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Erstelldatum:28.01.2017

Politische Wechsel

Ich habe erleichtert aufgeatmet, als klar wurde, dass die Clinton es nicht geschafft hat, denn damit war ein 3. Weltkrieg zunächst einmal abgewendet. Nun wird man mir entgegenhalten, das sei Blödsinn, aber die Haltung der Clinton und auch ihre Bereitschaft, gegen Russland militärisch vorzugehen, waren eindeutig und ihre Haltung in Libyen unterstreicht das.

Und Trump? Die ganze deutsche Medienlandschaft hatte sich auf ihn eingeschossen, ebenso wie ein großer Teil des US-Presse. Nun muss man festhalten, dass die Systempresse der USA ganz klar in Lager der beiden Parteien gespalten ist, während die deutsche Presse ja unabhängig ist, wie man ja bei jedem deutschen Presseorgan nachlesen kann.

Wenn ich dann aber näher hinschaue, stelle ich fest, dass die deutsche Presse in den Händen von 5 oder 6 Multi-Milliardären ist: Springer, Burda, DuMont, Bertelsmann, Holtzbrinck, WAZ-Gruppe und der SPD im Verbund mit Madsack. Und wenn ich dann darüber nachdenke, dass die Chefredakteure der großen Zeitungen allesamt in transatlantischen Bündnissen verankert sind (Trilaterale Kommission, Council on Foreign Relations mit intensiven Kontakten zum britischen Chatham House und deren europäischen Ablegern, Atlantikbrücke. American Council on Germany, Carnegie Endowment for International Peace und weitere), kommen mir leichte Zweifel an der so gerne in den Vordergrund gestellten Unabhängigkeit.

Ja, und dann wären da noch die Bilderberger und ich war schon ein wenig überrascht, wer alles beim Treffen 2016 an deutschen Teilnehmern eingeladen wurde.

Anders, als die vielfach geäußerte Meinung zu den Bilderbergern, glaube ich nicht, dass diese Treffen der Diskussion über die angedachten Themen dienen, sondern glaube, dass dort eine Aufgabenverteilung stattfindet, Aufgaben, die in anderen Bündnissen bereits ausgearbeitet wurden und nun an die verteilt werden, die zwar das Vorhaben kennen, aber noch nicht die für sie vorgesehene Aufgabe. Im Projektmanagement läuft das ähnlich.

Stelle ich also fest, dass fast die gesamte deutsche Presse einhellig gegen Trump wettert und keine Diffamierung auslässt, beginne ich mich zu fragen, warum sind deutsche Milliardäre so gegen einen US-Milliardär? Nun, in meiner Fantasie stelle ich mir vor, dass man eigentlich weltweit davon ausgegangen ist, dass die Clinton das Rennen souverän gewinnt und dann kommt dieser grobe Klotz daher, und macht dieser Annahme einen Strich nach dem anderen durch die Rechnung, schlimmer noch, er gewinnt sogar und mir ist kein Fall bekannt, in dem ein einmal gewählter Präsident gestürzt worden wäre, ausgenommen, man hat den Sturz mit einer Schusswaffe herbeigeführt.

Obama war ein Präsident, der für seine Friedensbemühungen gleich mit dem Nobelpreis verziert wurde, Friedensbemühungen, die er in seinem Wahlkampf brillant dargestellt hatte. Nun, wie seine Friedenbemühungen aussahen, konnte man nachlesen: Einmal wöchentlich unterschrieb er den von der CIA vorgeschlagenen Mordauftrag, mit dem, koordiniert vom Luftwaffenstützpunkt in Ramstein aus, Drohnen losgeschickt wurden, um in fremden Ländern, mit denen sich die USA nicht im Kriegszustand befand, Terroristen zu eliminieren. Mord war das insofern, weil es ohne Beweise geschah, ohne dass auch nur einer dieser so genannten Terroristen je vor Gericht gestanden und verurteilt worden wäre. Es genügte Obama, dass die CIA behauptete, das sei so, denn die CIA sprach ja immer die Wahrheit, wie man an den Massenvernichtungswaffen im Irak feststellen konnte.

Wer sich mit der versprochenen und auch eingeführten Krankenversicherung, genannt Obamacare, mal ein wenig befasst hat, konnte feststellen, dass es keinesfalls das Gelbe vom Ei war. Das US-Gesundheitssystem ist nicht vergleichbar mit dem deutschen und auch die Einstellung der Amerikaner dazu ist eine andere als hier.

