Mail versendet am 30.09.2004 an CDU-Politiker und im zweiten Gang an alle Politiker. Bisher 1 Antwort (Link am Ende des Beitrags)

Gert Flegelskamp
Rhönstr. 17
63071 Offenbach
gert@flegel-g.de

Vorwiegend an die CDU/CSU-Politiker gerichtet

Gerne habe ich als Kind Geschichten über Schilda gelesen und dabei herzhaft gelacht. Natürlich habe ich geglaubt, das seien erfundene Geschichten. Heute habe ich eine andere Überzeugung. Schilda existiert und ist nach wie vor präsent. Schilda ist ein Teil Berlins, ein Teil Münchens, ein Teil jeden Bundeslandes. Schilda ist dort, wo die Politik angesiedelt ist.

Schilda hat verschiedene Stadtteile, die da heißen: CDU, CSU, SPD, Bündnis90/Grüne, FDP. Lange Zeit hat man nicht darauf geachtet, was sich in Schilda tut. Ein Fehler, wie man heute weiß, denn Schilda hat zum Kampf gegen die restliche Bevölkerung des Landes geblasen. Und so kommen aus den einzelnen Stadtteilen die unterschiedlichsten Kriegsrufe.

Aus CDU/CSU war zuletzt zu hören:

Für die Schildbürger im Staddteil CDU/CSU ist das die Lösung für den Grundansatz zu höherem Wachstum. Ein Stadtteil in Schilda heißt Arbeitgeberverbände und die Schultheiße dieses Stadtteils klatschen heftig Beifall.

Ob es was nützt, wenn man den Bürgern in Schilda mal ein wenig Aufklärung zukommen lässt? Ich versuche es einfach mal. Auf einen vergeblichen Versuch mehr oder weniger kommt es nicht an.

Wie sagte Schultheiß Rogowski so begeister?
"Das deckt sich mit meinen Grundüberzeugungen, weil ich glaube, wir müssen in Deutschland wieder mehr arbeiten".

"Herr Rogowski, weil wieder mehr gearbeitet werden muss, schickt die Industrie laufend Arbeiter und Angestellte in die Arbeitslosigkeit und verkürzt damit die Arbeitszeit dieser Leute von im Schnitt 38,5 Stunden auf null Stunden? Da sind doch viele Leute aus den Betrieben Ihres Verbandes dabei. Geben Sie den Leuten doch einfach die Arbeit, die mehr gearbeitet werden muss und Sie machen viel mehr Menschen glücklich!"

Wie sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Volker Kauder:

Für ältere Arbeitslose sei Arbeit ohne Kündigungsschutz besser als "arbeitslos mit Kündigungsschutz."

Was heist das, Herr Kauder? Wenn ich als älterer Arbeitnehmer arbeitslos werde, habe ich absoluten Kündigungsschutz, das heißt, ich komme aus der Arbeitslosigkeit nicht mehr raus?

Ja, Angela Merkel, die Schultheißin von CDU, von der man annehmen könnte, sie sei die Tochter von Pippi Langstrumpf und Baron Münchhausen, hat ein unfehlbares Konzept. Man senkt die Löhne generell, besonders stark bei den unterpriveligierten und schlecht ausgebildeten Arbeitnehmern und schafft über steuerliche Zuschüsse einen Ausgleich

Halloho, Frau Merkel, steigen Sie mal aus Ihrem Ballon voll heißer Luft wieder aus, denn ich möchte Ihnen mal den Weg zu Wachstum erklären:

    Man nehme:
  1. viele, viele Arbeitnehmer,
  2. gebe Ihnen Mittel zur Hand,
  3. lasse sie fleißig konsumieren, alles, was sie brauchen und Vieles, was sie nicht brauchen
  4. unterstütze, dass sie das kaufen, was im Land produziert wurde

Wuff: Wir haben Wachstum. Es kommen Steuern in die Kassen, der Staat muss weniger ausgeben, weil alle arbeiten, fleißig in die Solidarsysteme zahlen und keinen regt es sonderlich auf, wenn sogar die Bezüge von Frau Merkel und Herrn Kauder angehoben werden.

Jetzt die Gegenprobe:
  1. man nehme viele Arbeitnehmer aus dem Arbeitsprozess heraus (Entlassungen)
  2. Man lasse die Verbleibenden länger arbeiten, ohne Bezahlung
  3. man kürze für alle den Lohn
  4. man gebe Zuschüsse für Mindestlöhne unterhalb des Sozialhilfeniveaus
Wuff: Der Staat geht pleite, weil er schrumpft. Verstehen Sie nicht? Ich erkläre es Ihnen:
  1. Wer keine Arbeit hat, zahlt keine Steuern, erwartet aber eine Alimentierung
  2. Wer keine Arbeit hat, kann nur Notwendiges konsumieren,
  3. Lohnkürzungen senken den Konsum der noch in Arbeit Befindlichen.
  4. Lohnzuschüsse müssten aus einem Steuertopf gezahlt werden, der aus den vorgenannten Gründen bereits leer ist

Fazit: Wollen Sie, dass einige was einnehmen (Finanzamt, Wirtschaft), müssen Sie dafür sorgen, dass andere was ausgeben können (Arbeitnehmer). Die paar Politiker und Reiche in diesem Land geben nicht genug aus, um die Wirtschaft und Herrn Eichel satt zu machen. Mit Ihrem Konzept verhungen Wirtschaft und Finanzamt.

Nehmen Sie sich mal ein Beipiel an der Natur. Dort wirkt ein Kreislauf. Wasser in Flüssen Seen und Meeren verdunstet, kommt als Regen verteilt über das ganze Land wieder zurück und versorgt dabei alles Leben mit dem Grundstoff Wasser, aber alles Wasser gelangt letztendlich über Ausscheidungen und Verdunstung zurück in den Kreislauf. Tritt eine Störung auf (Beispiel Verschiebung der Erdachse), geben Arktis und Antarktis das Wasser nicht ganz, sondern nur noch teilweise zurück in den Kreislauf. Den zurückbehaltenen Teil binden sie in Form von Eis. Als Folge werden blühende Landstriche zu Wüsten und die Eisflächen wachsen und wachsen. Wir kennen das als Eiszeit. Hier überleben nur die ganz besonders Robusten.

Sie, meine Damen und Herren in ganz Schilda, bereiten gerade eine Eiszeit für Deutschland vor, ein Schildbürgerstreich, Ihrer wirklich würdig.

Antwort des Abgeordneten Lippert

Meine Antwort auf das Schreiben von Herrn Lippert.
Antwort Büro Merkel (14.10.2004)
Meine Antwort an des Büro Merkel