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Erstelldatum: 29.02.2016

Die lange Zeit der Destabilisierung

Diese Chronologie der systematischen Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens wurde auf der Webseite Sein veröffentlicht und mir freundlicherweise gestattet, ihn auf meine Seite zu stellen und ein wenig zu ergänzen. Da ich über die meisten der Themen bereits früher berichtet habe, werde ich weitere Links auf ältere Themen von mir einfügen, die einzelne Ereignisse detaiiliert beschreiben. Meine Anmerkungen sind daher in blauer Schrift gehalten.

Wie hängt der Krieg in Syrien mit der Entstehung des IS zusammen? Und welche Rolle spielte dabei der Westen. Warum die Lage anders ist, als es aussieht.

Syrien und der IS: Es ist komplizierter, als es aussieht

Während sich die Welt in Betroffenheit über die Anschläge in Paris ergeht, Europa auf einen Krieg zusteuert,  die Flüchtlingsströme nicht abreißen und man diskutiert, ob die Grenzen nun zu oder auf sollen, verliert man leicht den Blick für die Hintergründe der aktuellen Situation.

Folgt man den großen Medien, scheint die Lage sehr einfach zu sein: In Syrien kämpft Diktator Assad gegen eine demokratische Freiheitsbewegung und wird dabei von den bösen Russen unterstützt. Dazwischen thront die dämonische Macht des IS, die plötzlich und ohne jedes Zutun des Westens dort aufgetaucht ist. Immer lauter werden die Stimmen, die einen Sturz Assads und ein militärisches Eingreifen gegen den IS fordern, um Demokratie und Menschenrechte zurück in diese Region zu bringen.

Gut und Böse sind in diesem Bild schön einfach verteilt: Assad, der IS und Russland sind die Bösen, während der Westen in diesem Bild die Rolle des Guten übernimmt, dessen einziges Bestreben es ist, Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte in den dunklen Osten unserer Welt zu bringen und ihren gerechten „Krieg gegen den Terror“ zu führen.

So einfach ist es aber leider nicht. Der Nahe Osten ist zu einem Brennpunkt geopolitscher Machtkämpfe geworden. Es gibt keinen Kampf gegen den Terrorismus in Syrien, sondern einen Stellvertreter-Krieg, in den mittlerweile zahllose Nationen verstrickt sind. Anzumerken ist auch, dass die Angriffe des Westens auf Syrien, bei denen Tausende Zivilisten zu Tode kamen ebenfalls nichts anderes als Terror sind – sie sind weder mit dem Völkerrecht noch anders zu legitimieren und stellen nichts anderes da als gewaltsame Anschläge auf fremden Staatsgebiet.

Um zudem die Rolle zu begreifen, die der Westen bei der Entstehung des IS und der Zersetzung Syriens gespielt hat, lohnt es sich weit zurückzugehen – denn der IS ist kein Fehlgriff oder Einzelfall westlicher Außenpolitik, sondern Teil einer Strategie, die seit vielen Jahren verfolgt wird. Verschwörungstheorien sind in diesem Zusammenhang völlig unnötig: Die Zusammenhänge sind historisch gut dokumentiert, werden jedoch gerne verschwiegen.

Chronologie: Der IS und der Syrien-Konflikt

Nachfolgend eine Abfolge der Ereignisse, die zu der aktuellen Situation führten. Sie ist stark verdichtet und gibt nur einen minimalen Auschnitt wieder, der zum Verständnis des Kontextes hilfreich ist.

1953: Operation Ajax, Iran
In den 50er Jahren ist der Iran ein demokratisches und fortschrittliches Land. Radikaler Islam existiert quasi nicht, der soziale Umgang ist frei, es gibt eine große intellektuelle und künstlerische Szene. Der Iran ist ungefähr so, wie die USA vorgeben, den Nahen Osten gerne gestalten zu wollen. Mit einem Haken: Anfang der 50er Jahre beschließt die Regierung des Iran, die Ölfelder zu verstaatlichen, da der Iran bis dahin an den Einnahmen westlicher Ölfirmen kaum partizipiert.

Der britische Geheimdienst MI6 und die amerikanische CIA beschließen, die Interessen westlicher Konzerne durchzusetzen – auch vor dem Hintergrund des kalten Krieges. Ein minutiös geplanter Putsch wird eingeleitet, der Premier Mohammad Mossadegh stürzt und durch den pro-westlichen Diktator Mohammad Reza Shah Pahlavi ersetzt.

Dieser Putsch zerstörte nicht nur die erste demokratisch gewählte Regierung des Iran, sie führte in der Folge auch zur Entstehung einer starken muslimischen Opposition, aus der sich später der moderne, radikale Islam entwickelt.

