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Erstelldatum: 03.08.2007

Eckdaten Arbeitsmarkt

Monat Juli:

Vergleicht man die veröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit mit denen des Vormonats, werden teilweise unterschiedliche Daten angezeigt. Tabelle 1 verdeutlicht die Unterschiede. Die farbig unterlegten Felder sind im jew. Monat nicht existent, da immer nur die letzten 3 Monate angezeigt werden. Die Daten wurden den Eckdaten des Arbeitsmarktes der BA für die Monate Mai bis Juli entnommen.

Tabelle 1

Monatsdurchschnitt Erwerbstätige aus Mappe 1 der Monate Juli - Juni - Mai
Veröffentlichung im
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Juli
-
39.794.000
39.652.000
39.461.000
   
Juni
 
-
39.462.000
39.281.000
39.111.000
 
Mai
   
-
39.281.000
39.111.000
38.968.000
Sozialvers.-pflichtig Beschäftigte aus Mappe 1 der Monate Juli - Juni - Mai
Veröffentlichung im
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Juli
-
-
26.857.400
26.741.800
   
Juni
 
-
-
26.714.800
26.567.700
 
Mai
   
-
-
26.555.800
26.457.500

In der gleichen Mappe findet man die Zahlen der Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und von Sozialgeld. Ein s vor der Zahl kennzeichnet, dass es sich um eine Schätzung handelt, ein p vor der Zahl ist der Hinweis darauf, dass es sich um eine vorläufige Zahl handelt. In den Fußnoten werden die folgenden Aussagen gemacht:

Fußnoten:
Die Statistik der BA bildet Arbeitslosigkeit vollständig ab. Die Daten zur Arbeitslosigkeit basieren auf Informationen aus dem IT-Fachverfahren der BA, aus als plausibel bewerteten Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und - sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der Statistik der BA. Die Daten zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen enthalten die gemeldeten Daten zugelassener kommunaler Träger. Die Daten zu Leistungen nach dem SGB II beruhen auf Auswertungen aus dem IT-Fachverfahren A2LL, auf Meldungen kommunaler Träger und - wenn diese nicht vorliegen - auf Schätzungen der BA.

1) Statistisches Bundesamt
2) Den Arbeitsagenturen waren im 4. Quartal 2006 laut Umfrage bei Betrieben 44 Prozent des gesamten Stellenangebotes gemeldet.
3) Im JD 2006 waren 86% der gem. Stellen vakant. Bereits bei Zugang waren 43% sofort zu besetzen. Innerh. von 30 Tg. ab Bes.-Termin konnten 39% erledigt werden.
4) ohne PSA, ABM, BSI und Arbeitsgelegenheiten
5) Endgültige Werte zur Förderung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hochgerechnet werden.

Tabelle 2

Leistungsempfänger Daten aus Mappe 1 der Monate Juli - Juni - Mai
Veröffentlichung im
 
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Juli
ALG 1
s1.006.812
s998.799
1.052.497
1.132.851
   
ALG 1I
5.327.542
5.355.676
5.410.132
5.442.941
   
Sozialgeld
1.977.743
1.978.343
1.995.196
2.002.906
   
Juni
ALG 1
 
s977.757
s1.029.907
1.132.851
1.274.401
 
ALG 1I
 
5.358.479
5.412.159
5.444.945
5.442.914
 
Sozialgeld
 
1.980.271
1.996.549
2.004.248
2.011.423
 
Mai
ALG 1
   
s1.045.208
s1.149.437
1.274.401
1.382.265
ALG 1I
   
p5.174.395
p5.204.567
p5.193.666
p5.158.131
Sozialgeld
   
p1.912.648
p1.919.509
p1.923.732
p1.912.896

Vergleicht man die Zahlen. stellt man fest, dass im Monat der Verkündung durch die BA, die Zahlen niedriger angegeben sind, als im nächsten Monat (dort als Vormonat definiert). Werden hier Erfolge verkündet, die nicht stattgefunden haben? Lässt Weise in der gleichen Art die Daten manipulieren wie seinerzeit Jagoda?

