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Erstelldatum: 17.11.2015

Die Anschläge in Paris

Eigentlich wollte ich ja nichts über die Anschläge in Paris schreiben, aber wenn ich die Leitartikel unserer Presse so lese, kann ich es mir nicht verkneifen, doch meinen Senf dazu zu geben. Da habe ich in einem Käseblatt gelesen, wie Obama sich äußerte: "Das ist ein Anschlag auf die Welt!" Mister Obama, ist das etwa Eifersucht? Keine Sorge, Sie und Ihre Vorgänger sind und bleiben unübertroffen: 2. WK, Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien (von den kriminellen Machenschaften auf dem amerikanischen Kontinent will ich gar nicht reden, Operation Northwoods, Operation Fubelt, Panama usw.) und, nicht zu vergessen, Tausende, die Sie mit Drohnen ermorden lassen. Was Bush als Kampf gegen den Terror ausgerufen hat, war und ist eine Terrorkampagne, die in der Geschichte Ihresgleichen sucht. Erst dieser Terror gebiert den Terror im nahen und mittleren Osten und dessen vielleicht auf den Westen übergreifende Auswüchse.

In der Rationalgalerie (1) musste ich lesen, mit welchem Unsinn der als BP residierende Pfaffe sich dazu geäußert hat, von Uri Gellermann aber in gekonnter Weise kommentiert. Ich kann dazu nur sagen, ein Bundespräsident, der dem Krieg das Wort redet, sollte schleunigst seinen Rücktritt einreichen.

Im Tagesspiegel (2) (und nicht nur dort) wurde gar von einem 3. Weltkrieg geschwafelt, der uns "aufgezwungen" wurde. In abgewandelter Form wäre da zu sagen: "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie reden bzw. schreiben!"

Natürlich ist es eine entsetzliche Tat, 120 Menschen, die ihr Leben lassen mussten, ohne sich verteidigen zu können. Doch als wir Libyen "die Demokratie gebracht haben", waren 120 Menschen, die an einem Tag ihr Leben lassen mussten, ein ruhiger Tag und derzeit sieht das in Syrien nicht viel anders aus. Und die Tausende, die dank der Bombardements in Afghanistan und im Irak durch "die Willigen" sterben mussten, aufgrund der Jagd nach dem angeblich Schuldigen für den 11.9., Osama bin Laden (Afghanistan) oder wegen der Massenvernichtungswaffen (Irak) die, ebenfalls aufgrund bloßer Behauptungen der CIA dort vergraben sein sollten, haben nicht diese Vorkommnisse dafür gesorgt, dass sich wohl viele Betroffene dem Terror zugewandt haben?

Eine weitere Frage stelle ich mir. Ist dieser Anschlag überhaupt ein Produkt des IS? Die uns von der Presse präsentierten "Hauptverantwortlichen" sind Franzosen und ein Belgier und die Presse sagt ihnen natürlich entsprechende Verbindungen zum IS nach. Aber gab es nicht in der Mitte des 20. Jahrhunderts eine von der NATO in Verbindung mit den diversen Geheimdiensten unter Anleitung der CIA gebildete Terror-Gruppe mit dem Namen Gladio, die solche Anschläge in Europa, vor allem in Italien verübte, mit Wissen der Regierungen? Auch damals schrieb die Presse die Anschläge anderen, nämlich den in den USA so verhassten Linken zu. Können wir wirklich sicher sein, dass man Gladio nicht wieder aufgeweckt hat?

Nun kann man dem entgegenhalten, dass Selbstmordattentäter eine typische orientalische Variante sind. Möglich. Diese Selbstmordattentäter fühlen sich wohl als eine moderne Art der Assassine. Eine Erzählung von Marco Polo beschreibt, wie man im frühen Mittelalter die Assassine instrumentalisiert hat. Dazu muss man wissen, dass es (wie heute) im Islam viele unterschiedliche Formen der Interpretation des Koran gibt. Dabei sollte man aber bedenken, dass es in Frankreich Millionen dem Islam zugewandte Menschen gibt. Die Demografin Michèle Tribalat des Institut National d'Etudes Demographiques (INED) errechnete eine Zahl von 3,7 Millionen "möglicher" Muslime in Frankreich, ausgehend von Einwandererzahlen aus islamischen Ländern und deren Nachkommen. Alain Boyer vom französischen Innenministerium schätzt anhand der Einwanderungsdaten eine Zahl von 4.155.000 Muslimen (ohne Berücksichtigung "illegaler" Immigranten und ohne Einwanderer-Nachkommen), davon 1,55 Millionen Algerier, 1 Million Marokkaner, 350.000 Tunesier und 315.000 Türken, aber nur 250.000 schwarzafrikanische Muslime. Hinzu kommen geschätzte 40.000 französische Konvertiten (Quelle: Wikipedia). Dass diese zu einem großen Teil in regelrechten Gettos leben und zu einem nicht unerheblichen Teil mit kriminellem Hintergrund (um zu überleben), sollte auch bekannt sein.

Vielleicht hat der eine oder andere den Action-Thriller "Der Prinz von Persien (3)" gesehen. In diesem Film, der eigentlich "der Sand der Zeit" hätte heißen müssen, greift eine persische Armee die "heilige Stadt Alamut" an.

Hasan-i Sabbah war der persische geistige Führer der Nizariten, einer ziemlich radikalen Form der Ismailiten und die Burg Alamut war der heilige Mittelpunkt dieser Islaminiten.

