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Erstelldatum: 04.01.2011

Zauberwort

Bio ist ein Zauberwort. Aber eigentlich wissen wir doch, dass es keine Zauberei gibt, sondern Zauberer lediglich Tricks vorführen, die den Eindruck von "Zauberei" erwecken. Oft sehr aufwändige und mit hohem technischen Know How versehene Tricks. Dass die Industrie sich wie die Illusionisten auf der Showbühne auch aller möglichen Tricks bedient, um bei uns Effekte hervorzurufen, die uns entweder ein gutes Gewissen bescheren sollen, oder auch nur der Verkaufsförderung dienen, sollte uns auch bewusst sein. Die Instrumente dafür sind Werbung, Public-Relation bis hin zu offener Propaganda. Bio ist ein solcher Trick, nicht immer, aber immer öfter.

Momentan beherrscht eine Schlagzeile die Presse. Industriefettsäure Ursache von Dioxinfund im Tierfutter. Einmal mehr erfahren wir, dass wir am Ende der Abfallkette stehen, Abfälle jeglicher Art incl. von Industrieabfällen. Die Empörung ist groß, so scheint es. Aber ob in einem Monat noch jemand daran denkt? Wohl kaum. Wir lesen doch täglich solche oder ähnliche Sensationsmeldungen. Hat das an den Essgewohnheiten etwas geändert? Doch sicherlich nur bei einem verschwindend geringen Teil der Bevölkerung. Es ist ein Skandal, der die Auflagen der Presse steigert, mehr nicht.

Seit diesem Jahr erhalten wir an den Zapfsäulen der Tankstellen E10 (Beimischung Ethanol 10%), also "Biokraftstoff". Auf dem Umweg über Eier erfahren wir nun, dass offenbar bei der Herstellung von Biodiesel dioxinhaltige Abfälle entstehen, also höchst giftige Abfälle. Nun regen wir uns auf, dass diese Abfälle in der Futtermittelversorgung Anwendung gefunden haben. Man könnte auch sagen, in unsere Mägen entsorgt wurde.

Wenn bei der Herstellung von "Biodiesel" dioxinhaltige Abfälle entstehen, wie sieht es dann bei Ethanol aus? Seit Jahren haben wir in den "normalen Kraftstoffen" eine Beimischung von 5%, die ab diesem Jahr für einen Teil davon verdoppelt werden soll. Was passiert mit den Abfällen aus der Ethanolherstellung, von denen sich die Industrie riesige Umsätze erwartet. Prüft der Staat eigentlich, diese Abfälle? Prüft der Staat, wie diese Abfälle entsorgt werden? Gibt es weitere versteckte Gifte, die durch die Produktion von Ethanol entstehen, der Bevölkerung aber verheimlicht werden?

Ob nun Biodiesel oder E10-Biokraftstoff , das ist alles nichts anderes als ein Trick, denn diese Kraftstoffe haben absolut nichts mit Bio zu tun. Angeblich sollen sie der Reduzierung des CO2 dienen und damit dem "Klima-Wandel"

entgegenwirken. Und uns wird erklärt, dass das CO2, welches bei der Verarbeitung der Grundstoffe Getreide usw. für die Herstellung verwendet würde, ja bereits zuvor von den Pflanzen der Atmosphäre entzogen worden sei und nun nur wieder zurück in die Atmosphäre gelange, anders als bei den fossilen Kraftstoffen, die zusätzlich durch die Verbrennung in die Atmosphäre gelangten. Aber seltsam, ich kann keinerlei Anstrengungen auch nur eines einzigen Staates erkennen, CO2 zu reduzieren, wenn damit nicht ein Bombengeschäft verbunden ist. Müsste nicht die Herstellung von Feuerwerkskörpern verboten werden, weil damit viel CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird? Müsste nicht die Herstellung von Autos mit PS-Zahlen in astronomischer Höhe verboten werden, weil diese zu hohe Emissionen erzeugen? Müsste nicht in allen Staaten das Abholzen von Regenwäldern unter Strafe gestellt werden, die dabei weit verbreitete Brandrodung ebenso, nur um Anbauflächen zu gewinnen, für Palmöl oder auch für Ackerflächen zum Anbau von Grundstoffen für Ethanol?

