin, wo sie benötigt werden, um sich anschließend wieder nach dort zu begeben, wo eine Schublade für sie reserviert ist, in die sie sich legen, den Impulsgeber für die Deaktivierung und zusätzlich ein Kabel anschließen, mit welchem sie einmal im halben Jahr mit einer bestimmten Menge Nährflüssigkeit versorgt werden, für den Fall, dass sie längere Zeit deaktiviert bleiben.

Die Gruppe der Volksvertreter könnte eingeschläfert werden, weil sie eigentlich auch zu den Dummen gehörten und nur glaubten, dass sie klug wären. Da sie keine wirklich nützlichen Fähigkeiten besitzen, werden sie nicht mehr benötigt.

Es wird die vordringliche Aufgabe der Dummen sein, die Vorgaben und die Ausführung dieser Techniken zu entwickeln. Ist das geschafft, sind alle Probleme dieser Welt behoben. An exponierten Stellen werden dann riesige Container mit den Schubladen für die deaktivierten Dummen stehen (ähnlich einem Bücherregal), die Zentren für die Yuppies werden die Wallstreet, London, Frankfurt und Japan bleiben und der Rest der Welt steht für die Reichen und Klugen zur freien Verfügung. Fabriken für die Produktion werden unter die Erde verlegt und von Robotern bedient. Dann endlich wird diese Welt friedlich und fortschrittlich sein.

Epilog

Klugheit und Dummheit haben nichts mit Intelligenz zu tun. Klug ist, wer egoistisch und rücksichtslos genug ist, alle Hemmnisse zur Selbstbereicherung aus dem Weg zu räumen. Dumm ist, wer all seine Kräfte dafür einsetzt, die Vorstellungen der Klugen zu verwirklichen, dumm ist, wer alles glaubt, was ihm gesagt wird, gleichgültig, wie unintelligent die Forderungen und Aussagen auch sein mögen. Dumm ist auch, wer glaubt, im Kreis der Dummen mit den Methoden der Klugen wenigstens kleine Vorteile für sich herausschlagen zu können. Mit einem Satz: Klugheit ist, andere auszubeuten und Dummheit ist, sich ausbeuten zu lassen oder die Ausbeuter noch zu unterstützen.

Das ist in wenigen Worten meine etwas eigenwillige Interpretation der Evolution und der Entwicklung der Affen (pardon, der Menschen).

PS: Natürlich werden Sie einige Fragen zum weiteren Verlauf haben. Nun, die Zukunft ist immer ziemlich undurchsichtig und kann natürlich verschiedene Varianten beinhalten.

Variante 1:
Die unterirdischen Produktionsstätten produzieren mehr und schneller als je zuvor. Da plötzlich fällt den Klugen auf, dass eine auf Angebote ausgerichtete Politik auch ihre Schwäche hat. Selbst das billigste Angebot ist unnütz, wenn die Nachfrage fehlt. Aber die Dummen, die für jeden Schnick Schnack Verwendung hatten, sind deaktiviert.

Variante 2:
Die Klugen haben gemerkt, dass produzieren falsch ist, wenn Abnehmer fehlen. Sie legen die unterirdischen Produktionsbetriebe still, mit Ausnahme des Wenigen, das sie selber nutzen. Aber ihr Leben wird langweilig. Das Vermögen hat keinen praktischen Wert mehr, die Zahl derer, die sie beleidigen und diffamieren konnten, ist bis auf die wenigen Hausangestellten geschrumpft, die sie sich zu diesem Zweck noch halten. Die Inzucht zeigt auch Konsequenzen, sie sterben allmählich aus.

Variante 3: Ein Nager durchbeißt ein Kabel. Damit werden die Signale an die Roboter unterbunden, die 2 mal im Jahr die Nährflüssigkeit für die Deaktivierten auffüllen.. Da die Roboter nur darauf programmiert sind, als Folge des Signals ihre Arbeit zu verrichten, verhungern die Deaktivierten trotz reduzierter Stoffwechselfunktionen. Wenn dann die Klugen mal wieder dringenden Bedarf an einer Anzahl Dummer haben, können die nicht mehr geweckt werden. Die Klugen stellen fest, dass sie ohne die Dummen völlig hilflos sind, schimpfen und fluchen auf die entschlafenen Deaktivierten, weil die natürlich die Schuld an dem Dilemma tragen. Nach und nach versagen die Roboter, die Produktionwerkstätten, die Häuser verfallen und nach einer kosmisch sehr geringen Zeitspanne sind die Menschen insgesamt ausgestorben, ein wahrer Segen für den Planeten Erde (globaler Name Terra). Das Selektionsverfahren der Evolution war erneut erfolgreich.

Variante 4:
Die Klugen gehen in sich, erkennen, dass sie eigentlich viel Schlechtes getan haben, holen reumütig die Deaktivierten wieder zurück, machen gemeinsam mit den Deaktivierten alles wieder rückgängig und teilen von da ab brüderlich mit allen anderen Menschen. Bill Gates übernimmt den Posten von Santa Claus, die FIFA zahlt jedem Stationbesucher einen Betrag, der dem ehemaligen Eintrittsgeld entspricht, die Konzernlenker öffnen ihre Geheimtresore und holen alls die aufgekauften Patente hervor, mit denen saubere und billige Energie erzeugt werden kann, die Pharmaindustrie verzichtet auf alle krankmachenden Medikamente und stellt nur noch wirkliche Heilmittel her und mehr weiß ich nicht, denn an dieser Stelle wurde ich wach.