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Erstelldatum: 15.11.2006

Dramatisch?

Vor wenigen Tagen hat das statistische Bundesamt die neue Berechnung der Bevölkerungsstatistik präsentiert. Mit der Aussage, wenn der demographische Trend in der jetzigen Form anhielte, hätte Deutschland 2050 nur noch 69 Mio bis 74 Mio Einwohner, Der demographische Wandel sei unaufhaltbar. So soll es dann 2050 gut 1 Mio 60 Jährige geben, so viel wie Neugeborene und die Zahl der über 80jährigen werde sich von derzeit knapp 4 Mio auf 10 Mio bis 2050 fast verdreifachen.

Ich bin entsetzt. Deutschland im Jahre 2050 ein Altersheim? Na ja, vielleicht sollte man mal ein wenig die Retusche ansetzen. Das statistische Bundesamt hat sich zum Nostradamus des 21. Jahrhunderts aufgeschwungen. Oder wäre Kassandra der bessere Vergleich? Die Büchse der Pandora des 21. Jahrhunderts ist die Demographie, gemischt mit ein wenig politisch frisierter Statistik. Bedenkt man, dass Hitler noch von einem 1.000jährigen Reich ausging, ist die statistische Voraussage von noch 43 Jahren ja geradezu bescheiden zu nennen.

Als verantwortungsbewusster Mensch mache ich mir natürlich Gedanken, wie diese Katastrophe abzuwenden ist. Einige Ideen habe ich ja.

  • Man könnte die für Safer Sex verwendeten Gummiartikel vorne offen gestalten. Dem politischen Wunschbild entsprechend sollten diese dann allerdings nur gegen Einkommensnachweis ausgegeben werden, denn man will ja ein stärkeres Bevölkerungs- und kein Prekariat-Wachstum.
  • Man könnte 3 bis 4 mal im Jahr die Sendemasten der Fernsehanstalten oder die Strommasten der Energielieferanten ansägen. Alternativ könnte man zu den Hauptsendezeiten Politiker frei referieren lassen. Allerdings sollte dies nicht für einen bestimmten Herrn aus Bayern gelten, weil sich Comedy ja bereits eingebürgert hat und somit der Zweck verfehlt würde.
Natürlich wird es jetzt auch Zeitgenossen geben, welche die Ansicht vertreten, man könne ja die Lebensumstände verbessern, indem man nicht nur für alle eine ausreichende Grundversorgung gewährleistet, sondern auch durch entsprechende Einrichtungen berufstätigen Frauen die Möglichkeit bietet, mittels entsprechender Ganztagsbetreuung die Ausfallzeiten durch eine Geburt auf ein Minimum zu beschränken. Andere Zeitgenossen werden dafür plädieren, die Beschränkungen der Zuwanderung zu verringern. Aber diese Zeitgenossen haben den Sinn des Ganzen nicht verstanden. Die Gefahr des Bevölkerungsrückgangs betrifft ja die Mittel- und Oberschicht. Im Prekariat klappt das ja, unerwünschter Weise noch halbwegs. Verbessert man deren Lebensumstände, das käme ja der Züchtung von Arbeitslosen und Unqualifizierten gleich. Nein nein, man möchte doch bald wieder unter sich sein. Schließlich hat man es ja endlich wieder geschafft, diesem Nachwuchs den Zugang zu Bildung zu vermauern.

Es hilft nichts, man muss den Inhalt der Büchse der Pandora doch ein wenig genauer betrachten. Die Statistik kann ja eine zukünftige Lebenserwartung nur schätzen und sie macht das auf der Basis der Zahlen, die man aus der Vergangenheit verlässlich kennt. So sollte es wenigstens sein, aber ein wenig Theatralik ist dabei politisch höchst wirksam. Das Gespenst der Demographie, das unterlässt man tunlichst zu sagen, betrifft ja eigentlich nur die Leute, die ihren Lebensabend nicht selbst finanzieren können, auch als Rentner bekannt. Aber Rentner ist nicht gleich Rentner. Die Versorgung des in Rente gegangenen Politikers ist gesichert und die der Beamten auch. Es geht also nur um die, die den Fehler gemacht haben, für ihre Rente Beiträge einzuzahlen. Zugegeben, nicht ganz freiwillig. Sie mussten, ob sie wollten oder nicht. Die Zwangsversicherung, die diese Renten zu verwalten hat, wird als Gesetzliche Rentenversicherung, kurz GRV bezeichnet. In dieser Kasse wird nur etwa die Hälfte der Bevölkerung verwaltet. Und um diese Hälfte geht es.

