Navigation aus    Navigation an
Erstelldatum: 22.10.2008

Deutsche in Afghanistan

Ein Selbstmordattentäter reißt zwei Deutsche Soldaten mit in den Tod. Fünf in der Nähe spielende Kinder wurden bei dem Anschlag ebenfalls getötet. Zu dem Anschlag bekannt haben sich die Taliban. So lesen wir es in der Presse. Jung warnt vor einem schnellen Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan.

Report Mainz hat einen Bericht gebracht, dass in afghanischen Gefängnissen Kinder und Jugendliche gefoltert werden. Ist schon interessant, Kinder und Jugendliche sind der Aufreißer. Man kann wohl annehmen, dass auch und vor allem Erwachsene gefoltert werden, aber das erscheint nebensächlich.

Seit wir das Mandat der ISAF in Afghanistan haben, sind die Verhältnisse dort im Norden katastrophaler geworden. Afghanistan ist ein Land mit einer völlig anderen Kultur. Einem solchen Land kann man die "Wohltaten" westlicher Zivilisation nicht aufpfropfen. Man kann ihm auch nicht die polizeilichen Gepflogenheiten der Deutschen einimpfen. Um wirklich Einfluss nehmen zu können, müsste man Land, Leute und Kultur wirklich verstehen. Zu diesem Verständnis ist keine deutsche Exekutiveinrichtung in der Lage. Alles, was sie diesem Volk wirklich beibringen können, ist zusätzliche Formen der Gewalt und das technische Verständnis moderner Kriegswaffen. Die um die 20 Jahre alten deutschen Soldaten haben mehrheitlich noch nicht einmal die Kultur ihres Vaterlandes richtig verstanden. Wie sollen sie da diese fremde Kultur verstehen?

Jung betont, dass der Abzug deutscher Truppen das Gefährdungspotential durch die Taliban und durch Terroristencamps erhöht würde. Nicht der Abzug deutscher Truppen erhöht das Risiko für Deutschland, sondern das Verbleiben der Truppen. Die Taliban führen einen Widerstandskampf in Afghanistan, denn sie sind Einwohner des Landes, eines Landes, das von den Amis zerbombt wurde, eines Landes, in dem unrechtmäßig eingedrungene Fremde einen hassvollen Krieg gegen die Einwohner führen. Diese Eindringlinge aus Amerikanern und Natotruppen haben wegen rein pekuniärer Interessen den wirklichen Terrorismus in das Land gebracht. Sie werden mit den Mitteln bekämpft, die diesem Volk zur Verfügung stehen, ein Volk, das nicht über die technischen Mittel der Eindringliche verfügt, aber die karge und zerklüftete Landschaft ihrer Heimat bestens zu nutzen weiß. Diese Erfahrung hat zuvor Russland machen dürfen. Jetzt sind es die USA und die westlichen Truppen der NATO aus den Europäischen Ländern.

Wir werden mit schwülstigen Begriffen von Freiheit und Frieden, die man Afghanistan bringen wolle, ruhig gestellt. Die Presse stellt den Krieg in Afghanistan immer im Sinne der westlichen Länder dar. Die Frage, ob die beim letzten Anschlag getöteten Kinder wirklich durch das Attentat oder nicht doch durch wildes Geballere von in Panik geratenen deutschen Soldaten getötet wurden, werden wir wohl nie beantwortet bekommen. Ich aber finde es seltsam, dass spielende Kinder dicht genug bei dem Konvoi spielten, um durch den Selbstmordattentäter getötet zu werden. Ich traue der Berichterstattung der deutschen Presse in dieser Hinsicht ebenso wenig wie den Verlautbarungen der Taliban. Krieg ist nicht nur der Kampf mit Waffen, sondern vor allem eine Sache der Propaganda und für eine zielführende Propaganda ist keine Lüge zu groß.

Deutschland hat noch mit keinem Land einen Friedensvertrag abgeschlossen, mit dem es von 1939 bis 1945 in Kriegszustand gelegen hat. Trotzdem darf es in Verbindung mit den immer noch offiziell als Feindstaaten geltenden Ländern und den multinationalen Einrichtungen wie der NATO wieder Krieg in fremde Länder tragen? Offenbar ist der internationalen Gemeinschaft nicht wirklich etwas am Frieden gelegen, mögen UN, die USA, Großbritannien und die Länder der EU auch noch so viel von Frieden reden. Der Kolonialismus wurde nicht wirklich beendet. Er wird nur mit anderen Mitteln und anderen Floskeln ausgetragen. Das Kapital verdient am Frieden nicht genug und es beherrscht die politische Szene. Weltweit.