Kaum einer hier im Lande kann wirklich abschätzen, was im Iran wirklich los war und ist. Aber ich weiß, dass sich Großbritannien und die USA seit Mitte des vorigen Jahrhunderts kräftig in die Politik des Iran einmischten. 1951 wurde die Anglo-Iranian Oil Company (später umbenannt in BP), eine von den Briten geführte (globale) Ölgesellschaft gegen den Willen des von den Briten installierten Schahs Mohammad Reza Pahlavi privatisiert, weil die Engländer die Gewinne der Öl-Firma nicht gerechter teilen wollten. Sie wandten sich an die USA, doch solange Truman Präsident der USA war, winkten die Amerikaner ab, weil Mossadegh dort sogar wohlwollend und mit Respekt behandelt wurde. Das änderte sich, als Eisenhower Präsident wurde. Mossadegh war ein im Iran beliebter Ministerpräsident, aber sein Zusammengang mit einer kommunistischen Partei (Tudeh-Partei) ließ Befürchtungen bei den Amerikanern aufkommen, die Sowjetunion könne über die Tudeh-Partei Einfluss im nahen Osten gewinnen und man beschloss, Mossadegh zu stürzen. Am 4. April 1953 billigte Allen W. Dulles, der Direktor der CIA, ein Budget von einer Million US-Dollar, die dazu verwendet werden sollten, Mossadegh zu stürzen ("in any way that would bring about the fall of Mossadegh"). Mit der "Operation Ajax" gelang es der CIA in Kooperation mit dem Schah monarchistischen Gruppen und bezahlten Kollaborateuren aus dem Militär und bezahlten Menschen aus dem Prekariat am 22. August 1953, den Ministerpräsidenten Mossadegh aus dem Amt zu entfernen. Dieser weigerte sich, über Radio die Bevölkerung zu mobilisieren, und verhinderte damit ein Blutvergießen. Mossadegh wurde verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt mit anschließendem Hausarrest bis an sein Lebensende (in seinem Geburtsort). Vor 10 Jahren las sich der Wikipedia-Bericht über die Operation Ajax bei Wikipedia noch ganz anders als heute, deshalb sollte man sich einen Bericht der Deutschen Welle durchlesen, der das Thema wesentlich offener als Wikipedia behandelt und wohl auch unverdächtig ist, "Verschwörungstheorien" zu verbreiten.

Man setzte danach wieder den pro-westlichen Schah Mohammad Reza Pahlavi als Oberhaupt des Iran ein, einen bei der deutschen Presse wohlwollend skizzierten Despoten, dessen blutige Herrschaft in der deutschen Presse keinen Widerhall fand, wohl aber der Pomp des Kaiserhauses und die Stories um Soraya und Farah Diba.

1979: Iranische Revolution
Durch die iranische Revolution 1979 kommt Ayatollah Chomeini an die Macht. Er vertritt einen fundamentalistischen Islam und ist der Vordenker der Idee eines Islamischen Staates mit muslimischen Gesetzen entsprechend der Sharia. Das soziale Leben im Iran ändert sich erheblich (siehe hierzu auch den Film ‚Persepolis‘).

1980: Iran-Irak-Konflikt
Stärkster Gegner des Iran ist das zu der Zeit pro-westliche Regime Saddam Husseins im Irak, mit dem es 1980 zum Krieg kommt. Hintergrund sind Uneinigkeit über den Grenzverlauf zwischen den Ländern und ein Kampf um die regionale Vorherrschaft.

Die USA, besorgt über den zunehmenden Einfluss Irans und die Ölfelder des Irak, unterstützen den Irak und Saddam Hussein massiv mit Geld, Waffen und Militärausbildung seiner Elite-Einheiten. Gleichzeitig wird jedoch auch der Iran mit Waffen beliefert. Auch Deutschland liefert zum Beispiel Giftgas an den Irak, welches in Kampfhandlungen gegen den Iran eingesetzt wird.

Hier sei ein wesentlich später erfolgter Kommentar von Georg Friedmann eingefügt. Friedmann, der Begründer von Statfor, äußerte isch vor dem Chicago Council of foreign Relation wie folgt:
    "Die USA können als Imperium nicht andauernd in Eurasien intervenieren ... Ich empfehle eine Technik, die von Präsident Ronald Reagan eingesetzt wurde gegen Iran und Irak: Er unterstützte beide Kriegsparteien! Dann haben sie gegeneinander und nicht gegen uns gekämpft. Das war zynisch und amoralisch. Aber es funktionierte. Denn die USA sind nicht in der Lage, ganz Eurasien zu besetzen. In dem Moment, indem wir einen Stiefel auf europäischen Boden setzen, sind wir aufgrund demografischer Umstände zahlenmäßig total unterlegen." "Wir können eine Armee schlagen, aber wir können nicht den Irak besetzen....Aber wir können zerstrittene Mächte unterstützen... Auch die Briten haben damals nicht Indien besetzt, sondern einzelne indische Staaten "gegeneinander aufgehetzt"." "Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Krieg geführt haben - im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg - waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint, sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt."