Aber das ist ja nur die Hälfte der Wahrheit. Jetzt ist noch die Zahl der Arbeitslosen zu suchen, die aus der Statistik herausfallen. Die Gründe dafür sind:
  • Arbeitslose, die nach 428 SGB III (separate Statistik), behandelt werden
  • Arbeitslose, die in Arbeitsgelegenheiten verfrachtet wurden (Ein Euro Jobs)
  • Arbeitslose, die krank gemeldet sind (SGB III)
  • Arbeitslose, die in Trainingsmaßnahmen gesteckt wurden
  • Arbeitslose in sonstigen Maßnahmen, z. B. Sanktionen und Sperren wegen verspäteter Arbeitslosenmeldung

An dieser Stelle ist eine Anmerkung zu Langzeitarbeitslosen angebracht, die einen Deal mit der BA eingegangen sind ( 428 SGB III). Dieser Deal sichert ihnen zu, dass sie nicht mehr den Tortouren der BA ausgeliefert werden, wenn sie
a) auf Vermittlungsbemühungen der BA verzichten, die ohnehin nicht stattfinden und im Alter über 58 Jahre auch die Eigenbemühungen erfolglos bleiben,
b) dafür zum frühestmöglichen Zeitpunkt ihren Rentenantrag stellen, dabei ist frühestmöglich der Termin, der eine abschlagfreie Rente sichert, und
c) dafür statistisch nicht mehr als arbeitslos (besser als arbeitssuchend) gemeldet sind. Sie müssen keine Bewerbungen mehr schreiben, müssen nicht mit unangemeldeten Hausbesuchen rechnen, dürfen ihren Wohnort auch ohne Genehmigung der BA verlassen, kurz, sie bekommen ihre Transferleistung ohne die Schikanen, denen andere Langzeitarbeitslose ausgesetzt sind.

Aber diese Regelung läuft im Dezember des Jahres aus und soll nicht verlängert werden. Weil Arbeitslose alles zu tun haben, was ihren Leistungsanspruch mindern kann, bedeutet das ab 2008, dass jeder Leistungsempfänger von den Behörden in die Frührente geschickt wird, trotz der hohen Abschläge, die mit dieser Frühverrentung verbunden sind.
Für jeden Monat, den man Rente vor dem 65. Lebensjahr (demnächst Rente mit 67) in Anspruch nimmt, wird ein Abschlag von 0,3% auf die Rente vorgenommen. Damit wird die Rente zusätzlich gekürzt. Es fehlen nicht nur die Beitragszahlungen aus den Jahren der Arbeitslosigkeit, auf die ohnehin zu kleine Rente werden auch noch Abschläge vorgenommen. Damit wird die Zahl der Rentner, die Sozialgeld beantragen müssen, um wenigstens ein Existenzminimum zu sichern, drastisch zunehmen. Danke SPD und CDU/CSU!!!

Die Daten für die Arbeitslosen, die unter den 428 (ältere Arbeitnehmer ab dem 58. Lebensjahr) fallen stehen nur für Mai (und früher) zur Verfügung. Unter "Insgesamt" finden wir die Zahl 255.937, "darunter: nach 428 SGB III" 229.966 Teilnehmer (Mappe 12-1428)

In Mappe 16 (der Statistik nach SGB III) finde ich die Tabelle mit den Sperrzeiten und den Sperrgründen. Insgesamt 49.958 Sperren wurden verhängt. Ob berechtigt oder unberechtigt, mag dahingestellt bleiben. Aber sind die Gesperrten nicht trotzdem arbeitslos?

Zurück zu den Eckdaten vom Juli. In Mappe 9 stehen die Daten über die Instrumente.

