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Erstelldatum: 08.08.2009

rührende Besorgnis
des Staates um unser Wohlergehen

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder den Apotheker, so heißt es bei jedem beworbenen Produkt aus der Pillendreher-Industrie in der TV-Werbung zum Schluss. Haben Sie es schon mal versucht? Nun ja, den Arzt habe ich noch nicht gefragt, denn wenn ich mir Pillen gegen Kopfschmerzen besorge, gehe ich ja nicht vorher zum Arzt, würde mich das doch 10,- extra kosten. Aber einen Apotheker habe ich schon mal gefragt und offenbar ziemlich Verwirrung erzeugt, denn man sah mich völlig konsterniert an. Der Nachsatz in der TV-Werbung ist schließlich nur eine gesetzliche Auflage, eine Art Rückversicherung der Pharmaindustrie, mit der sie den Kopf aus der Schlinge zieht, wenn Nebenwirkungen eines Präparates, ob nun durch die Wechselwirkung mit anderen Pharmaprodukten oder auch einfach so zu ernsthaften Beschwerden führen. Man hätte sich ja zuvor über die Risiken aufklären lassen können/müssen, nicht wahr? Aber wirklich fragen, das geht ja dann doch zu weit.

Ich habe also einen Apotheker gefragt, welche Risiken und Nebenwirkungen denn bei dem gekauften "Gesundheitsprodukt" zu beachten wären und als er den ersten Schock über dieses ungewohnte Vorgehen eines Käufers überwunden hatte,, öffnete er die Packung, holte den Beipackzettel heraus und begann den dortigen Text herunter zu leiern. Höflich machte ich ihn darauf aufmerksam, dass ich kein Analphabet wäre, aber mit den verwendeten fachspezifischen Ausdrücken nichts anzufangen wüsste. Aus dem, was dann folgte, wurde ich jedoch auch nicht schlau und weil ich den Eindruck hatte, dass es ihm genau so ging, habe ich den Vorgang beendet und das getan, was jeder tut: Meinem Körper überlassen, die Antwort zu finden.

Nun haben wir ja eine über Deutschland schwebende drohende Wolke, die Schweinegrippe. Bei uns scheint die Lobby der Schweinezüchter nicht so präsent wie in den USA zu sein, denn obwohl diese Grippe mit Schweinen weniger zu tun hat, als der Papst mit Geburtswehen, wird sie in der Presse immer noch als Schweinegrippe bezeichnet. Nun kann man lesen, dass die "Experten" besorgt sind und vor allem befürchten, dass viele Urlauber die Schweinegrippe aus dem Urlaub mitbringen. Hier rächt sich die Aufhebung der Zollschranken. Früher durfte der Zöllner fragen: Haben Sie etwas zu verzollen? Zigaretten, Alkohol, Schweinegrippe? Heute dürfen die Urlaubsrückkehrer unbehelligt den Zollbereich verlassen, auch wenn sie die Schweinegrippe im Gepäck haben.

Aber unsere stets um ihr Volk besorgte Regierung arbeitet ja mit Hochdruck daran, der Gefahren für das Volk Herr zu werden. Und die Virenexperten, froh, auch endlich mal mit der gebührenden medialen Aufmerksamkeit bedacht zu werden, werden nicht müde, ihre Erfahrung und Kompetenz bei der Zulassung von Impfpräparaten zu betonen. Die Pharmaindustrie arbeitet selbstlos und unermüdlich an der Massenproduktion des Impfstoffes, die Krankenkasse versuchen ebenso unermüdlich, für die Einmalkosten der geplanten Massenimpfung eine dauerhafte Beitragserhöhung rauszuschlagen und unsere stets um unser Wohl besorgte Regierung, hier ganz besonders die für ihren sparsamen Umgang mit Steuergeldern bekannte Ulla Schmidt bzw. deren Mitarbeiter, wollen nun für die Erstimpfung auch so genannte Risikogruppen einbeziehen, Fettleibige, Diabetiker, Schwangere. Ist ja auch sinnvoll, wenn Nebenwirkungen auftreten, werden sie doch sicherlich bei Risikogruppen mit ohnehin geschwächtem Immunsystem eher auftreten, als bei Gesunden und die Anwälte der Pharmaindustrie können viel früher an der Verteidigungsstrategie arbeiten, warum Nebenwirkungen unmöglich die Folge des Impfpräparates sein können, sondern einfach Parallelerkrankungen sind.

