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Erstelldatum: 28.02.2007

Flexibilität

Eine der wichtigsten Forderungen von Politik und Wirtschaft ist Flexibilität. Dazu möchte ich zunächst einmal eine Zuschrift einblenden, die vor allem für die Jugend wichtig ist und bei den jungen Leuten Nachdenklichkeit erzeugen sollte:

Zurück in die Zukunft

(Keine Siencefiction-Erzählung, sondern politische Realsatire)
Deutschland 1932 bis 1936: mehrere Millionen Arbeitslose; schuld sind die Juden und die anderen Länder; Problemlösung: Krieg
Deutschland 1935: Die "Führer und Regierenden" erheben per Gesetzeserlass die Zwangsarbeit zu einem Recht
Deutschland 1949: ein weiterer deutscher "Michel" wird geboren; er geht in die vorhandene Kinderkrippe, weil Vater und Mutter arbeiten müssen, um überleben zu können (nicht um sich selbst zu verwirklichen)
Deutschland 1952: Er geht in den vorhandenen Kindergarten, weil Vater und Mutter immer noch arbeiten müssen
Deutschland 1955: Er geht zur Schule und in den Hort und erfährt dort Bildung, Wissen und Erziehung
Deutschland 1963: Er beginnt ein Lehre (die Arbeitgeber überbieten sich in ihren Lehrstellenangeboten, das Wirtschaftswunder läuft und läuft)
Deutschland 1965: Flexibel wie er ist, holt er die mittlere Reife nach und wird Beamter zur Anstellung
Deutschland 1967: Er wird Postfacharbeiter (Briefträger), weil sich da mehr verdienen lässt
Deutschland 1968: Er heiratet
Deutschland 1969: Er wird zum 1.ten Mal Vater; seine Ehefrau bleibt wegen der Kindererziehung ab diesem Zeitpunkt zu Hause
Deutschland 1970: Er wird zum 2.ten Mal Vater
Deutschland 1972: flexibel wechselt er erneut den Beruf und wird Verkäufer, seine Ehefrau bleibt weiterhin wegen der Kinder zu Hause
Deutschland 1974: Er wechselt - äußerst flexibel wie er ist - nochmals den Beruf und geht zur Fa. Siemens. Vom Lagerarbeiter über den Warendisponenten arbeitet er sich hoch bis zum Logistikmanager. Seine Ehefrau übt inzwischen die ein oder andere Nebentätigkeit ( heute sog. 1Euro-Job ) aus, weil die Familie das Geld benötigt; seine Kinder gehen in den Kindergarten und zur Schule
Deutschland 1978: Er ist inzwischen zum 3.ten Mal Vater geworden
Deutschland 1989: Die Fa. Siemens beginnt mit Überlegungen einzelne Geschäftsbereiche aus dem Mutterkonzern auszugliedern. Damit verbunden ist die Forderung an die Arbeitnehmer flexibler zu werden, damit die Zukunft des Betriebes gesichert sei.
Flexibel wie er ist, stimmt er der ein oder anderen Versetzung zu, nimmt Gehaltseinbussen und Mehrarbeit in Kauf, macht also all das, was Wirtschaft und Politik fordern, um die Zukunft zu sichern.
Kauft sich zu seiner Altersvorsorge 2 ETW.
Seine Kinder haben inzwischen unterschiedliche Schul- und Berufsausbildungen erhalten und üben ihre Berufe nun erfolgreich aus.
Deutschland 2001: im Alter von 52 Jahren wird ihm gekündigt.
Deutschland 2003: der ausgegliederte Bereich meldet Insolvenz an, die Mitarbeiter stehen auf der Strasse ( dieser Bereich war wohl nur der Test für das Hause Siemens, um in der Folge weitere Bereiche erfolgreich ausgliedern zu können; s. h. auch Siemens-BenQ-Mobile in den Jahren 2006/2007 )
Deutschland 2005: Nun sind er und seine Frau HartzIV-Empfänger, ihre Altersvorsorge an die Bank losgeworden; Schulden geblieben.
Deutschland hat nach den Wirtschaftswunderjahren wieder mehrere Millionen Arbeitslose und per Gesetz wieder Zwangsarbeit (1Euro-Job)zum Recht erklärt.
Wirtschaftsminister Glos will Zwangsarbeit für alle Leistungsempfänger.
Schuld sind wieder die anderen Länder - die Globalisierung-! Gott sei Dank ist Krieg dieses Mal kein Weg zur Lösung der Probleme. (meine Anmerkung: Das sehe ich anders, nur dass der Krieg in andere Länder getragen wird.) Nun lauten die Vorschläge zur Problemlösung und für eine bessere Zukunft: Bildung, Weiterbildung, Flexibilität, Kinder kriegen und dafür entsprechende Einrichtungen zur Verfügung stellen!
Deutschland 2006: ein neuer "Michel" wird geboren; er geht in eine verfügbare Kinderkrippe, weil Vater und Mutter sich im Beruf "selbst verwirklichen" dürfen.
Deutschland 2009: Er geht in den Kindergarten, wird gebildet und erzogen; Vater und Mutter dürfen sich immer noch "selbst verwirklichen".
Deutschland 2012: Er kommt in eine Ganztagsschule, Vater und Mutter dürfen sich immer noch "selbst verwirklichen", weil die Wirtschaft Arbeitskräfte sucht (meine Anmerkung: Vorausgesetzt, sie sind nicht arbeitslos)
Deutschland 2028: Er studiert oder hat einen Beruf ergriffen
Die weitere Zukunft?????