1979-1989: Operation Cyclone, Afghanistan
Ende der 70er Jahre gewinnt die Sowjetunion immer mehr Einfluss in Afghanistan, was vor dem Hintergrund des kalten Krieges von den USA mit großer Besorgnis beobachtet wird, da ein Einfluss der Sowjets in der Region nicht erwünscht ist.

Die USA beschließen, radikale islamistische Kämpfer, die Mudschaheddin, in ihrem Kampf gegen die Sowjets zu unterstützen. Über 600 Millionen Dollar pro Jahr fließen an die Jihadisten, dazu Waffen und militärische Spezialausbildungen. Heute sind die so durch die USA ausgebildeten und bewaffneten Mudschaheddin als Taliban (regional agierend) und Al-Qaida (international agierend) bekannt.

Seit 1933: Saudi-Arabien
Die USA pflegen enge diplomatische Kontakte zu Saudi-Arabien, einem der radikalsten islamistischen Staaten der Welt und beliefert das Land massiv mit Waffen. Reiche Kräfte in Saudi-Arabien fördern recht offen den radikalen Islam und versorgen wiederum diverse radikale Gruppierungen mit Geld und Waffen. Darunter die Taliban und Al-Qaida (und schließlich der IS).

An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass Katar, die Arabischen Emirate und Dubai keinen Deut besser sind als Saudi Arabien und die Verflechtung der USA mit Katar möglicherweise noch enger als die mit Saudi Arabien ist.

1990: Zweiter Golfkrieg
Der dem Westen inzwischen abtrünnige Irak besetzt Kuweit und droht, für die USA wichtige Ölfelder unter seine Kontrolle zu bringen. Die Politik des Westens macht eine 180-Grad-Wendung und Hussein gilt fortan als grausamer Diktator.

Dass Bush ein UN-Mandat erhalten hat, lag wohl auch ein wenig an der Propaganda, als z. B. Berichte erschienen, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im August 1990 kuwaitische Frühgeborene getötet, indem sie sie aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Das hat natürlich einen empörten Aufschrei in der "Welt" ausgelöst. Eine Bombe auf ein Krankenhaus? "OK", Streubomben (Laos) werfen? "OK", Missgeburten und verstrahlte Kinder aufgrund Uran-ummantelter Munition? "OK", aber im Krankenhaus Neugeborene zu töten, ist doch um vieles schlimmer. Als sich dann nach diesem Krieg herausstellte, dass diese Aussage so stimmig war, wie die sagenhaften Massenvernichtungswaffen im Irak und von einer offenbar schauspielerisch begabten Botschafter-Tochter tränenreich vorgetragen wurde, obwohl diese "höhere Tochter" das besagte Krankenhaus wohl nie gesehen hatte - Schwamm drüber!

1990: Sanktionen gegen den Irak

Die Westmächte verhängen drakonische Sanktionen gegen den Irak, die Millionen von Irakern die Lebensgrundlage entzieht. Zwischen 1991 und 1998 sterben allein 500.000 Kinder an den Folgen. UN-General Hans von Sponeck, UN-Beauftragter für den Irak legt erschüttert sein Amt nieder und bezeichnet das Verhalten des Westens als „Genozid“ an der irakischen Bevölkerung. Über eine Million Iraker sterben im Zuge der Sanktionen.

2001: 9/11
Anschläge in New York werden der islamistischen Al-Qaida zugeschrieben – zuvor ein Verbündeter der USA. Die USA rufen den „Krieg gegen den Terror“ und die „Achse des Bösen“ aus.

2001: Krieg in Afghanistan
Die USA bombardieren im Kampf gegen die Taliban Ziele in ganz Afghanistan.

2003: Dritter Golfkrieg
Unter Vortäuschung falscher Tatsachen (angebliche Massenvernichtungswaffen) führen die USA einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak und stürzen Saddam Hussein. Etwa 650.000 Zivilisten sterben im Zuge der Kampfhandlungen.

Die Regierung, das gesamte Militär und die Geheimdienste Saddam Husseins – allesamt Sunniten – werden entlassen, eine schiitische Regierung wird installiert. Bei ihrem Rückzug zwischen 2009 und 2012 hinterlassen die USA ein Machtvakuum und das Land versinkt im Chaos.