Noch ein Umstand findet bei der Betrachtung der Statistik wenig Beachtung. Die demographische Betrachtung blickt auf die Lebenserwartung der Menschen, von der Geburt bis zum Tode. Sie differenziert nicht, macht keinen Unterschied zwischen arm und reich, zwischen Schwerarbeiter und Beamten, zwischen leichtsinnig und vorsichtig. So ist der Blick auf die eigentliche Frage auch ein wenig getrübt, auf die Frage, wie hoch der Anteil der in der GRV versicherten Arbeitnehmer in den einzelnen Stufen des Alterungsprozesses ist. Denn genau betrachtet wäre das die einzig interessante Frage, die wegen der Aussagen über die Beitragszahlen der Folgegeneration wirklich relevant wäre. Aber darüber liegen keine Erkenntnisse vor. Betrachtet wurde stets die Gesamtheit der Bevölkerung. Eine Differenzierung nach Status und Berufsgruppen gibt es nicht. Also kann die Entwicklung nur anders betrachtet werden. Das will ich mal versuchen, indem ich einen Spiegel der Zeit aufmache. Die so genannten Sterbetafeln gehen von jeweils 100.000 Menschen aus und zeigen, wie viele davon nach einem Jahr, nach 10 Jahren, nach 50 Jahren oder nach 90 Jahren noch lebten. Natürlich werden diese Zeiten in der Statistik für jedes Jahr gemacht, während ich hier die Daten sprunghaft, beginnend mit bereits erlebten 50 Jahren in Sprüngen von 5 Jahren aufliste und dabei die Jahre 1949/51, 1970/72, 1986/88 und 2001/03 anschaue.

Alter
Jahr
Überlebende
Lebenserwartung
Jahr
Überlebende
Lebenserwartung Geschlecht
50
1949/51
82.648
86.991
23,75
25,75
1970/72
87.781
92.683
23,05
28,01
Männer
Frauen
1986/88
92.194
95.842
25,15
30,53
2001/03
94.019
96.938
28,10
32,87
Männer
Frauen
55
1949/51
78.562
84,225
19,85
21,50
1970/72
83.789
90,272
19,25
23,67
Männer
Frauen
1986/88
89.071
94.156
21,37
26,28
2001/03
91.518
95.458
23,86
28,34
Männer
Frauen
60
1949/51
71.852
80.166
16,20
17,46
1970/72
77.675
86.903
15,32
19,46
Männer
Frauen
1986/88
89.767
91.539
17,55
21,95
2001/03
67.470
93.356
19,34
23,92
Männer
Frauen
65
1949/51
64.999
73.875
12,84
13,72
1970/72
68.242
81.647
12,20
15,48
Männer
Frauen
1986/88
76.106
87.587
14,05
17,82
2001/03
81.623
90.395
16,07
19,61
Männer
Frauen
70
1949/51
54.394
63.994
9,84
10,42
1970/72
54.909
73,157
9,46
11,88
Männer
Frauen
1986/88
65.508
87.459
10,90
13,96
2001/03
72.925
85.662
12,67
15,55
Männer
Frauen
75
1949/51
40.700
49.665
7,28
7,68
1970/72
38.872
60.033
7,19
8,79
Männer
Frauen
1986/88
51.273
71.775
8,21
10,48
2001/03
60.600
77.894
9,71
11,83
Männer
Frauen
80
1949/51
25.106
31.787
5,24
5,57
1970/72
23.167
42.046
5,40
6,30
Männer
Frauen
1986/88
34.119
56.501
6,06
7,57
2001/03
42.205
65.452
7,14
8,57
Männer
Frauen
85
1949/51
13.321
15.225
3,72
4,02
1970/72
10.595
22.478
3,92
4,37
Männer
Frauen
1986/88
17.425
36.390
4,45
5,37
2001/03
27.630
46.777
5,10
5,96
Männer
Frauen

Deutlich sichtbar, in den letzten 50 Jahren gab es Veränderungen bei der Altersstruktur. Das bisher gültige Rentenalter von 65 Jahren erreichten 1950 rund 65 % der Männer, 2002 waren es 25,57 % mehr, bei den Frauen haben 1950 26,13 % dieses Alter erreicht, 2002 waren es 22,36 % mehr. Aber dieses Mehr bedeutet auch, dass sie bis zum Renteneintritt Beiträge gezahlt haben, also ihr gesamtes Arbeitsleben.
54,39 % der Männer haben 1950 immerhin dann 5 Jahre Rente bezogen, 2002 waren es schon 72,93 %, die 5 Jahre Rente beanspruchten. Im Umkehrschluss kann man auch sagen, dass 1950 45,61 % der Beitragszahler nicht einmal 5 Jahre Rente bezogen hat und selbst 2003 noch 27,07 % unfreiwillig auf Rentenzahlungen verzichten mussten. So kann man die Rechnung weiter führen. Mit steigendem Alter wächst die Zahl derer, deren Rentenanspruch wegen Tod erlischt.