Er (und auch seine Eltern und Großeltern) machen und machten all das, was die "Führer und Leiter" dieses Staates forderten und verkündeten. Er macht nichts, aber auch gar nichts anders als seine Eltern und Großeltern es gemacht haben!

Was aber haben dann seine Eltern und Großeltern falsch gemacht, wenn sie die Forderungen von Politik und Wirtschaft erfüllt haben und sich dann doch eine ganz andere - als verheißene - Zukunft einstellte?!

Waren die Lösungsvorschläge der "Führer und Leiter" falsch, wenn sich trotz Bildung, Weiterbildung, Flexibilität, Kinder kriegen, verfügbaren "Erziehungsstätten", die "Verheißungen" einer besseren Zukunft und damit die Lösung der Probleme nicht einstellten?! Wenn seine Eltern ( Großeltern ) heute wieder als Hartz IV-Empfänger zu Zwangsarbeit - welche eigentlich nach der Rechtsprechung in diesem Lande verboten war und ist - gezwungen werden?! Wurden seine Eltern und Großeltern getäuscht ( wissentlich oder unwissentlich ), als man die Problemlösungen, welche man heute als der Weisheit letzter Schluss wieder verkündet und fordert, vor 50 Jahren umgesetzt wurden und damit zum heutigen Ergebnis betrugen, oder wurden sie einfach nur belogen?!

Kann er dem noch trauen und das glauben, was ihm die derzeitigen "Führer und Leiter" dieses Staates als die Lösung verkünden und verheißen?!

Soweit der mir zugesendete Bericht. Nun möchte ich ein wenig meinen eigenen Senf hinzugeben. Die Welt verändert sich und jedes Lebewesen, einschließlich des Menschen muss sich an die Veränderungen anpassen. Das ist die eine Seite, eine Art der Flexibilität. Wer sie nicht hat, stirbt aus. Beim Menschen ist der Anpassungsprozess aber weitergehend. Er passt sich nicht den Umweltbedingungen an, und versucht, die Umwelt seinen Bedürfnissen anzupassen und muss sich deshalb auch an die territorialen politischen, religiösen und wirtschaftlichen Bedingungen anpassen. Zumindest glaubt das jeder. Aber stimmt das auch?