2006: Gründung des IS
Der IS geht aus verschiedenen Al-Qaida-nahen Organisationen hervor, die sich im Irak nach der US-Invasion 2003 gebildet haben. Durch die Politik der USA wechseln große Teile des ehemaligen irakischen Geheimdienstes und hohe irakische Militärs zum IS. Sie sehen im IS eine Chance, ihre alte Macht nicht nur wiederzuerlangen, sondern sogar noch auszudehnen. Dieser Teil der Bewegung ist zum Teil religiös, zum Teil politisch motiviert und erklärt die enorm durchdachte innere Struktur des IS sowie seine enormen taktischen und militärischen Fähigkeiten.

2007: Ankündigung des Syrien-Krieges
Der ehemalige US-General und Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark erläutert in einem Live-Interview, dass der Krieg im Irak Teil eines Plans USA ist, die Regierungen von 5 arabischen Ländern auszutauschen: Irak, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien, Libanon und der Iran. Der Nahe Osten solle destabilisiert werden und der Einfluss Russlands für immer gekappt werden. „Sie konnten es gar nicht erwarten, Irak abzuschließen und in Syrien einzumarschieren.“ gibt Clark ein Gespräch mit dem stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolofowitz wieder.

2011: Bürgerkrieg in Libyen
In Libyen beginnt unter umstrittenen Umständen ein Bürgerkrieg. Die USA, Großbritannien und Frankreich bombardieren Libyen, um die Regierung Gaddafis zu stürzen. Kritiker stellen die Theorie auf, die Aufstände wären vom Westen gesteuert gewesen.

Dabei ein Ausschnitt aus einem Bericht der Friedenforschung AG:

    Ob der hohe soziale Standard in Libyen nach dem Krieg in dem Maße aufrecht erhalten wird wie er unter Gaddafi war, ist auch zu bezweifeln. In seinem Beitrag über die Sozialstruktur und soziale Entwicklung Libyens schreibt der Mitarbeiter des Deutschen Orient-Instituts Hanspeter Mattes schon 1992: "Libyen ist das nordafrikanische Land mit dem geringsten Wohlstandsgefälle und, abgesehen von der weißen Minderheit in Südafrika, das Land mit dem höchsten Lebensstandard in Afrika. Es nimmt hinter den Golfstaaten auf der UNDP-Skala des Human Development Index einen arabisch-afrikanischen Spitzenplatz ein. Die Einkommensverteilung wurde durch die seit 1969 ergriffenen sozialpolitischen Maßnahmen (Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhöhung der Mindestlöhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen) nivelliert. [...] Libyen ist mit Tunesien der Maghrebstaat mit der höchsten Einschulungsrate und das medizinisch am besten versorgte Land. Die Analphabetenrate konnte […) von 78 Prozent (1966) auf unter 40 Prozent (1990) gesenkt werden." (Mattes, S. 230 f). Die Zahl der Studenten verzehnfachte sich von 1970 bis 1990. Die Medikamentenabgabe erfolgt kostenlos. Mattes schreibt 1992 von einer "im internationalen Vergleich hervorragende(n) Sozialversicherung". (Mattes, S. 232) Im Jahr 2008 lag das BIP pro Kopf Libyens beim Doppelten der seiner Nachbarn Algerien und Tunesien. Die Lebenserwartung liegt bei 74,5 Jahren, die Kindersterblichkeit bei 17 Toten pro 1000 Geburten und damit unter der von Saudi-Arabien mit 21. Die Analphabetenrate sank 2008 sogar auf 11,6 Prozent. Zum Vergleich Ägypten 33 und Algerien 27 Prozent. Beim HDI-Index rangiert Libyen an 53. Stelle noch vor Saudi-Arabien, Bulgarien und Russland. Libyen zählt damit noch zu den hochentwickelten Ländern. Der HDI-Index ist ein Indikator, der die Lebenserwartung, das Einkommen, die Kindersterblichkeit und den Bildungsgrad einbezieht. Die UNDP konstatiert in ihrem Bericht von 2008, dass Libyen "die extreme Armut praktisch beseitigt" habe. (Vgl. Joachim Guilliard, Zerstörung eines Landes, Junge Welt 5.5.11)

2011: Bürgerkrieg in Syrien
Unter nicht ganz geklärten Umständen eskaliert ein friedlicher Protest. Angebliche Regierungstruppen erschießen zahlreiche Demonstranten, Assad dementiert dies. Es beginnt ein Bürgerkrieg in Syrien. Für die blutigen Kämpfe macht Präsident Assad nicht eine friedliche Opposition, sondern von außen eingeschleuste Söldner und sunnitische Terrororganisationen verantwortlich. Assad setzt auf Forderung der Bevölkerung einige Reformen um und sucht die Verhandlung mit der friedlichen Opposition, die jedoch zu keinem Gespräch bereit ist. Assad greift in der Folge zu brutaler Gewalt gegen die aus seiner Sicht terroristischen Organisationen.

