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Erstelldatum: 24.03.2008

Osterboshaftes

Ostern, die Zeit, Botschaften unter das Volk zu bringen, so wie die Hubers. Plural deshalb, weil wir nun zwei Hubers haben, einmal den Evangelen und einmal den bajuwarischen. Der eine wartet mit froher Botschaft auf, der andere spricht mit sorgenvoller Stirn. Schau'n wir mal.

Bischof Huber warnt vor großen Erwartungen an Medizin

Da ist der Kirchenhuber, der von einer Kanzel predigt und sorgenvoll die Medizin anfleht, das Streben nach Unsterblichkeit doch bitteschön zu lassen. Erstens sei es ohnehin nur für wenige erschwinglich und zweitens gehöre der Tode zum Leben des Menschen. Was muss ich da hören, Herr Huber? Bringen Sie da nicht etwas völlig durcheinander? Wir Menschen sind doch längst unsterblich, wie Sie und ihr Kollege von der leicht verfeindeten Fakultät doch bereits seit langer Zeit predigen. Dass wir dafür einige Zeit in einem Sarg verbringen müssen, ist doch nur eine Art Zwischenlagerung, so zumindest habe ich die frohe Botschaft der Kirche stets verstanden.

Dass die Medizin nun auf der Suche nach Lebensverlängerung bis hin zur Unsterblichkeit ist, ist doch ganz natürlich, denn es gibt ja einige Zeitgenossen, denen Sie und die leicht verfeindete andere Fakultät bereits verkündet haben, dass sie nicht durch das Nadelöhr des Kamels, halt, der Himmelspforte passen. Für die, so Ihre Aussage, sei ein Plätzchen zwei Etagen tiefer in leicht überhitzter Gegend bei dem Herrn mit Pferdefuß und den Hörnern eingeplant. Die Herrschaften, die bereits wissen, dass dort ihr zukünftiges Domizil sein wird, sind an ständiger Hitze nicht so sonderlich interessiert und möchten lieber weiterhin zwischen den Bahamas und Davos hin und her jetten, je nachdem, ob sie Abkühlung oder Aufwärmung benötigen. Da diese Herrschaften rechtzeitig gegierigstert haben, sind die Kosten einer Regenerationsmedizin für sie auch und besonders im Alter erschwinglich. Gelackmeiert ist doch dann lediglich der Herr mit den Hörnern und dem Pferdefuß, dem für seine Heizorgien das Personal ausgeht.

Auch die Frage der Reproduktionsmedizin ist doch eine logische Folge der Entwicklung. Flaschenkinder gibt es doch schon, seit die Frau entdeckt hat, dass sie Anspruch auf Selbstfindung hat und diese vor allem in den Chefetagen und der Politik zu finden hofft. Ein Reagenzglas ist doch auch eine Art Mini-Flasche und weil diese Damen bei ihrer Selbstfindung immer öfter auf eine andere Selbstfinderin treffen, mit der sie gemeinsam selbstfinden wollen (siehe Anne Will, (aber was?)), muss die Männerwelt wieder mehr zur Handarbeit zurückfinden und da kommt die Miniflasche ins Spiel, aufbewahrt in Banken natürlich, bis eine Selbstfinderin sich gefunden hat und ein Mini-Fläschchen kauft. Ist da eigentlich Pfand drauf?

Doch das, Herr Huber, ist ja nicht ihre einzige Sorge, wie ich in den Yahoo-Nachrichten lesen konnte. Sie möchten die Feiertage erhalten. Aus Ihrer Sicht verständlich, sind doch zumindest an diesen Tagen die Bänke noch halbwegs besetzt und sie müssen nicht predigen, wenn dort nur einer sitzt, der reingekommen ist, weil es dort wärmer als draußen ist.

Mehr Geld für Arbeitnehmer
Der zweite Huber, der, der in die Fußstapfen von Häuptling Silberlocke getreten ist, fordert mehr Geld für Arbeitnehmer. Das freut natürlich, obwohl ....

Nun, wir alle wissen, dass die Bajuwaren Schlitzohren sind. Zählt Huber auch dazu? Dann könnte er natürlich zu der Erkenntnis gelangt sein, dass Arbeitnehmer ja eigentlich die Unternehmer sind, weil die die Arbeit nehmen. Demnach wären Arbeitgeber die, die Arbeit geben, also statt zwischen den Bahamas und Davos hin und her zu jetten, Dinge zusammenbasteln, die den Jettenden das Jetten ermöglichen, um dafür wenigstens so viel Kohle zu bekommen, dass sie ein wenig zu beißen haben, damit ihr Verdauungstrakt nicht auch noch arbeitslos wird. Es wäre eigentlich ohnehin Zeit, hier eine Sprachanpassung vorzunehmen. Ich schlage vor, wir nennen sie künftig Arbeithaber. Das unterscheidet sie von Arbeitslosen, die ja nur lose arbeiten, mal im Ein Euro Job, mal im unbezahlten Praktikum, und wenn man der Presse glauben darf, manchmal auch schwarz, aber das ist verboten. Krumm arbeiten, das ist erlaubt und umsonst arbeiten schon fast eine heilige Pflicht. Umsonst arbeiten, das ist es, was demnächst die Völker Europas verbinden wird.