Trump hat nun dieses System gestrichen. Das hatte er aber auch im Wahlkampf angekündigt, so wie auch den Ausstieg aus dem Freihandelsabkommen TPP, den er ebenfalls bereits vorgenommen hat.

So etwas ist uns Deutschen nicht begreiflich zu machen. Da verspricht jemand was im Wahlkampf und kaum hat er gewonnen, macht er, was er versprochen hat. Das tut man doch nicht !!

Um es klar zu sagen. Ich war froh, dass Trump das Rennen gemacht hat und ich bin von vorsichtigem Optimismus erfüllt, dass er wirklich etwas zum Besseren wendet. Die Wahl seiner Kabinettsmitglieder scheint dagegen zu sprechen. Gleich 3 Goldmann-Sachs-Banker im Kabinett!! Aber mal angenommen, er will etwas gegen Goldmann Sachs in die Wege leiten, z. B. den von Bill Clinton gestichenen Glass-Steagall-Act wieder in Kraft zu setzen (der Glass-Steagall-Act war das Verbot der Spekulation von Banken). Damit könnte er z. B. erreichen, dass die Spekulationsblase der Finanzdienstleister platzt, bevor sie erneut weltweite Auswirkungen hat. Sind da nicht ehemalige Führungskräfte von Goldmann Sachs eine ideale Besetzung, denn sie kennen das Geschäft besser als jeder andere?

Kurzum, im Wahlkampf hat Trump jedes Mal für Überraschungen gesorgt und vielleicht passiert das auch (im positiven Sinne) während seiner Amtszeit. Und wenn Trump von und über Arbeiter spricht, ist er jemand, der mehr Ahnung von echter Arbeit hat, als alles, was sich sonst so im politischen Umfeld bewegt. Er hat es in diesem Geschäft mit Höhen und Tiefen weit gebracht und das kann nur funktionieren, wenn man auch eine Draht zu denen hat, die die Arbeit auch ausführen müssen.

Meine Empfehlung: Abwarten und Tee trinken (es kann auch Kaffee sein). Seine Wahl hat aus meiner Sicht den Vorhaben der Bilderberger offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht und alleine das sehe ich schon als Pluspunkt. Die Art, wie Obama in den letzten Tagen seiner Amtszeit nachgetreten hat und wie unsere Presse immer noch nachtritt, erweckt bei mir Hoffnungen. Ob sie wirklich erfüllt werden, ist eine andere Sache, aber die lässt sich heute noch nicht beurteilen. Gebt ihm doch wenigstens die ersten 100 Tage, die übliche Karenzzeit, über seine Politik überhaupt urteilen zu können.

Wie schon so oft, ist die ZEIT das Medium, das weiß, was für die USA schlecht ist und für Europa nun gut wäre. Zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich vom Zeit-Redakteur Theo Sommer, u. a. Mitglied der trilateralen Kommission und zumindest gelegentlicher Bilderberg-Teilnehmer, der ab und wann auch deutschen Volkssport (Steuerhinterziehung) betreibt, aufgeklärt werde(1).

Doch wie schon fast immer, bin ich resistent gegen Aufklärung durch unsere Medien oder durch unsere Politiker. Das liegt wohl daran, dass ich ein vermutlich abartiges Verständnis von Presse und Politik habe. Was ich hier schreibe, ist natürlich meine persönliche Meinung, die man teilen kann, oder auch nicht. Ich möchte Herrn Sommer wie folgt antworten:

Herr Sommer, wir hatten schon mal einen Führer und waren letztendlich froh, als wir von ihm befreit wurden. Sie wollen uns nun eine Führerin aufschwatzen? Nein danke! Deutschland braucht keine "Führer/Innen", sondern Politiker/Innen, die endlich beginnen, eine Politik auszuüben, die der Inschrift auf dem Reichstag-Gebäude Dem Deutschen Volke wieder gerecht wird, Politiker/Innen, die statt nach lukrativen Nebenjobs zu suchen, endlich ihrer Aufgabe nachgehen, für die sie gewählt wurden und auch recht ordentlich bezahlt werden. Wir brauchen Politiker/Innen, die sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen und mit ihren Aussagen zu Trump gleichzeitig Millionen amerikanische Wähler beleidigen, Politiker/Innen und möglichst auch Pressevertreter, die nicht mit aller Gewalt ein neues und gewähltes Staatsoberhaupt zu diffamieren versuchen, weil es nicht der Interessenlage zu entsprechen scheint.