Zunächst möchte ich das Bestreben des Menschen, die Umwelt an seine Bedürfnisse anzupassen, oder das, was er für seine Bedürfnisse hält, mit meiner Sichtweise konfrontieren. Es ist, als wolle der Mensch (ein Einzelner) eine Dampfwalze mit verrosteten Achsen einen Berg hinauf schieben. Anders gesagt, er übernimmt sich völlig. Manchmal kommt die Reaktion der Natur erst wesentlich verspätet, wie wir aus der Umweltverschmutzung lernen können. Bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es warnende Stimmen bzgl. der Folgen in Form von Veränderungen des Klimas. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben diese Stimmen mit Gutachten bis hin zum blanken Hohn in Misskredit gebracht. Heute steht es fest, dass ein Klimawandel eintreten wird und nicht mehr umkehrbar ist. Man kann dabei sicher sein, dass die Auswirkungen sehr viel stärker sein werden, als von den Klimaforschern beschrieben, denn die realen Erkenntnisse durchlaufen immer noch die Filter von Politik und Wirtschaft.

Den gleichen Lerneffekt werden vermutlich unsere Kinder oder Kindeskinder mit der Genmanipulation erleben. Genmanipulierte Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Menschen) sind künstliche Mutationen, oft mit synthetischen Genen versehen. Jeder Mutation folgte in der Erdgeschichte eine Anpassung der Natur auf die veränderten Bedingungen. Für die Natur sind 100 Jahre nicht mehr als ein Wimpernzucken. Wenn also die erst seit kurzer Zeit vorgenommenen Genmanipulationen noch keine entsprechende Reaktion der Natur zeitigten, bedeutet das nichts. Manche Anpassungen kommen eben ein wenig später. Unsere Kinder werden die Folgen tragen müssen. Schlimm dabei ist, dass solche Prozesse unumkehrbar sind oder zumindest über einen langen Zeitraum anhalten.

Eine Eigenart des Menschen ist es, dass er glaubt, über den ungeschriebenen Naturgesetzen zu stehen. Das war nicht immer so. Unsere frühen Vorfahren, aber auch die wenigen, noch heute existierenden Naturvölker haben sich die Achtung vor der Natur bewahrt. Der Rest, das, was wir als zivilisierte Gesellschaft bezeichnen, hat sich selbst zur "Krone der Schöpfung" erhoben, maßgeblich geleitet von den auf dem alten Testament basierenden Religionen (Judentum, Christenheit, Islam). Dieses Verhalten ist von einer geradezu unglaublichen Arroganz. Der Mensch ist wohl eher eines der dümmsten Geschöpfe. Er ist das einzige Geschöpf, das seine Lebensgrundlagen permanent und nachhaltig zerstört. Er ist das einzige Geschöpf, das tötet um des Tötens willen. Er ist das einzige Geschöpf, das alle Naturgesetze permanent missachtet und als für sich ungültig erklärt. Er ist auch das einzige Geschöpf, welches die natürlichen Selektionskriterien für die Führungsrolle der eigenen Art gegen eigene Selektionskriterien getauscht hat und sich diesen Kriterien geradezu sklavisch unterordnet, selbst nach der klaren Erkenntnis aller darauf basierenden Fehler. Der Mensch hat seine Anpassung an die Gesetze der Natur gegen die Anpassung an eigene Regeln vertauscht, Regeln, die sich in der Menschheitsgeschichte immer als falsch erwiesen haben.