Anders kann man auch sagen, diejenigen, die frühzeitig starben, haben die Renten für die, die älter als normal wurden, mitfinanziert. Nun steht noch die Zahl der 80hährigen im Raum. Seit 1950 ha t die Zahl bei den Männern um 68 % zugenommen, die ein Alter von 80 Jahren erreichten, bei den Frauen sogar um fast 106 %. Die Prognose aber lautet, dass bis 2050 diese Zahl sich fast verdreifacht, wohlverstanden, die 2002 gültige Zahl. So recht mag ich das nicht glauben, aber darauf komme ich noch.

Unumstritten ist, dass weniger Geburten zu verzeichnen sind, aber bei der Nennung der Ursachen wurden wesentliche Punkte vergessen. Gehen wir zurück nach 1950. Zu dieser Zeit gab es wesentlich mehr "Verkehrsunfälle" und ich meine nicht den Straßenverkehr. Die heute sogar im Fernsehen angepriesenen Gummiwaren waren damals, gerade für junge Leute, viel schwerer zu erhalten. Damals gab es nicht in fast jeder öffentlich zugänglichen Toilette Automaten, wo man Präservative kaufen konnte. Die Hemmschwelle, sich diese Dinger in der Apotheke oder Drogerie zu besorgen, war sehr groß. Sex fand in der Regel ohne statt und blieb oft nicht folgenlos. Frauen, die sagten, "ich will ein Kind, aber keinen Mann", gab es in dieser Zeit so gut wie gar nicht, denn ein uneheliches Kind war gesellschaftlich ein Makel. Folglich wurde nach einem "Verkehrsunfall dieser Art" geheiratet und die Befreiung von der Angst führte oft schon nach kurzer Zeit zu erneutem Erfolg, auch hier nicht immer unbedingt gewollt.

Homosexualität war nach 175 strafbar und wurde auch strafrechtlich noch lange Zeit verfolgt. Männlein und Weiblein unterdrückten also weitgehend ihre Neigungen oder versuchten zumindest eine bürgerliche Fassade aufzubauen, indem sie heirateten, meist ohne dem Partner von ihren Neigungen etwas zu verraten und somit auch relativ häufig Nachwuchs produzierten, sozusagen als Alibi für ihre Bürgerlichkeit. Hätten Westerwelle oder Wowereit damals eine politische Position gehabt, kann als sicher angenommen werden, dass Sie verheiratet wären und Kinder hätten.

In den 60ger Jahren kam das Fernsehen. Damit begann sich die Lebensweise zu ändern. Ehepaare und Paare gingen programmabhängig später ins Bett und das Interesse an sportlicher Betätigung in Selbigem ließ nach. Mitte der 60ger schwappte die Hippie-Idee aus den USA auch zu uns herüber. Die so genannten Blumenkinder pflegten und predigten eine größere Freizügigkeit in sexuellen Fragen.

Auch die Studentenbewegungen in den 60ern hatte ihren Ausgangspunkt in den USA und wurde zu einer internationalen Bewegung. Daraus ergab sich die 68er Bewegung in Deutschland, begünstigt durch die Erschießung von Benno Ohnsorge und das Attentat auf Rudi Dutschke. Daraus gingen wohl auch die Grünen hervor. Das Thema Sexualität wurde zusehendst entkrampfter. Sexualität wurde nicht mehr nur noch hinter vorgehaltener Hand artikuliert, Homosexualität wurde nur noch in Ausnahmefällen strafrechtlich verfolgt. Es war auch die Zeit von Oswald Kolle, aber für die, die diese Aufklärung nötig gehabt hätten, waren die Filme nicht zugelassen. Aufklärung fand nach wie vor weitgehend auf der Straße statt. Die Erfindung der Pille machte den "Verkehrsunfällen der produzierenden Art" den Garaus. Nicht das es nicht hin und wieder dazu kam, aber viel seltener.