Tabelle 3

Beauftragung Dritter mit der Vermittlung 1)
Veröffentlichung
Juli
Juni
Mai
April
März
Juli
50.963
54.191
56.310
   
Juni
 
49.757
56.053
52.661
 
Mai
   
58.210
56.029
50.111
Beauftragung von Trägern mit Eingliederungsmaßnahmen
Veröffentlichung
Juli
Juni
Mai
April
März
Juli
52.556
33.651
21.699
   
Juni
 
31.781
27.233
16.172
 
Mai
   
22.990
20.413
16.418

Fußnoten Mappe 9
1) Die Hochrechnung am aktuellen Rand ist derzeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte oder technisch nicht möglich.
2) Die Einmalleistungen umfassen: Vermittlungsgutschein, Unterstützung der Beratung und Vermittlung, Mobilitätshilfen und teilweise sonstige weitere Leistungen nach 16 Abs. 2 Satz 1 SGB II
3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT über XSozial übermittelt werden.
(z. B. haben für 2007 nur ca. 16% der ARGEn Daten zum Einsatz der Weiteren Leistungen erfasst).

Allmählich verdichtet sich mein Eindruck, dass die Zahlen eher mit einem Zufallsgenerator erzeugt denn auf realen Arbeitsmarktdaten beruhen.

Die folgenden Instrumente sagen mir nur bedingt was. Wie sie sich auf die Statistik, ob arbeitslos oder nicht, auswirken, weiß ich nicht. Deshalb habe ich diese Daten nicht mit den Vormonaten verglichen.
Vertiefte Berufsorientierung 1) 3)
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen 1)
Berufsausbildung Benachteiligter 1)
Arbeitgeberzuschüsse Reha (i.d.R. Ausbildungszuschüsse gem. 236 SGB III) 1)
Sozialpädagogische Begleitung 1)
Einstiegsqualifizierung 1)
besondere Maßnahmen zur Ausbildung behinderter Menschen 1)
1.349
93.464
110.756
6.948
466
25.778
42.364

Ebenfalls in Mappe 9 stehen die Daten über das Instrument Arbeitsgelegenheiten. Während ich bei der Beauftragung Dritter bzw. bei der Beauftragung von Trägern mit Eingliederungsmaßnahmen nur vermuten kann, dass sie nicht als Arbeitslose in der Statistik erscheinen, weiß ich das bei den Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) genau.

Tabelle 4

Beschäftigung schaffende Maßnahmen
Arbeitsgelegenheiten nach 16 Abs. 3 SGB II
Veröffentlichung
Juli
Juni
Mai
April
März
Juli
324.180
331.225
326.598
   
Juni
 
333.191
330.113
321.735
 
Mai
   
291.549
284.543
277.067
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM)
Veröffentlichung
Juli
Juni
Mai
April
März
Juli
40.686
39.368
39.723
   
Juni
 
39.694
39.667
39.434
 
Mai
   
38.338
38.169
38.791

Zwar sind die Abweichungen hier nicht so gravierend, aber eine Übereinstimmung gibt es auch hier nicht.

Nun interessiert die Frage, wie hoch der Anteil von Jungen und Alten an der Arbeitslosigkeit ist. Diese Informationen finde ich unter "Bestand Arbeitslose", im Mai ab Mappe 40, im Juni und Juli ab Mappe 39. Die Daten der Mappen 42 (Mai) bzw. 41 (Juni und Juli) haben im Mai und Juni ein anderes Format als im Juli. Im Juli enthält zusätzlich eine Spalte 1 (Gesamtbestand) und eine Spalte 2 (davon über 6 Monate arbeitslos). Die Spalte 3 (absolut) enthält vergleichbare Werte zu denen der Spalte 1 in den Monaten Mai und Juni. Wofür der Begriff "absolut" nun wirklich steht, wird nicht erklärt. Den Begriff als absoluten Bestand an arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren zu verstehen, verbietet der in der Kopfzeile der Mappe 41 vom Juli ausdrückliche Hinweis auf den Inhalt der Spalte 2. Da auch die Differenz der Zahlen in Spalte 1 und Spalte 2 der Mappe 41 vom Juli nicht mit dem Wert der Spalte 3 (absolut) übereinstimmt, kann ich diese Zahl nur als ein "BA-Mysterium" betrachten.