Flexibilität bedeutet, sich an geänderte Erkenntnisse anzupassen. Nahezu 8.000 Jahre hat der Mensch gebraucht, die Fesseln des Absolutheitsanspruchs so genannter Monarchen abzustreifen. Nach ca. 5.000 Jahren der Kontrolle durch die Religion beginnen einige Menschen, auch diese Fesseln abzustreifen, aber eine Mehrheit hört sich noch regelmäßig die Sprüche von Menschen an, die seit 2.000 Jahren und länger tot sind. Eine Art der Gehirnwäsche, nur durch ständige Wiederholung praktiziert. In beiden Fällen dieser Herrschaftssysteme zeigt die jedem zugängliche und den Meisten bekannte Geschichte massenhaftes Fehlverhalten und Verstöße gegen die selbst aufgestellten Regeln. Die Reaktion der Beherrschten bleibt aus. Hat der Mensch mit dem Begriff "Flexibilität" etwas definiert, wozu er unfähig ist?

Flexibilität bedeutet eine schnelle Anpassung an veränderte Gegebenheiten. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft fordern sie ständig. Es erinnert mich an ein Spiel, welches eines der ersten PC-Spiele war. Ein Frosch muss eine viel befahrene Straße überqueren und der Spieler musste versuchen, den Frosch durch die Lücken im Verkehr der einzelnen Fahrspuren zu bugsieren, um die eng begrenzten Eingänge der gegenüberliegenden Seite unbeschadet zu erreichen. Mit jedem Level wird der Verkehr dichter, bis ein Überqueren unmöglich ist. Sehen Sie die Ähnlichkeit zu politischen, medialen und wirtschaftlichen Strukturen? Die Jahre kennzeichnen die einzelnen Level des Spiels, Gesetze, mediale und wissenschaftliche Verlautbarungen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kennzeichnen den Verkehr der einzelnen Fahrspuren, der von Jahr zu Jahr dichter wird. Dabei sind die einzelnen Fahrspuren gegenläufig, also gesetzliche Grundlagen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen laufen nicht synchron. Obwohl die Masse es erkennt, folgt sie stur und unflexibel diesen Regeln und immer mehr Frösche bleiben dabei auf der Strecke.

Die Erde ist inzwischen mit nahezu 6,5 Milliarden Menschen bevölkert. Obwohl eigentlich jeder erkennt, dass die Masse Mensch zu groß geworden ist, bejahen wir die politisch vorgegeben Regeln, dass mehr Nachwuchs erzeugt werden muss. Wir nehmen unwidersprochen hin, dass der demographische Faktor unsere Wirtschaft gefährdet, obwohl 10 Millionen Arbeitslose und ein beständiger Anstieg der Kapitalerträge das Gegenteil beweisen. Wir geben Ursula von der Leyen Recht, wenn sie eine Ausweitung der Krippenplätze fordert, damit sich Frauen und Männer selbst verwirklichen können, obwohl diese Selbstverwirklichung dank fehlender Arbeitsmöglichkeiten auf einige Wenige beschränkt bleiben wird. Selbstverwirklichung ist dabei eines der Schlagworte, das mit der Emanzipationsbewegung der Frauen ins Leben gerufen wurde. Bis heute haben weder Frauen noch Männer erkannt, dass die Emanzipationsbewegung auch vom System der Herrschenden ins Leben gerufen wurde und heute gnadenlos gegen die Masse eingesetzt wird. Es waren und sind nicht die Männer, welche die Frauen unterdrückten, sondern immer nur die herrschende Klasse. Die Arbeiterschaft zu Beginn des 20ten Jahrhunderts hatte weder das Geld noch die Zeit für jegliche Art der Selbstverwirklichung. Frauen waren mit ihrem Haushalt und einer großen Kinderschar voll ausgelastet und die Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen der Männer ließen keinen Platz für weitgehende Interessen anderer Art oder Selbstverwirklichung. Zu allen Zeiten (bis heute) hat es Männer gegeben, die ihre Frauen und ihre Kinder tyrannisierten und zu allen Zeiten hat es Frauen gegeben, die das Gleiche mit ihren Männern machten (Pantoffelhelden).