Das alles waren Ursachen für den Rückgang der Geburtenziffern und der Weg von der Engelmacherin zur medizinisch überwachten Abtreibung tat ein Übriges. Heute leben wir in einer Zeit der "Verkehrsplanung". Deshalb mein Vorschlag, Gummis sollte vorne offen sein, die Pille (eine Packung) sollte wie beim Lotto aus sechs Richtigen und 43 Placebos bestehen und die Geburtenrate steigt wieder. Dafür bin ich natürlich auch, weil ich gelesen habe, dass die Bundesregierung die Wiederaufnahme der DOHA-Runde der WTO zügig anstreben will (Antwort 16/3258 auf Anfrage der Linke.). Dies umfasse auch die bei der Ministerkonferenz in Hongkong im vergangenen Jahr vereinbarte parallele Abschaffung aller Arten von Exportsubventionen und die "Disziplinierung" aller Exportmaßnahmen mit vergleichbarer Wirkung bis Ende 2013. Das wiederum bedeutet, dass der Export von landwirtschaftlichen Produkten weitgehend zum Erliegen kommt, wenn die Subventionierung unterbunden wird. Damit werden wie in den 50ern zahlreiche Landwirtschaftliche Grundstücke in Bauerwartungs- und Bauland umgewandelt. Dort kann man Hartz IV-gerechte Plattenbauten errichten, die man mit der Produktionssteigerung im Kreißsaal dann belegt werden könnte. Diese Areale könnten großzügig angelegt werden, kreisförmig um einen ALDI, einen LIDL- und einen Schlecker-Markt, umgeben von einem dreifachen Stacheldrahtzaun. Am einzigen Ausgang stehen Kontrolleure der BA, die bei jedem kontrollieren, ob er eine Genehmigung hat, das Gelände zu verlassen. Wenn ja, stempeln sie die Genehmigung mit einem Zeitstempel ab, damit die eingetragene Zeit nicht überschritten wird. Wer zu spät kommt, bekommt einen Sanktionsstempel und die Kontrolleure tragen den Vorgang mittels PC gleich in die BA-Datenbank ein. Jede Wohnung ist mit einem Direktanschluss zur BA versehen. Der Anschluss läuft bei der BA auf eine Endlos-Schleife mit dem Text: "Hold the Line. Derzeit sind alle Leitungen besetzt. Sie werden mit dem nächsten freien Anschluss verbunden." So könnte eine Steigerung der Geburtenrate leicht und effizient abgefangen werden und die Fallmanager und Call-Center der BA würden maßgeblich entlastet.

Eigentlich sprachen wir ja über Demographie, also wenden wir uns dieser wieder zu. Sie wissen, was Demographie mit einer Wurst gemeinsam hat? Sie hat auch zwei Enden. Am einen Ende sind die Neuzugänge in diese globalisierte Welt, am anderen Ende die Alten, von denen man gerne sieht, wenn sie zu Weihnachten und Ostern mit Geschenken aufwarten, wenn sie einspringen, wenn Mutti einen dringenden Termin beim Kosmetiker hat und solange auf die Kinder aufpassen (es gibt solche Familien immer noch, siehe Ursula von der Leyen). Aber auch noch Rente beanspruchen, das geht ja zu weit. Wie sollen das die Arbeitnehmer verkraften? Aber zwischen den beiden Zipfeln, Neuzugänge und zu erwartende Abgänge liegt die eigentliche Wurst. Das sind die Erwerbstätigen und die haben die Aufgabe, beide Enden zu bedienen. Dabei haben wir ein gravierendes Problem, weil wir hier mit Erwerbsfähigen und Erwerbstätigen zu tun haben. Die Erwerbstätigen müssen mit Steuern und Sozialabgaben beide Enden finanzieren. Und blickt man einmal auf das Ende mit dem Nachwuchs, stellt man auch hier eine demografische Änderung fest. Vor 50 Jahren traten die Schulabgänger noch mit ca. 15 Jahren ins Berufsleben ein, von wenigen Ausnahmen abgesehen alle. Heute liegt der Schnitt irgendwo bei ca. 20 Jahren. Aber der Eintritt ins Berufsleben ist mit dem Ende der schulischen Laufbahn keineswegs gewährleistet. Trotzdem bereits die geburtenschwachen Jahrgänge ins Arbeitsleben wechseln wollen, finden viele von ihnen keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Das gilt nicht nur für die so genannten Unqualifizierten, sondern auch für Abiturienten und Studienabgänger. Ob das vielleicht doch am System liegt? Wie auch immer, die Erwerbstätigen müssen auch diese Seite der demographischen Wurst finanzieren. Das andere Ende, die, die darauf warten, diese globalisierte Welt wieder zu verlassen, sind die Leute, die lange Zeit zu den Erwerbstätigen zählten, dabei den Nachwuchs finanziert haben und Beiträge für ihre Rente zahlten, wobei die meisten von ihnen nicht einmal wussten, dass dieses für ihre Rente abgezwackte Geld fröhlich von der Politik verpulvert wurde, ohne großartige Reserven anzulegen, damit sie der Verpflichtung, die Renten zu zahlen, auch nachkommen konnten. Im Gegenteil, Man finanzierte aus diesen Kassen auch noch Ausgaben, die eigentlich über Steuern von der gesamten Gesellschaft hätten aufgebracht werden müssen. Falls Sie sich fragen, was die kleinen gelben Pfeile zu bedeuten haben, das ist der Weg, den auch die heute mosernde Jugend gehen wird. Viele werden dabei kurze oder lange Zeit in der grauen Tristesse des Hartz-Hauses verbringen.