Tabelle 5

Bestand an arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahren
Juli
Juni
Mai
90.979
69.678
70.710
Bestand an arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren
426.147
366.297
375.961
Jugendliche Arbeitslose unter 25 Jahren - über 6 Monate arbeitslos
392.562
92.550
91.021
Bestand an Arbeitslosen (55 Jahre und älter)
465.205
476.858
494.054

Ab Mappe 60 sind Zeitreihen für Trainings- und ABM-Maßnahmen zu finden. Mich interessieren hier nur die Zahlen der letzten 3 Monate.

Tabelle 6

Förderung beruflicher Weiterbildung (1, 2) )
Veröffentlichung
Zugang
Bestand
Zugang
Bestand
Zugang
Bestand
Zugang
Bestand
Zugang
Bestand
Juli
Juni
Mai
April
März
Juli
25.482
117.240
22.462
124.542
26.681
127.147
33.220
124.770
28.902
121.159
Juni
   
23.676
124.827
26.803
126.849
34.081
124.864
28.902
121.159
Mai
       
25.835
123.983
33.378
123.120
28.609
120.339

Fußnote:
1) Die Teilnehmerdaten werden am aktuellen Rand hochgerechnet, endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.
2) Nur Förderungen aus BA-Systemen - ohne Förderungsinformationen kommunaler Träger

Die nächste Auflistung enthält nur die Zahlen der Leistungsempfänger nach dem SGB II. Die mehr als 1 Million Empfänger von ALG I müssen noch hinzugezählt werden.

Tabelle 7

Monat
"Zahl der
Bedarfsgemeinschaften"
"Leistungsempfänger
nach SGB II"
davon Empfänger von
Arbeitslosengeld II
Sozialgeld
Juli
3.610.293
7.012.757
5.112.237
1.900.520
Juni
3.606.184
7.002.434
5.109.009
1.893.425
Mai
3.649.734
7.087.043
5.174.395
1.912.648

Unverständlich ist die Mappe 56 aufgeführte Zahl der Arbeitsgelegenheiten, besser bekannt unter dem Namen Ein Euro Jobs, die erheblich von der in Mappe 9 angegeben Zahl der Arbeitsgelegenheiten abweicht. Handelt es sich dabei um zusätzliche, in Mappe 9 nicht augeführte Arbeitsgelegenheiten?

Nochmals zur Klarstellung. Arbeitsgelegenheiten sind staatlich mit Steuermittlen finanzierte Zwangsarbeit. Teilweise bekommt der Zwangsarbeiter eine pauschale Aufwandsentschädigung. In der Öffentlichkeit wird diese Aufwandsentschädigung immer als zusätzliches Einkommen dargestellt. Das ist aber absolut falsch. Der Arbeitslose hat von dieser Mehraufwandsentschädigung alle mit der Aufnahme der Arbeitsgelegenheit anfallenden Kosten zu tragen. Eine Arbeitsgelegenheit ist auch kein Job, denn der Arbeitslose hat keinerlei Rechte, wie sie aus einem Arbeitsverhältnis resultieren, außer seiner Haftung für von ihm verschuldete Schäden, die in gleichem Maße anfallen, wie bei normalen Arbeitnehmern. Ein zu einer Arbeitsgelegenheit gezwungener Arbeitsloser kommt den Steuerzahler um bis zu 500 teurer, weil der Staat dem Arbeitgeber oder besser Sklavenhalter bis zu 500 für die Bereitstellung der Arbeitsgelegenheit zahlt. Der Bundesrechnungshof hat festgestellt, dass die Bedingungen der Zusätzlichkeit und Gemeinnützigkeit in den meisten Fällen ignoriert werden und Arbeitsgelegenheiten reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs vernichten. Wer in eine Arbeitsgelegenheit gesteckt wurde, fällt aus der Statistik heraus. Hier nun die Zahlen über die Anzahl der Zwangsarbeiter.