Doch zurück zu Huber, dem Bajuwaren. Er muss irgendwo gelesen oder gehört haben, dass es zwischen dem nachlassenden Konsum und zu niedrigem bis gar keinem Lohn einen Zusammenhang gibt. Aber lesen, bzw. hören und verstehen, das sind doch zwei Paar Schuhe. Deshalb will er das Problem über die Steuern regeln. Steuern, das ist der Lohn, den andere ausgeben dürfen. So ganz begriffen hat er wohl noch nicht, dass die von ihm so erfreut verkündeten neuen Arbeitsplätze und Zeitarbeitsverträge in einem Bereich liegen, in der eine Senkung der Progression oder eine Anhebung des Grundfreibetrages zwecklos ist, weil das Einkommen ohnehin darunter liegt. Für die ist dann auch die Pendlerpauschale sehr nützlich, denn steuerlich absetzbare 30 Cent pro gefahrenem Kilometer von 0,00 Steuern ergibt 0,00 Steuererstattung. Das wiederum ist für den Staat gerade noch verkraftbar.

Huber, der bajuwarische, findet auch, dass die Anpassung der Rentenformel zwar problematisch, aber notwendig ist. Schließlich sollen die Rentner ja teilhaben am Leben und das bedeutet, dass sie zumindest in der Lage sein müssen, die GEZ-Gebühren zu zahlen. Deshalb wurde ja bereits eine mögliche Rentenanpassung von echten 1,1% vorsichtig angedeutet. Das macht bei einem Durchschnittsrentner so ca. 6 bis 8 im Monat aus und davon sollte er die GEZ schon zahlen können. Wegen dem Brot, dass von 3,99 auf 4,65 angestiegen ist (am Ostersamstag festgestellt), muss sich der Rentner schon an den Bäcker wenden, oder Altbackenes kaufen, das in der Regel billiger ist. Nicht mehr beißen können? Das ist doch nur eine Ausrede und kann ja nicht das Problem sein, da nimmt man die Zähne raus und kaut vor.

Natürlich haben die Vorschläge von Huber, dem Bajuwaren, nichts mit den in Bayern anstehenden Wahlen zu tun. Wer so etwas behauptet, ist ein Verleumder, ein elendiger und ein Saupreiß noch dazu. Nein. es ist das soziale Gewissen, zwar noch angestaubt, weil es so lange auf der Hutablage rumgelegen hat, aber für ein Interview mit der WELT holt man es doch mal wieder hervor.

Aber vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken über die Gedanken von Herrn Huber, dem bajuwarischen. Vielleich liest er ja nur von einem Zettel vor, was man ihm als Antworten aufgeschrieben hat, auf die bereits vorbereiteten Fragen?

Papst fordert Frieden für den Nahen Osten und Tibet

Ja, da haben wir ja noch einen Bajuwaren, den Ratzinger, der vorsichtshalber den Namen gewechselt hat und sich nun Benedikt XVI. nennt. Klingt ja auch feudaler, an eine Zeit erinnernd, als man noch etwas zu sagen hatte. Ach, waren das noch Zeiten, so bei Innozenz VIII, als die Inquisition noch richtig funktionierte. Dann würde ich vermutlich auf der Streckbank landen und wohl nicht nur ein langes Gesicht machen. Aber diese glorreichen Zeiten sind vorrübergehend vorbei. Heute ist Fairness gefragt Benedikt XVI ist fair. In seinem Segen für Stadt- und Erdkreis betet er für den Frieden in Tibet, im nahen Osten, in Somalia usw. Eigentlich sollte er doch froh sein, dass sich die Konkurrenten gegenseitig die Köpfe einschlagen, aber nein, er bleibt fair und betet, sie möchten doch damit aufhören. Andererseits ....
Er ist schließlich Bajuware und wir wissen ja, das sind Schlitzohren. Er kann sich ja denken, dass die nicht auf ihn hören und da macht sich das dann ja recht gut in seiner Osterpredigt. Doch solche Überlegungen sind natürlich nur meine privaten Gedanken und ich nehme sie hiermit zurück, wenigstens nach außen.

Welche Pille für welchen Mann?
Ich wende mich jetzt aber doch lieber den wichtigen Dingen zu. welche Pille schmeiß' ich denn heute rein? Hat es überhaupt einen Zweck? Was, wenn die Damen gerade mit Selbstfindung beschäftigt sind? Ich weiß, was ich mache! Ich gehe selbst auf Selbstfindung und fange sofort mit dem Suchen an. Deshalb:
Tschüss!

PS: Eine Osterboshaft muss ich auch noch loslassen, an die Eliten, an die Politik, und die Kirchen. Sie besteht aus zwei Worten:
"Werdet ehrlich!"