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Brot und Spiele

Wer kennt sie nicht, die Seifenopern, ausgestrahlt von den unterschiedlichsten Sendern. Es soll ja sogar Leute geben, die sich das ansehen. Ab heute (08.06.2006) soll es zur Verbreitung einer neuen Art kommen, der Einseif-Oper. Natürlich wird sie öffentlich anders bezeichnet. Offiziell nennt es sich IPOD-Kanzlerin Cast und wird nicht über Fernsehsender ausgestrahlt, sonder kommt als IT-Video daher, um jedem PC-Besitzer die Möglichkeit zu geben, von oberster Stelle zu erfahren, was er zu denken und zu glauben hat. Der Start, einen Tag vor der Fußballweltmeisterschaft ist kein Zufall. Schließlich muss der Bürger ja erfahren, welch großartige Sache diese WM ist, dass er sich damit infizieren, pardon, identifiziernen muss. Es ist schließlich das wichtigste Erlebnis in diesem Jahr.

Spiele als Massenveranstaltung waren seit jeher ein beliebtes Instrument, die Massen vom eigentlichen Geschehen abzulenken. Sie lassen sich herrlich instrumentalisieren, in jeder Hinsicht. Früher lief das unter dem Motto "Brot und Spiele", in der modernen Gesellschaft soll das Brot abgeschafft werden.

Es gibt in Deutschland viele Fußballbegeisterte. Das ist nichts Schlimmes. Aber wenn Sport aufhört, Sport zu sein und zum rein kommerziellen Ereignis wird, wird das Ganze fraglich. Wer weiß denn heute noch, ob der Spielausgang auf dem Fußballplatz oder an anderer Stelle entschieden wird? Und wer weiß noch, ob das Spektakel nicht weitergehende Hintergründe hat?

Da ist die FIFA, der Weltverband des Fußballs mit Sitz in der Schweiz. Der Verband hat, was Marketing anbelangt, enorm dazu gelernt. 1990 hatte die FIFA einen Jahresumsatz von ca. 10 Millionen Franken. Heute beträgt der Umsatz alleine für die Fernsehrechte bereits Milliarden. Hinzu kommen die Werbeeinnahmen. Dazu gibt es internationale und nationale Sponsoren. Um die WM intensiv für Werbezwecke zu nutzen, haben 15 Unternehmen 45 Millionen gezahlt und dürfen dafür internationale mit der WM werben. Es sind dies:
adidas, Anheuser-Busch, Avaya, Coca-Cola, Continental, Deutsche Telekom, Emirates, Fujifilm, Gillette, Hyundai, MasterCard, McDonalds, Philips, Toshiba und Yahoo

6 weitere Unternehmen: Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), OBI, die Hamburg-Mannheimer Versicherung, die Postbank, ODDSET und die Deutsche Bahn AG haben 13 Millionen ausgegeben, dürfen aber "nur" national mit der WM werben. Die FIFA hat etliche Begriffe als Trade Mark reserviert
  • Deutschland 2006
  • WM 2006
  • World Cup
  • Volunteers 2006
  • Talente 2006 - die FIFA WM in der Schule
  • WM Bier
  • Green Goal
  • FIFA Konföderationen-Pokal
  • Hamburg 2006
  • Fan Fest
und mahnt fleißig Leute ab, die diese Begriffe für Werbezwecke verwenden.