Assad wird vorgeworfen vorsätzlich Hunderte Islamisten aus dem Gefängnis zu entlassen, damit die Aufstände sich radikalisieren und er eine bessere Rechtfertigung für das brutale Vorgehen der Regierungstruppen hat. Die Vorwürfe konnten nie bestätigt werden.

Der Krieg entwickelt sich schnell zu einem Stellvertreter-Krieg in den nach kurzer Zeit Syrien, Iran, die Hisbollah, Russland, die Freie Syrische Armee, Kurdische Kämpfer, die USA, der IS, al-Nusra, die Türkei, Israel, Katar und Saudi-Arabien verwickelt sind. Geheimdienste und Militärs all dieser Länder beeinflussen das Geschehen. Hintergrund sind sehr unterschiedliche machtpolitische Interessen (siehe weiter unten) und eine geplante Gas-Pipeline durch Syrien, welche die USA durchsetzen und Russland verhindern will.

2011: Waffenlieferungen aus Saudi-Arabien und Katar
Saudi-Arabien und Katar beginnen, auch mit Unterstützung durch die Türkei, Waffen an die syrische Opposition zu liefern. Saudi-Arabien lässt Gefängnisinsassen frei und finanziert deren Familien, wenn sie sich verpflichten, in Syrien gegen Assad zu kämpfen. Die Türkei trainiert Kämpfer in speziellen Ausbildungslagern.

Katar unterstützt die Rebellen mit über drei Milliarden Dollar und betreibt gemeinsam mit der CIA ein Trainingslager für Rebellen, das jährlich über 1200 Soldaten ausbildet.

2012: CIA-Report über Syrien
Ein durch ein Rechtsverfahren veröffentlichtes Geheimdienst-Dokument offenbart, dass die CIA und DIA sich seit längerer Zeit bewusst ist, das der IS kurz davor steht, ein Kalifat auszurufen und dass nicht die demokratischen Rebellen, sondern der IS, al-Nusra und andere islamistische Gruppierungen die wirkliche Opposition in Syrien darstellen. Es wird dazu geraten, die Islamisten zu unterstützen, da so Syriens Präsident Assad gestürzt werden kann. Eine Kontrolle Syriens durch die Islamisten wird als im Sinne der USA dargestellt, gleichzeitig aber auch davor gewarnt, dass dies mit langfristigen Gefahren verbunden sei.

Die USA unterstützen die Rebellen mit 25 Millionen Dollar und setzen vor Ort die CIA und andere Geheimdienste ein. Der Öffentlichkeit wird noch immer erzählt, dass die syrischen Rebellen eine demokratische Freiheitsbewegung seien.

2013: Waffenlieferungen durch die EU
Europa hebt das Waffenembargo auf und liefert Waffen an die Freie Syrische Armee. Zu diesem Zeitpunkt verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen den zahllosen Oppositionsgruppen, die immer mehr in islamistische Sekten abdriften.

2013: Waffenlieferungen durch die USA, Katar und Saudi-Arabien
Die CIA, Katar und Saudi-Arabien verteilen 3500 Tonnen an Waffen unter der syrischen Opposition.

2013: „Jihadi-Highway“
Die Türkei erlaubt Kämpfern des IS und anderen islamistischen Organisationen freien Durchzug nach Syrien, da diese dort die Kurden bekämpfen. Tonnen von Waffen werden auf diesem „Jihadi Highway“ genannten Netz aus Straßen transportiert.

Anmerkung: Hierzu gibt es einige Artikel, die das Thema ausführlich behandeln und einmal mehr aufzeigen, wie bösartig und intrigant die angebliche Demokratie der westlichen Welt wirklich ist.
Kritisch meldet sich Robert F. Kennedy jr. zum Thema Syrien! Artikel auf TAZ-Blogs
Auf Heise Online zu Syrien: Ein Krieg aus energiepolitischen Gründen Heise online (1) und
Nato-Plot gegen Putin Heise online (2)
Ähnlich der ausführliche Bericht: Spielball der Mächte: Weshalb der Syrien-Konflikt in erster Linie ein Stellvertreterkrieg ist auf Watson

2013: Russland fordert friedliche Lösung
Russland fordert eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts. Präsident Assad signalisiert seine Bereitschaft, notfalls sogar zurückzutreten, wenn eine demokratische und friedliche Lösung zustande kommt, bombardiert währenddessen aber weiter die Oppositions-Kämpfer, wobei zivile Opfer in Kauf genommen werden. Russland versucht, eine Konferenz aller Konfliktparteien einzuberufen, die jedoch von der syrischen Opposition abgelehnt wird, da sie den gewählten Präsidenten Assad aus ideologischen Gründen nicht als Verhandlungspartner anerkennen wollen.