Ich möchte ein praktisches Beispiel aus eigenem Erleben schildern, wie wir an der Nase herumgeführt werden. Von meinem Energielieferanten bekam ich mit der Endabrechnung für 2010 ein Angebot, auf "sauberen Strom" umzusteigen, also Strom ohne Atomstrom. Zusätzlich wurde mir dabei eine Preisgarantie angeboten. Und natürlich habe ich überlegt, dass das natürlich gut wäre, wenn ich sagen könnte, ich bezöge Atom-freien Strom. Aber so ganz mochte ich das nicht glauben. Ich wohne in einem Haus mit 10 Etagen und gehe davon aus, dass die meisten Hausbewohner ihren Strom vom gleichen Anbieter beziehen, der EVO. Darunter werden etliche Hausbewohner sein, die nicht auf den Atomfreien Tarif umsteigen. Nur, wie macht die EVO das, Hausbewohner A mit Strom zu beliefern, der auch Atomstrom enthält, mir aber Strom ohne Atomstrom? Denn eines ist sicher, es gibt nur eine Einspeisung elektrischer Energie in unser Haus. Auf Nachfrage wurde mir dann erklärt, je mehr Menschen sich für den Tarif ohne Atomstrom entscheiden würden, umso weniger Atomstrom würde eingekauft. Das ist natürlich einleuchtend, aber beruhigt mein Gewissen in keiner Weise. Ich bekomme den gleichen Strom geliefert, wie jeder andere auch, einen Mix aus den verschiedenen Energielieferung (Kohle, Öl, Kernkraft, erneuerbare Energien). Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Mix immer von der Höhe der Lieferpreise abhängt und sich keinen Deut darum schert, ob sich nun mehr Menschen entschieden haben, Strom ohne Anteil von Kernkraft zu beziehen.

Es ist ein Trick, nicht mehr. Ein Trick, mit dem sicherlich eine Menge Energielieferanten versuchen, Kunden zu ködern. Sie erzeugen bei den Kunden die Illusion, etwas für die Umwelt zu tun und die meisten fallen wohl auch darauf herein. Es ist der Trick, in welchem ein Mann in eine Kiste steigt, Hokus Pokus, Simsalabim und heraus steigt eine zarte Jungfrau. Das gleiche gilt für die so genannten Biokraftstoffe.

Nun müsste ich mich natürlich auch noch darüber aufregen, dass Abfälle an Hühner verfüttert werden. Doch warum? Wir wollen doch alle, dass das halbe Hähnchen, das Suppenhuhn, die Weihnachtsgans, das Schweinefleisch oder Rindfleisch schön billig ist. Wir haben doch alle schon die Filme gesehen, wie Massentierhaltung funktioniert. Wir haben doch alle den BSE-Skandal mitbekommen und ein Schaudern verspürt, als wir erführen, dass das Rindvieh durch Beimischung im Futter zum Kannibalen gemacht wurde. Es ist also nichts Neues, dass Abfall jeglicher Art an die Tiere verfüttert wird, deren Fleisch wir dann anschließend verzehren. Wenn ich Fleisch verzehre, dann hauptsächlich Wild und ich habe meinen Fleischkonsum auf ein oder zwei Tage in der Woche eingeschränkt, schon aus Kostengründen, denn Hirsch, Reh oder Wildschwein ist entschieden teurer, als Schweine- oder Rindfleisch. Geflügel habe ich fast völlig vom Speiseplan gestrichen. Eier verbrauch ich zwar relativ viel, aber kaufe dann Bio-Eier und hoffe, dass sie wenigstens etwas besser sind als die aus der so genannten Käfig- oder Freilandhaltung. Sehe ich mir die Dotter an, dann sieht das auch so aus, denn der Dotter von Bio-Eiern ist gelb, der von den anderen rötlich gelb, fast schon orange bis rot. Aber sicher bin ich mir nicht, dass Bio-Eier wirklich so produziert werden, wie ich mir die Produktion von Bio-Eiern vorstelle, nämlich reines Körnerfutter ohne Zusätze.

Es wäre nun Auftrag von Ilse Aigner, der Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nicht nur den Skandal aufzuklären und für wirklich empfindliche Strafen zu sorgen, sondern auch der Frage nach den dioxinhaltigen Abfallstoffen bei der Herstellung von so genannten Biokraftstoffen nachzugehen. Aber da heb ich wenig Hoffnung. Ich habe schon lange den Eindruck, dass das "Verbraucherschutzministerium" ein "Verbraucherschutz-Verhinderungsministerium" ist.