Tabelle 8

Arbeitslose, zur Arbeitsgelegenheit verpflichtet
Juli (Mappe 57)
Juni (Mappe 58)
Mai (Mappe 59)
281.948
292.338
291.549

Natürlich enthält die Statistik noch weitere Daten. U. a. stehen auch die Daten je Kreis zur Verfügung. Manche Mappen sind so aufbereitet, dass vermutlich nur ein Insider sie versteht, wie z. B. die Mappe über behinderte Arbeitslose. Deshalb habe ich darauf verzichtet, sie in die Betrachtung einzubeziehen, ich verstehe den Aufbau einfach nicht.

Obwohl Änderungen (echte Daten statt Hochrechnung oder Schätzung) frühestens erst nach 3 Monaten möglich sein sollen, sind Tabellen, die Vormonatsdaten enthalten, abweichend von der Veröffentlichung des Vormonats.

Man sollte auch nicht vergessen, dass die Zahlen nur die Zahlen der ARGEn sind, weil von den Optionskommunen keine Daten vorliegen.

Bis jetzt habe ich mich mit den Zahlen der Arbeitslosigkeit beschäftigt. Aber es soll ja auch noch Leute geben, die arbeiten. Laut BA hatten wir im Juni 39.683.000 Beschäftigte, immerhin fast die Hälfte der Bevölkerung. Aber was sagt das aus? In Mappe 25 finde ich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In Mappe 33 stehen die Zahlen von ausschließlich geringfügig und im Nebenjob geringfügig Beschäftigten.

Schauen wir uns die Zahlen einmal an:

Tabelle 9

Monat
Beschäftigte
Sozialvers.-pflichtig
Beschäftigte
ausschließlich geringfügig
Beschäftigte
im Nebenjob geringfügig
Beschäftigte
gesamt geringfügig
Beschäftigte
Mai
39.595.000
26.857.400
4.958.600
2.087.700
7.046.300

Was nun im "Nebenjob geringfügig Beschäftigte" genau bedeutet? Das können Leute sein, die wie in den USA mehr als einen Job machen müssen, um über die Runden zu kommen, das können auch Studenten, Hausfrauen, Rentner oder Leute mit normalen Jobs sein. Darüber steht nichts in der Statistik. Klar ist, dass von den über 39 Millionen genannten Beschäftigten nur knapp 27 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, davon fast 5 Millionen ausschließlich geringfügig Beschäftigte, was auch geringfügigen Lohn bedeutet.

Nicht aufgeführt ist die Dunkelziffer der so genannten "grauen Reserve", dass sind die Arbeitslosen, die statistisch nicht geführt werden, weil ein Partner noch Geld verdient oder Arbeitslose, deren "Vermögen" (beispielsweise eine private Alterssicherung, die aufgelöst werden musste) über den gesetzlich zulässigen Pauschalbeträgen liegt. Deutschland ist eben ein Rechtsstaat und bleibt es, weil unrecht in Gesetzen festgeschrieben wird.

Worauf sind unsere Politiker eigentlich so stolz? Wo ist die Differenz zwischen den Beschäftigten und den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sind das die Minijobs, bei denen sich das stat. Bundesamt so verrechnet hat?

Machen wir zum Schluss einmal eine Rechnung über die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen auf:

offizielle Zahl der Arbeitslosen (Mappe 1)
3.715.019
Arbeitslose in Arbeitsgelegenheiten (Mappe 9)
+ 324.180
Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (Mappe 9)
+ 61.325
Berufliche Weiterbildung (Mappe 9)
+ 124.206
Verhängte Sperrzeiten
+ 49.958
Arbeitslose, älter als 58 Jahre (SGB III)
+ 255.937
Summe   
4.530.625

Nicht berücksichtigt sind dabei die in Tabelle 57 aufgefühten Arbeitsgelegenheiten, nicht aufgeführt sind die Arbeitslosen, mit deren Betreuung und Vermittlung Dritte betreut wurden und nicht aufgeführt sind Arbeitslose in ABM-Maßnahmen, die oft nur für wenige Wochen Gültigkeit haben.

Ich sehe diese Statistiken als eine einzige Quelle des Betrugs an, bewusst unübersichtlich angelegt, damit man sich mit den verkündeten Zahlen zufrieden gibt. Ab heute ist Weise für mich "Jagoda, der II."