2013: Dumas: Syrischer Bürgerkrieg vom Westen gesteuert
Der ehemalige französische Außenminister Dumas gesteht in einem Fernsehinterview, dass er bereits zwei Jahre vor dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges von britischen Kollegen darüber informiert worden war. „England organisierte eine Invasion von Rebellen in Syrien. […] Diese Operation war lange geplant. Sie wurde vorbereitet, ausgearbeitet und durchgeplant.“

2014: Ausrufung des Kalifats durch den IS
Wie von der CIA korrekt vorhergesehen, ruft der IS offiziell das Kalifat aus. Kalif wird Abu Bakr al-Baghdadi, angeblich ein direkter Nachfahre Mohammeds. Ausgehend vom quasi herrschaftslosen Irak beginnt der IS mit rasender Geschwindigkeit, große Gebiete unter seine Kontrolle zu bringen.

Nun, ganz so "erstaunlich" sind diese Erkenntnisse der CIA nicht. ntv hat darüber bereits im Mai 2015 berichtet und ich unterstelle mal, dass wenn ein deutsches Presseorgan den Terminus "ahnte" verwendet, man das als "wusste" interpretieren sollte. Es ist doch immer nützlich, wenn man sich seitens des Westens auf ein "Kalifat" berufen kann, was ein wenig die Assoziation mit 1001 Nacht hervorruft und wesentlich unverfänglicher klingt, als wenn man von Terroristen spricht.

2014: Gouta-Kontroverse
Kontroverse um einen Giftgas-Angriff im Jahre 2013. Investigative Journalisten, besonders prominent Seymour Hersh, behaupten, dass nicht – wie beschuldigt – Assads Armee, sondern die al-Nusra-Front und der türkische Geheimdienst hinter Giftgas-Angriffen in Syrien stecken. Die Angriffe wurden unter falscher Flagge durchgeführt, um das Assad-Regime zu diskreditieren. Russland hatte die Vorwürfe gegen Assad schon zuvor als „genauso fabriziert wie die Lügen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet.

Diese Darstellung wird von allen offiziellen Stellen als Verschwörungstheorie zurückgewiesen.

Bin ich nun voreingenommen, wenn ich sage, das nicht erst seit 9/11 eine Menge "Verschwörungstheorien" viel näher an der Wahrheit liegen, als die offiziellen Verlautbarungen?"

2014: Die USA fliegen Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien
Die Eingriffe erfolgen völkerrechtswidrig und ohne UN-Mandat.

Das Völkerrecht hat die USA immer nur bei anderen, vor allem bei Russland, interessiert. Wer sich mal auf Wikipedia die Kriegsaktivitäten der letzten 100 Jahre und dann auch noch die CIA-Operationen anschaut, müsste erkennen, dass die USA das Land ist, das die meisten völkerrechtswidrigen Aktivitäten zu verzeichnen hat. Bush jr. hat da nur eine langjährige Tradition fortgesetzt, als er Afghanistan und den Irak überfallen hat und Obama steht Bush jr. in nichts nach, er schaut nur "treuherziger", aber seine Aktivitäten sind mindestens ebenso perfide (siehe Drohnen), wie die von Bush.
Ich finde, die Schweden müssten dringend über die Vergabe von "Friedensnobelpreisen" nachdenken.

2014: Massive Unterstützung durch die USA
Obama bittet den US-Kongress um Waffen- und Hilfelieferungen im Wert von 500 Millionen Dollar an die syrischen Rebellen, obwohl mittlerweile bekannt ist, das Teile dieser Waffen in den Händen islamistischer Terroristen enden.

Fortlaufend: Bewaffnung des IS
Der IS bezieht seine Waffen aus mehreren Quellen: Zum einen erbeutete Waffen desertierter irakischer Truppen, zum zweiten Waffen, die aus Saudi Arabien, dem Sudan oder Qatar geliefert werden und schließlich Waffen, die an die angebliche syrische Opposition geliefert wurden, die in Wirklichkeit zum großen Teil aus dem Islamischen Staat und anderen islamistischen Gruppierungen wie der al-Nusra-Front besteht.
Auch Deutschland liefert bis heute Waffen an Länder, die diese an den islamischen Staat und al-Nusra weiterreichen. Weitere Waffen werden von der syrischen Armee erbeutet, die von Russland beliefert werden.

September 2015: Türkei bombardiert Kurden
Die Türkei bombardiert völkerrechtswidrig Kurden auf syrischem Staatsgebiet. Die Kurden sind die stärksten Gegener des IS.

September 2015: Offenes Eingreifen Russlands
Russland warnt vor einem Eingreifen der USA in Syrien, fordert weiterhin eine friedliche Lösung unter Einbeziehung von Assad. Auf ausdrücklichen Wunsch von Präsident Assad greift eine Koalition aus Russland, dem Irak und dem Iran aktiv militärisch in Syrien ein. Russland fliegt innerhalb weniger Tage rund 100 Luftangriffe auf Stellungen des IS und anderer Rebellengruppen.

