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Erstelldatum: 21.04.2009

Monsanto, MON810 und die CSU

Wenige Tage ist es her, da hat Ilse Aigner, stellvertretende Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und Beisitzerin im Fraktionsvorstand der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und die Nachfolgerin von Seehofer als Landwirtschaftsministerin, den Anbau von Genmais der Sorte MON810 verboten. Seehofer und Söder, also der Ministerpräsident und der Umweltminister von Bayern jubeln, die CDU hingegen, vor allem die Wissenschaftsministerin Schavan maulen. Die Presse weiß dann zu berichten, in der Union sei ein heftiger Streit um die Frage der Gentechnik entbrannt. Mir kommt das ein wenig wie verbales Wrestling vor, schließlich ist Wahlkampf.

Doch ein Blick zurück sollte ein wenig Aufklärung bringen. 2006 habe ich an den damaligen Landwirtschaftminister Seehofer geschrieben, der gerade dem Anbau von drei Sorten von genmanipuliertem Mais seinen Segen gegeben hatte (Schreiben an Seehofer). Entgegen sonstiger politischer Gepflogenheit, Schreiben aus der Bevölkerung einfach zu ignorieren, habe ich sogar eine Antwort bekommen (Antwort des Landwirtschaftsministeriums). Was also bewirkt den plötzlichen Sinneswandel von Herrn Seehofer? Nun, da ist die Europawahl. Die Wahl zum bayrischen Landtag hat gezeigt, dass zahllose Landwirte sich von der CSU abgewendet und die freien Wähler gewählt haben. Weil die Wahlen zum Europaparlament in der Regel eine miserable Wahlbeteiligung aufweisen, die Landwirtschaft aber zu den Gruppierungen gehört, die speziell bei Europawahlen zu den größten aktiven Wählergruppen gehören, weil der Einfluss der EU auf die Landwirtschaft heutzutage weitaus größer ist, als der jeder deutschen Regierung, muss die CSU befürchten, dass sie an der 5%-Hürde bei den nächsten EU-Wahlen scheitert. Also erfolgt eine Wendung der politischen Ansicht um 180°, um die Landwirte wieder als Wähler einzufangen. Völlig zu Recht spricht die Wissenschaftsministerin, Anette Schavan, von einer politischen Entscheidung zugunsten der CSU. Auch Ilse Aigner schien sich nicht wirklich wohl zu fühlen, als sie ihre Entscheidung verkündet hatte. Geradezu fasziniert bin ich allerdings dann immer von der Wissenschaftsministerin Schavan. Gleichgültig, worüber sie sich äußert, über eine frohe Botschaft, eine ernste Angelegenheit oder ein Ärgernis, ihr Gesichtsausdruck ist immer gleich. Ich würde ihn so bezeichnen: "Mein Gott, bin ich gut und wichtig".

Beinahe zeitgleich protestierten Landwirte gegen die Patentierung von Schweinegenen vor dem Patentamt der EU in München, das derzeit über den Antrag des US-Konzerns Monsanto zur Patentierung dieser Gene zu befinden hat. Was es damit auf sich hat, zeigt eine Video-Dokumentation des WDR unter dem Titel "Arme Sau".

Das Verbot von Ilse Aigner war wohl der Anlass, dass sich die Zeitschrift die WELT (Springer-Verlag) bemüßigt fühlte, unter dem Titel Zehn populäre Irrtümer über die Gentechnik ein wenig Werbung für die Gentechnik zu veranstalten. Diese Aussagen stehen in krassem Widerspruch zu den Aussagen der zuvor genannten WDR-Doku. Die in Punkt 10 genannte Variante, dass sich die Regierungen und Bauern wehren würden, wenn die Anforderungen von Monsanto zu groß würden, ist eindeutig widerlegbar. Der Widerstand in den USA und in Kanada gegen die Gentechnik durch die Bauern ist weitaus größer, als es publiziert wird. Aber Monsanto hat die politischen und behördlichen Gremien der USA, Kanadas und Mexikos längst unterwandert und aus meiner Sicht auch in der EU nicht nur seine Lobbyisten sitzen. Erschreckend finde ich viele Kommentare der Leser in der WELT zu dem Artikel. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass keiner der Kommentatoren (mich eingeschlossen) wirklich ermessen kann, welche Gefahren die Genmanipulation birgt oder möglicherweise auch nicht birgt.