Wer sich ein wenig mit der Menschheitsgeschichte befasst, kommt zwangsläufig zu dem Ergebnis, dass die ehemalige Tagesschau-Sprecherin Eva Hermann Recht hat, wenn sie von der Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter spricht. Die Ursprünge der Menschheit, also die Menschen der Steinzeit, waren Jäger und Sammler. Männer gingen auf die Jagd und Frauen sammelten Pflanzen, Früchte und Kräuter. Diese Aufteilung war eine natürliche Aufgabe und leicht erklärbar. Die Jagd war ein gefährliches Unterfangen und oft mit dem Tod der Jäger verbunden. Aber sie waren von der Natur mit der größeren Kraft ausgestattet, dieses Handwerk zu meistern. Frauen waren die Garanten für die Erhaltung der Art, eines der Grundprinzipien der Natur. Der Tod eines Mannes war weniger schlimm als der Tod einer Frau, denn ein Mann kann mehrere Frauen schwängern, aber eine Frau kann im Regelfall nur ein Kind in einem Zyklus bekommen. Funde aus der Steinzeit belegen, dass die Frauen damals hoch geachtet wurden (Mutter-Kult).

Mit dem Beginn der Sesshaftigkeit änderten sich die strukturellen Bedingungen. Aus den nur wenige Menschen zählenden Clans der Steinzeit wurden größere Ansammlungen von Menschen in Verbindung mit neuen Führungsstrukturen. Aus Clans wurde der Familienverband, aber mit der gleichen Aufgabenteilung wie in der Vorzeit, nur kleiner. Die Männer machten die Arbeiten außer Haus, die Frauen versorgten den Haushalt und gebaren nahezu jedes Jahr. Die Führungsebenen der entstandenen Dörfer und Städte nahm allerdings an Brutalität zu. Politik war etwas für eine kleine Führungselite und die Masse musste für diese Politik arbeiten und zahlen. Hinzu kam die Sklaverei, wobei auch die Sklaven einzig den Begüterten vorbehalten waren. Diese gesellschaftliche Grundstruktur blieb über die Jahrtausende unverändert, mit minimalen Abweichungen. Sie existiert im Prinzip noch heute.

Es waren die Frauen der so genannten Oberschicht, die das Wahlrecht für Frauen forderten. Ihnen schlossen sich die Bürgerlichen an. In der Masse der Arbeiter waren die Frauen im gleichen Maße gleichberechtigt, wie sie es heute sind. Gesetze, die Frauen ausklammerten, wurden von den Adeligen gemacht. Diese Gesetze wurden als Folge der Emanzipationsbewegung geändert. Aber ist das wirklich ein Erfolg? Trotz dieser Gesetze bestimmt die Wirtschaft, wer wie gut bezahlt wird, wer befördert wird und wer Karriere macht. Daran hat die ganze Emanzipationsbewegung nichts geändert.

Trotz allem liest man auch heute noch in der Presse häufig Beispiele von armen ausgebeuteten Frauen. Nur gelegentlich mal eine kurze Nachricht, dass die Mehrzahl der eingereichten Scheidungen durch Frauen erfolgt. So gut wie nie eine Nachricht über die Frauen, die offensichtlich ausschließlich ihre Selbstverwirklichung in ihren Unterhaltsforderungen sehen. Mir ist klar, dass ich nun als Weiberfeind abgestempelt werde, aber ich sage nur, was Fakt ist. Frauen und Männer sind viel weniger unterschiedlich, als immer dargestellt wird. Frauen sind nicht friedfertiger als Männer, sie praktizieren Unfrieden nur anders. Frauen in Machtpositionen haben ihre Ziele im gleichem Maße mit kriegerischen Mitteln verfolgt, wie die Männer. In der Politik sind sie genau so verlogen wie die Männer, wie gerade das Beispiel Deutschland beweist.