November 2015: Konferenz von Wien
Auf einer Friedenskonferenz wird ein Plan für die Zukunft Syriens vorgestellt. Unter Einbeziehung aller Parteien sollen Wahlen in Syrien organisiert werden, bei der sowohl Assad als auch oppositionelle Gruppen antreten sollen. Dazu soll für die Dauer von 6 Monaten ein Waffenstillstand eingehalten werden.

November 2015: Anschläge von Paris
Der IS verübt seinen ersten Anschlag in Europa mit etwa 120 Toten.

Zusammenfassung: Der IS und der Einfluss des Westens

Die Entstehung des IS wäre nicht denkbar ohne die Interventionen der USA im Nahen Osten. Die USA haben sowohl die Vorgänger-Organisation Al-Qaida ausgebildet und bewaffnet, als auch die Elite-Einheiten der irakischen Armee unter Saddam Hussein, die heute den wesentlichen Teil der Führungskräfte des IS ausmachen.

Entgegen offizieller Verlautbarungen geht es im Nahen Osten nicht um Demokratie oder Menschenrechte – eine Behauptung, die vor dem Hintergrund der Untätigkeit der USA in vielen anderen Fällen auch geradezu lächerlich erscheint. So gehört mit Saudi-Arabien eines der schlimmsten Regimes der Welt zu den engen Verbündeten der USA.

Was also sind die wirklichen Motivationen der einzelnen Kriegsparteien?

Die Motivation der einzelnen Kriegsparteien

Der Kampf um Syrien und den Irak folgt keiner einfachen Logik, sondern ist ein recht komplexes Geflecht aus verschiedenen Interessen und ständig wechselnden Bündnissen, die jeweils bestimmte Geschehnisse und Bewegungen instrumentalisieren. Sowohl die offizielle Darstellung, als auch viele stark vereinfachende Darstellungen aus der Alternativpresse greifen also möglicherweise zu kurz, um die Komplexität der Situation wirklich zu begreifen.

USA
Die USA wollen die Entstehung stabiler anti-westlicher Regimes im Nahen Osten verhindern und ihren Einfluss in der Region ausbauen. Während pro-westliche Regimes wie Saudi-Arabien unterstützt werden, wird in allen Ländern mit anti-westlichen Regierungen ein Regime-Wechsel herbeigeführt. Jüngste Beispiele sind der Irak und Libyen.

Stabile Anti-westliche Regimes in dieser Region wären aufgrund der strategisch wichtigen und Erdöl-reichen Lage eine enorme strategische Bedrohung für die USA. Besonders im Falle einer Allianz solcher Staaten mit China oder Russland, hätten die USA einer autarken Öl-Macht im Nahen Osten wirtschaftlich wenig entgegenzusetzen.

Auch hinsichtlich des neu erwachten Kalten Krieges ist Syrien wichtig: Zum einen beherbergt Syrien den letzten russischen Mittelmeerhafen, zum anderen ist es eines der wichtigsten Transit-Länder für Öl-Pipelines. Die USA fördern die Idee einer Gas-Pipeline, die Katar mit Europa verbinden würde und so Russland vom europäischen Markt verdrängen könnte. Assad hatte dem Bau dieser Pipeline mit Rücksicht auf Russland nicht zugestimmt. Ein Sturz Assads würde den USA gegenüber Russland also gleich in mehrfacher Hinsicht Vorteile verschaffen. Syrien ist zudem eines der wenigen Länder, die sich in ihrer gesamten Geschichte nie mit den USA verbündet haben.

Russland
Für Russland ist Syrien das wichtigste Tor, um Einfluss im Nahen Osten auszuüben. Die beiden Länder haben enge Bindungen und Russland betreibt seinen einzigen Militärhafen in Syrien. Darüber hinaus würde eine Übernahme Syriens durch den IS langfristig eine Bedrohung für Russland darstellen, da sich der Konflikt rasch auf russisches Territorium ausbreiten würde. Russland sieht in der Armee Assads die einzige Kraft, die dem IS Einhalt gebieten könnte, und versucht darum, ihn an der Macht zu halten.

Iran
Syrien ist ein wichtiger Verbündeter des Iran. Einerseits vor dem Hintergrund des Machtkrieges zwischen Sunniten und Schiiten, anderseits auch, weil der Iran über Syrien Waffen an die schiitische Hisbollah liefern kann. Assad ist der einzige Garant für die Sicherheit von Schiiten und Alawiten in Syrien. Darüber hinaus eint der gemeinsame Feind Israel die Interessen des Iran und Syriens: Israel hält seit vielen Jahren mit den Golanhöhen einen Teil Syriens völkerrechtswidrig besetzt.