Es ist ein alter Hut, dass es meist Jahre bis Jahrzehnte dauert, bis Gefahren aus der Verwendung zuvor frenetisch gefeierter Produkte endlich zu Einschränkungen der Verwendung oder zu Verboten führen. Dass Nebenwirkungen mitunter erst nach sehr langer Zeit erkannt werden, beweist eigentlich die Verwendung von Asbest. Hier dauerte es mehr als 2.000 Jahre, bis man erkannte, dass der feuerhemmenden Wirkung der Nachteil der Auslösung von Asbestose entgegensteht. Bereits 1900 wurde die Asbestose diagnostiziert, 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastungen als Berufskrankheit anerkannt und seit 1970 wird die Asbestfaser offiziell als krebserzeugend bewertet. 1979 wurde das erste Asbestprodukt, das Spritzasbest, in Westdeutschland verboten. Es folgten weitere Einschränkungen, bis 1990 in der Schweiz und Österreich beziehungsweise 1993 in Deutschland die Herstellung und Verwendung von Asbest gänzlich verboten wurde. Seit 2005 gibt es ein EU-weites Verbot, das auch das Verschenken von asbesthaltigen Gegenständen einschließt. Man sieht, es kann schon ein wenig dauern, bis Folgen und Nebenwirkungen endlich zu einem Verbot führen. Asbest ist nicht das einzige Beispiel.

Betrachtet man mögliche Nebenwirkungen der Gentechnik, kann aus meiner Sicht niemand, einschließlich der gesamten Wissenschaft wirklich beurteilen, was passieren kann. Ein fremdes Gen, in eine Pflanze, ein Tier oder in einen Menschen implantiert, muss zwangsweise zu einem neuen Aufbau der Genstruktur des entsprechenden Lebewesens (auch Pflanzen sind Lebewesen) führen. Intern, also im Körper führt das u. U. zur Bildung neuer Eiweiße, kann hormonelle Folgen mit sich bringen und kann dabei sowohl Nebenwirkungen zeitigen, deren Auswirkungen mehr oder weniger katastrophal sind, aber Nebenwirkungen können auch ausbleiben. Ob und wann evtl. Nebenwirkungen auftreten, ist nicht vorhersehbar, denn dafür sind die genetischen Zusammenhänge der DNA noch viel zu wenig bekannt.

Es gibt aber auch mögliche Nebenwirkungen externer Art. Die Natur passt ihre Kreaturen an veränderte Bedingungen an. Beweis sind beispielsweise Resistenzen von Bakterien und Insekten gegen medizinische Entwicklungen (bspw. Penicillin und Antibiotika) oder Resistenzen von Insekten gegen toxische Angriffe. Wer glaubt ernsthaft, dass die bekämpften Insekten, wie z. B. der Maiszünzler, sich nicht an die geänderten Gegebenheiten anpassen. Alles nur eine Frage der Zeit.

Das alles sind natürlich Spekulationen (zumindest von meiner Seite). Dennoch behaupte ich, dass es einen 100-prozentigen Grund gibt, die Genmanipulation durch die Pharmakonzerne zu fürchten. Sie beanspruchen Patente auf das Leben. Sie haben es nicht entwickelt, aber das stört sie nicht und sie werden von der Politik der USA, Kanadas, Mexikos und der EU unterstützt. Werden ihnen die Patente erteilt, können sie jedermann gerichtlich belangen, der nicht nachweisen kann, dass genetische Eigenschaften von Pflanze und Tier nicht durch die Verwendung ihrer Produkte entstanden sind. Damit bekommen sie eine sich stetig erweiternde Macht über die gesamte Nahrungsmittelversorgung, so wie sie Kissinger bereits 1973 in seinem Strategiepapier NSSM200 angedacht hat. Dazu ein kleiner Rückblick auf einen dieser Konzerne.

Der Name Monsanto ist sicherlich nicht ein Firmenname, den man zu den seriösen Unternehmen zählen möchte. Nun gibt es Behauptungen, dass Monsanto Rockefeller gehört. Aber stimmt das auch? Ich habe dann gesucht und bin schließlich fündig geworden.
Das Unternehmen wurde 1901 von John Francis Queeny gegründet. Ziel war die Herstellung von Produkten für die Pharmaindustrie und die Nahrungsmittelindustrie. Der Name ist eine Ableitung des Mädchennamens seiner Frau, geborene Olga Mendez Monsanto.
Die ersten hergestellten Produkte sind Sacharin, Koffein und Vanillin. Monsanto expandierte schnell, verschuldete sich während des ersten Weltkriegs aber sehr stark, weil die europäischen Quellen und Abnehmer für die verwendeten Rohstoffe und die hergestellten Produkte versiegten und damit ein Einbruch der Geschäftserfolge zu verzeichnen war.