Was hat das aber mit Flexibilität und Anpassung zu tun. Viel. Richtig in Schwung gekommen ist die Emanzipationsbewegung erst, als man die Frauen in die Betriebe holen wollte. Selbstverwirklichung der Frau war es, wie die Männer in einem Unternehmen zu arbeiten und sich dort zu beweisen. Das war die Zeit, in welcher Politik und Wirtschaft die Familienstruktur zerschlagen haben, um Arbeitsplätze mit Frauen besetzen zu können. Hausfrau zu sein, war schon fast ein Schimpfwort. Sich selbst zu verwirklichen, das war angesagt und das ging doch nicht bei Hausarbeit oder der Kinderbetreuung, oder?

Mit der Emanzipation, bzw. dem, was als Emanzipation propagiert wurde, wurde die Frau in den Konkurrenzkampf zum Mann getrieben. Kinder bekamen ein Schlüssel um den Hals gebunden und blieben sich selbst überlassen, bis Mama nach einem schweren Arbeitstag abgekämpft nach Hause kam, zur gleichen Zeit wie Papa. Dann kam der Haushalt an die Reihe. In den Reden der Emanzen überließen die "Machos" (alle Männer waren Machos) diese Arbeit ganz alleine den Frauen. Dass die Realität eine andere war, wurde nicht mehr wahrgenommen. Dass den Kindern mehr und mehr an Zuwendung entzogen wurde, war eine zwangsläufige Folge.

Emanzipation war gleichzeitig das Starter-Set für den Konsumrausch. Eitelkeiten wurden zum Motor der Massenproduktion, denn man musste nach außen glänzen, immer ein wenig besser erscheinen, als die Nachbarn. Dafür nahm man die Vernachlässigung der Kinder in Kauf, auch die steigende Gereiztheit innerhalb der Familie. Waren die Eltern alt, nahm man sich nicht mehr Ihrer an, sondern steckte sie ins Heim. Selbstverwirklichung führte dazu, dass die Frauen sich immer häufiger von ihren Männern trennten, die Scheidung einreichten. Vergessen wurde offensichtlich, dass eine Ehe immer ein Kompromiss ist, dass jeder Mensch (auch die Frau) Fehler hat und deshalb Toleranz für die Schwächen des anderen eine der Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Ehe ist.

Die Emanzipationsbewegung hat das Gegenteil von dem bewirkt, was man den Frauen vormachte. Die Geborgenheit der Familie wurde gegen die Kälte des Business eingetauscht. Mit der Emanzipation sollte die Selbstverwirklichung der Frau betrieben werden, so tönte es aus Radio und Fernsehen, so konnte man es in der Presse nachlesen. Aber verwirklicht wurde eine seelenlose Gesellschaft, ein Kampf der Geschlechter zum Nachteil der Kinder, zum Vorteil der Wirtschaft, vor allem der Finanzwirtschaft. Denn man konnte nicht warten mit den Neuanschaffungen. War ja auch nicht nötig, denn Kredite waren leicht zu bekommen.

Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Dieser Slogan wird seit Jahrzehnten vor allem von den linken Parteien vertreten. Die Wirtschaft hat das nicht tangiert und Politik und Gewerkschaft haben nie versucht, es durchzusetzen. Wie bei vielen Gelegenheiten reden sie darüber und betreiben in ihrer Arbeit das genaue Gegenteil. Frauensendungen im Fernsehen klagen immer über mangelnde Karrierechancen der Frauen ohne je zu hinterfragen, warum das so ist. Es wird auf die von Männern dominierte Welt geschoben. Eigentlich beweisen die Quotenregelungen das genaue Gegenteil, Quotenregelungen, die vor allem von Männern betrieben und durchgesetzt werden. Aber Karriere ist schon lange keine Frage der Leistung mehr, sondern eine Frage des Protektionismus. Und der "Gönner" sucht sich sein Protegé dort aus, wo er auf eine dauerhafte Laufbahn seines Schützlings hoffen kann. Denn der Schützling wird nicht nur gefördert, sondern soll gleichzeitig die Flanken des Gönners decken, ihm nützlich sein. Nicht, dass Frauen das nicht auch könnten. Aber bei Frauen ist der Unsicherheitsfaktor ihre von der Natur vorgesehene Rolle. Sie bekommt die Kinder und unterbricht damit die Karriere, in manchen Fällen beendet sie ihre Laufbahn völlig. Aus diesem Grunde greifen Gönner ungern auf Frauen zurück, wenn es um die Unterstützung von Karrieren geht, weil eine Unterbrechung einem Abbruch gleichkommt.