Die Prognosen bis 2050 festzulegen, war ausgesprochen clever. Bis dahin sind nämlich die ganzen geburtenstarken Jahrgänge in Rente gegangen und die geburtenschwachen Jahrgänge rücken nach. Die Alterspyramide zeigt wieder nach unten. Das System nivelliert sich. Nicht zu vergessen, es handelt sich um reine Rechenmodelle. Ob eintrifft, was prognostiziert wird, ist eine ganz andere Frage. Ereignisse in der Natur, kriegerische Ereignisse, Katastrophen, aber auch wirtschaftliche Ereignisse wie ein globaler Finanzcrash und Hartz IV können zu völlig anderen Ergebnissen führen. Mit Hartz IV wurde die Armut in Deutschland wieder eingeführt. Arme Menschen haben eine geringere Lebenserwartung, weil Sie ständigem starken Stress ausgesetzt sind, sich zwangsweise schlechter ernähren und eine schlechtere medizinische Fürsorge bekommen. Diese Armut wird anhalten, denn wenn sie das Rentenalter erreichen, ist die Rente so minimal, dass es zum Leben nicht reicht.

Anfangs hatte ich erwähnt, dass es im Prinzip nur um die Menschen geht, die in die Rentenversicherung einzahlen. Tatsächlich sind das zurzeit nur noch 26.000. Auch bei ihnen wird die durchschnittliche Lebenserwartung sinken, nicht bei allen, aber bei vielen. Grund wird hier die Verschleppung von Krankheiten sein, weil sie aus Angst, gefeuert zu werden, nicht mehr zum Arzt gehen (sie die Welt) Wenn die Regierung trotz des ständigen Rückgangs von sozialversicherungspflichtigen Jobs weiter Mini-Jobs und Arbeitsgelegenheiten fördert, ist das mehr als eine fehlerhafte Politik, es ist Absicht. Das Umlagesystem soll zerstört werden. Dahinter steht vermutlich die private Banken- und Versicherungswirtschaft. Ob Renten- Kranken- oder Arbeitslosenversicherung, aber auch die Privatisierung, alles läuft nach dem gleichen Muster: "Verwahrlosung". Die Regierung liefert den Beweis, dass staatliche Systeme nicht funktionieren. Sie baut bürokratische Hürden auf, macht alle staatlichen System extrem unattraktiv und die Menschen wenden sich den privaten Alternativen zu. Das ist einer der Kernpunkte der WTO und die von uns gewählten Helfer führen uns an der Nase herum, bis wir uns freiwillig in der Privatwirtschaft die Alternativen suchen. Ist erst komplett alles privatisiert, kann die Privatwirtschaft die Maske fallen lassen. Dann werden die Geier übereinander herfallen und manches private Versicherungsunternehmen wird in Konkurs gehen. Das Nachsehen haben die Versicherten.

Wir werden verkauft. Das ist nicht neu, denn Sklaven wurden auch früher offen feil geboten. Neu ist, dass wir unsere Verkäufer selbst wählen und das immer wieder, obwohl sie uns seit Jahrzehnten belügen und betrügen. Aber es ist auch einfach, uns in Atem zu halten, mit Nebensächlichkeiten, damit wir die wirklich wichtigen Punkte nicht wahrnehmen. Ein solcher Schwindel ist die Demographie. Es spielt keine Rolle, ob derzeit geburtenschwache Jahrgänge ins Arbeitsleben drängen. Würde die Wirtschaft mit dem Nachwuchs nicht auskommen, hat sie ein Heer von Arbeitslosen, die diese Lücke leicht füllen können. Es spielt keine Rolle, wie viele Rentner es gibt, denn das Bruttoinlandsprodukt könnte das locker verkraften. Aber es ist nicht gewollt. Was uns nicht klar ist, die Bevölkerung soll weniger werden. Sie soll schrumpfen, möglichst dort, wo aus den Menschen kein Profit mehr herauszuschlagen ist. Benannt wurden sie ja schon, als Prekariat oder als Unterschicht.