Nun könnte ich mich ja beruhigt im Sessel zurücklehnen, weil ja alles getan wird, diesem fiesen Virus zu Leibe zu rücken. Aber das geht nicht, denn eine Sprungfeder in der Rückenlehne meines Sessels hat sich aus der Verankerung gelöst und macht das zufriedene Zurücklehnen zur Tortur. Also beuge ich mich vor, stütze das Kinn auf die Faust und weil das ja die typische Haltung des Denkers ist, beginnen meine grauen Zellen, ganz ohne mein Zutun, zu arbeiten. Ich weiß natürlich, dass denken in diesem Land weder üblich noch erwünscht ist, aber ich weiß nicht, wie ich es in diesem Sessel verhindern soll.

Ich mache einen Zug an meiner Zigarette und muss husten. Panik ergreift mich. Warum huste ich? Ist die Zigarette schuld oder hat mich das tückische Virus erwischt? Doch weil der Denkprozess angelaufen ist, vermag ich meine Panik nicht lange genug zu genießen. Stattdessen tauchen Fragen auf.

Der Direktor des Paul Ehrlich-Instituts Johannes Löwer wiegelt mit selbstzufriedenem Gesicht vor den Kameras ab, als er nach den Risiken bei der schnellen Entwicklung des Impfstoffes und den bisher unerforschten Nebenwirkungen gefragt wird. Sein Institut ist für die Zulassung des Präparats zuständig und er verweist auf die lange und große Erfahrung, die man mit Impfstoffen habe, beispielsweise bei Tamiflu. Da fällt mir ein Artikel ein, der die Entwicklung des Stoffes Tamiflu betrifft: Das Rennen um GS4104. Habe ich da mal wieder etwas falsch verstanden? Werden nicht für die Entwicklung eines Präparats ca. 5 Jahre veranschlagt, bis die erforderlichen Nachweise des Wirkungsgrades erbracht werden können? Ist nicht Tamiflu eine Pille und kein Impfstoff und damit als Vergleich bzw. als Erfahrungswert für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Schweinegrippe völlig fehl am Platze? Heißt es nicht in dem Bericht über die Entwicklung von Tamiflu, dass bei den jedes Jahr wiederkehrenden Grippewellen nur die Symptome, nicht aber die verantwortlichen Viren bekämpft werden? Womit impfen dann die Ärzte bei jeder Grippewelle eigentlich, wenn das Virus der jeweiligen Grippewelle weder typisiert noch klassifiziert ist? Wie kann Löwer auf Erfahrungen mit der Vogelgrippe verweisen, wenn diese zwar mit viel Trara angekündigt wurde, aber nie ausgebrochen ist? Wie kann man auf der einen Seite den massiven Einsatz des angepeilten Impfpräparates fordern, im gleichen Atemzug aber zugeben, dass man über die Nebenwirkungen noch nichts wisse und die durchaus stärker ausfallen könnten? Wenn ich in der Süddeutschen dann diese Aussagen lese,

    Für Löwer steht daher fest: "Der Impfstoff muss zur Verfügung stehen, bevor die Welle kommt." Er räumte aber ein, dass die Impfung stärkere Nebenwirkungen haben könne als die normale Grippeimpfung. Um so schnell wie möglich die nötige Menge an Impfstoff zu produzieren, habe man die Antigenmenge reduziert und gleichzeitig eine Verstärkersubstanz aufgenommen, um die Wirkung zu erhöhen. Daher könne es zu Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen. Auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen seien denkbar, sagte Löwer.

bin ich noch mehr verwirrt. Welcher Impfstoff wird denn bei einer normalen Grippewelle verwendet, obwohl die Errege doch nicht stets die gleichen sind? Die Folge der Grippeimpfung kann also eine Grippe sein (Fieber-, Kopf- und Gliederschmerzen sind doch die typischen Symptome einer Grippe, oder nicht?)? Man reduziert die Antigenmenge und bringt dafür eine Verstärkersubstanz ein, um die Wirkung zu erhöhen. Hat man in der Pharmaindustrie das Geheimnis eines medizinischen Turboladers (Verstärkersubstanz) gefunden? Welches Antigen enthält der Impfstoff eigentlich? In der Presse konnte man auch lesen, dass momentan Probanden für die Tests mit dem Impfprodukt gesucht werden. Obwohl diese Tests noch ausstehen, wird der Impfstoff meines Wissens nach bereits in der Massenproduktion hergestellt? Wozu dann noch testen? Einmal in der Ampulle bleibt es dort bis zur Verwendung, losgelöst von irgendwelchen Testergebnissen.

Schon diese wenigen Fragen lassen für mich nur zwei Schlüsse zu:
  1. Entweder wollen uns Politik, Gesundheitsexperten und Pharmakartelle für teures Geld Placebos verkaufen,
  2. es stecken andere und weitaus schlimmere Absichten dahinter.