Aber die schlimmsten Feinde der aufstrebenden Frauen sind die Frauen. Haben Frauen die Karriereleiter erklommen, unterstützen sie noch seltener die Karrierebestrebungen von anderen, jüngeren Frauen. Sie wissen genau, dass sie viel leichter einen Mann dominieren können, als eine Frau.

Emanzipation, oder das, was als Emanzipation bezeichnet wird, hat bei den meisten Frauen die Anpassung an neue Regeln bewirkt. Bis heute haben sie nicht begriffen, dass diese Regeln ausgesprochen gut in das Kalkül von Wirtschaft und Politik passen. Sie haben auch noch nicht verstanden, dass PISA nicht zuletzt eine Folge der Emanzipation ist. Sie haben sich flexibel auf die Rolle der emanzipierten Frau eingestellt und dabei übersehen, wie sehr sie angepasst wurden. Angepasst an eine Welt, in welcher einzig das Haben zählt, während wirkliche Werte geopfert werden.

Wir sind so damit beschäftigt, uns anzupassen, dass wir nicht erkennen, wie angepasst wir bereits sind. Angepasst an Regeln, von Leuten aufgestellt, die nur eine Regel kennen und die heißt: "ICH!" Sie sagen uns, was wir tun und lassen sollen und wir tun oder lassen es. Sie sagen uns, was wir vernichten sollen und wir vernichten es, egal ob Tier oder Mensch, oder die Lebensgrundlage des Menschen. Wir haben längst verlernt, die Sinnhaftigkeit und den Nutzen der uns aufgedrückten Regeln zu hinterfragen. Wir folgen, blind und gedankenlos, seit Hunderten von Generationen.

Die Leute, die unserer Regeln bestimmen, sind der Natur das, was uns die Fliegen sind. Nicht wirklich gefährlich, aber lästig. Gelegentlich hat die Natur die Klatsche gegen die Fliegen verwendet, mal mit, mal ohne Erfolg. Doch nun sind wir zu dreist geworden und die Natur holt das Gift aus dem Schrank. Denn der Klimawandel ist Gift für uns. Wir sehen es, aber wir haben keine Zeit, uns in Sicherheit zu bringen. Schließlich müssen wir uns selbst verwirklichen. Ursula von der Leyen hat es gesagt. Die Familie muss gestärkt werden, dafür müssen die Kinder in die Krippe, damit beide, Männlein und Weiblein an dieser neuen "Verwirklichung" partizipieren können. Natürlich nur die, die noch nicht auf die Müllhalde der Teilhabe geschmissen wurden.

Selbstverwirklichung? Wir wissen nicht einmal, was das ist, denn wir wissen nicht einmal mehr, was "SELBST" ist. Für ein SELBST haben wir keine Zeit, denn wir müssen den Aufschwung nutzen. Für ein SELBST haben wir keine Zeit, denn wir müssen ein gemeinsames Europa schaffen. Für ein SELBST haben wir keine Zeit, denn wir müssen unseren Freunden auf der anderen Seite des großen Teiches helfen, den Frieden zu erbomben. Für ein SELBST haben wir auch keine Grundlage mehr, denn wir haben ja die Globalisierung, also nur noch das WIR.

"Nur, wer sein SELBST nicht einmal kennt, kann ein WIR niemals erfassen."