Normales politisches Verhalten zu anderen Staaten nennt man Diplomatie und die sollte geprägt sein von gegenseitigem Respekt und nicht sklavischer Unterordnung unter eine Clique, die ihrem Selbstverständnis nach glaubt, der ganzen Welt vorschreiben zu können, wie sie zu funktionieren hat und natürlich bestimmt diese Clique den Status der Funktionen.

Ich bin auch überzeugt, dass unsere Europäischen Nachbarn inzwischen die Nase voll davon haben, einer "deutschen Führerschaft" zu folgen.

Ich vermute, dass Trump den Bilderbergern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und auch aus Sicht der trilateralen Kommission nicht der Wunschkandidat war, für mich eher ein Grund, ihn zu unterstützen (wenn ich denn könnte). Für Sie, Herr Sommer, als Mitglied bzw. Besucher beider Gruppierungen, vermutlich ein Affront. Ich, Herr Sommer, gehöre noch zu der eher altmodischen Gruppe von Menschen, die die Ansicht vertreten, dass man keine von "Denk-Fabriken" entwickelte und durch Leute wie Sie propagierte Ideen braucht, sondern durch eigenständiges Denken bessere Ergebnisse erzielt.

Nun, auf der ZEIT konnte ich wegen der Beschränkung der Zeichen nur einen Teil dieser (meiner) Aussage unterbringen. Die direkte Aussage über die Mitgliedschaften von Sommer habe ich dabei ausgelassen, denn das hätte mir nur die Löschung meines Beitrags eingetragen. In dieser Hinsicht ist die ZEIT sehr empfindlich. Man darf in den Kommentaren einen gewählten Präsidenten, sei es nun Trump oder Putin, auf das Übelste beschimpfen, aber bitte keine Verbindungen der ZEIT und ihrer Redakteure zu den atlantischen Bündnissen aufzeigen.

Eine aus meiner Sicht interessante und ebenfalls negative Interpretation von Trumps Aktivität konnte ich im Manager-Magazin (mm)(2) nachlesen. Trumps Aussage, dass die Amerikaner amerikanische Produkte einkaufen sollen, interpretiert das mm am Beispiel Walmart auf eine, wie ich finde, recht eigenartige Weise. Es meint, dass die frühzeitige Auslagerung der Einkaufszentrale durch Walmart nach China das Unternehmen stark gemacht hat und schließlich die billigen Produkte ja den Armen zugutekommen. Außerdem würden große Teilmengen der Produktpalette von Walmart gar nicht mehr in den USA produziert. Nun, richtig ist, dass Walmart damit vor allem sehr reich geworden ist. Ich habe mal nach einer Angabe über das Gesamtvermögen der Famile Walton gesucht, denn das Vermögen wird bei Forbes immer auf die einzelnen Mitglieder der Familie Walton verteilt. Bei n-tv wurde ich fündig. Zusammen haben sie ein Vermögen von 145 Milliarden Dollar(3), wohlverstanden, das ist das sichtbare Vermögen und ich gehe davon aus, dass das nicht sichtbare Vermögen vermutlich noch wesentlich größer ist, versteckt weltweit in dubiosen Steuerparadiesen.

Ich gehe auch davon aus, dass die Verlagerung der Einkaufszentrale von Walmart nach China viele Produktionsbetriebe in den Ruin getrieben und damit zahlreiche Menschen ihren Job gekostet hat. Wenn die Waltons also tatsächlich aufgrund von Trumps Aussage, die man als Empfehlung verstehen muss, erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen und als Reaktion darauf wieder mehr auf US-produzierte Produkte umsteigen, könnte die Folge sein, dass dadurch auch wieder Produktionsunternehmen in den USA entstehen. was Arbeitsplätze bedeuten könnte. Es ist ja richtig, dass Unternehmen, die ihre Produktion ins Ausland verlagert haben, dann diese Produkte im Ursprungsland billiger anbieten können. Fakt ist aber auch, dass durch die Verlagerung der Produktion oft massiver Stellenabbau betrieben wird, was in der Folge eine Steigerung der gesellschaftlichen Armut bedeutet. Und welche Exzesse diese Verlagerung zur Billigproduktion inzwischen angenommen haben, wird am Beispiel der Container-Schifffahrt(4) deutlich. Zumindest wird aus meiner Sicht damit kein gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen, sondern es steigen lediglich die Profite einiger weniger Leute. Dieses Vorgehen ist ein nicht unerheblicher Punkt dessen, was man Globalisierung nennt und müsste eigentlich seitens der Grünen, die ja "so umweltbewusst" zu sein vorgeben, als permanenter Kritikpunkt auf der Agenda stehen, denn die tausende Containerschiffe, die täglich rund um die Uhr auf den Weltmeeren schippern, tragen in erheblichem Maße zur Umweltverschmutzung bei. Ich habe allerdings noch nichts dazu bei den Grünen gefunden.