Marco Polo berichtete über Hasan-i Sabbah (den "Großen Assassin"), dass dieser junge Männer mit Opium betäubte und dann in eine an die Burg Alamut angeschlossene Gartenanlage brachte. Dort, bei guter Bewirtung und Betreuung durch Frauen, erging es ihnen wie im vom Propheten Mohammed versprochenen Paradies. Schließlich wurden sie wiederum betäubt und zum Burgherrn gebracht, der sie zu Fida'i (auch Fedajin, sich "Opfernde", Angehörige religiöser oder politischer Gruppierungen, die bereit sind, ihr Leben füreinander oder ihre Sache zu opfern) ausbilden ließ. Nur durch ihren heldenhaften Tod, so die Erzählung, sollten sie zurück ins Paradies kommen. Das waren die so genannten Assassine der Legende, die für politische und religiöse Morde benutzt wurden. Aber das Assassinen-Reich war erheblich größer (und auch in Persien und Syrien verbreitet) und nahm schließlich auch Abstand von dieser Form politischer Morde, vermutlich, um politische Morde besser verschleiern zu können.

Man kann getrost sagen, Staat und Kirche als politische Gemeinschaft waren zu allen Zeiten eine ziemlich mörderische Angelegenheit. Im Westen sind Staat und Kirche getrennt, behauptet man und wer das glaubt, wird selig.

Nun fordert Frankreich gemäß Artikel 42 des Lissabonvertrages den Bündnisfall. Das ist einfach schizophren, aber von Hollande ganz sicherlich kühl kalkuliert. Der Bündnisfall soll dann ausgerufen werden, wenn eine ausländische Macht einen der in der NATO zusammengeschlossen Staaten angreift. Aber ein Terrorakt ist kein Angriff einer ausländischen Macht. Selbst der IS kann nach den Statuten der UN-Charta nicht als ausländische Macht angesehen werden, sondern lediglich als terroristisches Netzwerk. Es ist der gleiche Trick, mit dem Bush nach dem 11.9. zusammen mit den "Willigen" die Kriege begonnen hat, zuerst Afghanistan, danach den Irak und die Weltgemeinschaft (die UN behauptet, das zu sein) hat dazu weitgehend geschwiegen. Das Terrornetzwerk der al Qaida, dass für die Anschläge des 11. 9. verantwortlich gemacht wurde, wurde von der CIA überhaupt erst ins Leben gerufen und dafür wurden junge und fanatische Gläubige des Islam aus dem gesamten mittleren und nahen Osten rekrutiert. Über die schon vorher bestehenden Verbindungen der Familie bin Laden zum Bush-Clan hat sich aber die Presse nicht weiter ausgelassen. Auch damals wurde der NATO-Bündnisfall ausgerufen, der Vorläufer der Out od Area-Doktrin der NATO.

Nach dem 11.9. wurde dann die al Qaida zum Sinnbild des Bösen und blieb es lange Zeit. Doch plötzlich, bei der geplanten Destabilisierung Syriens wurde der syrische Ableger der al Qaida, die al Nusra-Front, wieder zum Verbündeten der USA und den "moderaten Rebellen" zugeordnet. Wann endlich merken vor allem die Bürger, dass der Terror bewusst provoziert wird oder gar von den Geheimdiensten mit Kenntnis der Regierenden inszeniert wird, um politische Vorhaben durchzusetzen, die ansonsten breiten Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen würden. Wenn ich davon ausgehe, dass nicht die al Qaida für die Anschläge vom 11.9. verantwortlich war, dann deshalb, weil es für Bush das einzige Mittel war, vom Kongress die Mittel für die beabsichtigten Kriege zu bekommen und eine Blaupause für die Vorgehensweise hatte man ja seit der Amtszeit von Kennedy in den militärischen Schubladen. Während Kennedy die Vorhaben der Operation Northwoods strikt ablehnte, war Bush ganz sicher ein anderes Kaliber und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ihn nicht nur das Militär, sondern auch seine Beraterin Condoleezza Rice entsprechend beraten hat. Aber natürlich ist das eine Verschwörungstheorie und politische und geheimdienstliche Verschwörungen sind ja undenkbar.

Nur, für mich sind politische und geheimdienstliche Verschwörungen die Peitsche, mit denen man störrische Esel in die gewünschte Laufrichtung bringt. Und mehr als störrische Esel sind die Bevölkerungen in den Augen der Regierenden nicht, wie man an CETA und TTIP erneut feststellen kann und nach einem Bericht der n-tv (4) ist auch die Ausweitung des IS kein reiner Zufall, sondern Teil des Kalküls der US-Administration. Und die Planungen dazu sind wurden bereits in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen, das beweist ein Video von Wesley Clark (5).

Eigentlich kennt man eine Menge teils sehr perfider Staatsverschwörungen, doch verweist man auf eine, wird man als Verschwörungstheoretiker bezeichnet und das ist ein Synonym für Unglaubwürdigkeit und es nutzt auch nicht, wenn man Fakten beibringt. Man sagt dem Vogel Strauß ja nach, dass er bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt. Demnach gehören wir Menschen wohl nicht zur Gattung der Humanoiden, sondern zu den Laufvögeln der Gattung Struthio camelus.

Fußnoten

(1) Wie Täter zu Opfern gemacht werden Der Lügen-Prediger Gauck
(2) Ein dritter Weltkrieg wird uns aufgezwungen Tagesspiegel
(3) Alamut, die heilige Stadt im Film Der Prinz von Persien
(4) Pentagon-Bericht enthüllt, USA ließen den IS gewähren, berichtet die n-tv
(5) Wesley Clark und Geoge Fiedmann über US-Außenpolitik Das Video