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Erstelldatum: 13.11.2007

Weihnachtshilfe

Martin Pausch von der Montagsdemo Dortmund hat in einem Schreiben (hier nachfolgend abgedruckt) den Bürgermeister von Dortmund gebeten, den Kindern von Empfängern von ALG II dieses Jahr eine etwas bessere Weihnacht zu bescheren. Ich finde die Idee großartig und kann mich ihr nur anschließen. Sie sollte nicht auf Dortmund beschränkt bleiben, sondern von möglichst vielen Menschen an den jeweiligen Bürgermeister ihrer Stadt gesendet werden, natürlich im eigenen Namen. Kopieren Sie das Schreiben und versenden es mit Ihren Daten an Ihren Bürgermeister. Im Text ändern Sie die Zahlenangabe über die Bedarfsgemeinschaften von Dortmund auf Deutschland mit 3,5 Millionen.

Hier das Schreiben von Martin Pausch:

Bürgermeister Dr. Langemeyer
Friedensplatz 1

44135 Dortmund

Dortmund, 10. November 2007

Offener Brief -

Kinderarmut in Dortmund - Weihnachtsfeier für Dortmunder Kinder

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Langemeyer,

ich möchte folgendes Anliegen an Sie herantragen:

Armut, Hunger und Kälte kehren zurück - kann das sein? Darf das sein?

"Morgen, Kinder, wird's nichts geben" sagte Erich Kästner im Jahre 1927. Nur wer viel hat, bekommt noch mehr. Auch im Jahre 2007, 80 Jahre später, werden Kinder heute wie damals kein "fröhliches" Weihnachtsfest erleben. Sie sind Kinder von Eltern mit "Hartz IV" - Hintergrund, Kinder von Niedriglohn-Empfängern und Alleinerziehenden. Die Kinder müssen darunter leiden, dass ihre Eltern keine oder nur sehr schlecht bezahlte Arbeit haben. Allein in Dortmund gibt es ca. 43.500 "Bedarfsgemeinschaften", in denen diese Kinder leben. Das bedeutet: 2,57 täglich für Nahrung und Getränke, und wer weiß schon, dass im Jahr 1987, vor ZWANZIG Jahren, im Rahmen der Sozialhilfe der Regelsatz eines 12-jährigen Schulkindes für Essen und Trinken noch 2,90 betrug, also 33 Cent mehr? 76 Cent täglich für Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Spielzeug und Schulmaterial 20,80 im Monat für Bekleidung, Schuhe, Waschen und Reparaturen Wer selber Kinder hat, weiß diese Zahlen zu deuten. Bestenfalls kommen als Spielzeug Billigprodukte in Betracht, die in China oder sonstigen Billiglohnländern zum Teil von Kindern zu Hungerlöhnen hergestellt werden.

In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, sollten wir uns nicht damit abfinden, dass diese benachteiligten Kinder kaum Kleidung und Spielzeug haben. Keine Chancengleichheit mit gleichaltrigen, keine gesunde Ernährung - kaum Chancen auf gleiche Bildung. Das gilt nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für unsere in Deutschland lebenden Kinder. Das dürfen wir nicht zulassen und nicht billigen.

Ich möchte versuchen, dass die betroffenen Kinder in Dortmund wenigstens ein wenig Weihnachten feiern können. Eine kleine Stadt in Bayern hat es vorgelebt: Die Stadt Burghausen gewährte gemäss einer eigenen amtlichen Mitteilung im letzten Jahr ihren Mitbürgern, die ALG-II oder Sozialgeld beziehen, eine Weihnachtsbeihilfe in Höhe von 80 EUR und für jedes weitere Haushaltsmitglied 60 EUR. Auch in diesem Jahr hilft die Stadt Burghausen den Armen der Gemeinde. Was in Burghausen möglich war und ist, muss wenigsten für die Kinder in Dortmund realisierbar sein. Ich empfehle ein Weihnachtsgeld in Höhe von 80 für jedes betroffene Kind unter 15 Jahren und eine Weihnachtsfeier für diese Kinder.

Daher meine Bitte: Die Stadt Dortmund möge eine Weihnachtsfeier für diese Kinder in der Rathaushalle und auf dem Friedensplatz ausrichten. Ich bitte alle Bürger, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Schulen und Kindergärten, diesen Wunsch zu unterstützen. Ich bitte Sie, Herr Bürgermeister Dr. Langemeyer, sich für diese Aktion als Schirmherr zur Verfügung zu stellen. Weiter wünsche ich mir, die sofortige Aufhebung aller Kürzungen und Sperren für ALG II Bedarfsgemeinschaften, in denen Kinder unter 15 Jahren leben, sowie die Übernahme der vollen Heizkosten für alle ALG-II Empfänger. Ich bitte Sie, in diesem Sinne bei der ARGE Dortmund zu intervenieren! Noch einmal

bitte ich sie herzlich: Unterstützen Sie diesen Wunsch! Ich hoffe auf SIE! Helfen Sie mit!

Mit freundlichen Grüßen

Martin Pausch
www.montagsdemo-dortmund.de
Tel.: 0160-93877974