Nun, ich habe den Wahlsieg Trumps herbeigesehnt, denn mit der Clinton wären wir aus meiner Sicht kurzfristig in den 3. Weltkrieg geschlittert. Jetzt hat Trump bereits damit angefangen, das, was er im Wahlkampf versprochen hat, in die Tat umzusetzen. Sein Kabinett wirft natürlich einige Fragen auf, doch man wird in den nächsten Monaten oder zumindest nach den ersten 100 Tagen sehen, wie diese Regierung agieren wird. Ob ich Trump richtig einschätze, wird sich erst noch zeigen müssen, aber noch bin ich da derzeit von vorsichtigem Optimismus erfüllt. Einen ersten Kratzer hat dieser "vorsichtige Optimismus" allerdings bereits bekommen. Das Contra-Magazine(5) berichtet vom ersten Drohnenangriff der USA im Jemen. womit sich die Frage stellt, ob der entsprechende Befehl von Trump unterzeichnet wurde, so wie das Obama gemacht hat. Allerdings kenne ich das Contra-Magazin nicht, weiß also nicht, ob diese Meldung aus einer glaubwürdigen Quelle stammt.

Von Trump zurück nach Deutschland. Da hat doch tatsächlich ein deutscher Wirtschaftsminister auf eine Kanzler-Kandidatur verzichtet(6) und das der Presse mitgeteilt. Ja, in einer "modernen Demokratie" erfährt die Basis einer Partei wohl öfter mal erst aus der Presse, was ihre Führungsspitze so vorhat. Aber unser allseits geschätzter Sigmar Gabriel hat gleich noch weitere Personalentscheidungen getroffen. Schulz wird Kanzlerkandidat und er selbst verordnet sich das Außenministerium, das ja in Kürze frei wird. Am Schluss stellt die ZEIT die Frage:

    Glauben Sie, die Kandidatur von Martin Schulz ist eine Chance für die SPD?

Warum sollte es? Schulz ist doch nur zurück, weil seine Amtszeit im Vorsitz des EU-Parlaments abgelaufen ist und er sich eine Position hierzulande in der Partei und wohlmöglich auch in einer Groko ausgerechnet hat. Nur noch EU-Abgeordneter zu sein, ist gegen sein Selbstverständnis. Die SPD hat sich seit 1998 selbst zerstört und daran ändert auch ein Ex-EU-Politiker nichts, sondern bewirkt eher das Gegenteil, denn die EU-Müdigkeit nimmt zu, ein Aspekt, den ich persönlich begrüße. Um wieder auf die Beine zu kommen, wären Kräfte in der SPD mit Charakter erforderlich und die fehlen mir in der Führungsspitze der SPD, aber auch in der Basis, weil es die Basis ist, die diese so genannte Führungselite immer wieder aufs Podest hebt. Allerdings ist das kein Alleinstellungsmerkmal der SPD, das gilt wohl für alle Parteien.

Die Kanzlerkandidatur der SPD ist ohnehin nur eine Formalie ohne Aussichten. Ein wenig verwundern mich aber die geäußerten Vorhaben seitens Gabriel, denn er greift Ereignissen vor, die zwar als demokratische Prozesse bezeichnet werden, aber offenbar keine solchen sind. Da ist z. B. die Wahl des Bundespräsidenten. Wenn Gabriel noch in dieser Legislaturperiode ins Auswärtige Amt wechseln will, dann will er offenbar damit Steinmeier ablösen, weil der Bundespräsident werden soll. Offenbar spielt dabei die dazu erforderliche Wahl keine Rolle. Demokratie? Die Kanzlerin bestimmt, wer im Anschluss an die Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten die Stelle des Außenministers übernimmt und die Bestimmtheit in Gabriels Aussagen lässt vermuten, dass diese Entscheidung bereits im Vorfeld mit der Merkel getroffen wurde. Demokratie? Und die ehemalige Justizministerin und derzeitige Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Brigitte Zypries übernimmt dann das Wirtschaftsministerium. Alles vermutlich längst im Hinterzimmer ausgekungelt. Die Basis, so denke ich, darf dann pflichtgemäß dazu jubeln - SPD eben. Außerdem, was meckere ich hier rum? Ich sollte doch froh sein, dass wir in Berlin solche Alleskönner sitzen haben, die, egal auf welchen Stuhl man sie setzt, beste Arbeit abliefern und Zweifel daran sind unsinnig, denn sie haben ja auch einen Stab von Beratern zur Verfügung. Aus der Wirtschaft, nehme ich an.