1923 war Monsanto eigentlich pleite, konnte den Betrieb aber aufrecht erhalten, weil die damals größte Bank der Welt das Unternehmen stützte unter einer Bedingung. Das liest sich so:

  • 1923 Als Folge der Nachkriegsrezession und der drückenden Schulden, die aufgenommen wurden, um die Expansion des Unternehmens sowie Akquisitionen während der Kriegszeit zu finanzieren, kommt es zu einer Finanzkrise. Die National City Bank in New York, der größte Geldgeber des Unternehmens, besteht darauf, an Stelle von DuBois einen eigenen Vertreter als Präsidenten einzusetzen. Der Vorsitzende Queeny übernimmt im folgenden Jahr die Präsidentschaft.

Einer der Hauptaktionäre der National City Bank (heute Citi-Group, immer noch die größte Bank) war William Rockefeller, der Bruder von J. D. Rockefeller. Ein anderer Hauptaktionär, James Stillman, war mit William Rockefeller auf mannigfaltige Weise verwandt und verschwägert. Stillman war von 1891 bis 1909 Vorsitzender der National City Bank, wurde von Frank Vanderlip 1909 als Präsident abgelöst und übernahm stattdessen den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden (bis 1918). William Rockefeller hatte über einen langen Zeitraum teilweise die Geschäfte der Standard Oil von J. D. Rockefeller betrieben, nach der Zerschlagung der Standard Oil 1911 hat William Rockefeller seinem Bruder seine restlichen Standard Oil Aktien verkauft und sich (neben anderen Geschäften) auf das Bankgeschäft der National City Bank konzentriert, die er mit Stillman kontrollierte. Die National City-Bank war auch die erste der FED-Banken. Die Stillmans stellten immer wieder den Präsidenten der Bank. Außerdem war es diese Bank, die in der Zeit von 1933 bis 1945 die Geschäfte der Standard Oil und von Ford mit den Nazis abwickelte.

Nachdem Rockefeller-Stillman den Fuß in der Türe bei Monsanto hatten, folgte das für die Rockefellers typische Monopoly-Spiel in Form von Beteiligungen und Aufkäufen. Dabei unterstelle ich einfach, dass die Rockefellers, einmal den Fuß in der Türe, nach und nach die Majorität der Fa. Monsanto an sich gerissen haben. Dazu passen die Aktivitäten der Rockefeller Fundation, sich in der Dritten Welt stark für den Anbau von Genmanipuliertem Saatgut einzusetzen und Afrikaner zu Biotechnikern auszubilden (wenn diese schön brav sind). Für die Afrikaner ein Desaster, werden damit doch die ursprünglich kleinbäuerlichen Strukturen zerschlagen, um Monokulturen anzubauen, für den Export, nicht für den Eigenbedarf und sie werden damit abhängig von Monsanto (und damit abhängig von den Rockefellers?) für die Saatgutbeschaffung, ganz im Sinne von NSSM 200. Die Machenschaften von Monsanto, aber auch die Machenschaften der WTO, der Weltbank und der US-Regierung im Zusammenhang mit dem Zwang zum Anbau von genverändertem und patentiertem Saatgut kann man in dieser Studie von Greenpeace nachlesen. Eine enge Zusammenarbeit von Monsanto mit Cargill scheint ebenfalls zu existieren. Für solche Zusammenarbeit hat Monsanto das "Monsanto Grower Advisory Council" gegründet. Auch Cargill hat einen ähnlichen Ruf wie Monsanto.

Es gibt noch einen weiteren Bericht des Journalisten F. William Engdahl über die Errichtung einer Saatgutbank in Spitzbergen (Norwegen) durch Bill Gates, zusammen mit der Rockefeller -Stiftung, der Monsanto Corporation, der Syngenta-Stiftung und der norwegischen Regierung, um nur einige zu nennen, in ein Unternehmen, das als „Tresor des jüngsten Gerichts“ bezeichnen wird. In der offiziellen Sprachregelung heißt es „Svalbard globaler Saatgut-Tresor auf der norwegischen Insel Spitzbergen, Teil der Svalbard-Insel-Gruppe“.