Israel
Israel hat eine besonders schwierige Position: Sowohl das Assad-Regime, als auch der IS und andere Islamisten stellen aus Sicht Israels eine extreme Bedrohung dar. Verschiedene Geheimdienst-Quellen lassen eine sehr ambivalente Politik erkennen, bei der wechselnde Parteien unterstützt werden. Das Interesse Israels wäre eine pro-westliche Regierung in Syrien. Sowohl ein Sieg Assads, als auch des IS, als auch ein Chaos wären ein extremes Sicherheitsrisiko.

Türkei
Syrien und die Türkei sind Hauptkonkurrenten um Einfluss im Nahen Osten. Die Türkei steht den Sunniten nahe und fördert teilweise passiv und aktiv islamistische Bewegungen, da diese sich auch gegen die Kurden richten – ein gemeinsamer Feind. Gleichzeitig stellt der IS aber auch eine Bedrohung für die Türkei da, da das Land eines der nächsten Ziele werden könnte. Die Türkei versucht den Krieg also zu instrumentalisieren, um sowohl Assad als auch die Kurden loszuwerden, muss dabei aber aufpassen, dass der IS nicht die Oberhand gewinnt.

Saudi-Arabien
Saudi-Arabien möchte eine Sunnitische Vorherrschaft im gesamten Nahen Osten errichten, weshalb es auch radikale sunnitische Bewegungen wie den IS unterstützt. Zudem vertritt es die Interessen des Verbündeten USA. Saudi-Arabien benutzt den IS, um die Schiiten in der Region zurückzudrängen, muss aber aufpassen, dass der IS nicht zu groß wird.

Katar
Die Politik von Katar ist derzeit rätselhaft. Die Beziehungen zu Syrien waren lange Zeit recht gut. Seit dem Sturz des Regimes in Libyen scheint das Land auf eine extrem pro-westliche Politik umgeschwungen zu sein.

Der IS: Werkzeug vieler Interessen

Diese Aufzählung zeigt, dass der IS, der heute angeblich so erbittert bekämpft wird, verschiedenen Mächten für eine lange Zeit alles andere als ungelegen kam: Die USA benutzten ihn, um das Assad zu stürzen, die Türkei unterstützte ihn recht offen im Kampf gegen die Kurden, die arabischen Staaten benutzen ihn, um eine drohende schiitische Vorherrschaft zu brechen.

Dies erklärt, warum der IS von diesen Parteien nur sehr halbherzig bekämpft und zum Teil sogar aktiv unterstützt wurde. Wie viele andere Terrororganisationen ist der IS eine strategische Waffe in einem geopolitischen Krieg geworden.

Syrien und der IS: Eine verworrene Lage

Es kann als sicher angesehen werden, dass die USA eine wichtige Rolle bei der Radikalisierung des Widerstandes im Irak und schließlich in Syrien gespielt haben, um diesen für einen Regime-Wechsel zu instrumentalisieren. Vor dem Eingreifen der USA war der Irak verhältnismäßig friedlich und ein Land ohne jede radikalislamistische Geschichte – erst das durch Eingreifen der USA war eine Radikalisierung überhaupt möglich.

Mehrere hochrangige Politiker und Militärs haben zudem vor laufender Kamera ausgesagt, dass der Krieg in Syrien von langer Hand geplant war und die angeblichen Rebellen von außen eingeschleust worden waren. Der Ablauf der Revolutionen in Lybien und Syrien (und viele andere der „Farben-Revolutionen“) folgt fast buchstäblich der geleakten Anleitung für „Unconventional Warfare“. So verdichten sich Zweifel an der offiziellen Version der Ereignisse.

Klar dürfte sein: In diesem Krieg gibt es keine Guten – nur verschiedene Machtinteressen. Es gibt auch keine allein Schuldigen – und solange es diesen Konflikt gibt, wird es auch keine Gewinner geben.

Zum Abschluss sei gesagt, dass es aber Millionen Verlierer gibt, nämlich die Menschen, die als Opfer dieser Machtinteressen ihre Angehörigen verloren haben und nun zu Millionen auf der Flucht sind. Man sollte sich in Deutschland nicht über die Flüchtlinge aufregen, denn die deutsche Politik hat regen Anteil an dieser Massenflucht. Wir sind mitschuldig, die Politik wegen ihrer transatlantischen Unterwürfigkeit und wir Wähler, weil wir diese Politiker immer wieder wählen. Und ich sehe auch sehr skeptisch auf die künftig wohl ebenfalls gewählte AfD, die den neoliberalen Interessen der Länder USA, Großbritannien und Frankreich in gleichem Maße folgen wird, wie die al etabliert betrachteten Parteien CDUCSUSPDGRÜNE. Die AfD nennt sich zwar "Alternative für Deutschland", aber sie ist keine.