Und dass Steinmeier nun in Ablösung des DDR-Pfarrers den Roten Teppich und Militär-Ehren-Bataillon Abschreiter macht und teure Partys für Leute schmeißt, deren Treffen anderenorts Misstrauen böser Kungelei auslösen könnte, ist eigentlich ein zwar teures Unterfangen, aber er kann dann keine aktiven Probleme mehr fabrizieren, sondern allenfalls andenken. Im Mittelalter wurden ja oft rothaarige Frauen der Hexerei verdächtigt, aber aus meiner heutigen Sicht kann ich sagen, die Haarfarbe hat nichts mit dem Charakter zu tun.

Natürlich lässt sich die Presse jetzt über diese "Entscheidung von Gabriel in breitem Umfang aus und wie nicht anders zu erwarten, werden Stimmen der Meinungsforschungs-Institute zurate gezogen, was denn so die Deutschen denken, ob sie in Schulz eine Lichtgestalt für die SPD sehen, ob diese Personalie der SPD nutzt usw. Auch die Ergebnisse dieser Umfragen erstaunen mich nicht sonderlich, denn sie liegen zwischen gut 50 bis über 70 % pro Schulz(7). Und in der ZEIT beginnt damit in den Leserkommentaren das normale Hauen und Stechen der verschiedenen Meinungsbilder untereinander. Ja, Demokratie wird oft angeführt, aber viele Schreiber dieser Kommentare haben sie wohl nicht verstanden. Man kann einer Meinung seine anderslautende Meinung entgegensetzen, vorausgesetzt, man hat auch entsprechende überprüfbare Argumente, aber die oft diskreditierenden Kommentare zeugen einfach nur von schlechtem Niveau.

Ich sehe in Schulz nicht die Lichtgestalt, die 15 Jahre unsozialer Politik der SPD einfach wegwischen könnte. Schulz war EU-Politiker, TTIP-Befürworter und hat auch ansonsten keine Leuchtspuren in der EU hinterlassen. Bundespolitisch hat er null Ahnung und tritt nun als Kanzlerkandidat auf? Ich könnte mir gut vorstellen, dass es in der SPD nicht überall mit Begeisterung aufgenommen wird, dass er auch den Parteivorsitz bekommen soll. Ich denke, bis zur BT-Wahl fließt noch viel Wasser den Rhein runter und auch in der SPD ist wohl dazu noch keineswegs alles gesagt.

Lassen Sie mich zum Schluss noch ein paar Worte zur EU sagen. Ich war anfangs von der Idee genau so benebelt, wie die meisten Menschen in diesem Land. Doch bereits nach Durchsicht der EU-Verfassung lichtete sich dieser Nebel, denn es war deutlich sichtbar, dass die Europäische Union ihrem Ursprung, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf der Basis der römischen Verträge (erarbeitet von den Bilderbergern) mit dieser Verfassung ihren Stempel aufdrücken wollte. Zum Glück scheiterte sie am Votum der Länder (Niederlande, Frankreich und Irland). Es war die jetzige Kanzlerin Merkel, die maßgeblich den Lissabonvertrag durchgedrückt hat und wohl auch die Niederlande und Frankreich überzeugt hat, dieses Mal keine Volksbefragung dazu durchzuführen. Bei Irland ging es nicht ohne, denn dort war für ein solches Vertragswerk eine Volksabstimmung in der Verfassung verankert, aber nach einer erneuten Ablehnung billigte man Irland zusätzliche Rechte zu, was die irischen Bürger einlullte. Vielleicht waren sie auch nur wahlmüde, ich weiß es nicht. Mit der Zustimmung Irlands trat dann der Lissabonvertrag in Kraft und aus meiner Sicht ist deutlich geworden, dass damit der europäischen Wirtschaft Genüge getan wurde, nicht jedoch den Bevölkerungen. Ob man denn nun das EU-Recht auch anwendet, ist von den jeweiligen Umständen abhängig. Im Falle der Bailout-Regeln und aus meiner Sicht auch beim Verhalten der EZB schaut man großzügig darüber hinweg, bei den Freihandelsabkommen hingegen sucht man verzweifelt nach Auslegungen, um diese in jedem Fall durchzudrücken.