Hier könnte man wie folgt spekulieren:

Monsanto und andere überziehen die Welt mit genmanipulierten Pflanzen. dazu wird das Saatgut in absehbarer Zeit mit dem Terminator-Gen ausgestattet, kann also nicht mehr für Aussaaten verwendet werden. Man muss bei Monsanto das Saatgut kaufen. In einigen Fällen wurde bereits nachgewiesen, dass sich durch die Verfütterung genmanipulierten Futters bei Versuchstieren Krankheiten bildeten. Da die Verbreitung dieser manipulierten Pflanzen mit massivem Druck von Regierungen, allen voran den USA, Mexiko und Kanada, zusätzlich mit Druck durch die WTO, den IWF und die Weltbank weltweit vorangetrieben wird (inzwischen auch in Europa), kann erwartet werden, dass in absehbarer Zeit Weizen, Reis, Mais, Raps und Soja nur noch mit genmanipulierter Herkunft zu erhalten ist. Durch die Patente und Lizenzbedingungen wäre dann dieser Anbau in totaler Abhängigkeit von der Fa. Monsanto und den wenigen anderen Pharma-Riesen, die sich damit nicht nur eine goldene Nase verdienen, sondern ein ungeahntes Machtmonopol erhalten. Sie kontrollieren dann die Produktion der Grundnahrungsmittel und wer nicht zahlen kann, verhungert eben. Damit wäre der Traum von Kissinger in seinem Papier NSSM 200 erfüllt. 3 bis 5 Konzerne bestimmen, wer leben darf und wer nicht. Die daraus entstehenden Aufruhre werden mit massiver Waffengewalt beendet und die Vision aus der Verschwörungstheorie (VT, z. B. über die amerikanischen Stonehenge) wäre schnell und effizient erreichbar. Mit eingebauten Toxoiden könnte der Vorgang noch weiter beschleunigt werden. Damit ließe sich das in die Steine der US-Stonehenge gemeißelte Ziel der optimalen Anzahl Menschen auf diesem Planeten relativ schnell erreichen. Dann wäre die Zeit gekommen, aus den Saatgutbanken das konventionelle Saatgut wieder zu entnehmen und anzupflanzen, also künftig auf die Genmanipulation verzichten. So zumindest spiegeln sich die Ereignisse in verschiedenen Verschwörungstheorien wieder.

Zu jeder Zeit werden wir mit der Meldung vom Hunger in der Welt konfrontiert und diverse Organisationen rufen wie immer zu Spenden auf. Unternehmen werben damit, dass, wenn man ihre Produkte kauft, damit eine Spende zum Erhalt des Regenwalds verbunden ist, der WWF (World Wide Fund For Nature) wirbt für Patenschaften, um bedrohte Tierarten der Regenwälder dieses Planeten zu schützen und wir folgen zum Teil diesen Aufrufen und kaufen uns damit ein Stück gutes Gewissen. Aber die Spenden haben die gleiche Wirkung, wie ein Fingerhut voll Wasser, den man einem Verdurstenden mitten in der Wüste gibt, nämlich keine. Nicht Spenden können helfen, sondern einzig und alleine, wenn man den gewissenlosen Firmen einen Riegel vorschiebt. Das wäre die Aufgabe eines jeden Staates und sollte eine unserer Forderungen an unsere Politiker sein. Aber die Politik hat ihre Seele an den Teufel verkauft. Damit muss niemand in die Gefilde religiös-mystischer Verklärungen steigen, denn Teufel gibt es auf dieser Welt zuhauf, in absolut menschlicher Gestalt. Teufel, die mit süßlichen Worten sich selbst und ihre philanthropische Ader zu preisen wissen, in glanzvollen Villen leben und von dort aus Imperien dirigieren und sich gewissenloser Helfershelfer bedienen, für die es kein Mittel gibt, dass sie nicht anwenden würden, um ihre schizophrenen Machtvorstellungen und -Gelüste zu befriedigen. Sie sind es, die für die permanente Verschmutzung der Umwelt, für Kriege, für den Hunger in der Welt, für den Raubbau an den Ressourcen und vieles mehr die Verantwortung tragen. Sie sind es, die das Paradies (die Erde) in eine Hölle verwandeln. Würde man ihnen das Handwerk legen, könnte Frieden und Wohlstand für alle einkehren. Aber dazu müsste man zunächst eruieren, wer wirklich hinter allem steckt, nicht über Verschwörungstheorien, die als Verursacher Aliens oder Geheimbünde wie die Illuminaten benennen sondern indem man untersucht, welche Unternehmen und welche Banken in welchen Verzweigungen wem gehören.

