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Erstelldatum: 19.03.2007

Iran

Der Iran bedroht die USA. Das ist klar ersichtlich und um der Bedrohung Herr zu werden, müssen in Osteuropa noch Raketenabwehrstellungen montiert werden. Die Bedrohung durch den Iran verursacht dem friedliebenden Präsidenten des bedrohten Landes natürlich Blähungen. Gelegentlich verlässt einer der Winde seinen Body und schon nimmt des Präsidenten liebste Schnüffeltante A. M. Witterung auf, sagt in der EU und bei der NATO, was der Iran gefälligst sein zu lassen hat, sagt den Polen, dass es nicht ihre Sache wäre, über die Abwehrstellungen zu entscheiden, kurz, sie macht Weibchen (Männchen machen geht ja nicht).

Aber da gibt es ja noch den bösen Putin, dem diese Abwehrstellungen in Osteuropa gar nicht gefallen. Da hat er es sogar gewagt, den friedliebendsten Präsidenten der Welt, den Mann, der noch heiliger ist als der Pabst, George W. Bush, zu beleidigen und ihm zu vorzuwerfen, er sei ein Kriegstreiber (hier die Rede). So zumindest hörte es sich in der Presse an. Ich finde, das geht zu weit. Die Sicherheitskonferenz, auf welcher Putin diese Rede gehalten hat, ist schließlich eine politische Veranstaltung und es werden alle politischen Regeln unterminiert, wenn jemand davon abweicht und die Wahrheit sagt.

Herr Steinmeier, der Außenfriedensengel der BRD, hat sanft den Finger erhoben und warnt vor einem "neuen kalten Krieg". Als Plattform für Gespräche zwischen Russland und den USA zur Stationierung der Abwehrwaffen in Polen und Tschechien schlägt er die Außenstelle der USA, die NATO vor. Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Präzision unser Herr Außenminister in bestimmten Dingen auf Naivität umschalten kann. Ob er vorher St. George (W. Bush) angerufen hat, ihm sein Vorhaben mitgeteilt und ihn gebeten hat, seine Worte nicht ernst zu nehmen?

Ich denke, jetzt sollte ich langsam ernsthaft werden. Die Bedrohung der USA durch den Iran ist eine reine Farce. Sie ist ein Vorwand und man muss sich langsam fragen, warum die USA nicht nur den Iran mit ihren "Abwehrstellungen eingekreist haben, sondern auch Russland in immer stärkerem Maße einkreisen." Raketenabwehrstellung hört sich so sehr nach Verteidigung an. Aber jede Raketenabschussvorrichtung kann auch sehr effizient als Angriffsstellung verwendet werden. Die Möglichkeiten des Iran, die USA anzugreifen, sind gleich Null. Die Flugzeugträger im persischen Golf sprechen zudem eine deutliche Sprache. Einer solchen Konzentration folgt in der Regel immer ein militärischer Angriff.

Ich kenne bisher nur zwei Länder, denen ich die Skrupellosigkeit zutraue, ihre Dominanz mit Kernwaffen auch durch deren Einsatz zu untermauern. Diese Länder sind die USA und Israel. Um es deutlich zu machen, ich spreche nicht von der Bevölkerung dieser Länder, sondern von deren Regierungen und Geheimdiensten. Die Bevölkerungen werden mit Falschmeldungen auf die folgenden Ereignisse eingestimmt, während die aggressiven Aktionen, mit welchen die derzeitigen Krisenherde im Nahen Osten aufrechterhalten werden, vielleicht in 50 Jahren mal bekannt werden. Während Friedensdemonstrationen in den USA den Rückzug der Truppen fordern, schickt Bush neue Truppen hin. Sein Ziel, den Iran anzugreifen, verfolgt er beharrlich weiter. Ob ihn die Demokraten daran hindern werden, ist mehr als fraglich, denn sie vertreten die gleiche Klientel. Nicht etwa das Volk, sondern ausschließlich die Hochfinanz. Auch die Demokraten arbeiten auf eine "monopolare Weltordnung" hin, wie es Putin in seiner Rede so treffend formulierte. Es würde mich nicht verwundern, wenn ein Teil der Anschläge im Irak, durchgeführt mit Autobomben, von "Terroristen mit amerikanischem Pass (CIA)" durchgeführt wurden, um die schwelenden Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten am Leben zu erhalten. Ein Krisenherd Irak bietet Bush schließlich die Möglichkeit, die Iraner dafür verantwortlich zu machen. Mit einer ähnlichen Vorgehensweise hat die CIA in Verbindung mit anderen Europäischen Geheimdiensten im letzten Jahrhundert schließlich gegen die "Roten" agiert (Gladio). Wohlverstanden, mit Wissen der Regierungen, einschließlich der deutschen. Und aus Erfahrung klug geworden ist noch kein politisches Regime. Das beweisen die Anstrengungen unserer Regierung, in den USA-Konflikten eine (dominierende) Rolle zu übernehmen.

Möglicherweise ist Bush von seinem Vorhaben gegen den Iran aber derzeit abgelenkt. Er hat nämlich einen neuen Staat in die "Achse des Bösen" aufgenommen. Venezuela! Die Berliner Umschau hat zu diesem Thema einen interessanten Beitrag veröffentlicht. Ich sehe keinen Grund, an dem Wahrheitsgehalt dieses Artikels zu zweifeln, denn einige Fakten sind erwiesen. So ist erwiesen, dass die CIA zur Finanzierung von illegalen Aktivitäten, für die nicht einmal der Kongress die Gelder bewilligen würde, sich sehr aktiv am Drogenschmuggel von Peru und Kolumbien in die USA beteiligt. Fakt ist auch, dass Venezuela einer der führenden Erdöllieferanten ist. Schlimm dabei ist, dass der derzeitige Präsident von Venezuela, Chavez, derzeit dabei ist, die Ölquellen Venezuelas zu verstaatlichen. Davon in besonderem Maße ist die Exxon Mobil betroffen, die zwar offiziell der Verstaatlichung zustimmte, sich aber mutmaßlich an George wendete, mit der Forderung, etwas zu tun. Das Bush bei der Erfindung von (selbst den unsinnigsten) Argumenten, maßgeblich unterstützt von Condoleezza Rice, eine Spitzenposition im Weltweiten Politikgeschwafel ist, ist nicht unbekannt.

Wäre es nicht so tragisch, müsste man sagen, es ist eine spannende Frage, wie Bush weiter vorgeht. Krieg gegen den Iran? Darauf deutet vieles hin. Oder doch vielleicht erst gegen Venezuela? Kann sein, dass man das der CIA überlässt, wie seinerzeit in Argentinien (Contra Affäre). Oder gegen beide? Bush ist alles zuzutrauen. Wenn man der arabischen Webseite Aljazeera.com aus den vereinigten Arabischen Emiraten glauben darf, hat der Irak-Krieg inzwischen mehr als 1 Million Opfer gekostet (einschließlich der als Terrorismus bezeichneten Vorgänge). Doch auch, wenn es weniger sind, glaube ich, dass die Mehrzahl der Iraker sich die Tage unter Hussein zurück wünscht, denn damals war ihr Konsum wegen des von der UN im Auftrag der USA verhängten Embargos zwar eingeschränkt, aber wenn sie auf die Straße gingen, konnten sie viel sicherer als heute damit rechnen, auch wieder nach Hause zu kommen. Die "Befreiung" von der Diktatur hat Ihnen den Terrorismus und das Entsetzen gebracht. Ihre "Freiheit" ist heute eingeschränkter, als sie es unter Hussein jemals war.