Es gibt ja noch weitere Fragen. Warum sollen Risikogruppen mit einem bisher ungetesteten Impfstoff bevorzugt geimpft werden? Man hat noch keine Ahnung, welche Nebenwirkungen auftreten können und ausgerechnet Risikogruppen sollen frühzeitig geimpft werden, obwohl in diesen Gruppen die Gefahr der Potenzierung der möglichen Nebenwirkungen entschieden größer sein kann? Ausgerechnet Schwangere sollen bevorzugt geimpft werden? Hat man denn aus Contergan nichts gelernt, außer wie man Schadensersatz verweigert oder endlos hinauszögert?

Auch die Erkennung von Nebenwirkungen ist hier mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Wenn nicht innerhalb der nächsten 1 bis 2 Monate Nebenwirkungen eindeutig als Folge des Präparats erkennbar werden, werden später auftretende Folgen nicht mehr als Nebenwirkungen anerkannt und im üblichen Verfahren mittels eine Prozesslawine durch die Anwälte der Pharmaindustrie abgewehrt?

Das Robert-Koch-Institut lt. Süddeutscher Zeitung spricht von 8.619 Infizierten und zu lesen ist:

  • Sorgen bereitet den Wissenschaftlern, dass diese Variante, anders als die saisonale Influenza, sich in warmen Monaten ausbreitet.

Offenbar sind diese Herren Wissenschaftler nicht darüber informiert, dass die so genannte Sommergrippe durchaus keine seltene Erscheinung ist, haben aber dank ihrer großen Erfahrung zumindest schon erkannt, dass es eine "saisonale Influenza" (der Normalbürger nennt es Grippewelle) gibt. Man merkt, auch die Wissenschaft ist nicht absolut lernresistent. Aber grundsätzlich würde mich interessieren, wer eigentlich die Infizierten zählt und welche Kriterien dafür erforderlich sind. Worüber die Herren Wissenschaftler sprechen, ist die Zahl der Infizierten, worüber man nichts lesen, sehen oder hören kann, nach welchen Gesichtspunkten die Zählung vonstatten geht. Wenn ich lese, dass alleine zum Vortag die Zahl um 656 gestiegen sei, steigt mein Erstaunen. Wie stellt man die Zuordnung zur Schweinegrippe so schnell fest? Stellt sie der Arzt fest? Wie macht er das dann nur? Jemand kommt zu ihm, die Nase läuft, er hustet und klagt über Gliederschmerzen. Aha! Schweinegrippe??? Meldung ans Robert Koch Institut? Vereinzelt soll es ja noch Ärzte geben, die einen Patienten nicht aufgrund der Eigendiagnose des Patienten diagnostizieren, sondern noch selbst eine mehr oder minder flüchtige Untersuchung vornehmen. Also; Brust freimachen und dann abhorchen. Wenn dann statt dem für die normale Grippe üblichen rasselnden Geräusch eine "Oink Oink" zu hören ist, dann handelt es sich zweifelsfrei um die Schweinegrippe. Woher sonst soll die Zahl der Fälle von gestern auf heute um 656 steigen können? Keinesfalls aufgrund einer eindeutigen Feststellung, denn dazu bedarf es der völligen Isolierung des Virus und seiner Eichung durch die Klassifizierung und die molekularbiologische Zuordnung (dazu gehört, dass das Virus fotografiert wird). Das geht nicht an einem Tag und ich glaube auch nicht, dass auch nur ein Arzt der Allgemeinmedizin die erforderliche Einrichtung hat, ein Virus eindeutig zu typisieren. Ich kenne auch niemanden in meiner Umgebung, der sich infiziert hätte. Zu Beginn nannte die Presse ja noch Orte, wo das mysteriöse Virus aufgetaucht ist. Aber ab heute scheint die Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes einen Bruder bekommen zu haben: Die Schweinegrippeuhr - klick, klick, klick.

Ich war heute mit dem Motorrad unterwegs. Mann, habe ich geschwitzt unter der Lederjacke. Mein Hemd war klatschnass. Auf dem Rückweg habe ich dann die Jacke ausgezogen. Tat das gut, den kühlen Fahrtwind zu spüren. Als ich zuhause war, habe ich regelrecht gefröstelt. Ohh, Schluss jetzt, ich musste gerade wieder hüsteln. Ich muss sofort den Notarzt rufen; sicher habe ich die Schweinegrippe. Doch halt! Erst nachsehen, ob ich die erforderlichen 10 noch habe. Mist! Für den Notarzt fehlt die Kohle. Schade, wieder nichts mit Presse: "Erster Fall von Schweinegrippe in Offenbach!" Also gut, setze ich mich lieber an den PC und schreibe meine Fragen auf. Vielleicht lesen die Präsidenten des Robert-Koch-Instituts und des Paul Ehrlich-Instituts (ob der Name heute noch passend ist?) den Beitrag und geben mir die Antworten, nach denen ich suche. die habe ich durchgestrichen, denn ich bekäme Antworten, aber sicherlich nicht DIE Antworten.