Nun können Sie mir vorwerfen, dieser Beitrag sei eine Verschwörungstheorie. So kann man es sehen, aber eine andere Betrachtungsweise wäre vielleicht sinnvoller. Was macht ein Staatsanwalt, der seinen Beruf ernst nimmt, nicht gekauft ist und mit der Verfolgung einer vermuteten kriminellen Handlung beginnt? Er sammelt zusammen mit der Kripo zunächst die vorhandenen Fakten, sucht nach Zusammenhängen, welche die weitere Verfolgung der Spur ermöglichen und die zunächst rein hypothetische Spekulation erhärten. So trägt er Steinchen für Steinchen zusammen, verbindet sie mit kriminaltechnischer Logik, bewertet rein intuitiv belastendes und entlastendes Material und formuliert aus diesem Mosaik seine Anklage, wenn er glaubt, genügend Beweismaterial zu haben. Ob seine Anklage dann gerichtlich zum Erfolg führt, kann er zum Zeitpunkt der Anklageerhebung aufgrund der Faktenlage nur mutmaßen. Natürlich, je dichter die Beweiskette, umso wahrscheinlicher der Erfolg einer Verurteilung auf der Basis seiner Anklage. Aber im eigentlichen Verfahren werden Gegenpositionen zur Sprache kommen, entlastendes Material, welches er u. U. auch gefunden, aber in seine Anklage natürlich nicht eingebunden hat, weil seine Aufgabe die Anklage und nicht die Entlastung ist. Entlastendes Material dient ihm nur dazu, als Gewichtung für eine mögliche Einstellung eines Verfahrens zu dienen. Die letztendliche Entscheidung treffen die Richter in Abwägung des pro und contra.

So sollten Sie meinen Beitrag sehen. Eine Anklage, basierend auf vielen überprüfbaren Fakten, verknüpft mit den Gesetzen der Logik. Sie als Leser sind der Richter, der nun entscheiden muss, ob meine Aussagen und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen für eine "Verurteilung" (konkret Ihre persönliche Einschätzung) ausreichen, oder nicht. Dazu gehört natürlich auch Ihre persönliche Einstellung und Ihre persönliches Verhältnis zur üblichen Informationsbasis, also Presse und TV.

Jeder kennt, zumindest aus Filmen, die Praktiken der Mafia bei Schutzgelderpressung. Ein Gangster erscheint in Ihrem Laden, spricht von der Gefährdungslage für Ihren Laden und bietet Ihnen an, gegen Entrichtung einer regelmäßig zu zahlenden Gebühr Ihren Laden zu beschützen. Weigern Sie sich, kommen andere Gangster der gleichen Organisation und machen aus Ihrem Laden Kleinholz. Nicht einmal, sondern immer wieder, bis Sie zahlen. Erinnert Sie das nicht an die Methoden in der Politik, z. B. die Forderungen nach Überwachung? Und was tun die von Ihnen gewählten Politiker gegen Konzerne wie Unilever (verantwortlich für die Abholzung von Regenwäldern, um Monokulturen zur Gewinnung von Palmöl aufzubauen), von Nestle (verantwortlich für die Kindersklaverei auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste und für international geächtete Vermarktung von Babynahrung und Verwendung gentechnisch veränderter Bestandteile in den Produkten), Exxon Mobil (Esso und Mobil, früher mal Standard Oil, finanziert Bürgerkriege und Waffenhandel, agiert mit Lobbyisten gegen Klimaschutzmaßnahmen), um nur drei dieser völlig undurchsichtigen multinationalen Konzerne zu nennen. Diese Konzerne sind wie die Hydra der Antike. Schlägt man ihnen einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach. Ob es uns gefällt oder nicht, wir sind das Blut dieser Monster, denn wir ernähren sie, kaufen einerseits gedankenlos ihre Produkte und ereifern uns andererseits über Geschäftspraktiken.