Ich weiß, die EU-Anhänger schwärmen von 70 Jahren Frieden, von der Reisefreiheit, in den Euro-Staaten brauchen Sie das Geld nicht wechseln usw.usf. Denke ich an meine Auslandsurlaube zurück, als man noch Geld wechseln musste, dann hat mich das im Zeitraum eines Urlaubs nicht einmal eine halbe Stunde gekostet. Und 70 Jahre Frieden ist ein Märchen, denn der erste Bruch des Friedens fand im ehemaligen Jugoslawien statt. von den "exportierten" Kriegseinsätzen erst gar nicht zu reden. Wir haben regen Anteil am derzeitigen Krieg in Syrien, haben merkwürdige Aufgaben in den Ländern übernommen, in denen völkerrechtswidrige Kriege geführt wurden, sind mehr als nur Mitwisser der Völkerrechtswidrigen Drohnenangriffe der USA und von den Freihandelsabkommen, welche die EU plant, will ich erst gar nicht anfangen. Ich würde einem BRDEXIT aus der EU sofort zustimmen. Aber national zu sein, ist ja heute verpönt, denn wir haben da eine ziemlich beengte Sichtweise. Wir schauen immer auf die USA, aber den dort sehr verbreiteten Nationalismus sehen wir nicht oder wollen ihn nicht sehen. Auch nicht in den anderen EU-Ländern.

Eine nationale Einstellung ist aus meiner Sicht eine normale Angelegenheit, während die Globalisierung Dummheit ist. Ich versuche mal, meine Sicht zu erläutern. Das Heimatland ist ein Bezugspunkt für die meisten Menschen, so wie die Familie und die Verwandtschaft. Globalisierung vernichtet den Bezug und kommt lediglich den multinationalen Konzernen zugute. Die heimische Wirtschaft wird sukzessive vernichtet und damit den Menschen die Basis eines ausreichenden Einkommens genommen. Die großen Konzerne in jedem Land sind fast alle bereits international aufgestellt, ganze Industrien werden nach dort verlagert, wo man ungeniert die Menschen ausbeuten kann, die bereits erwähnte Container-Schifffahrt hat dieses System noch intensiviert. Alle Politiker reden von Umwelt-Problemen, aber die Globalisierung verschärft diese. Wer lässt heute noch ein defektes Gerät reparieren? Weg damit, auf den Müll und ein neues Gerät installiert, das ist die Devise. Und wir folgen ihr, zum Schaden der Umwelt, aber auch zu unserem eigenen Schaden. Auch die Ausbeutung der Ressourcen erfolgt ohne an später zu denken, denn man macht ja alles nur, damit es den Kindern mal besser geht. Nur leider ist der Blick der meisten Menschen so vernebelt, dass sie nicht erkennen, dass das, was als unabwendbar bezeichnet wird, also die Globalisierung, eine Politik der verbrannten Erde ist. Die Perspektiven der nachfolgenden Generationen sinken immer schneller, aber wir sind zu blind, es zu sehen.

Wir hoffen auf die Wissenschaft, haben aber noch nicht begriffen, dass die meisten Wissenschaftler lediglich dem Zieldenken verfallen sind, machen was machbar erscheint, ohne an eventuelle Folgen auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Außerdem sind sie zumeist in Konzernen tätig und sind dann lediglich nur noch ein Abklatsch funktionierender Roboter. Der Vorstand befiehlt, sie folgen.

Die EU ist für mich nur ein Schritt hin zur Globalisierung und ist die wirklich erreicht, bleibt aus meiner Sicht nur eine Lösung, beschrieben auf den Steintafeln der Georgia Guidestones(8).

Fußnoten

(1) Angela Merkel hat das Wort ZEIT v. 24.01.2017
(2) Amerikaner, kauft nicht bei Walmart! Manager-Magazin v. 24.01.2017
(3) Reichste Familie der Welt zahlt Mini-Löhne n-tv
(4) Container-Schiffahrt Die Kehrseite der Globalisierung
(5) Jemen berichtet über die ersten US-Drohnenattacken unter Trump Contra-Magazin v. 24.01.2017
(6) "Selten ist eine Partei so überrumpelt worden" ZEIT vom 25.01.2017
(7) Deutsche von Schulz als SPD-Kanzlerkandidat überzeugt ZEIT v. 26.01.2017
(8) die Georgia Guidestones flegel-g